Eine lautlose Schallplatte löscht Männerstimmen aus: Nervous kommt zum Fantasy Filmfest

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Die Platte bleibt still

📰 Was ist los?
Der neue Teaser zu Abner Pastolls Nervous zeigt Sarah Bolger als Frau, die nach dem Abspielen einer scheinbar lautlosen Schallplatte zunehmend keine Männerstimmen mehr hören kann. Der Psycho-Horrorfilm feiert am 27. August beim FrightFest Weltpremiere und läuft ab 7. September beim Fantasy Filmfest in Deutschland.

🐛 Was denken wir?
Eine einzige akustische Idee reicht hier für einen erstaunlich starken Horroraufbau: Die Welt klingt weiter, nur ein Teil ihrer Menschen verschwindet aus ihr. Wenn der Film mit diesem Motiv so präzise arbeitet, wie es der Teaser andeutet, könnte eine vollkommen lautlose Schallplatte im September ziemlich viel Lärm machen.

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🔇 Eine lautlose Schallplatte löscht Männerstimmen aus: Nervous kommt zum Fantasy Filmfest

Bei einer unbeschrifteten Schallplatte auf dem Dachboden gibt es verschiedene vernünftige Reaktionen. Man kann sie stehen lassen, den Vorbesitzer fragen oder zumindest damit rechnen, dass darauf eine sehr schlechte lokale Rockband aus den Achtzigern verewigt wurde. Sarah legt sie in Nervous selbstverständlich auf den Plattenspieler. Zu hören ist nichts. Nur das Kratzen der Nadel.

Sarah Bolger hält sich als Sarah ein Ohr zu, während Ko Asung als Eunbyeol dicht hinter ihr steht.
Sarah verliert nach dem Abspielen einer geheimnisvollen Platte zunehmend die Fähigkeit, Männerstimmen zu hören, während Eunbyeol für sie immer wichtiger wird. © February Films / Story Robot

Kurz darauf beginnt Sarah allerdings, etwas anderes nicht mehr zu hören: Männerstimmen. Der neue Teaser zu Abner Pastolls britisch-koreanischem Psychogorrorfilm zeigt erstmals ausführlicher, wie diese einfache und ziemlich brillante Grundidee Sarahs Wahrnehmung zerlegt. Schon am 27. August erlebt der Film als Eröffnungsfilm des Tubi FrightFest seine Weltpremiere in London; im September kommt er anschließend zum Fantasy Filmfest nach Deutschland.

🎧 Wenn Stille plötzlich selektiv wird

Sarah lebt mit ihrem Mann Sungsoo in der koreanischen Provinz. Der Umzug soll ihre bröckelnde Ehe retten, doch das neue Haus besitzt wenig Interesse daran, eine therapeutische Wirkung zu entfalten. Eine unheimliche ältere Frau taucht auf, die junge Nachbarin Eunbyeol verhält sich gegenüber Sungsoo auffällig vertraut und schließlich entdeckt das Paar auf dem Dachboden jene namenlose Vinylplatte.

Nachdem Sarah die Platte abgespielt hat, wacht sie mit blutenden Ohren auf. Männerstimmen werden für sie zunächst leiser und verschwinden schließlich immer stärker aus ihrer akustischen Welt, während Ärzte keine Ursache finden. Gleichzeitig vertieft sich ihre Faszination für Eunbyeol und aus Isolation werden Paranoia, Halluzinationen und zunehmend gefährliche Begierden. Der Film hält dabei bewusst offen, ob Sarah psychisch zusammenbricht oder ob die Platte tatsächlich etwas mit ihr gemacht hat.

🔇 Die Platte spielt nichts – und genau das ist das Problem

Der neue Teaser zu Nervous zeigt Sarahs zunehmend verstörte Wahrnehmung, die geheimnisvolle Vinylplatte und erste Bilder aus der koreanischen Provinz. Eine Schallplatte ohne Musik klingt zunächst nach einem Produktionsfehler. Hier wäre das vermutlich noch die angenehmste Erklärung.

Genau darin steckt der schöne Horrorhaken. Nervous nimmt nichts Spektakuläres weg. Sarah kann weiterhin sehen, sich bewegen und Geräusche hören. Nur ein bestimmter Teil der menschlichen Welt wird langsam stummgeschaltet. Wer schon einmal versucht hat, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, kann sich vorstellen, wie schnell aus so einem kleinen akustischen Riss ein ziemlich großes Loch wird.

Und der Plattenspieler hat nicht einmal die Höflichkeit, wenigstens schlechte Musik dafür verantwortlich zu machen.

🌾 Der koreanische Horror liegt diesmal auf dem Land

Pastoll hat Nervous vollständig in und um Seoul gedreht, wobei gerade die koreanische Provinz eine wichtige Rolle spielt. FrightFest beschreibt den Film ausdrücklich als Geschichte, die Sarahs psychologische Entfremdung mit dem für sie ungewohnten kulturellen und räumlichen Umfeld verbindet. Die Landschaft ist damit keine exotische Kulisse, vor der ein britischer Horrorfilm zufällig stattfindet, sondern Teil ihrer zunehmenden Orientierungslosigkeit.

Sarah Bolger arbeitet dabei erneut mit Pastoll zusammen. Beide drehten bereits A Good Woman Is Hard to Find, mit dem der Regisseur 2019 das FrightFest abschloss. Ko Asung bringt wiederum reichlich Genrefilmgeschichte mit: International wurde sie unter anderem durch Bong Joon Hos The Host und Snowpiercer bekannt. Sungsoo Yune spielt Sarahs Ehemann, während Matthew Pusti den neuen Originalscore komponiert hat.

Gerade bei einem Film über selektiven Hörverlust dürfte allerdings weniger entscheidend sein, wie viel Musik gespielt wird, sondern was irgendwann nicht mehr zu hören ist. Das Fantasy Filmfest hebt entsprechend die präzise Tonspur des Films ausdrücklich hervor.

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🎬 Eine Woche nach London ist Deutschland dran

Seine Weltpremiere feiert Nervous am 27. August als offizieller Eröffnungsfilm des Tubi FrightFest in London. Der Film läuft dort um 17:30 Uhr im Odeon Leicester Square, Pastoll und Mitglieder des Casts sollen ebenfalls beim Festival auftreten. Anschließend geht es am 4. September zum MOTELX nach Lissabon und nur drei Tage später bereits nach Deutschland.

Beim 40. Fantasy Filmfest startet Nervous am 7. September um 17:15 Uhr in Berlin und Hamburg. Köln, München und Stuttgart zeigen ihn am 14. September, Nürnberg am 21. September und Frankfurt am 28. September. Die 100-minütige Fassung läuft auf Englisch beziehungsweise Koreanisch mit den entsprechenden Untertiteln.

Damit müssen wir bei diesem ungewöhnlichen Horrorstoff ausnahmsweise nicht monatelang auf irgendeinen Streamingdeal hoffen. Zwischen Weltpremiere und erster deutscher Vorführung liegen gerade einmal elf Tage.

Wer dort während des Films irgendwann keine Männerstimmen mehr hört, sollte allerdings zunächst überprüfen, ob das zur Tonspur gehört.

Und erst danach den Plattenspieler im Foyer verdächtigen.

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