Project DNA: Sci-Fi-MMO mit sichtbarem FF16-Komplex

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Project DNA: Sci-Fi-Endzeit mit bekannter Optik

📰 Was ist los?
Project DNA ist ein neues postapokalyptisches Action-MMORPG für PC: Bunker-Zivilisation nach Asteroideneinschlag, Biotech-Unsterblichkeit, sechs vorgefertigte Helden und viel Echtzeitkampf. Ein Release-Fenster fehlt, ein globaler Launch ist aber eingeplant.

🐛 Was denken wir?
Visuell ist das klar „Final Fantasy XVI geht Cyberpunk“, inklusive Effektgewitter und existenziellem Voiceover. Ob Project DNA mehr wird als der nächste generische UE5-Brocken, entscheidet das Evolution System und ob aus der hübschen Action wirklich eine eigenständige Welt wächst.

🧬 Project DNA: Sci-Fi-MMO mit sichtbarem FF16-Komplex

Der nächste koreanische UE5-Brocken ist da: Project DNA will Endzeit-Philosophie, Cyberpunk-Pathos und „AAA-Action-MMORPG“ liefern und sieht im Trailer so sehr nach Final Fantasy XVI aus, dass man fast automatisch nach Clive sucht.


🕳️ Unter Tage, über dem Pathos

Die Eckdaten klingen erst mal solide: Asteroideneinschlag 2046, Oberfläche im Eimer, die Menschheit verzieht sich in Bunker und ballert sich mit Biotechnologie Richtung Unsterblichkeit. Körper sind nur noch Wegwerf-Hüllen, Erinnerungen werden umgezogen wie Spielstände in der Cloud – „Body is a mere vessel; Memory is what defines the self“, heißt es auf der offiziellen Seite.

Dazu kommen sechs vorgefertigte Figuren, sauber nach Elementen sortiert: Blitz, Wasser, Luft, Feuer, Erde, plus eine sadistische Spaßbremse für die dunkle Note. Das ist nicht weit weg von dem, was Square Enix seit Jahren macht: stylisierte Archetypen mit sauber durchdekliniertem Element-Fetisch, nur eben ohne Chocobos, dafür mit Bunkerstadt.

Im Trailer schiebt sich darüber der unvermeidliche Existenzmonolog: Bin ich noch Mensch? Ist Unsterblichkeit Fluch oder Feature? Ohne Tod, zählt Leben überhaupt? Das Ganze ist so nah an Ghost in the Shell und der generellen „Was macht uns menschlich?“-Standardfrage, dass man sich kurz fragt, ob die KI nicht aus Versehen den Cyberpunk-Template-Ordner geöffnet hat.


🎮 Was sieht hier bitte nicht nach Final Fantasy aus?

Die eigentliche Frage: Warum schreit der Trailer „Final Fantasy“, obwohl wir offiziell im Sci-Fi-Endzeit-MMO unterwegs sind?

  • Kampfsystem: Fast alles, was Supervoid zeigt, ist das klassische Echtzeit-Gewitter: Ausweichrollen im letzten Frame, telegraphierten Boss-AoEs elegant entkommen, dann mit aufgeladenen Kombos und Element-Skills zurückschlagen. Das ist 1:1 der Tonfall der neueren Final-Fantasy-XVI-Phase: weniger Rollen-Management, mehr „Action-Setpiece mit Skill-Rad“.
  • Effekte: Feuerschwerter, Blitze, überdimensionierte Elementar-Schwünge, Luftsprünge, alles in dieser glatten, leicht überbelichteten UE5-Optik, die schon FF16 in seinen spektakuläreren, aber auch beliebigeren Momenten hatte. Wäre im UI irgendwo „Limit Break“ eingeblendet, niemand würde den Unterschied merken.
  • Heldentrupp: Die sechs Figuren sind posenfest, hübsch durchgestylt und wirken weniger wie MMO-Avatare, mehr wie eine FF-Party, die eigentlich in einem Singleplayer-JRPG leben möchte. Elemente plus Persönlichkeits-Slogan, das ist schon sehr „Lightning Returns, nur diesmal ernst gemeint“.
  • Inszenierung: Cinematic-Opening mit philosophischer Voiceover-Frage, danach fließender Übergang in Kampfsequenzen, in denen Kamera und Partikeleffekte deutlich wichtiger sind als irgendwas, was nach klassischem Tab-Target-MMO aussieht. Genau dieser Hybrid aus Trailer-Bombast und halbspielbaren Szenen ist mittlerweile ein eigenes Final-Fantasy-Untergenre.

Kurz gesagt: Project DNA sieht aus, als hätte jemand gesagt: „Mach mir FF16, aber bitte mit Bunker, Schutt und Biotech statt Kristallen und Fantasy-Königshäusern.“


🧪 Nur ein weiterer UE5-Brei – oder steckt da mehr drin?

Einige MMO-Veteranen haben es gewohnt nüchtern zusammengefasst: „Visually it’s Throne and Liberty with a sci-fi reskin. All UE5 MMOs look the same.“ Das trifft leider einen wunden Punkt: Auch Project DNA kämpft mit dem typischen, leicht plastikartigen UE-Look, der sowohl Fantasy-Burgen als auch Endzeit-Slums ein wenig wie Rendering-Demos wirken lässt.

Spannender wird es beim, nun ja, namensgebenden Feature: dem „Evolution System“. Laut Entwickler sollen genetische Algorithmen dafür sorgen, dass deine Figur über Generationen wächst, mutiert und sich spielmechanisch einzigartig entwickelt, also nicht nur Levelbalken, sondern echte Abzweigungen. Wenn das kein Buzzword bleibt, könnte genau hier der Unterschied zu den üblichen FF-Lookalikes liegen.

Dazu kommt: Das Ganze ist als reines PC-MMORPG mit globalem Release und Fokus auf offene, politische Spielwelt geplant – mit eigener Ökonomie, Gesellschaft und der üblichen „Deine Entscheidungen formen die Welt“-Ansage. Der Trailer zeigt davon noch wenig, aber immerhin wird nicht so getan, als wäre es „nur“ ein weiterer Lobby-Slasher.

🎬 Offizieller Trailer

Der offizielle Gameplay-Reveal-Trailer zu Project DNA.
Bereitgestellt vom offiziellen IGN-Channel auf YouTube:

Unter dem Strich:
Optisch Final Fantasy, thematisch Ghost in the Shell, technisch UE5 – Project DNA wirkt wie ein Remix aus Dingen, die wir schon kennen. Wenn Supervoid sein Evolutionsversprechen aber einlöst, könnte hier mehr drinstecken als nur der nächste FF16-Cosplayer im Bunker-Outfit.

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