OBEX: Wenn das Zelda-Gefühl in einen Lynch-Albtraum stolpert

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

OBEX: Retro-Game und Analog-Hölle

📰 Was ist los?
Indie-Regisseur Albert Birney bringt mit OBEX einen schwarz-weißen Fantasy-Trip ins Kino, in dem ein einsamer Typ und sein Hund 1987 von einem rätselhaften Computerspiel in eine analoge Albtraum­welt gezogen werden. Der Film lief bereits auf Festivals und startet am 9. Januar 2026 regulär in den US-Kinos, inklusive echtem Begleit-Videospiel.

🐛 Was denken wir?
Während Hollywood weiter Superhelden recyclelt, baut hier jemand aus Zelda-Kindheit, Lynch-Albträumen und Retro-Tech ein eigenes kleines Zwischenreich. Das wirkt sympathisch handgemacht, seltsam und persönlicher als die 27. „Gaming-Verfilmung“. Wenn OBEX hält, was er verspricht, reden wir 2026 vielleicht weniger über „Barbie-Regisseurin macht Narnia“ – und mehr über „Typ mit Hund macht die beste Videospiel-Fantasy des Jahres aus seinem Wohnzimmer heraus“.

🎮 OBEX: Wenn das Zelda-Gefühl in einen Lynch-Albtraum stolpert

Albert Birneys neuer Film OBEX ist offiziell datiert: Oscilloscope bringt den schwarz-weißen DIY-Trip am 9. Januar 2026 in die US-Kinos.
Und ja: Das ist der Film, der sich anfühlt, als hätte David Lynch ein altes Zelda-Modul in ein Apple-II-Laufwerk geprügelt und einfach geschaut, was passiert.


💾 Worum geht’s überhaupt?

1987, Vorinternet-Ödnis:
Protagonist Conor (Birney selbst) lebt mit seinem Hund Sandy in fast vollständiger Isolation: tagsüber langsam rendernde Mac-Bildschirme, nachts VHS-Horror im Flimmerlicht.

Dann taucht OBEX auf, ein mysteriöses neues Computer­spiel. Kaum gestartet, kippt Conors Realität in eine “low-tech, high-stakes analog hellscape”: Die Grenzen zwischen Pixelwelt und Wohnzimmer lösen sich auf, Monster, Masken und surreale Räume rücken ihm auf die Pelle.

Das ist weniger „Videospiele machen gewalttätig“, mehr: Was, wenn dein Lieblings-Escape plötzlich beschließt, dass du nie wieder rauskommst?


🧠 Zelda-Kindheit, Twitch-Gegenwart

Spannend: Birney kommt wirklich aus der Game-Ecke. Vor OBEX hat er mit Entwickler Gabriel Koenig bereits ein eigenes Spiel zu seiner Serie Tux and Fanny gebaut und dann auf Twitch dabei zugesehen, wie andere es spielen. Dieses Live-Mit­erzählen hat seine Art zu schreiben massiv geprägt.

Für OBEX wollte er ursprünglich etwas machen, das „vielleicht Spiel, vielleicht Film, vielleicht beides“ ist. Am Ende wurde es vor allem Film, aber einer, der sich anfühlt wie ein längerer, verstörender Playthrough:

  • klares, begrenztes Setting wie alte NES-Abenteuer,
  • surreale Bildsprünge im Lynch-Stil,
  • und ständig dieses Gefühl, dass gleich jemand mit „Continue?“ um die Ecke kommt.

Nebenbei entsteht ein echtes OBEX-Game: Koenig baut in Unity eine abgespeckte Version des fiktionalen Spiels, eher prägnanter Plattformer als 80-Stunden-RPG. Film und Game wachsen also tatsächlich zusammen.


🏠 Ein Mann, ein Haus, ein Film

Produktionstechnisch ist OBEX das Gegenteil von Marvel-Blaupause:

  • gedreht in Birneys eigenem Haus,
  • oft nur mit Kameramann Pete Ohs am Set,
  • Script eher als flexibles Outline statt als 120-Seiten-Bibel.

Jeden Morgen: „Was fühlt sich heute richtig an?“ Und dann wird gedreht. Das erklärt den Traum­fluss des Films: Szenen kippen, Orte wechseln, Logik wird Gefühl untergeordnet.

Klingt nach Chaos, wirkt aber konsequent: Wenn ein Film schon davon erzählt, dass ein Spiel deine Wahrnehmung zerlegt, darf er selbst ruhig so wirken, als hätte jemand in der Realität herum­gescrollt.

🎥 OBEX – Offizieller Trailer (2026)

Schwarz-weißer Indie-Fantasytrip zwischen Zelda und David Lynch – Albert Birneys DIY-Fiebertraum OBEX startet am 9. Januar 2026 in den US-Kinos.


🐺 Für wen könnte das was sein?

OBEX ist kein Mainstream-Fantasy-Spektakel, sondern eher:

  • für Leute, die Eraserhead, Videodrome und alte SNES-RPGs im selben Gehirnfach lagern,
  • für alle, die Retro-Tech, Floppy-Drives und VHS-Rauschen nicht nur nostalgisch, sondern fast sakral finden,
  • und für Fantasy-Fans, die sich fragen, wie sich ein Quest anfühlt, wenn der Dungeon im eigenen Kopf liegt.

Wenn das Ding hält, was Trailer und Festival-Stimmen versprechen – lo-fi, aber emotional überraschend zart – dann könnte OBEX eines der interessanteren Genre-Experimente 2026 werden.

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