Ihr Mann ist tot und die Morrigan hat ein Problem: SoulQuest schlägt sich heute auf Switch durch die keltische Götterwelt
🧐 Im Fantasykosmos suchen

Die Morrigan bekommt unangenehmen Besuch
📰 Was ist los?
SoulQuest ist heute für Nintendo Switch erschienen. Alys kämpft sich in dem schnellen 2D-Hack-and-Slash durch eine von keltischer Mythologie und Artus-Sagen inspirierte Fantasywelt, um Morrigan die Seele ihres verstorbenen Mannes wieder abzunehmen.
🐛 Was denken wir?
Nee, als reiner Port ist das kein Riesenereignis, als Fantasy-Indie aber sehr hübsches Kontrastprogramm. Keltische Götter, Pixeloptik und ein Kampfsystem mit SSS-Rang begegnen sich schließlich auch nicht jeden Donnerstag.
Wenn die Göttin des Todes den eigenen Ehemann einkassiert, stehen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten offen. Trauern wäre eine. Das Schicksal akzeptieren eine andere. Alys aus SoulQuest entscheidet sich für Variante drei: Schwert einpacken, Götter herausfordern und die Seele persönlich zurückholen.

Das bereits für PC veröffentlichte Hack-and-Slash von SoulBlade Studio und indie.io erscheint heute für Nintendo Switch. Damit landet eine der eigenwilligeren Fantasy-Indies des Jahres erstmals auf einer Konsole und bringt eine Mischung aus keltischer Mythologie, Artus-Sagen, Pixelkunst und ausgesprochen hektischer Feindbearbeitung mit.
Im Zentrum steht dabei keine klassische Heldin auf Weltenrettungsmission. Alys kämpft aus Trauer und Zorn. Ihr Mann wurde von den Göttern genommen, und für sie ist damit keineswegs automatisch geklärt, wer hier eigentlich das letzte Wort hat.
🐦⬛ Morrigan hat die Seele – Alys hat das Schwert
Ziel der Reise ist Morrigan, die Göttin des Todes. Auf dem Weg zu ihr muss Alys nicht nur durch Horden göttlicher Diener schneiden, sondern sich schließlich auch den Göttern selbst stellen. Die Fantasywelt schöpft ausdrücklich aus keltischen Mythen und Artus-Legenden und verbindet diese mit Orten, die von der Geografie der britischen Inseln inspiriert sind.
🎬 SoulQuest zieht gegen die keltischen Götter
Der Launch-Trailer zu SoulQuest zeigt Alys‘ rasante Kombos, Bosskämpfe und ihre Reise durch eine Pixelwelt voller keltischer Götter und mythologischer Kreaturen.
Dabei nimmt SoulQuest seine mythologischen Versatzstücke zwar ernst, behandelt sie spielerisch aber keineswegs ehrfürchtig. Alys bewegt sich schnell durch die Levels, springt von vertikalen Flächen ab, schleudert Gegner in die Luft und verwandelt göttliche Dienerschaft bevorzugt in einen ziemlich unübersichtlichen Haufen Seelenenergie. Man könnte sagen, sie führt einen theologischen Disput. Die Argumentation erfolgt nur überwiegend mit scharfen Gegenständen.
⚔️ Devil May Cry trifft Pixel-Fantasy
Das Kampfsystem ist der eigentliche Mittelpunkt. Leichte und schwere Angriffe lassen sich frei zu zahlreichen Kombos verbinden, zusätzlich stehen Magie und Ultimates zur Verfügung. Gegner können in die Luft geschleudert und dort weiterbearbeitet werden, bevor eine stärkere Abschlussattacke sie wieder auf den Boden befördert.
Dazu kommt ein Bewertungssystem von F bis SSS. Damit reicht es nicht unbedingt, eine Begegnung irgendwie zu überleben; wer das System beherrscht, soll Kämpfe möglichst stilvoll zerlegen. Gerade hier sind die Einflüsse von Character-Action-Spielen wie Devil May Cry und Bayonetta kaum zu übersehen.
Dass all das in einer seitlich scrollenden Pixelwelt passiert, gibt SoulQuest einen ungewöhnlichen Charakter. Optisch erinnert manches an ein klassisches 2D-Abenteuer, während sich der Kampf wesentlich aggressiver und freier aufführt. Oder anders gesagt: Der Bildschirm sieht retro aus. Alys offensichtlich nicht.
🏰 Zwischen keltischen Göttern und Artus-Sagen
Interessant ist auch, dass die Mythologie nicht lediglich als Dekoration dient. SoulBlade Studio verbindet keltische Überlieferungen ausdrücklich mit Artus-Stoffen und realen Landschaftsvorbildern der britischen Inseln. Bosse und göttliche Gegner greifen Figuren auf, deren Namen weit älter sind als das Computerspiel.
Das passt gut zur Geschichte. Alys kämpft schließlich gegen ein Weltbild, in dem göttliche Entscheidungen als endgültig gelten. Ihre gesamte Reise besteht daraus, diesen Anspruch zurückzuweisen und sich buchstäblich durch Schicksal und Jenseits zu schlagen.
Unter der ganzen schnellen Action steckt damit ein erstaunlich klassisches Mythenthema: Liebe versucht, den Tod zu überwinden. Nur Orpheus hätte vermutlich gern gewusst, dass man sich auf dem Weg zurück aus der Unterwelt auch einfach eine Kombo-Anzeige hätte einbauen lassen können.
🎮 Jetzt auch auf Switch
Die PC-Fassung von SoulQuest erschien bereits Anfang Mai. Heute folgt nun Nintendo Switch als erste Konsolenversion. Das Spiel läuft dabei auch auf Switch 2 über die Abwärtskompatibilität; Nintendo führt eine Downloadgröße von rund 1,4 GB.
Ein komplett neues Spiel wird dadurch natürlich nicht daraus. Für Fantasykosmos ist der Port trotzdem interessant, weil SoulQuest genau jene Sorte Indie-Fantasy darstellt, die zwischen den großen Herbstveröffentlichungen leicht untergeht: eigenständiger Stil, klare mythologische Grundlage und eine Heldin, deren Motivation in ungefähr fünf Sekunden verstanden ist.
Die Morrigan besitzt die Seele ihres Mannes. Alys hält das offensichtlich für einen korrigierbaren, göttlichen Verwaltungsfehler.



