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Sechzig Jahre, vier Finger und ein Weltrekord
📰 Was ist los?
Zum 60. Geburtstag von Star Trek will Paramount am 8. September im Londoner Science Museum den Guinness-Weltrekord für die meisten gleichzeitig ausgeführten vulkanischen Grüße aufstellen. Parallel läuft eine weltweite Fanaktion; auch der Movie Park Germany beteiligt sich am Star Trek Day.
🐛 Was denken wir?
Der Rekord ist herrlich nebensächlich und gerade deshalb eine ziemlich gute Geburtstagsidee. Kaum ein anderes Franchise besitzt eine Geste, die nach sechs Jahrzehnten weltweit ohne Erklärung verstanden wird und für die man erfreulicherweise weder Uniform noch funktionierenden Warpkern benötigt.
🖖 Lebt lang und hebt die Hand: Star Trek will zum 60. Geburtstag ins Guinness-Buch
Sechzig Jahre, elf Fernsehserien, vierzehn Kinofilme und mehr als 900 Episoden später braucht Star Trek für seinen nächsten Rekord überraschend wenig technische Ausrüstung. Kein Warpantrieb, kein Transporter und nicht einmal ein funktionierender Replikator sind erforderlich. Zwei gespreizte Fingerpaare pro Teilnehmer sollten genügen.

Am 8. September 2026 will Paramount im Londoner Science Museum einen offiziellen Guinness-Weltrekord aufstellen. Gesucht wird die größte Zahl von Menschen, die gleichzeitig den vulkanischen Gruß ausführen – jene gespreizte Handbewegung, die Leonard Nimoys Spock zu einem der bekanntesten Symbole der gesamten Science-Fiction gemacht hat.
Der Termin ist natürlich kein Zufall. Am 8. September 1966 wurde in den USA erstmals Star Trek ausgestrahlt. Exakt sechzig Jahre später soll aus einem Fernsehgruß, der ursprünglich nicht einmal im Drehbuch stand, eine ziemlich reale Massenveranstaltung werden.
🖖 Ein Science Museum voller Vulkanier
Der eigentliche Rekordversuch findet im Rahmen von Star Trek Lates statt, einem kostenlosen Abendprogramm des Science Museum für Erwachsene. Neben dem Guinness-Versuch sind Vorträge, DJs, interaktive Programmpunkte und weitere Star-Trek-Aktionen geplant.
Besucher können außerdem ein letztes Mal den Star Trek Warp Trail erkunden. Die Ausstellung verbindet Kostüme und Requisiten aus dem Franchise mit wissenschaftlichen Entwicklungen und jener alten Frage, die Star Trek seit Jahrzehnten besonders erfolgreich stellt: Wie viel von der vermeintlichen Science-Fiction könnte irgendwann tatsächlich Wissenschaft werden?
Für die Teilnahme ist ein kostenloses Ticket erforderlich. Wie viele Hände Guinness am Ende sehen muss, damit aus dem Versuch tatsächlich ein Weltrekord wird, hat Paramount in seiner Ankündigung nicht genannt.
Das dürfte die vulkanische Gelassenheit der Organisatoren spätestens kurz vor Beginn einem gewissen Belastungstest unterziehen.
🌍 Die Handbewegung soll einmal um die Erde gehen
London bildet allerdings nur den Endpunkt einer wesentlich größeren Fanaktion. Paramount ruft Fans weltweit dazu auf, am 8. September den vulkanischen Gruß zu zeigen und über soziale Netzwerke, Livestreams und eigene Beiträge an der Jubiläumsaktion teilzunehmen.
Die Idee dahinter passt erstaunlich gut zu Star Trek. Statt nur eine Bühne voller Schauspieler aufzubauen, wird eines der wenigen Symbole benutzt, das praktisch jeder Fan sofort erkennt und ohne Eintrittskarte, Kostüm oder Sprachkenntnisse nachmachen kann.
Auch Deutschland bekommt dabei seinen eigenen Treffpunkt. Der Movie Park Germany veranstaltet am Star Trek Day ein Tagesprogramm mit Live-Unterhaltung, Cosplay, Trivia, Gesprächen mit deutschen Synchronsprechern aus The Next Generation und Voyager sowie einer Klingonisch-Session. Der Park beteiligt sich ebenfalls an der weltweiten Vulcan-Salute-Aktion.
Wer am 8. September also irgendwo zwischen Vulkan und Bottrop unterwegs ist, hat grundsätzlich wenig Ausrede, die Finger nicht wenigstens einmal richtig zu sortieren.
✋ Leonard Nimoy erfand den Gruß am Set
Dass ausgerechnet diese Handbewegung zum Mittelpunkt der Feier wird, besitzt eine schöne historische Pointe. Der vulkanische Gruß gehörte ursprünglich überhaupt nicht zur ausgearbeiteten Mythologie von Star Trek.
Leonard Nimoy schlug ihn während der Dreharbeiten zur Episode Amok Time vor, die 1967 ausgestrahlt wurde. Spock sollte T’Pau auf Vulkan begrüßen, und Nimoy fand, dass die Figur dafür eine eigene Geste benötigte.
Die Inspiration stammte aus seiner Kindheit. Nimoy hatte in einer Synagoge den priesterlichen Segen beobachtet, bei dem die Hände in einer ähnlichen Form gehalten werden. Jahrzehnte später beschrieb er selbst, wie daraus die vulkanische Geste entstand.
Aus einem spontanen Vorschlag am Set wurde damit eines der seltenen Popkulturzeichen, die selbst Menschen erkennen, die nie eine komplette Star Trek-Episode gesehen haben.
Dass Guinness nun ausgerechnet zählen soll, wie viele Menschen diese Bewegung gleichzeitig ausführen können, ist eigentlich nur der logische nächste Schritt.
🚇 London wird für zwei Tage ein bisschen zur Sternenflotte
Der Weltrekord ist nur ein Teil eines erstaunlich großen Jubiläumsprogramms. Am 7. und 8. September bekommen unter anderem die Londoner Stationen King’s Cross St Pancras und South Kensington spezielle Star-Trek-Gestaltungen. Samsungs Flagship-Store am King’s Cross wird ebenfalls Teil eines Fan-Parcours durch die Stadt.
In Los Angeles gibt es eine kostenlose Freiluftvorführung von The Man Trap – jener Episode, mit der Star Trek 1966 tatsächlich im Fernsehen startete – sowie eine Vorabvorführung einer neuen Folge von Strange New Worlds. Mehr als 750 US-Kinos zeigen rund um das Jubiläum restaurierte Star-Trek-Filme zusammen mit Episoden der Originalserie.
Und selbst die echte Raumfahrt bekommt einen Platz. ESA-Astronautin Sophie Adenot soll auf der Internationalen Raumstation das Captain’s-Delta tragen, das Anson Mount als Christopher Pike in Strange New Worlds getragen hat.
Für ein Franchise, dessen erstes Raumschiff 1966 noch hauptsächlich aus Sperrholz, Studiolicht und sehr viel Optimismus bestand, ist das kein schlechter Weg zum 60. Geburtstag.
🌌 Vielleicht ist genau das der passende Rekord
Natürlich verändert ein Guinness-Eintrag für besonders viele gleichzeitig gespreizte Hände weder die Fernsehgeschichte noch die Zukunft der Raumfahrt.
Als Fanaktion funktioniert die Idee trotzdem erstaunlich gut. Der vulkanische Gruß ist längst größer als die einzelne Szene, aus der er entstanden ist. Er verbindet Nimoy, Spock, die Originalserie und inzwischen mehrere Generationen von Zuschauern miteinander.
Sechzig Jahre Star Trek werden deshalb nicht mit einem komplizierten Quiz darüber gefeiert, welcher Jeffries-Röhre auf welchem Deck welche Nummer gehört.
Man muss nur die Hand heben.
Der schwierigste Teil des Weltrekords dürfte darin bestehen, dass wirklich alle vier Finger auf der richtigen Seite bleiben.


