Von Perry Rhodan bis Star Citizen: Salzburg öffnet den Outer Space

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Salzburg nimmt Kurs auf den Outer Space

📰 Was ist los?
Vom 23. September bis 7. Oktober läuft die neunte Ausgabe von Science Meets Fiction. 15 Veranstaltungen verbinden Filme, Literatur, Games, Kunst, Theater und Wissenschaft – unter anderem mit Project Hail Mary, Ad Astra, Perry Rhodan und einem eigenen Abend zu Star Citizen.

🐛 Was denken wir?
Das Spannende ist die Mischung: Hier stehen Science-Fiction und Wissenschaft tatsächlich nebeneinander, statt sich nur gegenseitig als Dekoration zu benutzen. Zwischen Perry Rhodan, Milliardenraumschiffen und der Frage, wie Menschen irgendwann im All wohnen könnten, wird aus dem Festival ein ziemlich hübsches Zukunftslabor.

Salzburg macht sich ab Mittwoch für zwei Wochen auf den Weg ins All, zumindest kulturell betrachtet. Vom 23. September bis 7. Oktober 2026 läuft die neunte Ausgabe von Science Meets Fiction und verwandelt die Stadt unter dem Motto „Outer Space“ in einen spartenübergreifenden Treffpunkt für Science-Fiction, Wissenschaft und Zukunftsfragen. Insgesamt stehen 15 Veranstaltungen auf dem Programm.

Offizielles Motiv des Science-Meets-Fiction-Festivals 2026 mit futuristischer Raumstation, Planeten und Sternenhimmel sowie dem Motto „Outer Space“.
Unter dem Motto „Outer Space“ verbindet Science Meets Fiction in Salzburg vom 23. September bis 7. Oktober Filme, Literatur, Games und reale Weltraumforschung. © Stadt Salzburg / Science Meets Fiction

Das Festival bleibt dabei angenehm breit. Filme, Literatur, Gaming, Kunst, Theater, Vorträge und Diskussionsrunden werden miteinander verzahnt, statt Science-Fiction nur als hübsche Kulisse zu behandeln. Der Gedanke dahinter ist klar: Fiktion soll Fragen aufwerfen, Wissenschaft soll sie erden, und irgendwo dazwischen darf man darüber nachdenken, was Raumfahrt, Technik und Zukunft eigentlich mit dem Leben hier unten zu tun haben.

🚀 Der Startschuss fällt mit einem neuen Wettlauf zum Mond

Eröffnet wird das Festival am 23. September in der Panoramabar der Stadtbibliothek Salzburg. Unter dem Titel „SPACERACE 2.0 – Ein neuer Wettlauf zum alten Mond?“ spricht Christoph Seidler darüber, warum das All längst wieder zum politischen und strategischen Erweiterungsraum der Erde geworden ist.

Das passt ziemlich gut zum diesjährigen Motto. „Outer Space“ wird hier nicht als romantische Sternenkulisse verstanden, sondern als Raum für Macht, Forschung, Wirtschaft und gesellschaftliche Projektionen. Genau diese Mischung aus Fiktion und realer Zukunftspolitik macht das Format interessanter als einen normalen Science-Fiction-Abend.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎬 Ryan Gosling fliegt, Brad Pitt sucht seinen Vater

Filmisch wird es ebenfalls konkret. DAS KINO zeigt am 24. September Project Hail Mary, im Deutschen Der Astronaut, mit Ryan Gosling als Lehrer Ryland Grace, der allein auf einem Raumschiff erwacht und erst nach und nach versteht, warum ausgerechnet an ihm das Überleben der Menschheit hängt. Vor dem Film gibt Thomas Ballhausen eine Einführung.

Am 30. September folgt Ad Astra. Brad Pitt reist darin als Roy McBride an den Rand des Sonnensystems, um das Verschwinden seines Vaters und eine mögliche Bedrohung für die Erde aufzuklären. Auch hier gibt es eine Einführung, diesmal durch den Salzburger Filmemacher und Filmjournalisten Christian Genzel.

🎮 Star Citizen bekommt seinen eigenen Milliardenabend

Für uns besonders interessant ist der 29. September. Dann sprechen die FH-Salzburg-Forscher Josef Schinwald und Luiz Cruz in der ZAZIbar über Star Citizen. Der Titel des Abends lautet ziemlich treffend „Star Citizen: Das Milliardenversprechen“.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein seit Jahren unvollendetes Spiel durch Crowdfunding und den Verkauf digitaler Raumschiffe zu einem der teuersten Games-Projekte überhaupt werden konnte. Genau solche Veranstaltungen gehören auf unser Radar, weil hier Games nicht bloß gespielt, sondern als Kultur- und Wirtschaftsphänomen verhandelt werden.

Orkenfeuer Kaffemischung aus Mordor als Bannerwerbung vor dem Schicksalsberg.

📚 Perry Rhodan trifft auf reale Raumfahrt

Am 1. Oktober wird es literarisch. Im Literaturhaus Salzburg sprechen Ben Calvin Hary und Leo Lukas über Perry Rhodan, die größte Science-Fiction-Serie der Welt und eine der langlebigsten fortlaufenden Erzählungen überhaupt. Moderiert wird der Abend von Wissenschaftsjournalist Reinhard Kleindl.

Am selben Tag geht es auch um Games als Wissenschaftskommunikation. Das Künstlerkollektiv gold extra lädt zum Talk „Rocket Science?! – Wie die ESA mit Computerspielen Fans produziert“. Dort geht es darum, wie Raumfahrt über Spiele vermittelt werden kann und wie komplexe Wissenschaft überhaupt in interaktive Formate übersetzt wird.

🛰️ Auch Architektur darf ins All

Am 2. Oktober richtet die Initiative Architektur den Blick auf die Frage, wie Menschen im All überhaupt leben könnten. Die Weltraumarchitektin Barbara Imhof spricht über Habitate im Kosmos und darüber, wie Architektur, Ingenieurwesen und menschliche Bedürfnisse zusammengebracht werden müssen, wenn aus Raumfahrt irgendwann echter Lebensraum werden soll.

Am 3. Oktober folgt wiederum Literatur: Schauspieler Maximilian Paier liest aus Samantha Harveys Umlaufbahnen, dem Booker-Prize-Roman über sechs Menschen im Orbit und ihren Blick zurück auf die Erde.

🌍 Science-Fiction als Gegenwartslabor

Genau da liegt die Stärke von Science Meets Fiction. Das Festival benutzt Science-Fiction nicht bloß als dekorative Verpackung, sondern als Werkzeug, um reale Fragen über Raumfahrt, Demokratie, Ernährung, Technologie und Zukunftsfähigkeit zu diskutieren. Das diesjährige „Outer Space“-Thema knüpft damit konsequent an frühere Ausgaben zu KI, Klimakrise, Zeitreisen und Inner Space an.

Für uns ist das zugleich ein gutes Beispiel dafür, warum regionale Phantastik in den Radar gehört. Nicht jedes relevante Genreereignis findet in London, Los Angeles oder Tokio statt. Manchmal reicht schon Salzburg – solange dort jemand auf die Idee kommt, Perry Rhodan, Star Citizen, Ryan Gosling und Weltraumarchitektur zwei Wochen lang unter ein Dach zu bringen.

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