
RAKINUA – Esi Um Ninu – Heal Us, Mother
🧿 Kurzfazit
Esi Um Ninu – Heal Us, Mother ist ein ambitioniertes, atmosphärisch starkes Debüt zwischen Dark Folk, Progressive Metal, archaischem Ritualklang und erzählerischer Konzeptkunst. RAKINUA bauen keine schnelle Hitplatte, sondern einen sakralen Klangraum aus Harfen, Akustikgitarren, schweren Ausbrüchen, Orakelstimmen und mythischer Tragik. Nicht jede Zwischenstation ist gleich zwingend, aber das Gesamtbild besitzt echte Sogkraft.
🎯 Für wen?
Für offene (Zu)hörer, die Heilung, Wardruna, Myrkur, Opeth, Anathema und dunklen Progressive Folk nicht als Playlist-Nachbarschaft, sondern als Einladung in einen größeren Klangraum verstehen. Wer Musik mit Konzept, Ritualästhetik, weiblicher Erzählstimme, alten Symbolen und dramatischer Dynamik sucht, findet hier viel Stoff.
🎧 Wie klingt das?
Wie ein Orakel, das in einer alten Alpenkammer erwacht und feststellt, dass draußen inzwischen Verstärker stehen. RAKINUA verbinden Dark Folk, Harfe, akustische Passagen, Percussion, sakrale Stimmen und progressive Metal-Arrangements zu einem Klang, der nicht auf Dauerwucht setzt, sondern auf Übergänge. Das Album atmet in Wellen: flüsternd, beschwörend, aufbrechend, wieder zurücksinkend. Die heavy Momente wirken weniger wie klassische Metal-Angriffe, sondern eher wie Risse im Ritualboden. Wenn sie kommen, öffnen sie den Raum, statt ihn nur lauter zu machen.
🎼 Highlights
Warrior of Light, Goddess of the Night, Spirits of Waters, The Old Paths – Sangue
⛔ Nichts für dich, wenn…
du klare Song-Hooks, direkte Refrains oder kompakte Metal-Strukturen erwartest. Esi Um Ninu – Heal Us, Mother ist ein Konzeptalbum mit vielen Zwischenstücken, Visionen und erzählerischen Übergängen. Wer keine Geduld für Ritualdramaturgie hat, wird an manchen Stellen vor dem Opferstein unruhig mit dem Fuß scharren.
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🔥 RAKINUA – Esi Um Ninu – Heal Us, Mother: Die Mutter heilt nicht, sie erinnert sich
RAKINUA beginnen dieses Album nicht einfach mit einem Song, sondern mit dem Überschreiten einer Schwelle. Auf Esi Um Ninu – Heal Us, Mother betritt man keine normale Platte, sondern einen dunklen Ritualraum: Steinplatten, Rauch, Harfenklang, ferne Stimmen, alte Zeichen, eine Priesterin am Rand des Verderbens und ein Orakel, das längst weiß, dass diese Geschichte nicht gut ausgehen kann. Das klingt nach großem Konzept, nach Opferstätte, nach viel Kerzenlicht und gefährlich hoher Fallhöhe. Und ja, genau dort liegt natürlich auch das Risiko.
Denn solche Alben können schnell zu feierlichen Kulissen werden, in denen alle sehr bedeutungsvoll in die Ferne schauen, während musikalisch wenig passiert. RAKINUA umgehen diese Falle nicht immer elegant, aber oft genug eindrucksvoll. Ihr Debüt ist kein bloßes Dark-Folk-Album mit Metallrand und Runendeko. Es ist ein erzählerisch gedachtes Werk, das seine Welt ernst nimmt und dabei tatsächlich immer wieder jene Spannung erzeugt, die solche Ritualmusik braucht: zwischen Intimität und Größe, Erde und Himmel, Stimme und Stein, Opfer und Erinnerung.
Esi Um Ninu – Heal Us, Mother klingt wie eine alte Tragödie, die nicht erzählt werden will, aber trotzdem wieder aus dem Boden emporsteigt.
🎧 Was erwartet dich?
Genre(s): Dark Folk, Progressive Folk Metal, Progressive Metal, Ritual Folk, Atmospheric Metal.
Vergleichbar mit: inem alpinen Opferplatz bei Sonnenuntergang, auf dem Wardruna die Steine berühren, Myrkur den Schatten besingt und Opeth im Hintergrund prüfen, ob die ganze Tragödie auch harmonisch sauber einstürzt.
Klangfarbe: Esi Um Ninu – Heal Us, Mother klingt erdig, dunkel, glimmend und weit. Harfen und akustische Gitarren geben dem Album eine fast zerbrechliche Körperlichkeit, während die metallischen Passagen wie aufziehende Wetterfronten wirken. Die Stimmen stehen nicht nur über der Musik, sondern führen durch sie hindurch: mal als Klage, mal als Beschwörung, mal als Erinnerung an etwas, das längst verloren ist.
🔥 Highlights
Warrior of Light ist der offensichtlichste Eintrittspunkt in diese Welt. Der Song folgt dem symbolischen Lauf der Sonne: Geburt im roten Licht, Kampf durch den Tag, Fall in die Dunkelheit, Wiederkehr. Das könnte leicht zu pathetisch werden, aber RAKINUA finden hier eine gute Balance zwischen Bild und Gefühl. Besonders stark ist, wie der Song die folkige Fragilität mit größeren Metal-Bewegungen verbindet. Die Harfen- und Akustiktexturen wirken nicht wie hübsche Dekoration, sondern wie das erste Morgenlicht auf kaltem Stein. Wenn die schwereren Passagen einsetzen, kippt der Song nicht in bloße Bombastgeste, sondern bleibt auch hier erzählerisch. Man spürt Kampf, Verlust und Wiederkehr, ohne dass einem das Konzept mit einem Runenhammer auf den Schädel erklärt wird.
Goddess of the Night trägt den dunkleren Pol des Albums. Hier wird Esi Um Ninu – Heal Us, Mother stärker zur Nachtmesse: geheimnisvoller, schwerer, schattiger. Der Song funktioniert, weil er die spirituelle Seite des Albums nicht weichzeichnet. Diese Göttin ist keine freundliche Trostfigur, sondern eine Macht, vor der man besser nicht zu laut atmet. Musikalisch überzeugt das Stück durch seine Atmosphäre. Die Stimmen, die dunkle Spannung, die rituelle Grundhaltung: Alles wirkt wie Teil einer größeren Szene. Man hört hier nicht nur einen Song, sondern einen Abschnitt des Mythos. Genau das ist bei Konzeptalben entscheidend. Wenn einzelne Stücke gleichzeitig für sich stehen und das große Ganze tragen, beginnt das Ritual zu leben.
Spirits of Waters öffnet eine andere Farbe. Nach Feuer, Nacht und Opferstein kommt hier das Element Wasser stärker ins Spiel. Der Song wirkt fließender, weiter und weniger kantig, ohne an Tiefe zu verlieren. Gerade diese Verschiebung tut dem Album gut, weil RAKINUA sonst Gefahr laufen könnten, zu lange im selben sakralen Dämmerlicht zu kreisen. Hier zeigt sich die Stärke des Projekts für dynamische Räume. Wasser ist in dieser Musik kein Naturbild aus dem Prospekt, sondern Erinnerungsträger. Etwas, das Stimmen bewahrt, Schuld mitnimmt, aber nie ganz reinwäscht. Spirits of Waters gehört zu den Momenten, in denen das Album am stärksten aus seinem archaischen Konzept heraus emotional wird.
The Old Paths – Sangue klingt schon vom Titel her wie ein später Gang zurück zu den Ursprüngen: alte Wege, Blut, Erinnerung, Wiederholung. Genau diesen Eindruck vermittelt auch der Song. Hier verdichtet sich die Idee des Albums noch einmal: Das Vergangene ist nicht vergangen. Es liegt unter den Steinen, in den Stimmen, in den Zeichen, im Körper. Als später Höhepunkt funktioniert The Old Paths – Sangue, weil das Stück nicht nur groß wirken will, sondern schwer. Nicht schwer im reinen Gitarrensinn, sondern schwer an Bedeutung. Der Song trägt etwas Finales in sich, einen Blick auf den Preis des Rituals. Und damit passt er hervorragend zu einem Album, das weniger auf Erlösung hinausläuft als auf Erkenntnis.
🎨 Artwork
Das Cover von Esi Um Ninu – Heal Us, Mother sieht aus wie der Moment, in dem eine uralte Kammer nach Jahrhunderten wieder Licht bekommt. Im Zentrum steht eine glühende Ritualplatte, aus der ein schmaler, hell leuchtender Stab oder eine aufgerichtete Figur emporsteigt. Darum herum: Rauch, Funken, dunkle Steinpfeiler, alte Zeichen, Runenformen, eine Atmosphäre zwischen Ausgrabung, Opferstätte und Tempel. Über allem liegt der umgekehrte, rotbraune RAKINUA-Schriftzug wie eine archaische Inschrift, darunter der Titel Esi Um Ninu – Heal Us, Mother.
Das Bild ist stark, weil es nicht einfach „Fantasy“ schreit. Es wirkt älter, erdiger, ritualhafter. Kein Drache, keine Krone, kein Heldenpathos. Stattdessen ein Ort, an dem offenbar etwas angerufen wurde, das vielleicht besser geschwiegen hätte. Besonders gut passt die Lichtführung: Das Feuer kommt nicht von außen, sondern aus dem Zentrum. Aus der Platte. Aus dem Stein. Aus dem Ritual selbst. Genau so klingt auch das Album an seinen besten Stellen. Die Musik tut nicht so, als würde sie eine alte Welt dekorieren. Sie versucht, aus ihr heraus zu glimmen.
🪦 Besondere Momente
Das Orakel als roter Faden
Die wiederkehrenden Visionen geben dem Album eine klare Struktur. Das ist wichtig, weil Esi Um Ninu – Heal Us, Mother sonst leicht in einzelne Stimmungsinseln zerfallen könnte. Die Orakelstimme hält den Mythos zusammen und macht aus den Songs Kapitel statt bloße Stationen.
Harfe statt Folklore-Tapete
Die folkigen Elemente wirken nicht beliebig. Besonders Harfe und Akustikgitarren werden als echte Texturen eingesetzt, nicht als dekorativer Mittelalteraufkleber. Das gibt dem Album Körper und verhindert, dass der archaische Anspruch nur behauptet wird.
Die schwere Seite kommt dosiert
RAKINUA ballern nicht permanent. Das ist gut. Die metallischen Passagen treffen stärker, weil sie vorbereitet werden. Wenn die Musik schwerer wird, fühlt es sich an, als verändere sich der Raum, nicht nur die Lautstärke.
Konzept mit Risiko
Sechzehn Tracks, Visionen, Orakel, Priesterin, Opferstätten, alte Symbole: Das ist viel. Manchmal vielleicht zu viel. Ein paar Übergänge wirken eher funktional als zwingend. Aber das Risiko gehört hier zur Form. Lieber ein Album, das zu viel Welt baut, als eines, das nur drei hübsche Naturbilder vor sich herträgt.
Debüt mit erstaunlicher Haltung
Für ein erstes Album wirkt Esi Um Ninu – Heal Us, Mother auffallend geschlossen. Nicht perfekt, aber klar gedacht. Man spürt, dass hier nicht nur Songs gesammelt wurden, sondern eine Welt entworfen wurde.
📜 Hintergrund
RAKINUA sind ein Dark-Folk- und Progressive-Projekt, das sich stark über Atmosphäre, Erzählung und rituelle Bildsprache definiert. Im Zentrum stehen Velis und Madame Noctinebra, die Gesang, Narration, Percussion und Konzept tragen. Ihre Musik bewegt sich zwischen archaischem Folk, progressiver Metal-Dynamik und einer erzählerischen Form, die eher an ein Ritualdrama als an ein klassisches Album erinnert.
Esi Um Ninu – Heal Us, Mother ist das Debütalbum von RAKINUA und erscheint am 29. Mai 2026 über Dusktone. Das Album umfasst sechzehn Stücke und ist als geschlossenes Konzeptwerk angelegt. Inhaltlich ist das Werk von alpinen Opferstätten inspiriert, die auf eine fast dreitausendjährige Ritualgeschichte verweisen. Erzählt wird die Tragödie einer Priesterin, die versucht, immer zornigere Götter zu besänftigen, ihr Volk aber gerade dadurch dem Untergang näherbringt. Die Geschichte wird durch die Stimme eines Orakels vermittelt, das zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft steht.
Produziert und aufgenommen wurde das Album von Fabio D’Amore bei Synonym Of Sound. Lead- und Backing-Vocals wurden von Fabio Trentini aufgenommen. Mix und Master stammen von Francesco Marzona und Fabio D’Amore. Die Drums spielte Niklas Müller ein. Das Konzept und die Texte wurden von Velis und Madame Noctinebra entwickelt.
🪓 Fazit: Wenn Erinnerung nicht heilt, sondern in uns brennt
Esi Um Ninu – Heal Us, Mother ist ein Debüt, das viel will. Stellenweise vielleicht einfach zu viel. Es will erzählen, beschwören, erinnern, heilen, warnen, opfern, trauern und dabei noch einen eigenen Klangraum zwischen Dark Folk und Progressive Metal errichten. Das ist keine kleine Aufgabe. Und ja, man merkt an manchen Stellen, dass RAKINUA die eigene Welt so ernst nehmen, dass sie gelegentlich etwas feierlich um den eigenen Altar schreiten.
Aber lieber das als ein Album ohne Gewicht. Denn wenn Esi Um Ninu – Heal Us, Mother funktioniert, dann funktioniert es hörbar beeindruckend. Warrior of Light trägt die Sonnenmetapher mit Kraft und Gefühl. Goddess of the Night gibt dem Album dunkle Autorität. Spirits of Waters öffnet einen fließenderen, emotionalen Raum. The Old Paths – Sangue führt die alten Wege zurück ins Blut und damit ins Zentrum des Konzepts.
Die größte Stärke der Platte liegt nicht in einzelnen Riffs oder sofortigen Refrains, sondern in ihrer Atmosphäre. RAKINUA schaffen es, eine Welt aufzubauen, die nicht nach austauschbarem Pagan-Klischee klingt. Das Album hat Stein unter den Füßen. Rauch in der Luft. Stimmen im Schatten. Und eine Geschichte, die nicht einfach erklärt, sondern noch sehr lange nachhallt.
Nicht alles ist schon makellos geformt. Einige Visionen tragen mehr dramaturgische Funktion als musikalische Eigenkraft. An ein paar Stellen wäre weniger Ritualnebel vielleicht mehr Schmerz gewesen. Doch als Debüt ist das beeindruckend geschlossen, mutig und eigenwillig.
RAKINUA öffnen mit diesem Album tatsächlich einen Durchgang. Dahinter wartet keine einfache Heilung, sondern eine Erinnerung. Und die kann heißer brennen als die ältesten Feuer.

| Künstler: | RAKINUA |
| Albumtitel: | Esi Um Ninu – Heal Us, Mother |
| Erscheinungsdatum: | 29. Mai 2026 |
| Genre: | Dark Folk / Progressive Folk Metal / Progressive Metal |
| Label: | Dusktone |
| Spielzeit: | ca. 59 Minuten |
📺 Offizieller Track
Offizieller Track zu „Warrior Of Light“ – RAKINUA öffnen auf Esi Um Ninu – Heal Us, Mother den Sonnenkreis zwischen Harfenlicht, Opferstein, Wiederkehr und dunkler Ritualwucht.
🎼 Trackliste:
The Prophecy
Sacrilege
First Vision of the Oracle
Goddess of the Night
Second Vision of the Oracle
Warrior of Light
Third Vision of the Oracle
Shepherd of the Clouds
Fourth Vision of the Oracle
Spirits of Waters
Fifth Vision of the Oracle
Terra
Hear Me
Last Vision of the Oracle
The Old Paths – Sangue
Peaceful Night
👥 Kernbesetzung
Velis: Lead Vocals / Percussion
Madame Noctinebra: Narration / Percussion / Vocals
👥 Live Tribe
Fabio D’Amore: Electric Bass / Fretless / Vocals
Sybell – Cristina Spadotto: Acoustic & Electric Guitars / Harsh & Clean Vocals
Anna Eggersberger: Harps / Vocals
Alessandro Pedretti: Acoustic & Electric Guitars
Gabriele Boz: Drums / Percussion
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