Neue Euro-Scheine: Beethoven kommt aufs Geld – die Zwischenreiche liefern schon die 666-Euro-Note

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💶 Neue Euro-Scheine: Beethoven kommt aufs Geld – die Zwischenreiche liefern schon die 666-Euro-Note

Mehr als 20 Jahre nach Einführung des Euro bekommt das Bargeld ein neues Gesicht. Die Europäische Zentralbank hat mehrere Entwürfe vorgestellt und lässt die Bürger darüber abstimmen, ob künftig große Persönlichkeiten der europäischen Kultur oder lieber Flüsse und Vögel auf den Scheinen zu sehen sein sollen.

Zur Auswahl stehen unter anderem Ludwig van Beethoven, Leonardo da Vinci, Marie Curie und Miguel de Cervantes. Alternativ könnte ein Eisvogel künftig aus dem Portemonnaie blicken und daran erinnern, dass Europas Natur mindestens ebenso schnell verschwindet wie das Geld auf dem eigenen Konto.

Das bisherige Eurodesign setzte auf erfundene Brücken und Gebäude, damit sich kein Mitgliedstaat benachteiligt fühlte. Europa einigte sich also auf Architektur, die niemand kennt, an Orten, die es nicht gibt.

Endlich ein Motiv, mit dem sich alle identifizieren konnten.

Nun soll das Geld persönlicher werden. Beethoven könnte auf dem Zehner landen. Das passt hervorragend: Er hört nicht, wie teuer alles geworden ist, und der Besitzer des Scheins hört spätestens an der Supermarktkasse ebenfalls auf, an dessen Wert zu glauben.

In einer großen Bankhalle präsentiert eine Frau riesige Banknoten mit einem Komponisten und einem Eisvogel. Goblins zeigen daneben weitere Fantasiescheine mit einem Fährmann, einer Maus, einem Fußballberater und einem Drachen.
Europa stimmt noch über Beethoven und Eisvogel ab, während die Zwischenreiche bereits Geldscheine ausgeben, deren Motive nicht einmal ihre Erfinder erklären können.

🐦 Beethoven oder Eisvogel: Europa steht vor der großen Schicksalswahl

Die EZB unterscheidet zwischen „Europäischer Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Damit stehen die Bürger vor einer schwierigen Entscheidung. Möchten sie ihre Kaufkraft lieber unter den ernsten Augen eines weltberühmten Komponisten verlieren oder unter dem neugierigen Blick eines kleinen Vogels, der den Euro-Raum jederzeit fluchtartig verlassen könnte?

Beethoven würde dem Geld Würde verleihen. Leonardo da Vinci stünde für Erfindungsgeist. Marie Curie für Wissenschaft. Cervantes für Literatur. Der Eisvogel hingegen sitzt einfach herum und weiß vermutlich als Einziger, wie man mit zehn Euro einen ganzen Monat überlebt.

Nach Informationen des Arkanen Moosverhetzers war die Auswahl allerdings deutlich größer. Mehrere vorgeschlagene Persönlichkeiten wurden frühzeitig aussortiert. Napoleon galt als zu französisch, Karl der Große als zu groß und Franz Kafka als zu kafkaeskes Symbol für europäische Finanzpolitik.

🏦 Die geheime Abordnung aus den Zwischenreichen

Zur Vorstellung der Entwürfe erschien auch eine Delegation der Zwischenreiche in der EZB-Zentrale. Sie bestand aus zwei Koboldbankern aus Knatterstedt, einem flüchtigen Hofalchimisten aus Murengard und dem Schatzmeister von Knattermoor, der wegen früherer Währungsreformen nur unter dem Namen Herr Niemand auftritt.

Die Delegation lobte die europäische Idee, Geld künftig mit bedeutenden Persönlichkeiten und Naturmotiven zu versehen. Im Knattermoor verfährt man ähnlich. Dort zeigt jede Banknote entweder den Vorsitzenden des Ausschusses, der ihre Ausgabe genehmigte, oder das Tier, das später mit dem Staatsschatz verschwand. Da Knattermoor siebenundvierzig zuständige Ausschüsse besitzt, sind bislang über 300 verschiedene Vorderseiten im Umlauf.

Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein. Sobald die neuen Euro-Scheine gedruckt sind, plant die Vierstrom-Wechselkammer von Varanthis eine eigene Ergänzungsserie, die in Restaurants, Souvenirläden und allen schlecht beleuchteten Wechselstuben des Kontinents akzeptiert werden soll.

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🪙 Diese Scheine kommen aus den Zwischenreichen

Der 3-Euro-Schein: Die Knattermaus

Auf der Vorderseite springt die Knattermaus mit ihren riesigen Füßen durch ein glitzerndes Sumpfgebiet. Auf der Rückseite wartet ein erschöpfter Erwachsener an der Kasse und versucht, damit seine verlorene Kindheit zu bezahlen.

Der Schein duftet nach nassem Turnbeutel und wird beim dritten Falten klebrig. Sein tatsächlicher Wert beträgt 80 Cent. Sammler zahlen bereits jetzt bis zu 449 Euro.

Der 7-Euro-Schein: Boney und die letzte Überfahrt

Boney steht mit seiner Fähre im Nebel und hält eine Laterne über das Wasser. Der Schein gilt ausschließlich für einfache Überfahrten in die Zwischenreiche. Eine Rückfahrt ist nicht enthalten.

Wer versucht, damit im Diesseits zu bezahlen, erhält vom Kassierer einen langen Blick und möglicherweise eine Vorladung durch das Amt für unerlaubte Jenseitsreisen.

Ein dunkelblauer Fantasieschein mit der Zahl 7 zeigt einen Fährmann in einem Holzboot auf stürmischem Wasser. Er hält eine leuchtende Laterne vor ein geisterhaftes Tor, während ein Goblinbanker den Schein prüft.

Der 13-Euro-Schein: Der Unglückstaler von Muränien

Auf ihm ist Herzog Mumpfried der Letzte zu sehen, der die herzogliche Staatskasse bei einer Wette auf einen dreibeinigen Sumpfochsen verlor. Der Schein bringt seinem Besitzer finanzielles Unglück. Das unterscheidet ihn kaum von gewöhnlichem Geld, besitzt aber immerhin einen ehrlichen Warnhinweis in zwölf ausgestorbenen Dialekten.

Wichtig: Bankautomaten geben ihn grundsätzlich nur freitagabends aus.

Der 36-Euro-Schein: Matthias Sammer erklärt den Wert

Der ungewöhnliche Nennwert wurde gewählt, weil niemand genau weiß, warum es ihn gibt, aber alle sofort glauben, er müsse wichtig sein. Auf der Vorderseite erklärt Matthias Sammer einem Kreis verzweifelter Goblins, dass dem Schein Gier, Haltung und die Bereitschaft fehle, unbedingt 50 Euro wert sein zu wollen.

Auf der Rückseite bietet er der Zentralbank seine Hilfe an. Rein inhaltlich versteht sich.

Ein verzierter Fantasieschein mit der Zahl 36 zeigt einen kahlköpfigen Mann mit grauem Bart, der sich über eine Taktiktafel beugt. Neben ihm sitzen erschöpfte Fußballspieler, während kleine Goblins Notizen machen und eine Sanduhr halten.

Der 49-Euro-Schein: Das Amt für nachträgliche Genehmigungen

Dieser Schein zeigt ein prächtiges Behördenportal. Hinter jeder Tür befindet sich ein weiterer Wartesaal. Zum Bezahlen müssen drei Formulare ausgefüllt, zwei Zeugen benannt und ein Passbild des Geldes eingereicht werden. Die Bearbeitungszeit beträgt sechs bis acht Wochen. Bis dahin ist der Schein inflationsbedingt nur noch 31 Euro wert.

Der 99-Euro-Schein: Der River-Eistee

Die Vorderseite zeigt einen Tetra Pak in einer goldenen Schatzkammer. Die Rückseite präsentiert fünf erwachsene Männer, die sich auf einer Verkaufsplattform gegenseitig überbieten. Der Schein kann nicht gewechselt werden, weil niemand bereit ist zuzugeben, dass sein Inhalt früher 89 Cent kostete.

Funfact: Alchimistische Untersuchungen fanden übrigens Spuren von Pfirsichbehauptung, Pausenhofasphalt und finanzieller Verblendung.

Der 404-Euro-Schein: Wert nicht gefunden

Dieser Geldschein erscheint ausschließlich auf digitalen Konten, verschwindet beim Öffnen der Banking-App und wird vom Kundendienst dennoch als erfolgreich zugestellt geführt.

Auf der Vorderseite steht ein ratloser Zauberer vor einem leeren Tresor. Die Rückseite zeigt eine freundliche Sanduhr und bittet um etwas Geduld. Der Support ist montags zwischen 3.12 Uhr und 3.17 Uhr erreichbar.

Der 666-Euro-Schein: Der Drachenhort

Der wertvollste Schein der Serie trägt das Bild des Großen Schuppenfürsten Krallifax, der auf einem Berg aus Gold sitzt und den Begriff Geldanlage sehr wörtlich nimmt. Der Schein darf nur von Menschen geführt werden, die bereits reich genug sind, ihn nicht zu benötigen.

Beim Bezahlen entstehen automatisch eine Beratungsgebühr, eine Hortverwaltungsabgabe und ein kleiner Fluch auf die Erbengemeinschaft. Wechselgeld gibt es ausschließlich in Kryptowährungen des Drachen.

Ein verzierter Fantasieschein mit der Zahl 36 zeigt einen kahlköpfigen Mann mit grauem Bart, der sich über eine Taktiktafel beugt. Neben ihm sitzen erschöpfte Fußballspieler, während kleine Goblins Notizen machen und eine Sanduhr halten.

🏰 Europa bekommt endlich Gesichter

Noch dürfen die Bürger abstimmen. Der EZB-Rat will das Ergebnis später bei seiner Entscheidung „berücksichtigen“. Das bedeutet im europäischen Verwaltungssprech vermutlich, dass die Stimmen sorgfältig gezählt, in einer hochwertigen Mappe abgeheftet und anschließend neben den Vorschlag gelegt werden, der ohnehin schon gewonnen hat.

Die Zwischenreiche sehen darin kein Problem. Dort finden Währungsabstimmungen seit Jahrhunderten nach demselben Verfahren statt. Jeder darf frei wählen, solange er sich für das Porträt des amtierenden Königs entscheidet.

Immerhin erhalten die Euro-Scheine nun endlich Gesichter. Das macht finanzielle Verluste persönlicher. Wenn Beethoven künftig aus dem Portemonnaie verschwindet, kann man ihm wenigstens noch kurz in die Augen sehen. Der 666-Euro-Schein hingegen wird vermutlich für immer in der Geldbörse liegen.

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