Happy Birthday, hier ist Carnage: Spider-Woman feiert 50 Jahre mit Horror und Gore

🔍 Suche im Fantasykosmos

Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Herzlichen Glückwunsch – bitte den Symbionten nicht auspacken

📰 Was ist los?
Marvel startet am 4. November eine neue Spider-Woman-Serie von Dan Watters und Andrea Broccardo. Jessica Drew arbeitet wieder als Privatdetektivin, ermittelt gemeinsam mit Ben Urich und trägt ausgerechnet den Carnage-Symbionten in sich. Die Reihe soll deutlich stärker auf Noir, Horror und Gore setzen. Das Jubiläumsspecial erscheint bereits am 2. September.

🐛 Was denken wir?
Carnage an irgendeinen Helden zu hängen, ist inzwischen für sich allein noch keine revolutionäre Idee. Die Verbindung mit Jessicas Detektivwurzeln finde ich wesentlich spannender: Noir-Krimi, Body Horror und eine Ermittlerin, die ihr gefährlichstes Beweisstück ständig mit sich herumträgt. Das kann ziemlich finster werden – und genau das sollte es auch.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

🕷️ Happy Birthday, hier ist Carnage: Spider-Woman feiert 50 Jahre mit Horror und Gore

Andere Jubilare bekommen Blumen, eine Torte oder schlimmstenfalls eine Rede vom Chef. Jessica Drew bekommt zum 50. Geburtstag Carnage. Marvel startet im November eine neue fortlaufende Spider-Woman-Serie und steckt seiner Heldin ausgerechnet einen der mörderischsten Symbionten des Verlages unter die Haut. Immerhin spart das bei der Partydekoration erheblich an roter Farbe.

Spider-Woman kauert an einer Hochhausfassade in New York. Ihre schwarzen Haare wehen nach hinten, während gelbe Energie um ihre Hände leuchtet und sich ihr rot-schwarz-gelbes Kostüm vor der dunklen Hauswand abhebt.
Jessica Drew geht im November wieder auf Ermittlungsarbeit – nur sitzt ihr gefährlichster Fall diesmal buchstäblich unter der Haut. © Marvel / Ito

Spider-Woman #1 erscheint am 4. November 2026. Autor Dan Watters und Zeichner Andrea Broccardo schicken Jessica zurück zu ihren Wurzeln als Privatdetektivin und gleichzeitig tiefer in die dunklen Ecken des Marvel-Universums. Dort wartet keineswegs nur ein neuer Fall: Tote Gegner kehren zurück, Geheimnisse häufen sich und Jessica muss einen blutrünstigen Carnage-Symbionten unter Kontrolle halten, während dessen Einfluss ihre eigene Persönlichkeit zunehmend verändert.

🩸 Carnage sitzt diesmal auf der anderen Seite der Maske

Der eigentliche Kniff ist größer als ein gewöhnlicher Gastauftritt. Jessica Drew wird selbst zur Carnage-Trägerin. Der neue Status quo entsteht im Umfeld von Amazing Spider-Man: Spider-Versity #5 und wird im Jubiläumsspecial weiterentwickelt, bevor die laufende Serie übernimmt. Damit bekommt Spider-Woman einen Gegner, den sie schlecht einfach nach einem Kampf im nächsten Gefängnis abgeben kann.

Marvel beschreibt Carnage als nur knapp unter Kontrolle. Gleichzeitig droht die Dunkelheit innerhalb Jessicas hervorzubrechen. Das eröffnet eine deutlich andere Spielart als die übliche Symbiontenepisode, bei der ein Held kurz ein neues Kostüm trägt, besonders aggressiv guckt und zwei Ausgaben später wieder beim alten Schneider anruft.

Jessica muss mit dem Ding arbeiten. Und Carnage ist traditionell ungefähr so kooperationsfreudig wie eine Motorsäge in einem Kindergeburtstag.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🕵️ Spider-Woman wird wieder Privatdetektivin

Watters setzt zugleich auf einen Teil der Figur, der zwischen großen Superheldenschlachten leicht verloren geht: Jessica Drew war immer auch Detektivin, Agentin und Ermittlerin. Die neue Serie stellt genau diese Seite wieder nach vorne. Gemeinsam mit Daily-Bugle-Journalist Ben Urich verfolgt sie Fälle, die selbst dessen Kollegen lieber nicht anfassen möchten.

Damit soll sich Spider-Woman stärker wie ein düsterer Kriminalcomic anfühlen. Broccardo spricht von einer Detective-Noir-Geschichte, in der Jessica von etwas gequält wird, das ihr Leben, ihr Verhalten als Superheldin und ihre Arbeit als Ermittlerin verändert. Dazu kommen ausdrücklich Horror und Gore, was selbst der Zeichner als ungewöhnlich für eine Spider-Woman-Serie bezeichnet.

Das klingt wesentlich interessanter als die übliche Formel „neue Serie, neuer Bösewicht, nach sechs Ausgaben nächstes Crossover“. Jessica bekommt einen inneren Konflikt, der gleichzeitig ihr gefährlichstes Werkzeug ist. Für eine Privatdetektivin bleibt lediglich ein kleines methodisches Problem: Wenn der Tatort voller roter Symbiontenmasse liegt, sollte man vermutlich erst prüfen, ob man selbst ein Alibi besitzt.

Boney Jones präsentiert die besten Memes der Fantasygeschichte. Boney der Skelett-Pirat.

🕸️ Alte Gegner kommen sogar von den Toten zurück

Marvel hält die konkrete Handlung noch weitgehend unter Verschluss, deutet aber mehrere Ebenen des neuen Falls an. Frühere Gegner kehren von den Toten zurück, überall warten neue Rätsel, und Jessica untersucht jene Bereiche New Yorks, in die andere Helden offenbar nur ungern hinabsteigen.

Das passt zur angestrebten Noir-Stimmung. Statt ständig neben den Avengers vor einem explodierenden Himmel zu stehen, soll Spider-Woman wieder stärker durch Hinterhöfe, Büros, Tatorte und die schmutzigeren Winkel des Marvel-Universums ziehen. Carnage bringt dabei genügend Körperhorror mit, um aus einer gewöhnlichen Detektivgeschichte jederzeit etwas erheblich Klebrigeres zu machen.

Gerade diese Kombination könnte der Reihe ein eigenes Profil geben. Marvel besitzt wahrlich keinen Mangel an Figuren mit Spinnenlogo oder Symbiontenproblemen. Eine Noir-Ermittlerin mit Carnage im eigenen Körper ist trotzdem spezifisch genug, damit selbst der aktuelle Spider-Katalog noch eine freie Nische findet.

Banner für Fantasy Literatur. Zauberer verprügelt Ork mit Folianten.

🎂 Das Jubiläum beginnt bereits im September

Bevor die neue Serie startet, erscheint am 2. September das Spider-Woman 50th Anniversary Special #1. Dort beginnen Watters und Broccardo ihre neue Geschichte bereits und legen den Grundstein für Jessicas kommenden Status quo. Das Special enthält außerdem eine zweite Geschichte von Ann Nocenti und Stefano Raffaele, in der Jessica nach Los Angeles kommt und auf Flying Tiger trifft.

Das Jubiläumsheft funktioniert damit zugleich als Rückblick und Prolog. Wer im November direkt bei Ausgabe eins einsteigt, dürfte die neue Situation zwar verstehen; wer wissen möchte, wie Jessica in diesen Schlamassel geraten ist, bekommt im September die passende Vorgeschichte.

Dan Watters und Andrea Broccardo bleiben anschließend gemeinsam an der fortlaufenden Serie. Das erste Cover stammt von Ito, dessen Motiv Jessica bereits deutlich dunkler und aggressiver zeigt als die klassische Jubiläumsfeier erwarten ließe.

Orkenfeuer Kaffemischung aus Mordor als Bannerwerbung vor dem Schicksalsberg.

🔪 Fünfzig Jahre sind offenbar kein Grund, es ruhiger angehen zu lassen

Marvel hätte das Jubiläum problemlos mit einer nostalgischen Sonderausgabe, ein paar klassischen Gegnern und einem hübschen Rückblick auf Jessicas Kostüme begehen können. Stattdessen bekommt Spider-Woman einen Status quo, der ihre Detektivseite, Noir-Krimi und Symbiontenhorror miteinander verbindet.

Ob Carnage als dauerhafte Veränderung funktioniert oder irgendwann wieder zum nächsten Wirt weiterzieht, muss die Serie zeigen. Der Ansatz besitzt jedenfalls mehr Biss als eine bloße Jubiläumsrunde durch bekannte Stationen.

Jessica Drew wird fünfzig. Marvel bringt keine Kerzen. Marvel bringt Carnage.

Mystisches Banner mit Elyra, der Sternengöttin: Ihr leuchtendes Gesicht vor einem funkelnden Sternenhimmel, goldener Schriftzug ‚Dein Blick in die Zukunft?‘ und ein glänzender goldener Button ‚Direkt zum Sternenorakel‘.