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🌀 Ranson Riggs – Sunderworld: Die beachtlichen Misserfolge des Leopold Berry (Rezension)
Von VHS-Magie, Visionen und einem Helden, der nicht gewählt wurde
Ransom Riggs, bekannt für seine Insel der besonderen Kinder, wirft diesmal Los Angeles in den Mixer und streut Magie dazwischen. Heraus kommt Sunderworld – Die beachtlichen Misserfolge des Leopold Berry: ein Roman über einen Jungen, der weder glänzt noch strahlt, sondern durchs Leben stolpert, zweifelt und genau darin seine eigene Geschichte findet. Klingt originell, liest sich aber manchmal wie ein zu lang gezogener VHS-Marathon mit Kassetten, die man vorher nicht zurückgespult hat.
🧭 Worum geht’s eigentlich?
Leopold Berry, 17, frisch ohne Mutter und mit strengem Vater, lebt in einem Los Angeles, das voller Risse und bizarrer Orte steckt. Als ihm Visionen von einer alten Fantasy-Serie erscheinen, fragt er sich: Spinnerei oder Realität? Zusammen mit seinem Freund Emmet entdeckt er, dass Sunderworld mehr ist als eine vergessene Show; es ist ein Reich, das wirklich existiert.
Doch Rettungsmissionen laufen bei Leopold selten glatt. Statt „Auserwählter“ ist er der Typ, der stolpert, Fehler macht und dennoch weitermacht. Das macht ihn menschlich oder einfach nur mühsam, je nachdem, wie viel Geduld man mitbringt.
🔍 Stärken & Schwächen
🖋 Stil:
Riggs schreibt flüssig, mit einigen starken Bildern und einem Gespür für Atmosphäre. Leider verliert er sich manchmal im Setup; ganze Absätze fühlen sich mehr nach Notizen für die Serie an als nach zwingender Erzählung.
🧍♂️ Figuren:
Leopold: kein strahlender Held, sondern ein Anti-Protagonist. Sympathisch in seiner Unsicherheit, aber oft lähmend passiv.
Emmet: Sidekick mit Herz, der manchmal mehr Schwung bringt als Leo selbst.
Nebenfiguren: zahlreich, exzentrisch, aber nicht alle tragen wirklich.
🕒 Tempo:
Starker Einstieg, dann ein Zickzackkurs: mal Action, mal langatmige Erklärungen. Cliffhanger-Ende inklusive.
✨ Atmosphäre:
Magisches Los Angeles ist die große Stärke. Risse im Asphalt, kaputte Diner, alte VHS-Stimmung, hier funkelt Riggs‘ Schreibkunst stellenweise richtig wunderbar auf. Doch nicht immer reicht es, die Kulisse glänzen zu lassen, vor allem dann, wenn die Handlung gerade wieder ein wenig stockt.
📜 Fazit:
Sunderworld – Die beachtlichen Misserfolge des Leopold Berry ist natürlich alles andere als ein Totalausfall, aber eben auch kein großer Wurf. Riggs zeigt, dass er das Sonderbare als Erzähldisziplin immer noch beherrscht, doch Band 1 wirkt mehr wie ein Versprechen und weniger als vollwertige Geschichte. Wer Durchhaltevermögen mitbringt, könnte in den Folgebänden belohnt werden. Wer sofortige Magie erwartet, landet eher bei einigen „beachtlichen Misserfolgen“ des Leseflusses.
Anmerkung von uns: Das Cover ist ein Meisterstück an Retro-Charme, kann man jedem nur empfehlen, der die VHS Zeit noch im Blut hat oder sie zumindest gerne mal als historische Epoche bestaunen möchte. Ja, Kinder, so sah ein inoffizielles Netflix gaaanz früher mal aus. Da musste man noch mit Menschen reden, um den neuesten Kram zu bekommen. Nur leider hat Riggs’ Plot nicht ganz die gleiche Magnetkraft wie ein Freitagabend in der Videothek.
🌟 Bewertung
Varanthis-Skala: ★★★☆☆ – „Das Cover schreit nach Sammlerstück, die Story eher nach Rückspulpflicht.“

Autor: Ransom Riggs
Titel: Sunderworld – Die beachtlichen Misserfolge des Leopold Berry
Reihe: Sunderworld, Band 1
Verlag: Piper
Übersetzung: Simon Weinert
Seitenanzahl: 416 (Gebundene Ausgabe)
Erstveröffentlichung (deutsch): 2025
ISBN: 9783492710015
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