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Blood Of My Blood: Baby Fraser im Anmarsch
📰 Was ist los?
Blood of My Blood erzählt die Liebesgeschichten der Eltern von Jamie und Claire in Schottland und im England des Ersten Weltkriegs. Showrunner Matthew B. Roberts hat bestätigt, dass das Prequel endet, wenn Jamie Fraser geboren wird. Staffel 1 ist gestartet, Staffel 2 ist bereits bestellt, während die Hauptserie Outlander mit Staffel 8 im Jahr 2026 abschließt.
🐛 Was denken wir?
Ein Prequel mit klarer Ziellinie wirkt angenehm altmodisch in einer Zeit, in der viele Serien nur auf Verlängerung spielen. Wenn Blood of My Blood den Weg zur Geburt von Jamie wirklich konsequent geht, könnte das Fraser-Universum einen runden Abschluss bekommen statt einer ewigen Zeitschleife rund um die Steine.
🏰 Aus Schlachten werden Königreiche: Oathmark startet seine zweite Edition
Ein Königreich besteht bekanntlich aus Land, Untertanen, Steuern und der unangenehmen Gewissheit, dass früher oder später jemand mit einer Armee an der Grenze auftaucht. Oathmark konzentriert sich seit 2020 vor allem auf den letzten Teil dieser Regierungsarbeit. Mit der jetzt erschienenen zweiten Edition rücken allerdings auch die Reiche hinter den Schlachtreihen deutlich stärker ins Zentrum.

Osprey Games hat Oathmark: Second Edition – Battles of the Lost Age am 27. August in Großbritannien veröffentlicht. Joseph A. McCulloughs Fantasy-Massenschlachtensystem wurde dafür umfassend überarbeitet und erweitert, ohne seine grundlegenden Aktivierungs- und Kampfmechaniken über Bord zu werfen.
Statt eines radikalen Neustarts gibt es damit eher eine neue Ordnung für ein bekanntes Schlachtfeld. Untote, Streitwagen und Legendary Heroes wandern ins Grundregelwerk, Magie und Monster wurden neu ausbalanciert und das Kampagnenspiel beginnt jetzt dort, wo große Kriege normalerweise entstehen: auf der Landkarte.
🗺️ Erst kommt das Königreich, dann kommt der Krieg
Die deutlichste Veränderung steckt nach McCulloughs eigener Einschätzung in der Perspektive. Die erste Edition behandelte Oathmark im Kern als Schlachtenspiel mit einem zusätzlichen Kampagnensystem. Die zweite Ausgabe dreht diesen Gedanken um: Jetzt bildet das Königreich den Ausgangspunkt, während die einzelnen Gefechte Teil seiner Geschichte werden.
Zu Beginn einer Kampagne werden zunächst nur zwei oder drei Regionen des eigenen Reiches besiedelt. Im Verlauf kommen weitere Gebiete hinzu, die wiederum bestimmen, welche Truppentypen rekrutiert werden können. Neu ist eine sechste Region am Rand des Reiches, die sogenannten Borderlands. Dort lassen sich besondere Truppen und Kreaturen gewinnen, allerdings mit entsprechend geringerer Zuverlässigkeit.
Das Kampagnenspiel läuft über Kingdom Turns, die jeweils mit einer Schlacht verbunden sind. Siege und Niederlagen wirken sich auf Gebiete, Rekrutierungsmöglichkeiten und die weitere Entwicklung des Reiches aus. Einzelne Gefechte bleiben weiterhin möglich, aber das Regelwerk möchte Spieler erkennbar dazu bringen, ihre Armee nicht nur als Punkteliste zu betrachten.
Plötzlich besitzt der Goblinblock auf der linken Flanke also eine Heimat. Das macht seinen Verlust zwar nicht billiger, aber wenigstens tragischer.
💀 Untote ziehen aus dem Ergänzungsband ins Grundregelwerk
Besonders sichtbar wird die Erweiterung bei den Truppentypen. Die Untoten, die in der ersten Edition noch über Oathbreakers ins System kamen, gehören jetzt direkt zum Kernspiel. Gleichzeitig wurden Streitwagen und Regeln für Legendary Heroes in das Grundregelwerk aufgenommen.
Auch die klassischen Völker unterscheiden sich stärker voneinander. Elfen erhalten die Eigenschaft Eldest, Menschen sind Hasty, Zwerge werden als Children of Stone geführt und Orks behalten ihren Wild Charge. Es sind keine Mechaniken, die sämtliche Schlachten umwerfen sollen, sie geben den Armeen aber mehr Eigencharakter.
Magier profitieren ebenfalls von der Überarbeitung. Zauberer kennen mehr Sprüche, zahlreiche Zauber sind leichter zu wirken und ein Zauber kann nun sogar mit einer einfachen Aktion versucht werden, dann allerdings mit einem Malus. Auch magische Gegenstände wurden erweitert und teilweise günstiger gemacht.
McCullough räumt dabei selbst ein, Zauberwirker in der ersten Edition aus Vorsicht etwas zu schwach gestaltet zu haben. Wer nach Frostgrave befürchtete, dass derselbe Autor irgendwann jedes Regiment hinter einer Feuerwand verschwinden lassen könnte, darf also beruhigt bleiben: Magie wird wichtiger, aber die marschierenden Truppenblöcke sollen weiterhin die Hauptarbeit erledigen.
🐉 Selbst Drachen müssen jetzt an der Grenze wohnen
Auch die großen Monster wurden überprüft. Einige Kreaturen verhalten sich weniger zuverlässig als zuvor, und besonders der Drache bekommt eine bemerkenswerte Einschränkung: Er kann nur über die Borderlands Teil eines Königreichs werden.
Das passt zum stärkeren Kampagnenfokus. Mächtige Wesen sollen nicht einfach als beliebige Hochleistungsoption in der Armeeliste auftauchen, sondern stärker mit dem Reich verbunden sein, das sie ins Feld führt. Dass ausgerechnet ein Drache am Rand des Königreichs lebt und sich anschließend als unzuverlässiger Verbündeter erweist, dürfte selbst historisch orientierten Monarchen erstaunlich plausibel vorkommen.
Das Regelbuch erweitert außerdem die Zahl der enthaltenen Szenarien von fünf auf acht und überarbeitet mehrere der alten Schlachten. Damit bekommt die neue Edition sowohl für Kampagnen als auch für einzelne Partien mehr Material direkt im Grundbuch.
🛡️ Helden bekommen eine Geschichte statt nur bessere Werte
Besonders gut zum neuen Königreichsgedanken passen die Legendary Heroes. In einer Kampagne können mehrere solcher Persönlichkeiten innerhalb des eigenen Reiches existieren, aber nur ein Legendary Hero darf jeweils mit einer Armee in die Schlacht ziehen.
Über mehrere Gefechte sammeln diese Figuren Erfahrung und schalten Heroic Traits frei, mit denen sie reguläre Spielregeln teilweise durchbrechen können. Damit entsteht im Idealfall genau jene Art von Figur, über die nach einigen Kampagnenabenden ohnehin gesprochen wird: der Hauptmann, der drei Niederlagen überlebt hat, den Troll erschlug und anschließend bei einem völlig belanglosen Angriff von sechs Goblins aus den Stiefeln gehauen wurde.
Die zweite Edition gibt solchen Geschichten nun einen festen Platz im Regelwerk. Armee, Held und Königreich entwickeln sich miteinander, statt lediglich von Partie zu Partie neu zusammengesetzt zu werden.
📜 Osprey legt die Verwaltung gleich kostenlos dazu
Zum Start verweist Osprey Games außerdem auf seine kostenlosen Spielressourcen. Dort stehen unter anderem ein erweitertes Quick Reference Sheet, Army Roster, Kingdom Sheet, Battle Honours Sheet sowie weitere Hilfsmittel zum Download bereit.
Das ist für die zweite Edition besonders sinnvoll, weil gerade das Königreich stärker zum dauerhaften Spielgegenstand wird. Regionen, Armeeentwicklung und Kampagnenerfolge sollen schließlich über mehrere Schlachten hinweg verfolgt werden.
Nach sechs Jahren bekommt Oathmark damit keine Revolution, sondern etwas, das einem etablierten Tabletop häufig besser bekommt: eine zweite Edition, die den Kern weitgehend stehen lässt und genauer definiert, worum das Spiel eigentlich gehen soll.
Und wer nach einigen Monaten sein Reich verloren, seine Hauptstadt verbrannt und seinen Legendary Hero von einem unzuverlässigen Drachen gefressen sieht, kann zumindest sagen, dass das Kampagnensystem hervorragend funktioniert hat.


