Servant of the Lake kehrt zu den Vanderbooms zurück – und Putzen war selten so verdächtig

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Neuer Job bei den Vanderbooms – Lebenslauf nicht nötig

📰 Was ist los?
Servant of the Lake ist heute für PC und Mobilgeräte erschienen. Das neue Rusty-Lake-Abenteuer spielt Jahrzehnte vor Roots, führt zurück ins Vanderboom-Anwesen und verbindet klassische Point-and-Click-Rätsel mit Hausarbeit, Familiengeschichte und dunkler Alchemie. Eine kostenlose Demo bleibt verfügbar.

🐛 Was denken wir?
Rusty Lake besitzt inzwischen etwas, das nur wenige Indie-Reihen schaffen: einen Stil, bei dem ein einziger Screenshot genügt und man sofort weiß, in welchem seltsamen Universum man gelandet ist. Die Rückkehr zu den Vanderbooms ist für die Lore besonders spannend, und 5,99 Euro zum Start machen den Ausflug ziemlich niedrigschwellig. Außerdem gefällt mir eine Welt grundsätzlich, in der „Wäsche waschen“ und „alchemistische Familienpläne unterstützen“ offenbar dieselbe Tarifgruppe besitzen.

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🕯️ Servant of the Lake kehrt zu den Vanderbooms zurück – und Putzen war selten so verdächtig

Bei anderen Arbeitgebern besteht der erste Arbeitstag aus einer Einweisung, einem Kaffee und der vorsichtigen Frage, wo eigentlich die Toiletten sind. Bei den Vanderbooms bekommt man Wäsche, Gäste und alchemistische Experimente.

Eine Bedienstete in grauem Kleid und weißer Schürze steht in der grünen Eingangshalle eines alten Hauses neben einer Treppe und einem rosa Sessel, auf dem eine gelbe Katze sitzt.
Willkommen bei den Vanderbooms: In Servant of the Lake beginnt der neue Job mit Hausarbeit und führt erwartungsgemäß ziemlich schnell in erheblich seltsamere Bereiche.
© Rusty Lake

Servant of the Lake ist heute erschienen und bringt Rusty Lakes bizarre Mystery-Saga zurück an einen ihrer wichtigsten Orte. Als neu angestellter Bediensteter reist man für ein dreitägiges Wochenende zum Anwesen der Familie Vanderboom und beginnt dort eine Tätigkeit, deren Stellenbeschreibung vermutlich aus gutem Grund keine Arbeitsschutzbelehrung enthält.

🏚️ Zurück in das Haus, in dem die Familiengeschichte entgleist

Zeitlich spielt das neue Abenteuer mehrere Jahrzehnte vor Rusty Lake: Roots. Im Mittelpunkt steht die Ära von Aldous und William Vanderboom, deren Familiengeschichte später einen beträchtlichen Teil des Rusty-Lake-Universums beschäftigen sollte.

Für Kenner ist das ein ziemlich reizvoller Ansatz. Roots erzählte 2016 anhand eines gewaltigen Stammbaums vom Aufstieg, Niedergang und diversen schwer erklärbaren Zwischenzuständen der Vanderbooms. Servant of the Lake rückt nun wieder näher an den Ursprung dieser Geschichte und erlaubt es, das Anwesen selbst zu durchstreifen.

Rusty Lake trägt seinen Namen schließlich mit bemerkenswerter Konsequenz. Familienbesuche enden dort selten mit Kuchen.

🎬 Willkommen im Vanderboom-Anwesen

Der offizielle Launch Trailer zeigt Hausarbeit, Rätsel und die dunklen alchemistischen Geheimnisse hinter Servant of the Lake.

🧹 Erst die Wäsche, dann bitte das dunkle Ritual

Spielerisch bleibt das Studio seinem klassischen Point-and-Click-Prinzip treu. Als Bediensteter müssen zunächst vergleichsweise alltägliche Aufgaben erledigt werden: Porträts richten, Wäsche waschen, Räume vorbereiten und Gäste versorgen.

Das hält ungefähr so lange, wie man bei Rusty Lake erwarten darf.

Schon bald benötigt die Familie Hilfe bei komplexen alchemistischen Experimenten, und auch deren Folgen wollen beseitigt werden. Das Spiel verbindet diese Aufgaben mit surrealen Rätseln und einer Geschichte, die weitere Lücken in der Vanderboom-Chronik füllen soll.

Damit benutzt Servant of the Lake wieder eine der großen Stärken der Reihe: Das völlig Absurde wird mit der Sachlichkeit einer Haushaltsordnung behandelt. Hier fehlt ein Schlüssel. Dort muss ein Schrank geöffnet werden. Und irgendwo verändert jemand wahrscheinlich gerade den Zustand einer menschlichen Seele.

Aber nicht vergessen, anschließend den Boden zu wischen.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎨 Rusty Lake bleibt seinem seltsamen Bilderbuch treu

Auch optisch bleibt die Reihe sofort erkennbar. Handgezeichnete Räume, blasse Figuren, starre Perspektiven und jene schwer greifbare Mischung aus Kinderbuch und Albtraum bestimmen erneut die Präsentation.

Für die Außenbereiche hat Rusty Lake diesmal sogar stärker mit gemalten Landschaften gearbeitet. Der niederländische Künstler Johan Scherft, der bereits seit Rusty Lake: Roots Hintergründe für die Reihe gestaltet, fertigte neue Landschaftsbilder aus Aquarell und Bleistift an. Einzelne Ebenen wurden anschließend für einen Parallax-Effekt aufgeteilt, der den 2D-Szenen zusätzliche räumliche Tiefe gibt.

Die Musik stammt erneut von Victor Butzelaar und begleitet den Wochenenddienst mit entsprechend wenig beruhigenden Klängen.

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🧬 Eine Idee, die zehn Jahre im Haus herumlag

Interessant ist auch, wie lange Rusty Lake bereits zu den Vanderbooms zurückkehren wollte. Laut Studio existierte die Idee für ein neues Abenteuer im Anwesen praktisch seit der Veröffentlichung von Rusty Lake: Roots im Jahr 2016. Die konkrete Produktion wuchs anschließend über etwa zweieinhalb Jahre erheblich über ihre ursprüngliche Planung hinaus.

Das Studio bezeichnet Servant of the Lake zum Launch selbst als eine seiner aufwendigsten bisherigen Produktionen und hebt dabei Geschichte, Rätsel, Grafik, Musik, Sounddesign, Sprecher und Übersetzungen hervor.

Ganz offenbar war aus dem kurzen Wochenendjob irgendwann auch hinter den Kulissen eine Vollzeitstelle geworden.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

💶 Für 5,99 Euro darf geputzt werden

Servant of the Lake kostet regulär 7,99 Euro. Bis zum 27. August gilt ein Launch-Rabatt von 25 Prozent, womit der Preis aktuell auf 5,99 Euro fällt. Eine kostenlose Demo bleibt ebenfalls verfügbar und bietet ungefähr 15 bis 30 Minuten Spielzeit. Deutsche Texte sind enthalten.

Der Auftakt bei Steam fällt dabei bemerkenswert kräftig aus: Bereits am Veröffentlichungstag weist die Plattform 94 Prozent positive Rezensionen aus 505 gewerteten Käufen aus. Das ist noch keine abschließende Qualitätsaussage, zeigt bei einem kleinen Point-and-Click-Abenteuer aber ziemlich deutlich, wie treu die Gemeinde rund um den See inzwischen geworden ist.

Für Serienfans dürfte ohnehin eine andere Frage wichtiger sein: Welche weitere Ecke der Vanderboom-Geschichte wird diesmal aufgerissen?

Man kann fast vermuten, dass die Antwort irgendwo unter einer frisch gewaschenen Tischdecke liegen könnte.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.