Jazz im Ohr, Monster auf der Straße: Rhapsody in Scarlet verhext das New York der 1920er

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

New York bekommt ein magisches Nachtprogramm

📰 Was ist los?
Konami hat Rhapsody in Scarlet für PlayStation 5 angekündigt. Das Actionspiel spielt im New York der 1920er und folgt der jungen Magierin Ellie Myers, die eigentlich Jazzsängerin werden will, dann aber in einen geheimen Konflikt aus Mafia, Magiern und beschworenen Bestien gerät.

🐛 Was denken wir?
Das Setting ist sofort stark: Jazz Age und Urban Fantasy passen erstaunlich gut zusammen. Entscheidend wird sein, ob Konami die historische Stadt wirklich so ernst nimmt wie angekündigt und nicht nur ein paar alte Autos zwischen Feuerbälle stellt.

New York in den 1920er-Jahren hatte ohnehin genug Beschäftigung: Prohibition, Speakeasies, Jazzclubs, wachsende Wolkenkratzer und eine Stadt, die sich beinahe täglich neu erfand. Konami hat offenbar entschieden, dass zwischen all dem noch Platz für geheime Magierkriege und beschworene Monster gewesen sein muss.

Ellie steht mit ihrem großen magischen Begleiter Sköll vor einem beleuchteten Gebäude im New York der 1920er-Jahre, während rote Kristallenergie an der Kreatur glüht.
Jazz Age mit Zähnen: Rhapsody in Scarlet verbindet das New York der 1920er mit Magie, Bestien und einem Krieg im Verborgenen. © Konami Digital Entertainment

Mit Rhapsody in Scarlet hat der Publisher heute während der State of Play eine komplett neue Action-IP vorgestellt. Im Mittelpunkt steht Ellie Myers, eine junge Magierin, die nach New York kommt, um Jazzsängerin zu werden. Nach einem Zwischenfall gerät sie allerdings in die Machenschaften einer geheimnisvollen Mafiaorganisation und damit mitten in einen Konflikt zwischen Menschen, die Magie im Verborgenen praktizieren.

Das allein wäre schon ein ziemlich guter Ausgangspunkt. Doch Rhapsody in Scarlet verbindet seine historische Großstadt nicht nur mit Zauberei, sondern baut auch sein Kampfsystem ausdrücklich um Magie und mächtige Bestien herum. Wer bisher der Ansicht war, eine New Yorker Jazzkarriere sei schwierig genug, bekommt hier also noch den übernatürlichen Teil der Berufsberatung dazu.

🎷 Ellie wollte eigentlich nur auf die Bühne

Ellie Myers kommt mit einem erstaunlich bodenständigen Traum nach New York: Sie will als Jazzsängerin Erfolg haben. Dass sie zugleich eine Magierin ist, hilft ihrem Karriereplan zunächst nur bedingt. Erst ein Zwischenfall zieht sie in die Pläne einer mysteriösen Mafiaorganisation hinein.

Dort begegnet sie Ilya Jones, der jungen Anführerin der Seekers, einer Organisation von Magiern. Beide vertreten gegensätzliche Vorstellungen von Freiheit und Ordnung und geraten entsprechend häufig aneinander. Gleichzeitig kämpfen sie Seite an Seite und werden schließlich mit einer Bedrohung konfrontiert, die weit über New York hinausgeht.

Schon diese Konstellation wirkt interessanter als die übliche Geschichte vom geheimen Magierzirkel. Ellie kommt nicht als Auserwählte in die Stadt, sondern als junge Frau mit einem völlig anderen Lebensplan. Die Magie holt sie erst wieder ein, als New York beginnt, seine zweite, wesentlich gefährlichere Seite zu zeigen. Das ist vermutlich der Moment, an dem der Jazzclubbesitzer feststellt, dass die Abendvorstellung doch etwas aufwendiger wird.

🎬 Rhapsody in Scarlet lässt New York magisch entgleisen

Der offizielle Announcement Trailer zu Rhapsody in Scarlet zeigt Ellie, das New York der 1920er, erste magische Kämpfe und die Bestien, die sie in ihre schnellen Kombos einbindet.

🐺 Sköll macht aus Magie ein Kombosystem

Im Kampf wird Ellie von ihrer Bestie Sköll begleitet. Sie kann dessen Kräfte mit eigener Magie verbinden und daraus kombinierte Angriffe entwickeln. Konami will bewusst weg von einem klassischen Nahkampfsystem und setzt stattdessen auf frei konfigurierbare Kombos aus Nah- und Fernangriffen, Flächenzaubern und Bestientechniken.

Der Spieler soll diese Bausteine unterschiedlich zusammensetzen und an Gegner oder Situationen anpassen können. Das ist offenbar der eigentliche Kern der Action: nicht einfach nur möglichst schnell auf einen Knopf hämmern, sondern einen eigenen Kampfrhythmus bauen.

Der Jazz-Vergleich drängt sich fast schon etwas zu bequem auf, passt hier aber tatsächlich. Rhapsody in Scarlet will Kämpfe offensichtlich wie Improvisationen funktionieren lassen: verschiedene Elemente, wechselnde Reihenfolge und möglichst wenig Interesse daran, jedes Gefecht exakt gleich abzuspielen. Wenn Sköll dabei gelegentlich einen Monsterkopf statt eines Saxofons übernimmt, bleibt das Genre immerhin klar definiert.

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🏙️ New York soll mehr sein als bloße Tapete

Besonders interessant ist der Aufwand, den Konami in die historische Umgebung steckt. Laut Co-Produzent Takanori Murayama wurden vor Ort Recherchen betrieben und zahlreiche historische Quellen ausgewertet, um Architektur, Kleidung, Fahrzeuge und die Atmosphäre der Prohibitionszeit glaubwürdig einzufangen. Speakeasies gehören ausdrücklich zum Stadtbild.

Darauf setzt die Fantasy auf. Neben realistischen Straßenzügen existieren magische Bezirke, Bestien und eine im Verborgenen arbeitende Gesellschaft von Magiern. Der Reiz entsteht also gerade aus dem Kontrast zwischen historischem New York und einer zweiten Ebene, die normale Bewohner möglichst nicht bemerken sollen.

Das kann visuell enorm stark werden. Gerade die 1920er liefern mit Neonvorläufern, Art-déco-Architektur, Automobilen und Jazzclubs ohnehin eine markante Bühne. Wenn zwischen diesen Fassaden plötzlich Magie ausbricht, braucht das Spiel nicht einmal besonders viel zusätzliche Dekoration. Ein Feuerball vor einem Speakeasy dürfte genügen.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎺 Auch der Sound soll Swing und Action verbinden

Der Jazz ist dabei nicht nur Teil von Ellies Biografie. Konami will auch musikalisch an den Sound der 1920er anknüpfen und Swing mit den Actionszenen verbinden.

Das dürfte entscheidend für die Identität des Spiels sein. Historische Urban Fantasy lebt stark davon, dass ihre Welt nicht wie ein beliebiges Fantasy-Setting mit alten Autos wirkt. Kleidung, Sprache, Architektur und Musik müssen gemeinsam diese Zeit tragen.

Rhapsody in Scarlet scheint genau dort anzusetzen. Noch wissen wir nicht, wie groß die Welt wird, wie frei sie erkundbar ist oder wann das Spiel erscheint. Bestätigt ist bislang nur PlayStation 5.

Aber als erste Vorstellung funktioniert das erstaunlich gut: historische Großstadt, geheime Magie, Jazz, Mafia und ein Kampfsystem mit beschworenen Bestien.

Mhm, New York hatte wohl schon kompliziertere Jahrzehnte. Nur vermutlich keines mit Sköll.

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