Steffen Baumgart in der Höhle der Löwen: Diese fünf Trainer verkaufen noch viel größeren Schwachsinn
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Steffen Baumgart als Start-up-Botschafter? Der ehemalige Union-Trainer wirbt bei Die Höhle der Löwen für eine Fitness-App, bei der Bewegung mit Einkaufsguthaben belohnt wird. Was zunächst wie eine ungewöhnliche Werbepartnerschaft klingt, hat in den Zwischenreichen eine regelrechte Gründerhysterie ausgelöst. Dort arbeiten inzwischen weitere prominente Fußballtrainer an Geschäftsideen, die selbst abgebrühte Investoren vor erhebliche Verständnisprobleme stellen.
Die Geschäftswelt hat schon einiges gesehen. Menschen bezahlen für digitales Land, abonnieren Rasierklingen und lassen sich von Uhren erklären, dass sie richtig schlecht geschlafen haben. Nun soll also auch das Spazierengehen wirtschaftlich verwertbar werden. Steffen Baumgart unterstützt die Fitness-App move2pay und bringt damit eine neue Berufsgruppe auf den Geschmack: Abgehalfterte Fußballtrainer mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein.
In den Zwischenreichen wurde die Nachricht mit einiger Nervosität aufgenommen. Dort hatte man gehofft, nach Jahrhunderten mit Drachenversicherungen, verzauberten Staubsaugern und sprechenden Fußpilzen sei der Markt für zweifelhafte Geschäftsideen endlich gesättigt.
Ein Irrtum. Der Arkane Moosverhetzer hat sechs der bemerkenswertesten Neugründungen untersucht.

🧢 Steffen Baumgart: Brüll2Pay – Geld verdienen durch Anschreien
Baumgarts Fitness-App wurde in Knattermoor zuletzt erheblich weiterentwickelt. Statt Schritte zu zählen, misst Brüll2Pay die Lautstärke von Beschimpfungen. Je länger ein Nutzer jemanden zusammenbrüllt, desto höher fällt die Vergütung aus. Besonders lukrativ sind Schiedsrichterentscheidungen, nicht zugestellte Pakete und Mitmenschen, die an der Supermarktkasse enervierend langsam ihr Kleingeld zusammenkramen.
Die Testphase verlief ziemlich erfolgreich. Ein Bauarbeiter aus Knattermoor verdiente innerhalb von elf Minuten 840 Goldstücke, nachdem ein Kollege seine Schaufel falsch herum abgestellt hatte. Ein pensionierter Orkschiedsrichter erreichte bereits beim Frühstück die monatliche Auszahlungshöchstgrenze.
Baumgart persönlich musste inzwischen vom Programm ausgeschlossen werden. Bei einer Vorführung beschimpfte er den eigenen Schrittzähler so lange, bis das Gerät einen Herzinfarkt meldete, obwohl es gar kein Herz besaß. Der Hersteller prüft derzeit, ob sich die App auch zur berührungslosen Entfernung von Tapeten eignet.
🏋️ Felix Magath: QuälFit 3000 – die Treppe, die niemals endet
Felix Magath hat sich für den Heimfitnessmarkt entschieden. Sein QuälFit 3000 besteht aus einer verzauberten Treppe, die sich bei jedem erreichten Absatz um zwölf weitere Stockwerke verlängert. Begleitet wird das Training von einem sprechenden Medizinball, der in regelmäßigen Abständen persönliche Enttäuschung über den Nutzer äußert.
Die Bedienung ist denkbar einfach. Man steigt auf die erste Stufe. Der Rest ergibt sich von selbst. Ein Ausschalter wurde aus pädagogischen Gründen weggelassen. Bei einer Produktvorführung in Varanthis verschwand ein Testzwerg am Dienstagvormittag im 83. Stockwerk. Am Freitag hörte man ihn noch leise fluchen. Magath bewertete die Einheit als lockeres Aufwärmprogramm und ließ vorsorglich weitere Treppen anbauen.
Das Wirtschaftsministerium der Koboldrepublik hat bereits Interesse angemeldet. Die Anlage könnte künftig als Alternative zur lebenslangen Strafe im Schuldturm eingesetzt werden.
🍾 Jürgen Klopp: Der Gegenpressing-Flaschengeist
Jürgen Klopp präsentiert einen Flaschengeist, der seinem Besitzer drei Wünsche erfüllt. Zumindest theoretisch. Sobald ein Wunsch ausgesprochen wird, versucht der Geist mit äußerster Leidenschaft, ihn innerhalb von fünf Sekunden zurückzuerobern.
Ein Kaufmann aus Nimmermark wünschte sich eine Million Goldstücke. Der Geist brachte ihm zunächst einen Geldsack, entriss ihn unmittelbar darauf wieder und sprintete unter begeisterten Zurufen durch den Garten. Anschließend eroberte er noch die Geldbörse der Ehefrau und presste den Familienhund gegen den Gartenschuppen. Klopp zeigte sich mit der Intensität zufrieden, bemängelte allerdings die Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen.
Das Produkt ist inzwischen besonders bei Banken beliebt. Dort wird es zur automatischen Rückholung versehentlich ausgezahlter Kredite eingesetzt. Kunden berichten von ausgezeichnetem Service und einem ungewöhnlich hohen Anteil an Sprintduellen im Eingangsbereich.
🧱 José Mourinho: The Special Wall – endlich Ruhe vor Besuchern
José Mourinho hat eine magische Schutzmauer entwickelt, die sich bei drohendem Kontakt mit anderen Lebewesen automatisch um das Grundstück errichtet. The Special Wall erkennt Einbrecher, Steuerprüfer, Schwiegermütter und unangemeldete Nachbarn. In der Premiumversion reagiert sie zusätzlich auf Menschen, die sich nur kurz ein Werkzeug ausleihen möchten. Besonders beeindruckend ist ihre defensive Grundordnung. Elf massive Steinblöcke verschieben sich bei Annäherung eines Besuchers selbstständig, schließen sämtliche Lücken und verweigern grundsätzlich jede Form von Kommunikation.
Bei einem Feldversuch in der Koboldrepublik Knattermoor konnte ein Paketbote zwölf Tage lang keine Lieferung zustellen. Die Bewohner erhielten allerdings ebenfalls keine Lebensmittel mehr. Mourinho bezeichnete die Situation als taktisch vollkommen kontrolliert. Kritik an der fehlenden Haustür wies er zurück. Wer eine Tür brauche, habe das Konzept offensichtlich nicht verstanden.
🪨 Louis van Gaal: Der Philosophenstein, der alles besser weiß
Louis van Gaal hat den legendären Philosophenstein zur Marktreife gebracht. Das handliche Produkt soll Blei in Gold verwandeln, Krankheiten heilen und seinem Besitzer ewige Weisheit verleihen. Dafür muss dieser allerdings bereit sein, sich zunächst vollständig über seine persönliche Unzulänglichkeit aufklären zu lassen.
Nach dem Einschalten beginnt der Stein mit einem Vortrag über die richtige Struktur der Alchemie. Anschließend erklärt er dem Besitzer, weshalb dessen bisherige Lebensführung grundsätzlich falsch gewesen sei. Wer widerspricht, wird als unwürdig eingestuft und muss die gesamte Einführung wiederholen. Einem Goldschmied aus Varanthis gelang es nach 19 Stunden, dem Stein ein kleines Stück Blei vorzulegen. Der Stein erklärte, Blei sei die falsche Entscheidung gewesen, und verlangte einen anderen Goldschmied.
Bislang konnte kein einziges Gramm Gold hergestellt werden. Van Gaal sieht darin keinen Produktfehler. Der Stein arbeite hervorragend, lediglich die Menschen seien durchweg zu schlecht.
🛟 Peter Neururer: Der Rettungsring für hoffnungslose Fälle
Peter Neururer hat sich auf einen Markt spezialisiert, der in den Zwischenreichen praktisch unbegrenzt wächst: scheiternde Königreiche, bankrotte Fürstentümer und Herzogtümer, deren Armeen seit Jahren kein einziges Gefecht mehr gewonnen haben. Sein Rettungsring der letzten Hoffnung wird einfach in Richtung einer drohenden Katastrophe geworfen. Augenblicklich erscheint Neururer, übernimmt das Kommando und erklärt, dass er die Situation seit Monaten sehr genau beobachtet habe.
Im ersten Schritt werden alle Verantwortlichen entlassen. Danach wird eine neue Aufbruchsstimmung verkündet. Zuletzt erklärt Neururer, dass man mit dieser Truppe unter normalen Umständen überhaupt nichts mit dem Abstieg zu tun haben dürfte.
Ein Testkönigreich verlor während der sechswöchigen Anwendung sämtliche Provinzen, zwei Burgen und den Zugang zum Meer. Neururer verwies anschließend darauf, dass er die Mannschaft in einer ganz schwierigen Situation übernommen habe und die entscheidenden Fortschritte für Außenstehende kaum erkennbar gewesen seien. Für die kommende Saison steht er bereits bei drei anderen Königreichen auf der Liste.
🦁 Investoren begeistert: Magaths Treppe erhält 80 Millionen Goldstücke
Am Ende der Gründerveranstaltung mussten die Löwen entscheiden, welches Geschäftsmodell die größten Zukunftsaussichten besitzt. Baumgarts Brüll-App galt als aussichtsreich, Klopps Flaschengeist als technologisch anspruchsvoll und Mourinhos Schutzmauer als besonders interessant für Menschen mit ungeliebter Verwandtschaft.
Den Zuschlag erhielt schließlich Felix Magath. Die Investoren bewilligten 80 Millionen Goldstücke für seine magische Treppe. Die Begründung fiel bemerkenswert knapp aus: Unter allen vorgestellten Produkten sei QuälFit 3000 das einzige, bei dem unbegrenztes Wachstum tatsächlich nachgewiesen werden konnte.
Magath freute sich über das Vertrauen und kündigte an, persönlich an der Weiterentwicklung mitzuwirken. Die ersten Investoren durften die Anlage unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung besichtigen.
Sie befinden sich derzeit im 214. Stockwerk.





