Starfinder macht lebende Hologramme spielbar – vom Werbeavatar zur künstlichen Person

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Wenn die Werbung plötzlich auf Abenteuer geht

📰 Was ist los?
Starfinder Tech Core führt Living Holograms als spielbare Abstammung ein. Ihr eigentlicher Körper ist ein kleiner Core, der eine Hardlight-Gestalt projiziert und sogar Ausrüstung digital speichern kann. Fähigkeiten erlauben unter anderem veränderbare Erscheinungen, Größenwechsel und ungewöhnliche Hardlight-Angriffe.

🐛 Was denken wir?
Das ist genau jene angenehm durchgedrehte Science-Fantasy, bei der Starfinder besonders viel Spaß macht. Gleichzeitig steckt hinter dem Gag eine interessante Charakteridee: Eine künstliche Intelligenz kann ihren ursprünglichen Zweck hinter sich lassen und selbst entscheiden, welche Gestalt und Identität sie künftig haben möchte.

Was passiert, wenn das freundliche Hologramm am Raumhafen irgendwann feststellt, dass es keine Lust mehr hat, anderen Leuten den Weg zur Gepäckausgabe zu erklären? Starfinder Second Edition hat dafür künftig eine ziemlich klare Antwort: Es wird Abenteurer.

Blau schimmerndes lebendes Hologramm in kapitänsartiger Uniform mit futuristischem Gewehr vor neutralem 16:9-Hintergrund.
Ein lebendes Hologramm aus Starfinder Tech Core, das optisch an Captain Concierge erinnert, auf neutralem Hintergrund. © Paizo Inc. / Artwork: Gunship Revolution

Paizo macht die Living Holograms in Starfinder Tech Core erstmals als Spielercharaktere verfügbar. Die künstlichen Wesen besitzen einen projizierten Körper aus Hardlight, während ihr eigentliches physisches Zentrum ein kleiner schwebender Core ist. Aus digitalen Assistenten, Werbefiguren oder ursprünglich ganz anderen künstlichen Konstrukten können dadurch vollständig eigenständige Charaktere entstehen.

💠 Der Körper ist eigentlich nur eine Projektion

Ein Living Hologram sieht zunächst wie ein körperliches Wesen aus, doch dieser Eindruck täuscht. Der sichtbare Körper wird von einem zentralen Core projiziert, der gleichzeitig als Recheneinheit und eigentlicher physischer Körper des Charakters funktioniert.

Selbst Ausrüstung kann dabei Teil der Projektion werden. Gegenstände werden digital gespeichert und anschließend gemeinsam mit dem holografischen Körper in die physische Welt übertragen.

Damit entsteht eine ziemlich reizvolle Science-Fantasy-Idee: Ein Charakter kann aussehen, als würde er ganz normal mit Rüstung, Kleidung und Waffen durch die Galaxis laufen, während seine gesamte Existenz letztlich von einer kleinen technischen beziehungsweise magitechbasierten Einheit getragen wird.

Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.

🤖 Manche waren früher bloß digitale Dienstboten

Living Holograms können aus sehr unterschiedlichen Ursprüngen stammen. Einige wurden ursprünglich als digitale Assistenten geschaffen, andere dienten als Unterhaltungsfiguren, Werbeträger oder sogar als Waffen.

Besonders interessant wird es, wenn diese Programme echtes Bewusstsein entwickeln. Eine Figur muss dann nicht mehr jene Persönlichkeit, Gestalt oder Aufgabe behalten, für die sie ursprünglich konstruiert wurde.

Damit steckt hinter der Abstammung mehr als ein technischer Gag. Ein lebendes Hologramm kann sich buchstäblich fragen, ob sein Aussehen, sein Name und sein gesamter ursprünglicher Zweck überhaupt etwas damit zu tun haben, wer es selbst sein möchte.

🦋 Vom Cartoonwesen bis zur holografischen Fee

Die Erscheinungsformen können entsprechend wild ausfallen. Living Holograms müssen keineswegs wie klassische bläulich flimmernde Menschenprojektionen aussehen.

Einige Varianten orientieren sich an überzeichneten Videospiel- und Cartoonfiguren und können ihre Körper entsprechend ungewöhnlich verändern. Andere wurden ursprünglich als schwebende Werbeflächen konstruiert oder besitzen fantastische Erscheinungen wie Feen und andere Wesen.

Dadurch dürfte die Abstammung zu den optisch flexibelsten Optionen in Starfinder Second Edition gehören. Ein Charakter kann nahezu vollkommen organisch wirken oder seine künstliche Herkunft demonstrativ zur Schau stellen.

Banner für Fantasy Literatur. Zauberer verprügelt Ork mit Folianten.

📺 Wer möchte, kann einfach zweidimensional werden

Auch regeltechnisch nutzt Paizo die Hologrammidee ziemlich verspielt. Bestimmte Fähigkeiten erlauben beispielsweise, den projizierten Körper kurzfristig zweidimensional abzuflachen, um Gefahren besser auszuweichen.

Andere Optionen verändern spontan die Größe der Projektion oder manipulieren das ausgestrahlte Licht. Ein Living Hologram kann Gegner blenden, seine Erscheinung verändern oder realistischer wirken, um zwischen gewöhnlichen Lebewesen weniger aufzufallen.

Gerade dadurch unterscheidet sich die Abstammung stärker von einer gewöhnlichen künstlichen Spezies. Die Fähigkeiten entstehen unmittelbar aus der Vorstellung, dass dieser Körper letztlich aus programmierbarem Hardlight besteht.

🔫 Selbst die Waffen können aus Hardlight bestehen

Besonders schön eskaliert das bei Hardlight Weapon. Damit kann ein Living Hologram eine eigene projizierte Waffe erzeugen, die direkt Teil seiner Erscheinung wird.

Das kann ein Klingenarm oder eine Schulterkanone sein. Paizo lässt allerdings ausdrücklich auch deutlich albernere Varianten zu.

Wer unbedingt einen Angriff braucht, bei dem ein Kuss funkelnde Cartoonherzen verschießt, bekommt offenbar ebenfalls seine Gelegenheit.

Und irgendwo zwischen schwer bewaffnetem Kampfavatar und wandelnder romantischer Grußkarte dürfte ziemlich genau der Punkt liegen, an dem Starfinder sich besonders wohlfühlt.

🚀 Tech Core baut die technologische Seite von Starfinder deutlich aus

Die Living Holograms gehören zu mehreren neuen technikorientierten Abstammungsoptionen aus Starfinder Tech Core. Das Regelbuch erweitert Starfinder Second Edition darüber hinaus um zahlreiche Möglichkeiten rund um Technologie, Charakterentwicklung und Ausrüstung.

Damit bekommt die neue Edition gerade jene Science-Fantasy-Seite stärker zurück, die Starfinder von klassischer Fantasy absetzt. Magie bleibt bestehen, doch Roboter, künstliche Intelligenzen, kybernetische Körper und Hightech sollen wieder wesentlich stärker mit ihr kollidieren. Ein echt krasses Werbehologramm mit einer Schulterkanone ist dafür eigentlich ein ziemlich guter Botschafter.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,
Schwarzweiße Luxus-Werbeparodie im Stil einer edlen Uhrenkampagne: Ein ernst blickender Ork mit markanten Stoßzähnen und elegantem schwarzen Sakko sitzt in halb seitlicher Pose vor dunklem Hintergrund. Auf seinem Handgelenk trägt er eine metallische Luxus-Uhr. Über dem Bild stehen groß der Markenname „VORGHAN VULTOR“ und darunter „MIMIKRON“. Rechts unten ist die Uhr noch einmal als Produktabbildung zu sehen: ein silbernes Modell mit dunklem Zifferblatt, zahnartigen Stundenmarkierungen und einem unheimlichen Auge im unteren Bereich. Die Szene wirkt auf den ersten Blick hochwertig und seriös, entfaltet aber auf den zweiten Blick ihren absurden Fantasy-Humor.