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Wer ist hier ein guter Soulslike?
📰 Was ist los?
Stray Dog: nobody cares schickt einen namenlosen Hund durch eine finstere mittelalterliche Welt, um seinen verschleppten Ritter zu retten. Gekämpft wird mit dessen Schwert im Maul, inklusive Parries, Backstabs, Deathblows und Bosskämpfen; einen Releasetermin gibt es noch nicht, deutsche Texte sind aber bereits bestätigt.
🐛 Was denken wir?
Natürlich schreit das alles so laut nach Sif und Dark Souls, dass der Spitzname Bark Souls praktisch unvermeidbar war. Entscheidend ist aber, dass unter dem Gag eine bemerkenswert direkte Geschichte steckt: Für den Hund ist die Welt egal. Er will einfach den Menschen zurück, der ihn aufgenommen hat. Jetzt bitte nur nicht am Ende den Hund sterben lassen. Wir kennen euch, Soulslikes.
⚔️ Bark Souls lässt den Hund von der Leine: In Stray Dog trägt der Held sein Schwert im Maul
Dark Fantasy besitzt ihre Traditionen. Verstoßene Ritter, brennende Dörfer, verfallene Kathedralen und ziemlich große Schwerter gehören seit Jahren zum Standardinventar. Stray Dog: nobody cares ändert daran zunächst erstaunlich wenig. Der entscheidende Unterschied ist nur, wer das Schwert trägt.

In dem neuen Soulslike von Parry Frames Studio spielen wir keinen Ritter, keinen Untoten und auch keinen besonders schweigsamen Auserwählten. Der Held ist ein namenloser Hund, dessen Herr von einer tyrannischen Legion verschleppt wurde. Also nimmt er dessen beschädigtes Großschwert ins Maul und zieht allein durch eine düstere mittelalterliche Welt los. Im Netz hat das Projekt dafür bereits einen fast zwangsläufigen Spitznamen bekommen: Bark Souls. Einen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht, doch Steam ist bereits live und kündigt unter anderem deutsche Texte an.
🐕 Für diesen Hund ist der Ritter die ganze Welt
Hinter der total memetauglichen Grundidee steckt überraschend wenig Niedlichkeit. Stray Dog: nobody cares spielt im Grenzlehen Greythorn, das in einem endlosen Krieg zwischen Königreichen von einer mächtigen Legion überrannt wird. Dörfer brennen, gewöhnliche Menschen werden niedergetrampelt und irgendwelche Götter oder strahlenden Helden, die rechtzeitig Abhilfe schaffen könnten, sind ausdrücklich nicht vorgesehen.
Der namenlose Hund wurde als Jungtier von einem ehemaligen Ritter aufgenommen. Dieser hatte jahrzehntelang für die Legion gekämpft und Ruhm erworben, wurde schließlich jedoch verleumdet und ausgestoßen, nachdem er hinter ihre dunklen Geheimnisse gekommen war. Gemeinsam mit seinem Hund zieht er sich aus der Welt zurück. Kämpfen bringt er dem Tier niemals bei; stattdessen lehrt er es, sich zu verstecken und einen möglichst großen Abstand zum Krieg zu halten.
🐺 Bark Souls in Bewegung
Der offizielle Announcement Trailer zu Stray Dog: nobody cares zeigt den namenlosen Hund bei Parries, Sprungangriffen und Kämpfen mit dem Schwert im Maul. Irgendwo dürfte Great Grey Wolf Sif gerade ausgesprochen aufmerksam zuschauen.
Das funktioniert ungefähr so lange, bis die Legion den Ritter gefangen nimmt. Der Hund interessiert sich weder für Königreiche noch für politische Verschwörungen. Sein Herr ist schlicht alles, was seine Welt benötigt. Also schnappt er sich dessen Schwert und folgt ihm.
Damit hat Stray Dog trotz aller offensichtlichen Souls-Anleihen einen erstaunlich einfachen emotionalen Kern. Hier geht es nicht darum, eine gefallene Welt zu retten oder irgendeine jahrtausendealte Prophezeiung zu erfüllen. Der Hund will seinen Menschen zurück. Das ist als Questbeschreibung vermutlich überzeugender als ungefähr 80 Prozent sämtlicher pathetischen Schicksalsrollen.
⚔️ Parieren mit dem Maul
Spielerisch hält sich der Hund allerdings weniger zurück. Parry Frames nennt präzises Parieren, Backstabs, Deathblows, Stealth-Kills und brutale Bosskämpfe als zentrale Bestandteile. Hinzu kommen mehrere besondere Combat Arts, Erfahrungspunkte, Gold und Fähigkeiten, die während der Erkundung freigeschaltet werden.
Das bisher gezeigte Material macht deutlich, wie ernst die Idee mit dem Schwert im Maul gemeint ist. Der Hund blockt und pariert gegnerische Angriffe tatsächlich mit der Klinge, springt in Attacken hinein und führt Finisher gegen menschliche und übernatürliche Gegner aus. Gerade die Bewegungen haben dafür gesorgt, dass fast jeder zweite Bericht irgendwann beim Vergleich mit Great Grey Wolf Sif aus Dark Souls landet.
Ganz zufällig ist die Nähe zu FromSoftware nicht. Das Studio benannte bei der Vorstellung Sekiro: Shadows Die Twice ausdrücklich als Inspiration. Besonders die Bedeutung des Parierens und das Brechen gegnerischer Verteidigung passen entsprechend gut zu dem, was bislang vom Kampfsystem zu sehen ist.
Das Entscheidende ist dabei, dass der Gag bislang nicht wie ein bloßer Skin über einem gewöhnlichen Soulslike wirkt. Die vierbeinige Hauptfigur verändert Haltung, Bewegung und Silhouette des Kampfs spürbar. Ein Hund, der mit einem Großschwert im Maul einen gepanzerten Gegner pariert, sieht eben völlig anders aus als der nächste Ritter mit Ausweichrolle. Und erheblich schwieriger dürfte es sein, anschließend die Klinge wieder abzuwischen.
🌑 Greythorn möchte ausdrücklich kein netter Ort sein
Auch optisch macht Stray Dog wenig Anstalten, seinen ungewöhnlichen Helden in eine freundliche Tiergeschichte zu stecken. Steam führt Dark Fantasy, Gothic, mittelalterliche Welten, Gewalt, Wölfe und Drachen bereits als prägende Tags. Im Material sehen wir verfallene sakrale Bauten, Untote, Feuerstellen und Ruinen, deren Innenarchitekt offensichtlich von der Möglichkeit dauerhafter Dunkelheit begeistert war.
Gerade dieser Gegensatz macht die Idee so brauchbar. Der Held ist ein Tier, das normalerweise in Spielen begleitet, gerettet oder gestreichelt wird. Hier ist er derjenige, der durch die Finsternis marschiert und andere Leute mit einem Schwert bearbeitet. GamingBible vergleicht die Grundidee entsprechend mit Stray, nur dass dieser vierbeinige Held keinerlei menschliche Hilfe benötigt und deutlich offensiver auf Schwierigkeiten reagiert. Die Ausgangslage mit dem gefallenen Ritter, Greythorn und der persönlichen Rettungsmission besitzt zumindest genug Stoff, um daraus mehr zu machen als einen schrägen FromSoftware-Witz.
🛠️ Das Kampfsystem steht – der Termin noch nicht
Parry Frames Studio hat mit Crimson Oath erst wenige Monate zuvor sein erstes Soulslike veröffentlicht. Nach Angaben des Teams dauerte dessen Entstehung mehrere Jahre und wurde zeitweise durch einen Epic MegaGrant unterstützt. Die Aufmerksamkeit für Stray Dog kam nun offenbar schneller als erwartet: Frühes Testmaterial verbreitete sich auf X so stark, dass das Studio selbst von der Resonanz überrascht wurde.
Immerhin ist das Projekt nicht bloß eine hübsche Konzeptanimation. Parry Frames erklärt, das grundlegende Kampfsystem bereits fertiggestellt zu haben. Weitere Arbeit dürfte trotzdem reichlich bevorstehen, denn derzeit gibt es weder einen Erscheinungstermin noch ein Releasefenster. Steam nennt schlicht „Bald verfügbar“.
Bestätigt ist bislang nur eine PC Version. Dafür stehen schon zwölf Textsprachen in der Steam-Liste, darunter Deutsch. Wer wissen möchte, wann der Hund seinen Ritter tatsächlich retten darf, kann momentan also lediglich die Wunschliste bemühen. Das Konzept hat jedenfalls bereits geschafft, woran viele erheblich größere Spiele scheitern: Man sieht einen Screenshot und versteht sofort, weshalb man mehr davon sehen möchte.
Jetzt muss nur noch jemand dem Hund erklären, dass Großschwerter nicht ideal zum Apportieren sind.





