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Pedro genehmigt die neue Personalakte
📰 Was ist los?
Dan Stevens spielt Alex Murphy und RoboCop in der neuen achtteiligen RoboCop-Serie von Prime Video. Peter Ocko führt als Showrunner das Projekt, James Wan produziert über Blumhouse Atomic Monster mit und Originalautor Ed Neumeier ist ebenfalls beteiligt.
🐛 Was denken wir?
Stevens ist eine ausgesprochen interessante Wahl, weil er gerade beschädigte, widersprüchliche Figuren stark spielen kann. Bei RoboCop entscheidet schließlich nicht allein das Metall, spannend wird es erst, wenn darunter Alex Murphy wieder hervorkommt.
🤖 RoboCop findet seinen neuen Alex Murphy: Dan Stevens übernimmt die Hauptrolle
Bei RoboCop ist die Besetzung der Hauptrolle ein etwas ungewöhnlicher Vorgang. Man sucht schließlich einen Schauspieler aus, um anschließend erhebliche Teile von ihm unter Metall verschwinden zu lassen.
Prime Video hat diesen Mann jetzt gefunden. Dan Stevens übernimmt in der kommenden achtteiligen RoboCop-Serie die Rolle von Alex Murphy und dessen kybernetisches Alter Ego. Die Serie war bereits im Juli bestellt worden, mit der heutigen Besetzung bekommt das Projekt nun erstmals ein konkretes Gesicht.

Und die Wahl ist interessanter, als ein bloßer Blick auf Körpergröße und Kinnpartie vermuten lässt. Stevens hat sich längst einen Namen damit gemacht, Figuren zu spielen, bei denen unter einer kontrollierten Oberfläche meistens noch etwas ganz anderes arbeitet. Für einen Polizisten, dessen menschliche Identität nach seinem Tod in einen Firmenkörper gepresst wird, ist das keine schlechte Ausgangslage.
🧠 Dan Stevens kennt schwierige Innenleben
Spätestens mit Legion zeigte Stevens, wie gut er Figuren spielen kann, deren Wahrnehmung, Identität und Kontrolle permanent gegeneinander arbeiten. In The Guest wirkte er gleichzeitig charmant, freundlich und so zuverlässig gefährlich, dass man ihm besser keine längere Einladung ins Haus ausstellt.
Und ein hübsches Detail gibt es ebenfalls: In Maria Schraders Ich bin dein Mensch spielte Stevens bereits einen künstlich erschaffenen humanoiden Partner. Damals musste eine Maschine überzeugend menschlich wirken. Bei Alex Murphy läuft das Problem gewissermaßen in die Gegenrichtung.
Genau darin könnte die Besetzung ihren größten Reiz besitzen. RoboCop funktioniert nur oberflächlich als Geschichte über einen schwer bewaffneten Cyborg. Im Kern geht es darum, wie viel Alex Murphy noch übrig ist, nachdem ein Konzern seinen Körper, seine Arbeit und letztlich sogar seine Identität zum Produkt gemacht hat.
Stevens ist ein Schauspieler, dem man zutrauen kann, diesen Mann auch dann sichtbar zu halten, wenn vom Mann selbst kaum noch etwas sichtbar ist.
🏢 Der Konzern bekommt wieder seinen eigenen Polizisten
Auch die Grundidee der Serie orientiert sich deutlich am Original. Ein mächtiger Technologiekonzern überzeugt eine Stadt davon, einen hochentwickelten Roboter in den Polizeidienst aufzunehmen. In diesem Körper steckt das Bewusstsein eines getöteten Polizisten.
Wer RoboCop von 1987 kennt, erkennt die Konstruktion sofort. Paul Verhoevens Film war schließlich nie nur ein extrem gewalttätiger Actionfilm mit einem hervorragend vermarktbaren Metallmann. Er zerlegte Privatisierung, Konzernmacht, Medienzirkus, Konsum und die Vorstellung, gesellschaftliche Probleme ließen sich einfach durch ein effizienteres Produkt lösen.
Genau hier liegt auch die interessanteste Aufgabe für die neue Serie. Technik, künstliche Intelligenz, private Macht und automatisierte Entscheidungen sind knapp vier Jahrzehnte später keineswegs kleinere Themen geworden.
Dass ausgerechnet Amazon MGM Studios eine Geschichte produziert, in der ein riesiger Technologiekonzern ein Polizeiprodukt entwickelt, verleiht dem Ganzen zusätzlich eine Ebene, die Peter Ocko eigentlich kaum ignorieren kann. Für gute Satire ist das fast schon kostenlos angeliefertes Material.
🎬 Acht Folgen und ziemlich viel Erfahrung hinter der Kamera
Für die erste Staffel hat Prime Video acht Episoden bestellt. Peter Ocko übernimmt als Autor und Showrunner die kreative Führung und produziert die Serie zugleich.
Unterstützung bekommt er von einer bemerkenswerten Runde. James Wan, Michael Clear und Rob Hackett sind über Blumhouse Atomic Monster als Executive Producer beteiligt. Besonders wichtig für die Verbindung zum Original ist Ed Neumeier: Der Co-Autor und Mitentwickler des RoboCop von 1987 sitzt ebenfalls als Executive Producer mit am Tisch.
James Wan hatte bereits bei der Serienbestellung deutlich gemacht, dass gerade die Fragen nach Technologie, Identität und Konzernmacht für ihn der Grund sind, warum der Stoff heute erneut funktioniert.
Damit scheint zumindest die richtige Baustelle erkannt. Die große Gefahr einer neuen RoboCop-Fassung wäre schließlich, nur den metallischen Polizisten mitzunehmen und jene bitterböse Welt zurückzulassen, die überhaupt erklärt, weshalb er existiert.
🚔 Jetzt fehlt vor allem noch der RoboCop selbst
Wie Dan Stevens als Alex Murphy tatsächlich aussehen wird, bleibt offen. Es gibt weder einen First Look noch Informationen darüber, wie stark sich das neue RoboCop-Design am massiven silbernen Original oder an der schlankeren Fassung von 2014 orientiert.
Auch weitere Rollen wurden bislang nicht bekanntgegeben. Ebenso fehlen Drehbeginn und Veröffentlichungstermin.
Damit ist die heutige Meldung trotzdem entscheidend. Eine neue RoboCop-Serie kann viele Details verändern; an Alex Murphy kommt sie nicht vorbei. Und mit Dan Stevens hat Prime Video einen Darsteller gewählt, der wesentlich mehr verspricht als bloße Präsenz in einem Metallanzug.
Der Mensch unter dem Visier steht damit fest. Jetzt muss Prime Video nur noch beweisen, dass es verstanden hat, warum dort überhaupt ein Mensch hineingehört.






