Pans Labyrinth kehrt nach 20 Jahren in 4K ins Kino zurück
🧐 Im Fantasykosmos suchen

Manche Türen sollte man nach zwanzig Jahren trotzdem wieder öffnen
📰 Was ist los?
Guillermo del Toros Pans Labyrinth kehrt am 6. Oktober zum 20-jährigen Jubiläum in die deutschen Kinos zurück. Gezeigt wird eine neue 4K-Restaurierung im Rahmen der Reihe Best of Cinema.
🐛 Was denken wir?
Das ist genau die Sorte Wiederaufführung, die Sinn ergibt. Pans Labyrinth lebt von Bildern, Geräuschen und einer Atmosphäre, die auf großer Leinwand noch einmal ganz anders funktioniert. Und viele Dark-Fantasy-Filme der letzten zwanzig Jahre sehen neben ihm plötzlich erstaunlich zahm aus.
Manche Filme altern. Andere wirken zwanzig Jahre später noch immer so, als hätte jemand gerade erst eine Tür geöffnet, hinter der etwas sehr Schönes und ziemlich Gefährliches wartet.

© STUDIOCANAL / Warner Bros. Pictures / Estudios Picasso
Pans Labyrinth kehrt am 6. Oktober 2026 im Rahmen der Reihe Best of Cinema auf die deutschen Leinwände zurück. Zum 20-jährigen Jubiläum läuft Guillermo del Toros Dark-Fantasy-Klassiker in einer neu restaurierten 4K-Fassung und wird damit noch einmal dort gezeigt, wo seine düsteren Märchenbilder am stärksten wirken: im Kino.
🧚 Ein Märchen, das nie harmlos war
Die Geschichte spielt im Spanien des Jahres 1944. Die junge Ofelia reist mit ihrer schwangeren Mutter zu deren neuem Ehemann, dem brutalen Hauptmann Vidal. Während dieser in den Bergen Jagd auf republikanische Widerstandskämpfer macht, entdeckt Ofelia in der Nähe des Anwesens ein verborgenes Labyrinth.
Dort begegnet sie einem rätselhaften Faun, der behauptet, sie sei die verlorene Prinzessin eines unterirdischen Reiches. Um dorthin zurückkehren zu können, muss sie drei Aufgaben erfüllen. Was nach klassischem Märchen klingt, wird bei del Toro schnell zu etwas wesentlich Dunklerem.
🎬 Das Labyrinth öffnet sich wieder
Der aktuelle Best-of-Cinema-Trailer bringt Guillermo del Toros Pans Labyrinth zum 20. Jubiläum zurück auf die große Leinwand.
🩸 Fantasie und Faschismus stehen nebeneinander
Die größte Stärke von Pans Labyrinth liegt bis heute darin, dass Fantasy und historische Gewalt nicht voneinander getrennt werden. Ofelias magische Welt ist kein freundlicher Zufluchtsort. Sie ist voller Regeln, Prüfungen, unheimlicher Wesen und Gefahren. Gleichzeitig ist die reale Welt unter Vidal mindestens ebenso monströs.
Dadurch entsteht diese eigentümliche Spannung, die den Film bis heute trägt: Man weiß nie ganz, welche Seite grausamer ist.
👁️ Der Pale Man hat nichts von seinem Schrecken verloren
Viele Bilder aus Pans Labyrinth gehören längst zum visuellen Gedächtnis des modernen Fantasykinos. Der Faun, das unterirdische Reich, die Feen und vor allem der Pale Man haben sich weit über den Film hinaus festgesetzt. Gerade letzterer ist ein Paradebeispiel dafür, wie del Toro Monster gestaltet: nicht bloß als Schockeffekt, sondern als Wesen, die zugleich grotesk, symbolisch und seltsam elegant wirken.
Dass solche Kreaturen nun in 4K wieder auf der großen Leinwand zu sehen sind, dürfte für Fans fast der stärkste Grund für die Wiederaufführung sein.
🌲 Ofelias Fantasie ist keine Flucht aus der Realität
Der Film lebt außerdem davon, dass er nie endgültig erklärt, wie real Ofelias fantastische Welt tatsächlich ist. Ist der Faun wirklich da? Existiert das unterirdische Königreich? Oder schafft sich ein Kind in einer brutalen Welt einen eigenen Weg, um mit Angst, Gewalt und Verlust umzugehen?
Del Toro hält diese Grenze bewusst offen. Genau dadurch bekommt der Film seine Kraft. Denn selbst wenn die Magie nur in Ofelias Wahrnehmung existieren sollte, verändert sie trotzdem alles.
🎬 Drei Oscars und ein bleibender Einfluss
Pans Labyrinth wurde international zu einem der wichtigsten Werke Guillermo del Toros und gewann drei Oscars.
Der Film etablierte zugleich jene Mischung aus Märchen, Monsterdesign, historischer Gewalt und melancholischer Fantasy, die später immer wieder mit del Toro verbunden wurde.
Zwanzig Jahre später wirkt vieles davon erstaunlich frisch. Vor allem, weil der Film nie versucht hat, seine Fantasy besonders groß zu machen. Sie bleibt intim, geheimnisvoll und oft beunruhigend.
🖤 Dark Fantasy ohne Sicherheitsnetz
Heute wird „Dark Fantasy“ gern auf alles geklebt, was ein bisschen Nebel, Blut und traurige Musik besitzt. Pans Labyrinth zeigt ziemlich gut, warum der Begriff eigentlich mehr bedeutet.
Hier entstehen Dunkelheit und Fantasie aus derselben Quelle. Schönheit und Schrecken liegen ständig direkt nebeneinander. Selbst die magischen Wesen sind nie eindeutig gut oder böse. Das macht den Film bis heute eigenständiger als viele deutlich jüngere Produktionen.
📅 Am 6. Oktober zurück im Kino
Die Wiederaufführung findet am 6. Oktober 2026 statt und läuft im Rahmen von Best of Cinema bundesweit in rund 300 Kinos. STUDIOCANAL übernimmt den Verleih der neuen 4K-Restaurierung. Wer den Film bisher nur auf Fernseher oder Streaming gesehen hat, bekommt damit eine seltene Gelegenheit, ihn noch einmal im Kinoformat zu erleben.
Und vielleicht stellt man dann erneut fest, dass ein vermeintlich finsteres Labyrinth manchmal der freundlichere Ort sein kann.





