Ocarina of Time Remake erscheint im November – Nintendo baut Hyrule deutlich größer und moderner

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Hyrule hat 28 Jahre lang auf den Sprungknopf gewartet

📰 Was ist los?
The Legend of Zelda: Ocarina of Time erscheint am 5. November 2026 exklusiv für Switch 2. Nintendo hat heute erstmals ausführliches Gameplay gezeigt und unter anderem freie Kamera, Springen, vertonte Zwischensequenzen, neue Dialoge, symphonische Musik, Threads of Time und zahlreiche Zelda-Notes-Funktionen vorgestellt.

🐛 Was denken wir?
Nintendo scheint erstaunlich genau verstanden zu haben, was modernisiert werden muss und was besser unangetastet bleibt. Freie Kamera, besseres Bewegungssystem und ein Fortschrittsprotokoll sind sinnvoll; die Okarina per Summen zu steuern ist dagegen herrlicher Nintendo-Wahnsinn. Wenn jetzt noch der Charakter des Originals erhalten bleibt, könnte das weit mehr werden als eine hübschere Erinnerung.

Es gibt Remakes, bei denen man nach drei Screenshots vor allem feststellt, dass Steine inzwischen irgendwie wohl mehr Poren besitzen. Und dann gibt es da solche Produktionen wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time.

Nintendo hat während seiner großen Zelda-Präsentation heute erstmals ausführlich gezeigt, wie tief der Klassiker von 1998 für Switch 2 umgebaut wird. Gleichzeitig steht jetzt der Termin fest: Das Remake erscheint am 5. November 2026 exklusiv für Nintendo Switch 2.

Link läuft durch eine sonnige Stadt in Hyrule; im Hintergrund sind Marktstände, Häuser, NPCs und ein Brunnen zu sehen.
Ocarina of Time kehrt mit einem deutlich lebendigeren Hyrule zurück und selbst vertraute Orte wirken plötzlich wie neu gebaut. © Nintendo

Dabei bleibt die bekannte Struktur des Abenteuers erhalten. Link wächst weiterhin vom Jungen zum Helden der Zeit, reist zwischen zwei Epochen und versucht Ganondorfs Griff nach dem Triforce aufzuhalten. Fast alles darum herum wurde allerdings neu gebaut, vertont, erweitert oder so modernisiert, dass sich Hyrule nach fast drei Jahrzehnten erheblich anders bedienen dürfte.

🏃 Link kann plötzlich springen – freiwillig

Eine der unscheinbarsten Neuerungen dürfte für Veteranen zunächst beinahe revolutionär wirken: Link besitzt jetzt einen Sprungknopf. Im Nintendo-64-Original sprang er automatisch, sobald er eine Kante erreichte. Die Neuauflage erlaubt freies Springen und ergänzt außerdem eine Sprintfunktion. Wer früher schneller durch Hyrule wollte und deshalb Link kilometerweit über den Boden rollen ließ, darf seinen linken Daumen künftig mit etwas weniger absurden Bewegungsabläufen beschäftigen.

🎬 Eiji Aonuma führt persönlich durch das neue Hyrule

Die rund 15-minütige Gameplay-Demonstration ist für den Artikel deutlich wertvoller als ein gewöhnlicher Trailer. Serienproduzent Eiji Aonuma zeigt unter anderem die neue Bewegungssteuerung, freie Kamera, das überarbeitete Kokiri-Dorf und weitere Modernisierungen direkt im Spiel. Dadurch lässt sich ziemlich gut erkennen, wie eng Nintendo am Aufbau des Originals bleibt und wie stark sich gleichzeitig das Spielgefühl verändert.

Auch die Kamera lässt sich nun mit dem rechten Stick frei drehen. Kämpfe wurden direkter abgestimmt, die Bewegungen reagieren schneller und das Zielen kann über Bewegungssteuerung unterstützt werden. Nintendo modernisiert also genau jene Dinge, die 1998 wegweisend waren und heute vor allem deshalb auffallen, weil sich fast jedes spätere Action-Adventure an ihnen abgearbeitet hat.

Das Kuriose daran: Ocarina of Time hat viele dieser Standards selbst geprägt. Jetzt bekommt es die Komfortfunktionen zurück, die seine eigenen Nachfahren daraus entwickelt haben.

🏰 Hyrule bleibt Hyrule – sieht aber kaum noch so aus

Optisch handelt es sich um einen vollständigen Neuaufbau. Figuren, Landschaften, Gebäude, Materialien und Dungeons wurden neu modelliert, während Nintendo den grundsätzlichen Stil des Originals bewahren will. Auch die Ladeübergänge zwischen großen Gebieten bleiben erhalten; aus dem Remake wird also kein nachträglich gebautes Open-World-Spiel.

Deutlich verändert wurde dagegen das Verhalten der Welt. Der Tag-Nacht-Zyklus läuft jetzt auch innerhalb von Städten und Siedlungen weiter. Im Original blieb die Zeit dort häufig stehen. In der Neuauflage zieht die Nacht also auch dann über Hyrule, wenn Link gerade zwischen Häusern herumsteht und nach jemandem sucht, der tagsüber noch an exakt derselben Stelle gewartet hätte.

Das klingt nach einem kleinen Detail, verändert aber viel an der Atmosphäre. Hyrule wirkt weniger wie eine Ansammlung getrennt funktionierender Spielräume und stärker wie eine zusammenhängende Welt.

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🗣️ Zelda, Ganondorf und Co. bekommen Stimmen

Noch tiefer greift Nintendo bei der Inszenierung ein. Die erweiterten Zwischensequenzen sind erstmals vollständig vertont. Zelda, Saria, Ruto, Darunia, Ganondorf und weitere Figuren sprechen nun tatsächlich. Link bleibt stumm.

Auch außerhalb dieser Szenen wurden Dialoge erweitert. Die Figuren haben mehr zu sagen, wodurch insbesondere Nebencharaktere und kleinere Begegnungen zusätzliche Tiefe erhalten sollen. Für ein Spiel, dessen Original noch weitgehend auf Textboxen, Geräusche und einige der berühmtesten „Hey! Listen!“-Einwürfe der Spielegeschichte angewiesen war, ist das ein erheblicher Wandel.

Dazu kommt ein symphonisch neu eingespielter Soundtrack. Gerade bei Ocarina of Time ist das weit mehr als kosmetische Begleitung, denn Musik bildet einen Kern des gesamten Abenteuers. Und genau bei der Okarina wird Nintendo anschließend noch deutlich seltsamer.

🎵 Wer will, darf die Okarina jetzt selbst ansummen

Die bekannten Melodien können weiterhin auf klassische Weise gespielt werden. Zusätzlich erkennt das Spiel nun über das Mikrofon der Switch 2, wenn eine gelernte Melodie gesummt oder auf einem Instrument gespielt wird.

Wer also Zeldas Wiegenlied kennt, kann es einfach ins Mikrofon summen und Link übernimmt die entsprechende Melodie auf seiner Okarina. Später erscheinende echte beziehungsweise elektronische Okarinas sollen ebenfalls damit funktionieren.

Das ist exakt die Sorte Nintendo-Idee, die auf dem Papier ein bisschen albern klingt und vermutlich dazu führt, dass im November ganze Wohnzimmer voller erwachsener Menschen versuchen, ein 28 Jahre altes Zelda-Lied korrekt in ihre Konsole zu summen. Technischer Fortschritt besitzt manchmal erstaunliche Ziele.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🧵 Threads of Time sagt, wo Link eigentlich hinwollte

Eine deutlich praktischere Neuerung heißt Threads of Time. Das System zeichnet Links Fortschritt auf und zeigt jederzeit, was bereits passiert ist und welches Ziel als Nächstes ansteht. Gleichzeitig entsteht während des Abenteuers ein wachsender Wandteppich, der die Reise chronologisch abbildet.

Gerade bei Ocarina of Time ergibt das Sinn. Wer das Spiel einige Wochen liegen lässt, musste früher gelegentlich erst rekonstruieren, welchem Tempel man überhaupt entgegenlief, wer gerade gerettet werden sollte und weshalb ein Huhn möglicherweise wichtiger war als der Untergang Hyrules. Threads of Time löst dieses Problem, ohne aus der Welt eine Karte voller blinkender Aufgabenmarkierungen zu machen.

📱 Zelda Notes verwandelt das Handy in einen Begleiter

Zusätzliche Funktionen landen in den Zelda Notes innerhalb der Nintendo-Switch-App. Dort gibt es unter anderem Today’s Record, das tägliche Statistiken und Leistungen aufzeichnet. Die Gossip Quest schickt Spieler mithilfe von Hinweissbildern auf die Suche nach bestimmten Orten und belohnt sie mit Punkten für zusätzliche Okarina-Inhalte.

Mit Play Ocarina lässt sich auf dem Smartphone eine virtuelle Okarina spielen. Eigene Kompositionen können erstellt und über QR-Codes geteilt werden.

Und weil irgendjemand bei Nintendo offenbar beschlossen hat, dass 28 Jahre Fanwissen endlich geprüft gehören, enthält das Ganze außerdem ein Ocarina of Time-Quiz mit mehr als 2.000 Fragen. Eine Teilnahme ist täglich kostenlos möglich; zusätzliche Versuche können mit im Spiel verdienten Rubinen gekauft werden.

Nach fast drei Jahrzehnten lässt sich damit endlich wissenschaftlich feststellen, wer tatsächlich weiß, was unter jedem Stein in Kakariko liegt.

🕰️ 1998 wird am 5. November noch einmal neu geschrieben

Nintendo beschreibt das Remake ausdrücklich als moderne, aber treue Neuinterpretation des Klassikers. Genau danach sieht das bisherige Material auch aus. Tempel, Orte und Grundstruktur bleiben erkennbar, während Bedienung, Präsentation und viele kleinere Systeme auf den Stand heutiger Action-Adventures gezogen werden.

Das ist vermutlich der richtige Weg. Ocarina of Time braucht keine neue offene Welt und keine zweihundert zusätzlichen Schreine. Seine Stärke liegt noch immer in der sorgfältig gebauten Reise vom Kokiri-Wald bis zum letzten Duell mit Ganondorf.

Am 5. November lässt sich überprüfen, ob diese Reise auch 28 Jahre später noch dieselbe Magie besitzt. Falls nicht, kann man sie diesmal wenigstens ins Mikrofon summen.