🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Sun Of The Dying – A Throne Of Ashes (Kurzcheck)
🧿 Kurzfazit
A Throne Of Ashes ist fein geschliffener Doom-Death-Metal für Tage, an denen selbst der Kaffee keinen Trost mehr bringt. Eine schwere, warme Aschedecke, die trotzdem schön glüht.
🎯 Für wen?
Für Fans von My Dying Bride, Swallow The Sun, alten Paradise Lost und Anathema, die ihre Melancholie gerne mit orchestralen Farben, klaren Gesängen und langen Spannungsbögen serviert bekommen.
🎧 Wie klingt das?
Schleppende Gitarren, wuchtige Doom-Riffs, tiefes Growling im Wechsel mit klarem, melancholischem Gesang. Dezente Orchester- und Piano-Schichten, cineastische Keyboards und eine Produktion, die massiv wirkt, ohne alles platt zu drücken. Kalt im Thema, warm im Sound.
💿 Highlights
Martyrs, Black Birds Beneath Your Sky, The House Of Asterion
⚠️ Nichts für dich, wenn…
du schnelle Hooks, Optimismus, Core-Gebrüll oder Party-Metal suchst. A Throne Of Ashes ist Trauerarbeit, kein Freitagabend-Programm.
🌋 Sun Of The Dying – A Throne Of Ashes: Aschethron für Novemberseelen
Der Titel sagt es schon. Ein Thron aus Asche ist kein Ort für Heldenposen, sondern für Menschen, die wissen, wie sich Verlust anfühlt. Sun Of The Dying aus Madrid kehren sechs Jahre nach ihrem letzten Album mit A Throne Of Ashes zurück und liefern eine Platte ab, die klingt, als hätte jemand die grauen Novembertage in Zeitlupe gepresst. Der Doom-Death-Metal der Spanier steht offen in der Tradition von My Dying Bride, Swallow The Sun, Moonspell und Paradise Lost, ist aber mehr als ein bloßer Tribut. Hier versucht niemand, die Depression zu romantisieren. Hier wird sie durchkomponiert.
🎧 Was erwartet dich?
- Genre(s): Doom-Death-Metal, Melodic-Death-Doom mit orchestralen Elementen
- Vergleichbar mit: My Dying Bride in der Moderne, Swallow The Sun ohne Waldromantik, Paradise Lost zu Icon- und Draconian-Times-Zeiten, aber mit spanischer Frostnote.
- Klangfarbe: A Throne Of Ashes bewegt sich in langsamen bis mittleren Tempi. Gitarren liegen wie schwere, zähe Wellen über allem, oft mit klaren Lead-Linien, die sich aus dem Nebel schälen. Der Bass macht den Boden weich, die Drums setzen gezielte Schläge, statt durchzuflammen. Die Stimme wechselt zwischen tiefem Growling und klarem, melancholischem Gesang, der eher erzählt als dramatisiert. Darüber schweben Keys, Streicherflächen, Klavierfiguren. Keine Symphonic-Bombast-Schlacht, sondern orchestrale Farbtupfer, die das Grau strukturieren.
✨ Highlights
- Martyrs: Neun Minuten als Ouvertüre und gleich eine Standortbestimmung. Martyrs beginnt leise, fast vorsichtig. Gitarren und Keys tasten sich vor, bis das erste große Riff den Raum füllt. Die Growls graben sich tief in den Mix, immer wieder durchbrochen von klaren Gesangslinien, die wie kurze Lichtreflexe wirken. Das Stück zieht diesen Bogen mehrmals auf und zu und macht klar, worum es auf diesem Album geht. Keine große Geste ohne Gegenbewegung, keine Wut ohne Trauer. Martyrs ist der Moment, in dem man merkt, ob man für die restlichen vierzig Minuten bereit ist.
- Black Birds Beneath Your Sky: Der vielleicht zugänglichste Song der Platte und zurecht als Single nach vorne geschoben. Der Titel klingt nach Klischee, die Umsetzung nicht. Die Gitarren sind etwas kompakter, das Tempo wirkt näher an klassischem Gothic-Metal, trotzdem bleibt alles schwer. Die Hook sitzt vor allem in der Melodie, nicht im Refrain-Schlagwort. Wenn der klare Gesang über den dichten Gitarren aufsteigt, hat das dieses typische Sun-Of-The-Dying-Gefühl. Man steht im Regen, friert, und trotzdem ist da etwas, das einen weitermachen lässt. Ein idealer Einstieg für Hörer, die mit dem Genre flirten, aber nicht sofort neun Minuten lang ertrinken wollen.
- Of Absence: Das Finale trägt genau das im Titel, was das ganze Album beschäftigt. Abwesenheit, Leerstelle, Nachhall. Musikalisch ist Of Absence der Gang zum Aschethron. Die Band zieht noch einmal alle Register. Ruhige, fast zarte Passagen mit Piano und Clean-Vocals wechseln sich mit schweren Ausbrüchen ab. Der Song hat dieses Gefühl, dass etwas endgültig zu Ende geht, ohne dass es gesagt werden muss. Kein Triumph, keine Katastrophe, sondern ein langsames Verlöschen. Wer hier nichts fühlt, hat einfach das falsche Album erwischt.
🪦 Besondere Momente
- November in Albumform – A Throne Of Ashes erscheint zur kalten Jahreszeit und klingt, als wäre er exakt dafür geschrieben worden. Das ist kein „passt zufällig gerade“, sondern eine bewusste Entscheidung. Die Songs leben von Dunkelheit, feuchter Kälte, kurzen Tageslichtern. Ein Album wie eine zu lange Nacht, in der man den Sonnenaufgang nicht mehr ganz glauben mag.
- Orchestral, aber nicht symphonisch aufgeblasen – Die Keys und Orchester-Elemente sind nie Selbstzweck. Sie füllen Lücken, statt auf die Bühne zu springen. Ein dezentes Streicherthema hier, ein Pianogespenst da. Sun Of The Dying haben verstanden, dass Doom-Death-Metal keine Bombast-Verkleidung braucht, sondern Struktur und Tiefe.
- Growls und Klargesang mit echter Funktion – Der Wechsel zwischen harschen und klaren Stimmen ist kein Verkaufsargument, sondern ein dramaturgisches Werkzeug. Growls markieren die Abstürze, Clean-Vocals die kurzen Momente der Erinnerung oder der Einsicht. Das macht die Songs erzählerisch stärker, als es bloßes Dauergebrüll je könnte.
- Literarischer Unterbau – Mit The House Of Asterion holen Sun Of The Dying Borges in ihr Labyrinth. Das ist kein Namedropping, sondern passt konsequent zu ihrer Art, Musik als Erzählraum zu begreifen. Wer Lust hat, kann Text und Vorlage übereinanderlegen und findet mehr als nur zwei, drei Zitate.
📜 Hintergrund
Sun Of The Dying kommen aus Madrid und haben sich seit The Roar Of The Furious Sea und The Earth Is Silent konsequent an die Spitze der zweiten Doom-Death-Reihe herangearbeitet. Keine Hype-Band, keine Meme-Präsenz, sondern ein Projekt, das lieber an langen Songs feilt, als jedem Trend hinterherzulaufen. A Throne Of Ashes ist ihr drittes Album und erscheint erneut bei AOP Records, die für ihren Hang zu düsterem, atmosphärischem Material bekannt sind.
Die Einflüsse sind offen erkennbar. My Dying Bride, Anathema, Moonspell, Paradise Lost, Swallow The Sun. Sun Of The Dying verstecken das nicht, sondern arbeiten mit diesem Erbe. Entscheidend ist, dass sie daraus keine Retro-Show bauen, sondern eine sehr zeitgenössische Variante von Trauermusik formen. Die Weltlage liefert genug Material, um einen Aschethron zu rechtfertigen.
🪓 Fazit
A Throne Of Ashes ist kein Album, das man nebenbei laufen lässt, während man die Bügelwäsche sortiert. Es ist eine Platte für graue Tage, für Nächte ohne Schlaf und für Hörer, die sich nicht davor scheuen, die eigene Melancholie mit musikalischer Wucht zu konfrontieren.
Wer mit Doom-Death-Metal grundsätzlich nichts anfangen kann, wird hier nicht bekehrt. Wer jedoch in der Tradition von My Dying Bride, Swallow The Sun und Co zu Hause ist und eine aktuelle, ernst gemeinte Stimme aus diesem Spektrum sucht, bekommt mit A Throne Of Ashes ein sehr geschlossenes, sehr bewusst komponiertes Werk.
Sun Of The Dying bauen keinen Palast, sondern tatsächlich einen Thron aus Asche. Unbequem, kalt, aber vollkommen stimmig.

| Künstler: | Sun Of The Dying |
| Albumtitel: | A Throne Of Ashes |
| Erscheinungsdatum: | 21. November 2025 |
| Genre: | Doom Death Metal, Melodic Death Doom |
| Label: | AOP Records |
| Spielzeit: | ca. 41 Minuten |
Martyrs
Black Birds Beneath Your Sky
With Wings Aflame
The Greatest Of Winters
The House Of Asterion
Of Absence
🎬 Full-Album-Stream
Sun Of The Dying – A Throne Of Ashes als Full-Album-Stream
Offiziell präsentiert von AOP Records und Sun Of The Dying
Mehr Album-Reviews für dich?
Dieses Review war für dich cool und du würdest gerne mehr lesen? Reviews aus sämtlichen Spielarten der Fantasy Musik findest du auf unserer Fantasy Alben Seite.



