Kein Countdown, nur Krieg: Reanimal lässt The Prisoner ohne Vorwarnung frei

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Gefangene wurde ohne Termin entlassen

📰 Was ist los?
REANIMAL: The Prisoner ist überraschend erschienen. Das erste von drei DLC-Kapiteln folgt The Soldier und The Prisoner durch bislang unbekannte, vom Krieg zerstörte Gebiete. PS5, Xbox Series X|S, Switch 2 und PC sind dabei; die Fortsetzung folgt Ende 2026 und Anfang 2027.

🐛 Was denken wir?
Der Shadowdrop passt perfekt zu einem Spiel, das ohnehin davon lebt, seinen Spielern Dinge vor die Füße zu werfen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Spannender als der Überraschungseffekt finde ich aber die Struktur: Soldier und Prisoner bekommen drei zusammenhängende Kapitel. Das könnte am Ende eher wie eine zweite kleine Kampagne wirken als wie gewöhnliches DLC-Kleinvieh.

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🔥 Kein Countdown, nur Krieg: Reanimal lässt The Prisoner ohne Vorwarnung frei

Tarsier Studios hat eine ausgesprochen passende Methode gefunden, neue Inhalte für REANIMAL zu veröffentlichen: Man kündigt keinen konkreten Tag an, wartet auf den THQ Nordic Showcase und öffnet anschließend einfach die nächste Tür zum Albtraum. The Prisoner ist bereits erhältlich und bildet den Auftakt einer dreiteiligen Erweiterungsgeschichte mit zwei neuen Hauptfiguren, neuen Schauplätzen und einer Welt, die diesmal sichtbar vom Krieg gezeichnet wurde.

Zwei kleine maskierte Figuren sitzen und stehen auf einer riesigen deformierten Kreatur mit langem Schnabel. Dahinter brennen Trümmer in einer dunkelrot beleuchteten, rauchverhangenen Landschaft.
The Soldier und The Prisoner betreten einen neuen Teil der Albtraumwelt und unter ihnen sieht bereits der Boden nach einer ausgesprochen schlechten Idee aus.
© Tarsier Studios / THQ Nordic

Der Shadowdrop erfolgte am 7. August für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2. Wer den Season Pass besitzt, hat das Kapitel bereits enthalten; alternativ lässt es sich separat kaufen. Besonders hübsch ist daran, dass Tarsier zwar schon vor Monaten drei Erweiterungen angekündigt hatte, den eigentlichen Termin für Kapitel eins aber bis zur Veröffentlichung unter Verschluss hielt. Bei einem Horrorspiel darf offenbar selbst der Kalender Jump-Scares verteilen.

🪖 Zwei neue Figuren geraten in einen Krieg, der längst alles gefressen hat

The Prisoner verlässt die Geschwister aus dem Hauptspiel und folgt The Soldier und The Prisoner. Beide bewegen sich durch die zerstörten Straßen eines Ortes, der ihnen einmal vertraut war. Ruinen, Feuer und die Hinterlassenschaften des Krieges prägen die neue Umgebung, während das Duo immer tiefer in einen weiteren Teil jener verstörenden Welt gerät, von der das Hauptspiel bereits reichlich unangenehme Ausschnitte gezeigt hat.

Tarsier bleibt dabei seinem erzählerischen Prinzip treu. Große Erklärtafeln oder ausufernde Dialoge sind auch hier nicht zu erwarten; die Umgebung, Figuren und Kreaturen sollen erzählen, was geschehen ist. Gerade deshalb ist der Wechsel zu einem kriegsverwüsteten Schauplatz interessant. REANIMAL arbeitet ohnehin mit Erinnerungsfragmenten, verzerrten Kindheitserfahrungen und grotesken Monstern. Ein Krieg liefert dafür leider ausgesprochen ergiebiges Rohmaterial.

Und natürlich ist „The Soldier“ bei Tarsier keine Berufsbezeichnung, bei der man automatisch beruhigt davon ausgehen sollte, dass die Person sämtliche Körperteile an den vorgesehenen Stellen behalten darf.

🎬 Zwei neue Figuren, eine zerstörte Welt und kein Weg zurück

Der offizielle Release-Trailer zu REANIMAL: The Prisoner führt The Soldier und The Prisoner durch kriegszerstörte Straßen und bislang unbekannte Bereiche der Insel. Das erste DLC-Kapitel ist bereits spielbar – Vorbereitungszeit hielt Tarsier offenbar für überschätzt.

🐀 Neue Straßen, neue Kreaturen und garantiert keine sichere Abkürzung

Das DLC öffnet bislang unbekannte Gebiete der Insel und führt die beiden Figuren sowohl zu Fuß als auch auf anderen Wegen durch die zerstörte Landschaft. Mehr möchte die offizielle Beschreibung bewusst nicht verraten. Gerade bei REANIMAL ist das sinnvoll: Ein beträchtlicher Teil des Horrors entsteht daraus, dass der Spieler einen Ort sieht und erst Sekunden später versteht, warum er dort lieber nicht hätte hineingehen sollen.

Das neue Key Art liefert bereits einen ziemlich deutlichen Vorgeschmack. Soldier und Prisoner sitzen beziehungsweise stehen auf einer gewaltigen deformierten Kreatur, während unter ihnen Feuer durch die Trümmer zieht. Der neue Trailer setzt ebenfalls stark auf Ruinen, Rauch und jene groteske Körperlichkeit, die Tarsier seit Little Nightmares perfektioniert hat.

Das Grundspiel hatte den Horror stärker mit einer überschwemmten Insel und verzerrten Tiermotiven verbunden. The Prisoner erweitert diese Bildsprache um Krieg, zerstörte Architektur und die Frage, was aus Kindern wird, die durch eine Welt laufen müssen, deren Erwachsene offenbar bereits ganze Arbeit geleistet haben.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🕳️ The Prisoner ist erst das erste Drittel des neuen Albtraums

Der entscheidende Punkt: Mit diesem Kapitel ist die Geschichte von Soldier und Prisoner keineswegs abgeschlossen. The Prisoner bildet den ersten von drei DLCs, die gemeinsam die zusätzliche Expanded World-Geschichte erzählen. Auch die beiden folgenden Erweiterungen setzen ihre Reise fort.

Kapitel zwei soll zwischen Oktober und Dezember 2026 erscheinen und erneut ein neues Gebiet sowie weitere Gegner bringen. Das dritte und abschließende Kapitel ist für Anfang 2027 vorgesehen. Damit handelt es sich weniger um drei voneinander losgelöste Bonusmissionen als um einen zusätzlichen Handlungsbogen, der über mehrere Monate aufgebaut wird.

Das ist für REANIMAL die spannendere Lösung. Soldier und Prisoner bekommen genügend Raum, um mehr zu werden als zwei neue Masken für einen kurzen Abstecher. Gleichzeitig kann Tarsier die zusätzliche Geschichte schrittweise tiefer in Bereiche führen, die das Hauptspiel bislang ausgespart hat.

Bei einem Studio mit dieser Vorgeschichte sollte man das Wort „tiefer“ allerdings weiterhin ausschließlich als Warnhinweis verstehen.

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🎮 Der Albtraum funktioniert wieder allein oder gemeinsam

Wie das Hauptspiel ist auch die neue Geschichte auf das kooperative Konzept von REANIMAL zugeschnitten. Das Spiel lässt sich allein sowie lokal oder online zu zweit spielen; die gemeinsame, gelenkte Kamera soll beide Figuren stets im Bild halten und Enge sowie Spannung verstärken.

Der Wechsel zu Soldier und Prisoner eignet sich dafür besonders gut. Sie bilden ein eigenes Duo und bekommen über sämtliche drei DLC-Kapitel hinweg ihre eigene Geschichte. Damit wirkt der Season Pass inzwischen fast wie eine zweite kleine Kampagne innerhalb derselben Welt.

Das erste Kapitel ist nun jedenfalls draußen – ohne Countdown, ohne wochenlange Releasekampagne und ohne die übliche Erinnerung zwölf Stunden vorher.

Tarsier hat einfach den Gefangenen freigelassen.

Und angesichts des Trailers war das vermutlich für niemanden eine gute Nachricht.

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