Ruthless – Curse of the Beast (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Ruthless – Curse of the Beast

🧿 Kurzfazit
Ruthless liefern auf Curse of the Beast traditionsbewussten US Metal mit kräftigen Gitarren, rauem Gesang und einer angenehm handfesten Produktion. Viele Stücke machen unmittelbar Spaß, doch nur wenige schlagen ihre Krallen dauerhaft ins Gedächtnis. Die Platte lebt stärker von Haltung und Riffarbeit als von unsterblichen Refrains.

🎯 Für wen?
Für Metaller, die klassischen Heavy Metal und US Power Metal ohne zeitgenössische Verkleidung mögen. Wer Twin-Gitarren, kernige Stimmen, gallopierende Rhythmen und Texte über Monster, Krieg und drohendes Verderben mit ernsthaftem Vergnügen konsumiert, bekommt hier reichlich Futter.

🎧 Wie klingt das?
Das Album steht dort, wo die metallische Härte früher Metal Church, die kampfbereite Geradlinigkeit von Omen und Jag Panzer sowie die raueren Seiten von Armored Saint zusammentreffen. In den schnelleren Passagen blitzen Exciter und Helstar auf, während das abschließende Metal Gods die ohnehin deutliche Verbindung zu Judas Priest offen ausspricht.

🎼 Highlights
Blood Coalition, Killed by Fate, Hallowed Ground

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer von jedem Album zwingende Hooks, überraschende Arrangements oder eine klar erkennbare Weiterentwicklung erwartet, wird hier häufiger das Handwerk bewundern als die Songs lieben. Curse of the Beast beherrscht seine Sprache, erweitert deren Wortschatz jedoch nur selten.

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🐺 Ruthless – Curse of the Beast: Der Werwolf trägt Denim

Der Vollmond steht über einem kahlen Wald, eine Frau liegt blutend vor einem Grabstein, und hinter dem frisch verwandelten Werwolf wartet bereits der Sensenmann auf seinen Einsatz. Ruthless eröffnen ihr fünftes Studioalbum nicht mit rätselhafter Symbolik. Das Cover erklärt den Sachverhalt so gründlich, dass selbst der zuständige Dorfpolizist den Fall noch vor dem Intro abschließen könnte.

Das passt zu einer Band, die seit jeher wenig Interesse an Umwegen zeigt. Curse of the Beast beginnt mit dem kurzen Vorspiel The Blood Moon, lässt anschließend das titelgebende Ungetüm aus dem Unterholz springen und breitet danach ein klassisches Metal-Panorama aus: Werwölfe, Berserker, Schlachtfelder, finstere Prophezeiungen, religiöse Zeichen und gesellschaftlicher Untergang. Der Themenkatalog wirkt wie die späte Nachtschicht einer Videothek, deren Horror-, Fantasy- und Kriegsfilmregale im selben Moment umgefallen sind.

Man könnte das für hoffnungslos gestrig halten. Bei Ruthless gehört diese Unbeirrbarkeit allerdings zum Charakter. Die Kalifornier wollen ihre Herkunft weder modern verkleiden noch mit nachträglicher Raffinesse rechtfertigen. Ihre Musik denkt in schweren Riffs, Twin-Gitarren, rauem Gesang und Refrains, die auf einer Clubbühne ebenso funktionieren sollen wie beim gemeinsamen Abschütteln der Halswirbelsäule.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob Curse of the Beast neue Wege durch den Metalwald schlägt. Interessanter ist, ob die vertrauten Werkzeuge noch scharf genug sind und ob aus sauber gesetzten Riffs am Ende auch Songs entstehen, die über den letzten Ton hinaus im Gedächtnis bleiben.

Der Werwolf ist jedenfalls wach.

Nun muss er nur noch treffen.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Heavy Metal, US Power Metal, Speed Metal

Vergleichbar mit: Stellt man Curse of the Beast ins Plattenregal, landet es freiwillig zwischen Metal Church, Omen, Armored Saint, Jag Panzer und der schwereren Seite von Judas Priest. Sammy DeJohn besitzt dabei weniger Glanz als Rob Halford und weniger theatralische Höhe als Harry Conklin, bringt aber eine raue, widerstandsfähige Stimme mit, die gut zu den gedrungenen Riffs passt. Die Gitarrenarbeit erinnert in ihren besten Momenten an klassische US-Metal-Schulen, bleibt jedoch erdiger und gelegentlich auch thrashiger.

Klangbild: Produzent Ron Sandoval, der auch Mix und Mastering übernahm, hat der Platte einen kräftigen, klaren Sound gegeben. Die Gitarren stehen weit vorn, Bass und Schlagzeug behalten genügend Körper, und die Produktion versucht gar nicht erst, das Alter der musikalischen Grundlagen zu verstecken. Curse of the Beast klingt aktuell genug, um Druck zu entwickeln, trägt aber weiterhin den Geruch einer alten Lederjacke, die schon mehrere Proberäume und noch mehr Parkplatznächte überstanden hat.

Die größte Stärke bilden Glen Alan Paul und David Servantez. Ihre Gitarren liefern schwere Grundriffs, harmonisierte Leads und Soli, die den Songs oft mehr Kontur verleihen als die Gesangsmelodien. Sammy DeJohn singt kraftvoll und stellenweise überraschend beweglich, bleibt aber stärker Erzähler und Antreiber als großer Melodienfänger. Genau daraus entsteht die wechselhafte Wirkung: Der Körper der Songs ist stabil, während das Gesicht nicht immer lange im Gedächtnis bleibt.

🔥 Highlights: Drei Bissstellen im Album

Mit fast sechs Minuten gehört Blood Coalition zu den ausladenderen Stücken und lässt der Band genügend Platz, ihre Gitarrenarbeit auszubreiten. Das Stück beginnt bedrohlich, verdichtet sich über schwere Rhythmusfiguren und entwickelt einen wuchtigen Groove, der deutlich näher an Metal Church und Armored Saint liegt als an glatt laufendem Power Metal. Inhaltlich richtet sich der Song gegen Machtgier, Konzerne und eine entmenschlichte Maschinerie, die den Einzelnen unter sich begräbt. Die Botschaft bleibt grob gezeichnet, bekommt durch die dunklere Musik aber das nötige Gewicht. Besonders die harmonisierten Gitarren und der längere Aufbau machen Blood Coalition zu einem der Momente, in denen Ruthless über reines Genrehandwerk hinauskommen.

Killed by Fate benötigt nur gut drei Minuten und profitiert genau davon. Die Band verzichtet auf längere Anläufe, beschleunigt das Tempo und lässt die Gitarren ohne größere Umwege arbeiten. Der Song besitzt eine kompakte Härte, die an der Grenze zwischen Heavy, Speed und Thrash Metal entlangfährt. Die Leadarbeit fällt hier besonders stark aus. Paul und Servantez setzen ihre Soli und Doppelgitarren so präzise, dass der Song wesentlich größer wirkt als seine Laufzeit. Killed by Fate zeigt, dass Ruthless am überzeugendsten sind, wenn sie ihre Ideen verdichten und keinen zusätzlichen Flur in das Riffgebäude einziehen.

Hallowed Ground bringt kurz vor Schluss eine schwerere, groovebetonte Bewegung rein. Der Song spielt mit Gladiatorenbildern und einer Arena, in der Überleben und Unterhaltung längst dasselbe geworden sind. Musikalisch steht er breit, lässt Bass und Schlagzeug mehr Raum und gibt DeJohn die Möglichkeit, stärker zu erzählen als bloß nach vorn zu treiben. Das Ergebnis ist weniger unmittelbar als Killed by Fate, besitzt dafür eine dunklere Atmosphäre und mehr Eigengewicht. Gerade diese Abwechslung tut der Platte gut. Nach mehreren geradlinigen Metal-Attacken wirkt Hallowed Ground wie ein schwerer Gang durch das Tor zur Arena, bei dem man das Publikum bereits hört, bevor das Schwert gezogen wird.

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🎨 Artwork

Mario López hat für Curse of the Beast eine Szene gemalt, die ihren Platz auch auf einer VHS-Hülle aus dem hinteren Regal einer Achtziger-Videothek gefunden hätte. Im Zentrum steht ein Werwolf in zerrissenem Hemd und Jeans. Die roten Augen leuchten, die Krallen sind ausgefahren, und vor seinen Füßen liegt eine tote Frau in einer Blutlache. Hinter ihm erhebt sich der Vollmond über einem Wald aus kahlen, ineinander verschlungenen Ästen. Seitlich wartet eine verhüllte Gestalt mit Sense, die ihren heutigen Terminplan offenbar sehr gelassen betrachtet.

Das Bild lebt von seiner vollkommenen Hingabe an den klassischen Metal-Horror. Der Werwolf trägt keine mittelalterliche Rüstung und keine okkulte Zeremonialrobe. Er sieht aus, als habe die Verwandlung auf dem Heimweg von einer Kneipe stattgefunden und dabei die Jeans erstaunlich gut überstanden. Genau daraus gewinnt das Cover seinen Charme. Es nimmt die Bestie ernst, erlaubt dem Betrachter aber trotzdem ein leichtes Grinsen.

Die Farben arbeiten mit kaltem Mondblau, schwarzem Geäst und kräftigem Rot. Dadurch springt das Motiv sofort ins Auge, während Bandlogo und Albumtitel wie blutige Warnschilder über und neben der Szene stehen. Das Artwork verspricht klassischen Heavy Metal mit Horrorfilmgeschmack und liefert damit eine erstaunlich genaue Gebrauchsanweisung für die Musik.

🪦 Besondere Momente

Die Gitarren tragen mehr als nur die Riffs

Paul und Servantez halten das Album mit harmonisierten Leads, klassischen Doppelgitarren und gut platzierten Soli zusammen. Selbst dort, wo ein Refrain wenig Nachwirkung entwickelt, findet sich häufig eine Gitarrenfigur, die den Song noch einmal aufwertet. Diese Abteilung verhindert zuverlässig, dass die Platte in bloßer Routine versinkt.

Sammy DeJohn bleibt das erkennbare Gesicht

DeJohn gehört seit der Frühphase zu Ruthless und gibt der Band bis heute ihren rauen Charakter. Seine Stimme ist nicht makellos, besitzt aber eine Glaubwürdigkeit, die zu dieser Musik passt. Er klingt wie jemand, der diese Form des Heavy Metal nicht nachträglich erlernt hat, sondern seit Jahrzehnten darin lebt. Die offizielle Bandbiografie führt ihn weiterhin als Sänger der aktuellen Besetzung.

Die Achtziger werden nicht nachgebaut, sondern weiterbewohnt

Curse of the Beast arbeitet mit alten Stilmitteln, ohne künstliches Kassettenrauschen oder betont historische Produktionskniffe einzusetzen. Die Band spielt ihren Heavy Metal im Jahr 2026 mit zeitgemäßem Druck, behandelt dessen Grundlagen aber weiterhin als lebendige Sprache. Das wirkt glaubwürdiger als jede aufgesetzte Retroinszenierung.

Das Priest-Cover wird zum unfreiwilligen Prüfstein

Metal Gods ist eine respektvolle und gut gespielte Version des Judas-Priest-Klassikers. Gleichzeitig zeigt der Song am Ende sehr deutlich, weshalb Ruthless trotz starker Riffs selten den Rang ihrer großen Vorbilder erreichten. Sobald diese weltbekannte Hook einsetzt, verändert sich die Merkfähigkeit der Platte schlagartig. Das Cover ist ein Vergnügen, hält den eigenen Songs aber auch einen recht gnadenlosen Spiegel vor.

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📜 Hintergrund

Ruthless wurden 1982 in Los Angeles gegründet. In ihrer ersten Phase entstanden die EP Metal Without Mercy und das Album Discipline of Steel, bevor die Band Ende der Achtziger zunächst verschwand. Seit der Wiedervereinigung im Jahr 2008 ist die Gruppe wieder dauerhaft aktiv; They Rise erschien 2015, gefolgt von Evil Within im Jahr 2019 und The Fallen 2024. Curse of the Beast ist damit das fünfte reguläre Studioalbum und bereits das vierte seit der Rückkehr.

Die heutige Besetzung besteht aus Sammy DeJohn am Gesang, Glen Alan Paul und David Servantez an den Gitarren, Sandy K. Vasquez am Bass sowie Joe Aghassi am Schlagzeug. Aufgenommen wurde das Album mit Produzent Ron Sandoval, der auch Mix und Mastering verantwortete.

Fireflash Records veröffentlicht Curse of the Beast am 17. Juli 2026 digital, als Jewelcase-CD und auf rotem Vinyl, dessen Auflage auf 500 Exemplare begrenzt ist. Die zwölf Stücke erreichen zusammen eine Spielzeit von 51:14 Minuten.

🌘 Fazit: Wenn der Vollmond sinkt

Curse of the Beast zeigt eine Band, die ihre Stärken sehr genau kennt. Ruthless können schwere Riffs schreiben, beherrschen den Wechsel zwischen stampfendem Heavy Metal und schnelleren Attacken und verfügen über eine Gitarrenabteilung, die dem Album regelmäßig Glanz verleiht. Auch Sammy DeJohn klingt weiterhin glaubwürdig und verleiht den Songs jene raue Oberfläche, die diesem Stil besser steht als jede polierte Hochglanzstimme.

Das Problem liegt weniger in der Ausführung als in der Erinnerung. Viele Stücke funktionieren während ihrer Laufzeit tadellos, hinterlassen danach aber nur einen schwachen Abdruck. Raging Violence, Berserker oder Prophecy of Chaos bieten genügend Energie für Bühne und Nacken, doch ihre Refrains erreichen selten jene zwingende Qualität, die aus einem guten Trad-Metal-Song einen dauerhaften Begleiter macht.

Dort, wo die Band ihre Kräfte konzentriert, entsteht dennoch beachtliches Material. Blood Coalition verbindet Atmosphäre und schwere Gitarren, Killed by Fate trifft mit kompakter Härte, und Hallowed Ground setzt einen dunklen Akzent im letzten Drittel. Diese Stücke zeigen, dass Ruthless mehr können als ehrliche Stilpflege. Sie müssten ihren besten Ideen nur häufiger denselben Platz einräumen.

Das abschließende Metal Gods sorgt deshalb für einen etwas pikanten Moment. Die Band spielt den Priest-Klassiker überzeugend, doch gerade seine sofortige Präsenz macht hörbar, was den eigenen Kompositionen häufiger fehlt. Nein, nein, das schmälert natürlich die Qualität der Riffs nicht, erklärt aber sehr gut, weshalb Ruthless stets Kultstatus besaßen, ohne in die oberste Liga des US Metal aufzusteigen.

Curse of the Beast bleibt damit ein hörenswertes Album für Freunde klassischer Stahlverarbeitung. Es besitzt Haltung, Spielfreude und genug gute Momente, um weit mehr als bloße Nostalgie zu bieten. Zum großen Wurf fehlt eine höhere Dichte an Songs, die sich ebenso hartnäckig festbeißen wie der Werwolf auf dem Cover.

Der Werwolf trägt Denim und beißt noch kräftig zu; nur bleiben garantiert nicht alle Zahnabdrücke bis zum nächsten Vollmond sichtbar.

Albumcover von Ruthless – Curse of the Beast: Ein Werwolf in zerrissenem Hemd und Jeans steht bei Vollmond in einem kahlen Wald. Vor ihm liegt eine tote Frau neben einem Grabstein in einer Blutlache. Im Hintergrund nähert sich eine verhüllte Gestalt mit Sense.
Künstler:Ruthless
Albumtitel:Curse of the Beast
Erscheinungsdatum:17. Juli 2026
Genre:Heavy Metal / US Power Metal / Speed Metal
Label:Fireflash Records
Spielzeit:ca. 51 Minuten

🎬 Offizielles Lyric-Video

Offizielles Lyric-Video zu „Curse of the Beast“ – der nächtliche Titeltrack von Ruthlesss Album Curse of the Beast, zwischen klassischem US Metal, Werwolffieber und schwerer Twin-Gitarrenarbeit. Bereitgestellt vom offiziellen Fireflash Records-Kanal auf YouTube:

🎼 Trackliste:

The Blood Moon – 1:13
Curse of the Beast – 5:27
Raging Violence – 3:59
Berserker – 3:53
Suffocating Fear – 5:15
Blood Coalition – 5:54
Sign of the Cross – 5:40
Prophecy of Chaos – 3:57
Killed by Fate – 3:23
On Sands of Hell – 4:08
Hallowed Ground – 4:26
Metal Gods – 3:59

👥 Besetzung:

Sammy DeJohn – Gesang
Glen Alan Paul – Gitarre
David Servantez – Gitarre
Sandy K. Vasquez – Bass
Joe Aghassi – Schlagzeug

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