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James Gunn: Ist Supergirl plötzlich Fantasy?
📰 Was ist los?
James Gunn beschreibt den kommenden Supergirl-Film als „Space Fantasy“, ähnlich wie Guardians of the Galaxy, basierend auf Tom Kings Comic Woman of Tomorrow. Hauptrolle: Millie Alcock, Regie: Craig Gillespie, Kinostart aktuell am 26. Juni 2026. Parallel läuft der große Deal, bei dem Netflix die Warner-Bros.-Studio- und Streaming-Sparte übernehmen will.
🐛 Was denken wir?
„Space Fantasy“ klingt hier weniger nach Genre-Revolution als nach freundlichem Aufkleber: Bitte erwarte kein schweres Superman-Drama, sondern kosmische Comic-Oper mit beschädigter Heldin. Ob das wirklich Fantasy ist, entscheidet am Ende nicht das Label, sondern ob der Film mehr erzählt als nur eine weitere Weltraumschlacht mit DC-Logo.
🪐 Supergirl im All: Space Fantasy oder Mogel-Etikett?
James Gunn nennt Supergirl eine „Space Fantasy wie Guardians“. Netflix kauft sich parallel bei Warner ein. Wenn das so weitergeht, sind die Genregrenzen demnächst weicher als die Bilanzen der Studios.
🎭 Was Gunn eigentlich sagt, wenn er „Space Fantasy“ sagt
Auf dem Variety-Podcast lobt Gunn erst einmal brav Regisseur Craig Gillespie („I, Tonya“) und Hauptdarstellerin Millie Alcock, um dann den Satz zu droppen, der überall zitiert wird: Supergirl sei eine „Space Fantasy“, „wie Guardians“, basierend auf Tom Kings Comic, aber nicht sklavisch übernommen.
Das passt zur Vorlage: Supergirl: Woman of Tomorrow ist im Kern ein Weltraum-Roadmovie mit Western- und Space-Opera-Elementen. Kings Comic schickt Kara durch schmutzige Randwelten und moralische Grauzonen, nicht durch glänzende Metropolen.
Nur: „Space Fantasy“ ist kein magisches Gütesiegel, sondern vor allem ein Signal. Es sagt der Welt: Erwarte kein geerdetes Superman-Drama, sondern kosmische Eskapade mit kaputter Heldin, tragischer Vergangenheit und bunter Planeten-Parade. Also: Guardians, aber mit Cape statt Walkman.
🌌 Ist das nun Fantasy – oder nur Weltraum mit Cape?
Wenn man streng ist, ist „Space Fantasy“ ein Untergenre: Weltraumsetting, aber Regeln, die eher aus der Märchen- und Mythenkiste kommen als aus der Physikvorlesung. Star Wars ist da der Klassiker. Laserschwerter, Raumzauber, Prophezeiungen – das ist weniger Science als Schicksal.
Bei Supergirl sieht es bisher so aus:
- Superheldenfigur mit klassischer Comic-Herkunft
- Kosmische Kulisse, Planetenhopping, persönliche Traumata
- Tonalität irgendwo zwischen Space Opera und Roadmovie
Das ist Fantasy im weiteren Sinne, aber eben vor allem Superheldenkino im All. Die Kräfte kommen nicht aus Runen oder Ritualen, sondern aus Krypton und Sonnenbädern. Die Bildsprache spielt Sci-Fi, das Pathos lehnt sich an große Mythen an. Genau in diesem Mischbereich lebt der Begriff „Space Fantasy“.
Kurz gesagt: Ja, das kann man Fantasy nennen. Aber eher als Grenzgänger, nicht als Geschwister von Tolkien und Le Guin. Wer magische Systeme, Götterintrigen oder Weltmythologien sucht, landet hier in einem anderen Regal.
🏦 Währenddessen im Maschinenraum: Netflix möchte den Zauberkasten kaufen
Nebenbei kommentiert Gunn noch die anstehende Megafusion: Netflix will die Warner-Bros.-Studio- und Streaming-Sparte für gut 82 Milliarden übernehmen, während Paramount mit einem noch größeren, inzwischen abgelehnten Gegenangebot versucht, den ganzen Laden zu übernehmen.
Gunn nennt das alles „exciting“ und betont, wie sehr er und Peter Safran diese Figuren seit der Kindheit lieben und „in die nächste Phase“ begleiten wollen.
Aus Sicht der Fantasy wirkt das Ganze etwas surreal:
Während die Studios mit Milliardenbeträgen jonglieren, hängt das Genre an Begriffen wie „Space Fantasy“, die wahlweise nach kreativer Vision oder nach Marktsegmentierung klingen.
Die Ironie: Netflix kauft sich den Katalog, Gunn etikettiert die Produkte, und irgendwo dazwischen versucht Supergirl, eine eigene Identität zwischen Superman, Guardians und Tom King zu finden.
🎬 Offizieller Teaser-Trailer
Der erste Teaser-Trailer zu Supergirl – Teil der neuen DC Studios-Ära. Bereitgestellt vom offiziellen DC-Channel auf YouTube:
🧪 Unser Fazit: Ein Etikett mit Potenzial
Gunn hat recht, wenn er Supergirl von klassischem Superheldenkino absetzt und Richtung Weltraumabenteuer schiebt. Die Vorlage gibt genügend Dreck unter den Nägeln her, um aus Kara Zor-El mehr zu machen als „Superman, aber anders frisiert“.
Aber „Space Fantasy“ ist keine Eintrittskarte ins Fantasy-Regal, sondern eine Einladung, genauer hinzusehen. Wenn das Ergebnis am Ende wirklich nach Tom King schmeckt – rau, melancholisch, moralisch unangenehm – könnte Supergirl tatsächlich ein spannender Grenzfall werden: kein reiner Science-Fiction-Film, kein klassischer Fantasy-Epos, sondern ein bitteres Märchen im Vakuum.
Bis dahin bleibt die Antwort auf deine Frage:
Ja, es kann Fantasy sein. Nur wird sich erst im Kino zeigen, ob es mehr ist als ein hübsches Label für „Guardians mit Cape“.



