No Man’s Sky baut nach zehn Jahren den Weltraum um – riesiges COSMOS-Update jetzt kostenlos

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Jetzt wird sogar die Leere renoviert

📰 Was ist los?
Hello Games hat No Man’s Sky: COSMOS veröffentlicht. Das kostenlose Update 7.0 überarbeitet erstmals grundlegend den Weltraum mit lokalen Sternkarten, neuen Deep-Space-Orten, riesigen Wracks, Außenposten, frei schwebenden Basen, eigenen Raumstationen und galaktischen Allianzen. Parallel startet die Jubiläumsexpedition Our Journey Continues durch 40 große Updates.

🐛 Was denken wir?
Das ist nach zehn Jahren eine verblüffend logische Baustelle. Hello Games hat fast jeden anderen Teil von No Man’s Sky mehrfach umgekrempelt, während der Weltraum selbst oft Transitstrecke blieb. COSMOS macht daraus endlich einen echten Spielraum – und dass Raumstationen und komplette Basen nun selbst gebaut beziehungsweise übernommen werden können, dürfte die Community für sehr lange Zeit beschäftigen.

Zehn Jahre No Man’s Sky haben Planeten verwandelt, Meere vertieft, Basen wachsen lassen, Frachter ausgebaut, Expeditionen eingeführt, Siedlungen gegründet und irgendwann sogar dafür gesorgt, dass riesige Würmer durch Landschaften brechen. Ausgerechnet zwischen all diesen Welten blieb allerdings erstaunlich viel beim Alten.

Ein Traveller läuft in No Man’s Sky COSMOS über eine Raumstation auf ein großes Raumschiff zu; im Hintergrund sind Planeten, Sterne und weitere Strukturen im All zu sehen.
Mit COSMOS wird der Weltraum in No Man’s Sky endlich selbst zum Ziel – mit Stationen, Schiffen, Außenposten und neuen Orten zwischen den Planeten. © Hello Games

Mit COSMOS nimmt sich Hello Games nun genau diesen Teil vor. Update 7.0 ist seit dem 9. September kostenlos verfügbar und stellt laut Studio den größten Umbau des Weltraums seit Veröffentlichung des Spiels dar. Sternsysteme bekommen neue Ziele, riesige Wracks treiben durchs All, Spieler können eigene Raumstationen übernehmen und sogar vollständig frei schwebende Basen zwischen den Planeten errichten.

Sean Murray formuliert den Anlass ungewöhnlich offen: Obwohl No Man’s Sky immer als Weltraumspiel bezeichnet wurde, habe man den Weltraum selbst seit 2016 kaum angerührt. COSMOS soll ihn nun endlich zu einem Ort machen, an dem man mehr tut, als auf dem Weg zum nächsten Planeten möglichst zügig hindurchzufliegen.

🗺️ Jedes Sternsystem bekommt eine richtige Karte

Eine der grundlegenden Neuerungen ist die lokale Sternsystemkarte. Sie lässt sich über das Schnellmenü öffnen und zeigt Planeten, die jeweilige Raumstation und neue Punkte von Interesse im tiefen Weltraum.

Davon gibt es plötzlich erheblich mehr. COSMOS verteilt felsige und vereiste Asteroidengürtel, bewohnte oder infizierte Außenposten, Asteroidenplattformen, Trümmerfelder und verschiedene Varianten gigantischer Schiffswracks über die Systeme. Viele dieser Orte können nach Ressourcen abgesucht oder direkt ausgebeutet werden.

Dazu führt eine neue Mission namens Signals behutsam in das System ein. Wer die Space Anomaly im jeweiligen Spielstand bereits erreicht hat, bekommt anschließend nach und nach die neuen Deep-Space-Punkte angezeigt.

Das klingt zunächst fast banal. Tatsächlich verändert es aber einen ziemlich alten Teil von No Man’s Sky: Aus dem Raum zwischen zwei Planeten wird erstmals selbst eine Landschaft mit Zielen.

🎬 No Man’s Sky entdeckt nach zehn Jahren den Weltraum neu

Der offizielle COSMOS-Trailer zeigt Raumstationen im eigenen Design, Orbitalbasen, Deep-Space-Außenposten, Asteroidengürtel und riesige Wracks, die direkt im Weltraum erkundet werden. Gerade die Menge neuer Aktivitäten macht deutlich, wie grundlegend Update 7.0 den bislang vergleichsweise leeren Raum zwischen den Planeten verändert.

🛰️ Raumstation übernehmen und den Laden selbst führen

Besonders weit geht Hello Games bei den Raumstationen. Spieler können sich bei den lokalen Autoritäten beweisen und anschließend Direktor einer eigenen Station werden.

Danach lässt sich der zentrale Bereich umbauen, mit zusätzlichen Räumen erweitern und dekorieren. Auch die Außenseite der Station kann individuell gestaltet werden. COSMOS macht damit aus einem der ältesten festen Orientierungspunkte des Spiels plötzlich persönlichen Besitz.

Daran hängt gleichzeitig ein neues soziales System. Stationsdirektoren können galaktische Allianzen gründen, Namen und Banner festlegen und gemeinsam mit anderen Spielern um verschiedene Platzierungen konkurrieren – etwa nach Größe der Allianz, kontrollierten Stationen oder entdeckten Sternsystemen.

Das ist ein erstaunlicher Entwicklungsschritt für ein Spiel, in dem 2016 viele Spieler zunächst einmal Schwierigkeiten hatten, überhaupt denselben Ort wie ihre Freunde zu sehen. Zehn Jahre später betreiben sie dort gemeinsam Immobilienverwaltung.

🏗️ Basen brauchen jetzt nicht einmal mehr einen Planeten

Noch grundsätzlicher wird es beim Basenbau. COSMOS erlaubt erstmals vollständig frei schwebende Konstruktionen im Weltraum. Über einen speziellen Deep-Space-Basiscomputer kann ein Gebiet mitten im All beansprucht werden. Dort entstehen modulare Stationen, Außenposten oder ganze orbitale Siedlungen, ohne dass darunter irgendeine Planetenoberfläche erforderlich wäre.

Das dürfte für die ohnehin erstaunlich kreative Baucommunity des Spiels ziemlich schnell eskalieren. Sobald No Man’s Sky-Spieler die Erlaubnis erhalten, „irgendwo im Universum“ zu bauen, dauert es erfahrungsgemäß nicht lange, bis jemand einen orbitalen Palast konstruiert, der größer ist als das Entwicklerstudio. Immerhin muss diesmal niemand vorher einen Berg planieren.

☠️ Gigantische Wracks werden zu gefährlichen Außenmissionen

Die neuen Derelict Hulks gehören zu den atmosphärisch stärksten Ergänzungen. Dabei handelt es sich um gigantische verlassene Schiffe, die tief im Weltraum treiben und direkt von außen erkundet werden.

Spieler verlassen ihr eigenes Schiff und bewegen sich im Raumanzug durch rostige Korridore und beschädigte Bereiche. Wertvolle Technologien und Fracht können geborgen werden, allerdings besitzt das Ganze einen Haken: Beim Ausschlachten leidet die strukturelle Integrität des Wracks. Irgendwann beginnt das Schiff auseinanderzubrechen.

Das macht aus klassischem Looten plötzlich eine kleine Risikorechnung. Je länger man bleibt, desto größer kann die Ausbeute werden – und desto wahrscheinlicher wird die Erkenntnis, dass „noch schnell die letzte Kiste“ zu den traditionsreichsten letzten Worten der Videospielgeschichte gehört.

Neue Musik reagiert sogar auf diese Situationen. Sobald die Stabilität eines Hulks kritisch wird, wechselt der Soundtrack in dramatischere Stücke.

🪨 Außenposten bringen neue Geschäfte und Missionen

Auch Deep-Space-Außenposten werden zu dauerhaften Zielen. Dort warten Alien-Quartiermeister, Händler und Terminals für spezielle Verträge. Neue Materialien wie Comet Dust, Gelatinous Fibres oder Contaminated Metal lassen sich an verschiedenen Weltraumorten gewinnen und anschließend in den Außenposten weiterverarbeiten. Die daraus gewonnenen Waren können verkauft oder für den Bau eigener Raumstationen verwendet werden.

Damit verbindet Hello Games die neuen Orte direkt miteinander. Asteroidengürtel und Wracks liefern Ressourcen, Außenposten verarbeiten sie, Raumstationen und Orbitalbasen verbrauchen sie.

COSMOS wirkt dadurch weniger wie eine Sammlung einzelner Sehenswürdigkeiten und stärker wie ein neuer wirtschaftlicher Kreislauf im All. Der Weltraum bekommt also erstmals eine Infrastruktur. Danach kommt wahrscheinlich die interstellare Steuerbehörde.

☀️ Sogar zum Stern darf man jetzt fliegen

Hello Games hat bei COSMOS offenbar irgendwann beschlossen, dass vernünftige Grenzen überschätzt werden.

Sterne selbst werden zu erreichbaren Punkten innerhalb der Systeme. Spieler können sich tatsächlich auf den Weg zum Zentrum ihres Sonnensystems machen – eine Reise, die das Studio vorsichtshalber als etwas für besonders übermütige Traveller beschreibt.

Auch das ist für No Man’s Sky symbolisch ziemlich stark. Der Weltraum bestand bislang häufig aus Dingen, die man betrachten konnte, und Dingen, auf denen man landen durfte. COSMOS versucht, möglichst viele der bisherigen Kulissen in tatsächliche Orte zu verwandeln. Ob es vernünftig ist, direkt auf eine Sonne zuzufliegen, bleibt davon vollkommen unabhängig.

🎂 40 Updates werden zu einer spielbaren Zeitreise

Parallel zu COSMOS startet die neue Expedition Our Journey Continues.

Sie funktioniert wie ein spielbares Museum der zehnjährigen Entwicklungsgeschichte. Jeder Meilenstein steht für eines der 40 großen Updates, die No Man’s Sky seit 2016 erhalten hat. Nach und nach werden Mechaniken aus diesen Veröffentlichungen freigeschaltet, ergänzt um Entwicklerkommentare und kleine historische Hinweise.

Das dürfte gerade bei diesem Spiel ungewöhnlich interessant sein. Nur wenige Titel haben sich über zehn Jahre so massiv von ihrer ursprünglichen Version entfernt.

Wer No Man’s Sky 2016 gespielt und danach zehn Jahre nicht mehr angefasst hat, würde viele seiner heutigen Systeme kaum wiedererkennen. Die Jubiläumsexpedition macht aus genau dieser Entwicklung nun selbst Spielinhalt. Eine Art archäologische Ausgrabung also, nur dass die Ruinen dabei frühere Patchnotes sind.

🌌 COSMOS ist kostenlos – und praktisch überall verfügbar

Update 7.0 kostet für bestehende Spieler nichts. Hello Games veröffentlicht COSMOS auf PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch, Switch 2 und Mac sowie für PSVR, PSVR2 und PC-VR. Auch die Game-Pass-Version bekommt das Update.

Damit setzt das Studio eine inzwischen bemerkenswerte Tradition fort. No Man’s Sky hat seit zehn Jahren große Erweiterungen veröffentlicht, ohne daraus kostenpflichtige DLC-Pakete zu machen.

COSMOS dürfte dabei zu den substanziellsten gehören, weil es einen Bereich verändert, der seit dem ursprünglichen Release erstaunlich statisch geblieben war.

Planeten waren längst Orte zum Leben. Mit Update 7.0 versucht Hello Games jetzt offenbar dasselbe mit dem Nichts dazwischen.