Nolan zeigt Die Odyssee – Troja bebt schon

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Das Pferd rollt, der Zyklop wartet

📰 Was ist los?
Auf der CinemaCon hat Nolan erweitertes Material aus Die Odyssee präsentiert. Gezeigt wurden Szenen mit Kalypso, Telemachos, Menelaos, dem Trojanischen Pferd und Polyphemus; der Kinostart bleibt bei Juli 2026.

🐛 Was denken wir?
Das riecht endlich wieder nach einem Monument, das schwitzt. Nicht nach sauberem Prestige aus dem Rechner, sondern nach einem Film, der offenbar wirklich durch Wind, Wasser, Holz, Fels und Dreck getrieben wurde.

🌊 Nolan zeigt Die Odyssee – Troja bebt schon

Christopher Nolan hat auf der CinemaCon neue Szenen aus Die Odyssee gezeigt, und diesmal klingt das nicht nach ehrfürchtigem Branchenapplaus mit Häppchen, sondern nach echtem Größenwahn mit Plan. Zu sehen waren unter anderem Matt Damon als Odysseus bei Kalypso, Tom Holland als Telemachos, Jon Bernthal als Menelaos, die große Trojanisches-Pferd-Sequenz und später auch ein Blick auf den Zyklopen Polyphemus. Nolan nannte den Dreh einen „Albtraum“, aber ausdrücklich im guten Sinn. Der Film startet in Deutschland laut Universal am 16. Juli 2026 im Kino.

🐎 Das Holzpferd macht hier nicht bloß Kulisse

Die stärkste Nachricht an diesem Material ist für uns nicht einmal der berühmte Satz vom schwierigen Dreh, sondern die Körperlichkeit der gezeigten Szenen. Das Trojanische Pferd wird nicht wie ein hübsches Mythologie-Symbol behandelt, sondern als bedrängender Kriegsapparat: Männer ziehen es durch Brandung, Strand und Stadt, während die im Innern verborgenen Kämpfer stillhalten müssen, obwohl Schwerter ins Holz stoßen. Das klingt nach genau jener Art von Szene, bei der man sofort versteht, warum Nolan davon spricht, dass der Film anstrengend gewesen sei.

Und das ist der entscheidende Punkt. Die Odyssee darf im Kino nicht wie bebilderter Bildungskanon aussehen. Der Stoff lebt von Heimkehr, Verlust, Zorn, Angst und dem Gefühl, dass Götter, Meer und Gewalt gemeinsam gegen einen einzelnen Mann arbeiten. Wenn die ersten gezeigten Ausschnitte schon bei Kalypso, Troja und Polyphemus auf rohe Wucht statt auf bloßen Sagenglanz setzen, ist das eine sehr gute Richtung.

🎥 Nolan dreht hier nicht klein, sondern technisch maximal

Dazu kommt noch die formale Seite, und die ist bei Nolan nie nur Beilage. Laut der Motion Picture Association ist Die Odyssee der erste Film, der vollständig mit IMAX-Kameras gedreht wurde. Nolan und sein Team nutzten dafür neue, leichtere IMAX-Kameras, nachdem frühere Modelle für einen kompletten Dreh schlicht zu unhandlich waren. Das passt zur ganzen Erscheinung des Projekts: nicht halbgroß, nicht halbmutig, sondern mit voller Absicht auf maximale Leinwandwirkung angelegt.

Genau deshalb wirkt auch der Satz vom „Albtraum“ hier eher beruhigend als abschreckend. Nolan beschrieb Matt Damon als seinen Partner auf dieser Reise und sprach davon, dass der Hauptdarsteller auf Booten, in Bergen, in Höhlen, in praller Sonne sowie bei schrägem Regen und Wind im Einsatz gewesen sei. Solche Sätze sind bei CinemaCon natürlich auch Selbstinszenierung. Aber ausnahmsweise ist das eine Sorte Selbstinszenierung, die gut zum Stoff passt. Die Odyssee ohne Mühsal wäre ohnehin verdächtig.

🌀 Das Risiko heißt nicht Größe, sondern Ehrfurcht

Natürlich bleibt ein Rest Skepsis. Homers Stoff ist so berühmt, dass jede neue Verfilmung automatisch Gefahr läuft, sich in Bedeutung zu verlieben. Zu viel Ehrfurcht, und am Ende steht ein sehr teurer Tempelrundgang mit Starbesetzung. Zu wenig Ehrfurcht, und es wird bloß Action mit Sandalen. Nolan hat auf der Bühne selbst betont, dies sei für ihn vor allem eine Geschichte über Familie und die verzweifelte Rückkehr eines Vaters nach Hause. Das ist klug, weil genau dort der Kern des Epos liegt und nicht nur im Monsterkatalog.

Unsere Hoffnung wäre deshalb klar: weniger Überwältigung um ihrer selbst willen, mehr Schwere, Kummer und Dringlichkeit. Die Bilder von Kalypso, dem Pferd und dem Zyklopen deuten zumindest an, dass Nolan hier nicht bloß ein antikes Markenlogo in Großformat aufblasen will. Das Material scheint den Stoff als Reise durch Erinnerung, Schuld und Überleben zu verstehen. Und genau das braucht diese Geschichte.

⚓ Unser Blick darauf: Endlich wieder ein Epos mit Mühe

Die neue Vorschau macht Die Odyssee für uns nicht automatisch zum Meisterwerk. Aber sie macht den Film glaubwürdiger. Nicht als „Event“, sondern als Werk, das sich offenbar wirklich an den Mythos abarbeitet. Wenn Nolan schon Troja, Kalypso und Polyphemus anfasst, dann bitte mit Aufwand, Widerstand und einer Prise Wahnsinn. Nach allem, was nun gezeigt wurde, scheint genau das der Plan zu sein.

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