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Shadow of the Road: Ronin, Ruß und Riesenscheren
📰 Was ist los?
Another Angle Games arbeitet an Shadow of the Road, einem storybasierten Taktik-RPG in einem alternativen Japan des Jahres 1868, mitten im Machtkampf zwischen Tokugawa-Lager, Kaiser Mutsuhito und einer britisch gestützten East Nippon Company. Publisher ist Owlcat Games. Auf Steam gibt es seit dem 15. Juli 2025 eine kostenlose Demo, während der Termin fürs fertige Spiel dort weiterhin nur als »folgt« herumnebelt.
🐛 Was denken wir?
Das Konzept ist herrlich größenwahnsinnig, aber nicht auf die peinliche Art. Hier wird nicht einfach nur Japan mit etwas Messing besprüht, sondern erkennbar versucht, aus Historie, Mythos und Maschinen eine eigene Welt zu bauen.
🦂 Shadow of the Road und Japans Blechdämonen
1868, Bürgerkrieg, Yōkai, Dampfmaschinen und Roboskorpione: Manchmal klingt ein Pitch so, als hätte jemand drei gute Ideen und eine sehr unvernünftige Nacht miteinander verheiratet. Genau deshalb wirkt Shadow of the Road gerade interessanter als der nächste geschniegelt ernste Katana-Simulator.
🏯 Wenn Geschichte plötzlich Zahnräder kriegt
Der eigentliche Reiz liegt nicht im Roboskorpion allein, so sehr er sich als Maskottchen der Vernunftverweigerung empfiehlt. Spannender ist, dass das Spiel seine alternative Geschichtsschreibung offenbar nicht bloß als Tapete benutzt. Laut offizieller Beschreibung prallen im späten Tokugawa-Shōgunat Tradition, Magie und Technologie frontal aufeinander; im Interview spricht Narrative-Designer Dante Pragier ausdrücklich davon, dass dieses »Welten kollidieren« seit Jahren der Kern des Projekts sei. Das klingt endlich mal nach mehr als nur: Samurai, aber mit Metall dran.
🎴 Taktik statt Touristenkulisse
Spielerisch setzt Shadow of the Road auf klassische rundenbasierte Kämpfe aus isometrischer Perspektive, mit unterschiedlichen Figuren, sozialen Dynamiken und Entscheidungen, die den Verlauf der Geschichte mitformen sollen. Offiziell ist von individuellen Fähigkeiten, Beziehungen mit Einfluss auf Begegnungen und mehreren Wegen durch die Handlung die Rede. Die Demo kommt auf Steam derzeit auf 82 Prozent positive Bewertungen bei 193 Reviews. Das ist noch kein Ritterschlag, aber deutlich mehr als bloß höflicher Vorschussapplaus.
🛠️ Ein Debüt, das nicht klein denken will
Gerade deshalb ist der vielleicht interessanteste Punkt der Größenwahn im Maschinenraum. Pragier nennt als Einflüsse unter anderem Final Fantasy Tactics, X-COM, Kurosawa-Filme, Shadow Tactics und sogar Final Fantasy XIII; zugleich spricht er von handgebauten Encountern statt Grind-Schablonen, japanischer Sprachausgabe, vielen Begleitern, Skills, Bossen und Erzählverzweigungen. Für ein Debüt eines kleinen Teams ist das entweder mutig oder die elegante Vorstufe zum Kontrollverlust. Im Moment sieht es eher nach ersterem aus, auch weil Owlcat als Publisher bei genau solchen System-RPGs nicht völlig ahnungslos durchs Unterholz stapft.
🎬 Offizieller Trailer
Der offizielle 2026 Release Trailer zu Shadow of the Road – bereitgestellt vom IGN-Channel auf YouTube:
🪓 Unser Fazit: Mehr Mut als Marktformel
Shadow of the Road wirkt wie ein Spiel, das tatsächlich eine Idee hat und nicht bloß ein Setting-Paket. Roboterskorpione in einem zerrissenen Japan des 19. Jahrhunderts sind auf dem Papier kompletter Unsinn. Im Taktik-RPG können sie aber genau die Sorte Unsinn sein, aus der kleine Kultspiele wachsen. Der einzige Haken bleibt der Termin: Ein offizieller 2026 Release Trailer ist inzwischen draußen, auf Steam steht trotzdem weiter nur »To be announced«. Auch das passt irgendwie ins Bild. Viel Dampf, viel Stil, und noch ein kleiner Nebelstreifen vor dem Bahnhof.



