Nightmare Bugs: Wenn ein Albtraum-Anime mit Käfern langsam durchs Hirn krabbelt

🔍 Suche im Fantasykosmos

Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

🐛 Nightmare Bugs: Wenn ein Albtraum-Anime mit Käfern langsam durchs Hirn krabbelt

Ein Neo-Anime, der so stakkatohaft verwirrt wie ein schlecht getimter Käferstich: Nightmare Bugs, eine echte Kuriosität beim Fantasy Filmfest, die sich bei allen Genre-Fans einschleichen will. Und zwar so richtig nachhaltig.


🏢 Hochhaus-Horror mit Geist-Insekten

Ein brutalistisch-anonymer Wohnturm, ein Mietvertrag, der nicht kündbar ist und Rin, eine Studentin, die trotzdem einzieht. Logisch, dass das niemals gutgehen kann. Und wie aufs Stichwort krabbelt auch schon ein Käfer aus dem Arm einer Leiche. Paranormale Phänomene plus Todesgerüchte und alter Dämonenlegenden? Natürlich, ist doch wohl klar. Das ist die offizielle Synopsis und mehr braucht’s aber auch nicht, um diesen höchst verstörenden Anime-Horrortrip zu starten.


🕷 Zwei Kurzfilme, ein Alptraum

Wenig überraschend: Nightmare Bugs ist kein rundes, konventionelles Feature, sondern ein Zusammenschnitt zweier früherer Werke von Saku Sakamoto, neu montiert untergejubelt als Horror-Anthologie. Resident Evil-Macher Osamu Fukutani hat sich (vermutlich aus felsenfester Überzeugung) rangemacht: Regie, Produktion, Drehbuch, Animation – alles aus einer Hand. Das erklärt die fragmentarische, oft desorientierende Struktur. Als Zuschauer muss man damit umgehen können, um hier wirklich fantastischen Horrospaß zu erleben.


⏱️ Anderthalb Stunden Teig für den Kopf

97 Minuten sind gewiss mehr als genug Zeit, um narrative Knoten aufzutürmen. Dabei ist die Technik ein wilder Mix: 2D, 3D, Rotoskopie, alles mehr oder weniger stimmig verknüpft, aber mit spürbar rudimentärer Auflösung und Frame-Rate. Das fühlt sich roh an, als hätte jemand im Studio meist unter Zuhilfenahme beider Ellbogen animiert.


🙃 Das Publikum so: „Hölle, Hölle, Hölle?!“

Auf dem Fantasy Filmfest war das Publikum sichtlich gespalten: Viele verließen innerlich nach 30 Minuten, nur um am Ende doch zu applaudieren. Vielleicht aus purer Erleichterung. Oder weil der Film im kollektiven Wahnsinn eben doch noch zündet, wenn man ihn schon beim Screening-Titelzettel belächelt hatte. Man kann es drehen und wenden wie man mag, das Ding wird keiner mit einem lapidaren So la la bewerten. Uns hat es jedenfalls ordentlich geflasht!


🧾 Fantasykosmos-Fazit

Ein Genre-Experiment ohne jede Leitplanke: Nightmare Bugs fällt nicht durch Strukturfehler auf, sondern durch die schiere Abwesenheit jeglicher Struktur. Aber: Wenn du ein Fan von kaltem Alptraum-Horror bist und kaum Handlung dir die besseren Bilder sind – tadaaa, das Dingen ist ein riesiger Elektrozaun für deine Fantasie. Keine Empfehlung zur Abendunterhaltung. Aber ein definitiver „Was zum Henker war das denn gerade?“-Moment für deine Watchlist. Wir vergeben 7 von 10 imaginären Käferpunkten.

Untoter Briefträger reicht dem Betrachter einen versiegelten Brief entgegen, umgeben von Nebel und Fackeln – Fantasy-Werbebanner für die Rubrik „Briefe aus dem Zwischenreich“ auf fantasykosmos.de.