Nocturnis macht Menschen zu Tieren – und Tiere zu Monstern

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Mondrituale brauchen offenbar dringend eine Sicherheitsunterweisung

📰 Was ist los?
Das serbische Zwei-Mann-Studio Grimlight Interactive hat den ersten öffentlichen Playtest von Nocturnis gestartet. Das Dark-Fantasy-RPG kombiniert rundenbasierte Kämpfe, Folk Horror, Crafting und eine Welt, in der Menschen zu Tieren und Tiere zu Monstern geworden sind.

🐛 Was denken wir?
Der Einstieg ist schon fast absurd gut: Zwei Magier wollen die Welt retten und machen dabei buchstäblich alles schlimmer. Dazu kommen ein Mondtempel, eine Reise bis zum Sonnenaufgang und ein Taktiksystem mit Tabletop-Wurzeln. Genau solche kleinen Spiele wollen wir im Radar häufiger erwischen.

Eigentlich wollten zwei Magier nur die sterbende Magie ihrer Welt retten. Dann verwandelten sie aus Versehen die komplette Menschheit in Tiere. Und die Tiere in Monster.

Mehrere tierische Figuren stehen in einem dunklen, mondbeschienenen Raum aus Nocturnis, während ein kleiner Fuchs vor dem Vollmond schwebt.
Ein Ritual hat die Ordnung der Welt zerlegt: In Nocturnis wurden Menschen zu Tieren und Tiere zu Monstern – jetzt ist der erste öffentliche Playtest gestartet. © Grimlight Interactive

Nocturnis ist ein kommendes Dark-Fantasy-RPG des serbischen Zwei-Mann-Studios Grimlight Interactive und hat jetzt seinen ersten öffentlichen Steam-Playtest gestartet. Nach rund einem Jahr Entwicklung lässt das Team Spieler erstmals selbst in jene Nacht eintauchen, in der ein missglücktes Mondritual die Ordnung der gesamten Welt zerreißt.

🌘 Ein Mondritual mit ausgesprochen schlechten Nebenwirkungen

Seit Generationen schwindet die Magie. Was früher die Welt formte, ist nur noch in Resten vorhanden. Zwei Magier versuchen deshalb, mit einem alten lunaren Ritual ihre ursprüngliche Kraft zurückzubringen.

Das Ergebnis fällt geringfügig schlechter aus als geplant.

Menschen werden zu Tieren, Tiere zu entstellten Monstern, und eine kleine Gruppe Überlebender muss sich durch die verfluchte Landschaft schlagen. Ihr Ziel ist der ferne Mondtempel, den sie vor Sonnenaufgang erreichen müssen, wenn sie den Fluch noch brechen wollen.

🐺 Wenn aus jedem Tier ein Problem wird

Der Satz „alle Tiere werden zu Monstern“ ist dabei mehr als nur Hintergrundgeschichte. Nocturnis baut seine Welt ausdrücklich um diese verdrehte Naturordnung herum. Aus vertrauten Kreaturen entstehen korrumpierte Bestien, während die menschlichen Überlebenden selbst in tierischer Gestalt unterwegs sind.

Das gibt dem Spiel sofort eine eigene visuelle und erzählerische Identität. Statt noch einmal Ritter, Elfen und Untote gegeneinander zu schicken, beginnt die Welt mit einem einzigen falschen Ritual und kippt danach komplett aus ihrer bekannten Form.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

⚔️ Tabletop-Ideen in einem 2D-Taktik-RPG

Gekämpft wird rundenbasiert mit einer kleinen Gruppe. Die Entwickler nennen klassische Tabletop-Rollenspiele ausdrücklich als Inspiration. Positionierung, Fähigkeiten und Gruppenzusammenstellung sollen entsprechend wichtig sein.

Zu Beginn stehen drei feste Figuren zur Verfügung, später können sich temporäre Begleiter anschließen. Fähigkeiten lassen sich ausbauen, während Begegnungen mit verdorbenen Kreaturen und feindseligen Überlebenden immer neue taktische Entscheidungen verlangen.

Das Ganze spielt in einer 2D-Sidescroller-Welt, was für ein gruppenbasiertes Taktik-RPG schon ungewöhnlich genug aussieht, um im Gedächtnis zu bleiben.

🛒 Eine Karawane als Lebensversicherung

Zwischen den Kämpfen wird erkundet, gesammelt und gebastelt. Über Craftingstationen lassen sich Mahlzeiten kochen, Tränke brauen und Ausrüstung schmieden. Die eigene Karre dient dabei als mobiles Lager und trägt alles, was unterwegs gefunden wird.

Darin reist auch ein kleiner Fuchs namens Vessel mit – beziehungsweise das, was in dieser Welt nach dem Ritual noch als Fuchs durchgeht.

Das passt gut zu der Reiseidee. Die Gruppe bewegt sich nicht einfach von Questmarker zu Questmarker, sondern schleppt ihre gesamte Existenz durch eine Nacht, die immer gefährlicher wird.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🌿 Folk Fantasy statt Standard-Fantasy

Optisch setzt Nocturnis auf handgemachte Pixelwelten, Folk-Fantasy und dunkle Märchenmotive. Steam nennt ausdrücklich Folklore und Dark Fairy Tales als Inspirationsquellen. Dazu kommen Horror, Mythologie und eine melancholische Grundstimmung.

Gerade das macht das Spiel für uns interessant. Es wirkt nicht wie ein weiterer Indie-Titel, der sich nur über Mechaniken definiert. Das Weltkonzept trägt die Mechanik sichtbar mit.

Wenn Menschen Tiere sind und Tiere Monster, verändert das schließlich nicht nur den Kampf. Es verändert die ganze Vorstellung davon, wer in dieser Welt überhaupt noch „normal“ ist.

🧪 Der Playtest ist jetzt offen

Der erste öffentliche Playtest läuft bereits auf Steam. Interessierte können aktuell Zugang anfordern; laut SteamDB werden Anfragen automatisch freigeschaltet.

Die Entwickler beschreiben den Test als ersten großen Schritt nach etwa einem Jahr Entwicklung. Gleichzeitig bitten sie ausdrücklich um Feedback zu Spiel und Store-Auftritt. Für ein Zwei-Mann-Team ist das also kein Marketing-Gimmick, sondern ein echter Entwicklungstest.

Die geplante Demo soll ungefähr eine Stunde umfassen; ein großer Teil davon steckt laut Team bereits im Playtest. Für die Vollversion peilt Grimlight Interactive derzeit etwa acht bis zehn Stunden Spielzeit an.

Und falls das Mondritual am Ende wieder schiefgeht, wissen wir immerhin schon, dass man Zauberer künftig besser nicht unbeaufsichtigt in der Nacht arbeiten lässt.

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