Der Schatz will zurück: Rogue Fortune macht aus Gier ein Fantasy-Roguelite

🔍 Suche im Fantasykosmos

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Brunnen macht ein ziemlich schlechtes Kreditangebot

📰 Was ist los?
Glowmade hat Rogue Fortune für 2027 angekündigt. Das Fantasy-Action-Roguelite schickt unterschiedliche Schatzsucher in den Well of Eternal Riches, wo Monster, Fallen und geometrisch kombinierbare Relikte auf immer größere Reichtümer warten.

🐛 Was denken wir?
Der interessante Teil ist nicht der nächste prozedurale Dungeon, sondern die Verbindung aus Gier und Buildbau. Wenn man wirklich regelmäßig zwischen sicherem Gewinn und einer riskanten zusätzlichen Machtsteigerung entscheiden muss, kann daraus genau jene Sorte selbst verschuldeter Niederlage entstehen, von der Roguelites leben.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

💎 Der Schatz will zurück: Rogue Fortune macht aus Gier ein Fantasy-Roguelite

Die meisten Schatzkammern stellen nach erfolgreicher Plünderung keine weiteren Ansprüche. Der Well of Eternal Riches sieht das offenbar anders. Wer sich in Rogue Fortune in seine Tiefen wirft, darf zwar mit einem Vermögen rechnen – nur muss man anschließend noch lebend herauskommen, bevor der Tempel beschließt, alles wieder einzusammeln.

Eine Abenteurerfigur kämpft in Rogue Fortune in einem reich geschmückten unterirdischen Fantasytempel gegen mehrere Kreaturen und leuchtende magische Effekte.
Der Well of Eternal Riches macht seine Besucher reich, vorausgesetzt, sie schaffen es anschließend noch mit ihrem Schatz nach draußen. © Glowmade

Das britische Glowmade hat sein neues Fantasy-Action-Roguelite auf der Gamescom enthüllt. Rogue Fortune erscheint 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC und verbindet schnelle Kämpfe mit einem Build-System, das fast wie ein magisches Puzzle funktioniert. Monster und Fallen sind dabei nur ein Teil des Problems. Der andere ist die eigene Entscheidung, wann genug Reichtum wirklich genug ist.

Denn jede weitere Chance auf größere Macht bringt auch die Möglichkeit mit sich, am Ende überhaupt nichts aus dem Brunnen mitzunehmen.

🪙 Der Well of Eternal Riches kennt keine kostenlosen Geschenke

Die Ausgangslage könnte kaum einfacher sein. Die spielbaren Abenteurer wollen reich werden und springen deshalb freiwillig in einen verfluchten Tempel, dessen Name praktisch schon verspricht, dass irgendwo im Kleingedruckten ein Haken stehen muss.

Dort warten Monsterhorden, tödliche Vorrichtungen und immer neue Kammern voller Reichtümer. Gleichzeitig reagiert der Tempel auf die Fluchtversuche seiner Besucher. Wege verändern sich, Herausforderungen wachsen und kein Durchlauf soll exakt dieselbe Strecke liefern.

🎬 Wie viel Reichtum ist genug?

Der erste Trailer zu Rogue Fortune zeigt Glowmades Mischung aus schnellem Fantasykampf, geometrischen Relikt-Builds und einem Tempel, der seinen Schatz zurückhaben will.

Das macht aus dem Brunnen mehr als eine zufällig zusammengewürfelte Dungeonkulisse. Er wird zum eigentlichen Gegenspieler. Je länger jemand versucht, mit seinem Besitz zu entkommen, desto entschlossener scheint der Ort zu werden, ihn daran zu hindern.

Und genau hier greift die zentrale Idee: Soll man den bereits gewonnenen Reichtum schützen, ihn für bessere Überlebenschancen einsetzen oder noch einmal alles riskieren, um mit deutlich mehr Macht weiterzukommen?

🧩 Die stärkste Waffe könnte ein gut sortierter Rucksack sein

Besonders interessant klingt das Relikt-System. Gefundene Machtgegenstände besitzen unterschiedliche geometrische Formen und müssen so angeordnet werden, dass ihre Effekte miteinander funktionieren.

Benachbarte Relikte können sich gegenseitig verstärken oder ganze Kettenreaktionen auslösen. Dadurch entsteht der Charakterbuild nicht einfach daraus, welche zehn Gegenstände mit den höchsten Zahlen ausgerüstet werden, sondern auch daraus, wie sie räumlich zueinander liegen.

Ein verschobenes Relikt kann deshalb weitreichende Folgen haben. Was zuvor perfekt ineinandergriff, kann plötzlich auseinanderfallen; umgekehrt kann aus einer zunächst unscheinbaren Kombination ein Build entstehen, der mehrere Effekte gleichzeitig entfesselt.

Das gibt dem üblichen Roguelite-Prinzip einen angenehmen zusätzlichen Denkraum. Zwischen zwei Monstergruppen geht es nicht nur darum, welcher Bonus stärker ist. Man muss überlegen, welche Form überhaupt noch hineinpasst und welche anderen Kräfte dadurch plötzlich aktiviert werden.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

⚔️ Der Brunnen will schnelle Entscheidungen

Im Kampf selbst setzt Rogue Fortune auf eine direkte Top-down-Perspektive mit schnellen Angriffen, Ausweichbewegungen und Fähigkeiten. Das bisher gezeigte Material ist voll mit dicht gedrängten Gegnergruppen, Fallen und großflächigen magischen Effekten.

Dabei soll jeder Schlag und jedes Ausweichen zählen. Die Relikte bestimmen, wie mächtig bestimmte Angriffe und Fähigkeiten werden, während der Tempel den Druck immer weiter erhöht.

Damit entsteht ein interessanter Gegensatz. Der eigentliche Kampf wirkt schnell und unmittelbar, der Build dahinter beinahe tüftlerisch. Wer zwischen zwei Räumen schlecht kombiniert, merkt die Folgen möglicherweise erst dann, wenn plötzlich zwanzig Kreaturen gleichzeitig entschieden haben, dass der aktuelle Reliktaufbau doch nicht so genial war.

🧙 Nicht jeder Schatzsucher funktioniert gleich

Glowmade plant außerdem mehrere spielbare Figuren mit eigenen Fähigkeiten und Nachteilen. Dadurch können Relikte, die bei einer Figur vollkommen nutzlos erscheinen, beim nächsten Charakter plötzlich einen hervorragenden Build eröffnen.

Das ist für die Langzeitmotivation wichtig. Wenn sich lediglich die Räume verändern, läuft jedes Roguelite irgendwann Gefahr, trotz Zufall immer gleich zu wirken. Unterschiedliche Figuren können dagegen dafür sorgen, dass dieselben Relikte und Entscheidungen völlig andere Bedeutung bekommen.

Der Brunnen ruft schließlich nicht nur einen einzelnen Helden. Er zieht offenbar jeden an, der glaubt, dass diesmal ausgerechnet seine Vorstellung von Reichtum besser funktionieren wird als die aller vorherigen Besucher. Die Erfolgsquote dürfte traditionell überschaubar sein.

Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.

🏛️ Der Tempel lernt mit

Auch strukturell soll der Well of Eternal Riches nicht stillstehen. Die unterirdischen Bereiche bestehen aus wechselnden Kammern, Begegnungen und Entscheidungen, während der Tempel die Versuche seiner Eindringlinge zunehmend erschwert.

Das klingt zunächst nach klassischer prozeduraler Roguelite-Struktur, bekommt durch das Thema aber eine schöne zusätzliche Ebene. Der Dungeon ist nicht einfach zufällig, weil das Genre nun einmal zufällige Räume braucht. Innerhalb der Welt scheint er aktiv darauf zu reagieren, dass jemand seinen Schatz stehlen möchte.

Dadurch passt Fortschritt direkt zur Erzählung. Der Spieler wird mächtiger, also wird der Brunnen gemeiner. Bessere Relikte ermöglichen gefährlichere Kombinationen, also erhöht der Tempel den Einsatz. Aus einem simplen Wettrüsten wird ein Streit darüber, wem der ganze Reichtum eigentlich gehört.

💰 Ein Roguelite über den Moment, an dem man besser aufgehört hätte

Der Name Rogue Fortune trifft seine Idee deshalb ziemlich gut. Die interessante Entscheidung entsteht nicht beim ersten Goldhaufen. Sie entsteht beim zweiten, dritten oder zehnten – wenn eigentlich längst genug vorhanden wäre und irgendwo im Hinterkopf trotzdem der Gedanke auftaucht, dass hinter der nächsten Tür vielleicht noch etwas Besseres liegt. Genau darin unterscheiden sich gute Risk-and-Reward-Systeme von gewöhnlicher Beute. Der Spieler muss selbst schuld sein können.

Wenn ein Durchlauf nach zwanzig Minuten scheitert, weil die nächste Kammer unbedingt noch mitgenommen werden musste, hat das Spiel seinen eigentlichen Mechanismus bereits verstanden.

Rogue Fortune erscheint 2027 für PS5, Xbox Series X|S, Switch 2 und PC.

Der Well of Eternal Riches verspricht ein Vermögen. Verdächtig ist nur, dass vor dem Eingang offenbar niemand reich wieder herausgekommen ist.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.