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🕯️ Philip Pullman: The Rose Field – Wenn die Vorstellungskraft ins Exil geht
Es gibt Autoren, die schreiben ganz nette Fantasy-Romane. Und es gibt diesen Philip Pullman, der Welten vollständig seziert. The Rose Field ist kein einfaches Fantasy-Trilogie-Finale, sondern ein melancholischer Nachhall über das, was bleibt, wenn man seiner eigenen Magie nicht mehr traut.
🧭 Worum geht’s eigentlich?
Lyra Silvertongue ist erwachsen geworden und ihr Dæmon Pantalaimon hat sie verlassen. Ihre Suche nach ihm führt sie von den Ruinen Oxfords bis in die Wüsten von Karamakan, wo Rosenöl und Staub („Dust“) das Schicksal der Welt bestimmen. Während das Magisterium neue Machtformen mobilisiert, folgt ihr Malcolm Polstead, einst Freund, nun Spiegelbild. Zwischen Spionen, Hexen und Greifen wird Lyra gezwungen, sich dem zu stellen, was sie verloren hat: ihrer eigenen Vorstellungskraft.
Der Roman schließt die Book of Dust-Trilogie ab und verflicht die Abenteuer-Ebene mit philosophischen Motiven über Bewusstsein, Kapital und Glauben.
🔍 Stärken & Schwächen
🖋 Stil: Pullman schreibt weiterhin mit der ihm eigenen Autorität. Die Prosa ist klar, rhythmisch, manchmal auch durchaus dozierend, aber stets durchdacht. Seine Dialoge tragen die Schwere alter Freundschaften in sich.
🧍♂️ Figuren: Lyra bleibt faszinierend, zerrissen, stolpernd, echt. Malcolm ist solide, wenn auch weniger leuchtend. Pan ist das Herz des Buches, selbst in Abwesenheit.
🕒 Tempo: Der Mittelteil zieht sich gelegentlich, besonders in den politisch-philosophischen Passagen. Doch die letzte Etappe hat Wucht und Gefühl. Dafür lohnt es sich, dranzubleiben.
✨ Atmosphäre: Wüsten, Klöster, Bibliotheken. Pullman malt sie mit gedämpftem Licht. Seine Welt bleibt groß, aber nicht mehr unbeschwert; sie riecht nach Staub, Rosen und Vergänglichkeit.
📜 Fazit:
The Rose Field ist kein Feuerwerk, sondern eine stille Verbrennung. Pullman beendet seine Saga mit Nachdenklichkeit statt Donner und mit Reife statt Raserei. Das ist mutig, aber leider ist es nicht immer mitreißend. Wer Lyra seit Kindertagen begleitet, findet hier einen würdigen, wenn auch schwerfälligen Abschied. Kein Triumph, kein Versagen, eher ein melancholisches Staunen.
🌟 Bewertung
Varanthis-Skala: ★★★☆☆ – „Wenn Magie zu Denken wird, dann kann am Ende nur Staub zurückbleiben.“

Autor: Philip Pullman
Titel: The Rose Field
Reihe: The Book of Dust (Volume 3)
Verlag: Penguin Books UK
Übersetzung: Englische Originalausgabe
Seitenanzahl: 640 (Gebundene Ausgabe)
Erstveröffentlichung (englisch): 2025
ISBN: 978-0-241-45869-3
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