Nagelsmann am Seitenausgang: Der DFB sucht jetzt Menschen, die zumindest irgendwas können

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⚽ Nagelsmann am Seitenausgang: Der DFB sucht jetzt Menschen, die zumindest irgendwas können

Julian Nagelsmann ist aus Amerika zurückgekehrt, und selten hat eine Seitentür am Flughafen so viel über den Zustand des deutschen Fußballs erzählt. München, Regen, ein paar Kameras, keine wartende Jubelkulisse, keine Pokalkutsche, keine Heldenfolklore, sondern ein Bundestrainer, der nach dem WM-Aus gegen Paraguay den kürzesten Weg aus der öffentlichen Symbolik nahm.

Das Bild sitzt. Es ist fast schon zu gut. Der deutsche Fußball landet nach dem nächsten Turnierknall wieder in der Wirklichkeit, während der DFB irgendwo zwischen Geburtstagskalender, Vertragsmappe, Verbandsproporz und interner Aufarbeitung nach der passenden Tür sucht. Nagelsmann verschwindet durch den Hinterausgang, der Verband geht in den Beratungsmodus, und das Land fragt sich, ob diese Nationalmannschaft eigentlich noch ein Projekt ist oder schon eine wiederkehrende Prüfung der Leidensfähigkeit.

Satirische Fantasy-Szene an einem verregneten Flughafen-Stadion: Ein enttäuschter Fußballtrainer verschwindet durch einen Seitenausgang, während davor echte Fußballfiguren, Talkshow- und Quizshow-Gestalten, politische Symbolfiguren und absurde Kandidaten aus den Zwischenreichen als mögliche Retter des DFB auftreten.
Seitentür raus, Rettercasting rein: Wenn der DFB nicht weiterweiß, bewerben sich eben Talkmaster, Quizonkel, Raute und Froschwart.

🌧️ Der Seitenausgang als deutsches Fußballwappen

Natürlich kann man einen Seitenausgang ganz harmlos erklären. Diskretion, Privatsphäre, Familie, Reisemüdigkeit. Alles menschlich, alles verständlich. Nur leider arbeitet Fußball selten mit harmlosen Bildern, sobald eine WM-Teilnahme in Trümmern liegt.

Ein Trainer, der nach einem frühen Aus durch die Nebentür entschwindet, während am Zeitungskiosk schon der nächste Heilsbringer ausgerufen wird, liefert mehr Symbolik als jeder DFB-Workshop zum Thema Führen nach hinten. Da steht plötzlich ein ganzer Verband im Regenmantel neben der Rolltreppe und tut so, als müsse man nur gründlich genug nachdenken, damit aus dem Scherbenhaufen ein Fundament wird.

Die Nationalmannschaft hat inzwischen eine bemerkenswerte Gabe entwickelt: Sie erzeugt nach Turnieren mehr Arbeitskreise als Torchancen während selbiger. Nach 2018 blieb Joachim Löw. Nach 2022 blieb Hansi Flick vorerst. Danach kam Nagelsmann als junger Neuanfang mit Laptop, Sneakers und großer Zukunftsmusik über Bluetooth. Nun steht der DFB wieder dort, wo er in den vergangenen Jahren erstaunlich oft stand: vor einer Tür mit der Aufschrift „Analyse“, hinter der vermutlich ein alter Flipchart leise weint.

🏛️ Der DFB braucht Ruhe, das Publikum will eine Abrissbirne

Bernd Neuendorf will prüfen, reden, bewerten, einordnen. Das klingt seriös, hat aber im deutschen Fußball inzwischen den Beigeschmack von kaltem Kaffee im Sitzungsraum. Sobald beim DFB „in Ruhe“ gesagt wird, spürt man förmlich, wie irgendwo ein Gremium seine Namensschilder aus dem Schrank holt.

Dabei ist der Befund gar nicht so rätselhaft. Deutschland hat wieder ein Turnier versemmelt. Das vorhandene Potenzial kam erneut nur in Prospektsprache vor. Auf dem Platz sah man zu oft eine Mannschaft, die zwar viele Begriffe aus dem modernen Fußball kennt, aber in entscheidenden Momenten wirkte, als habe jemand den USB-Stick mit der deutschen Spielidee beim Hinflug verbummelt.

Nagelsmann ist gewiss kein Ahnungsloser. Gerade das macht die Sache schwerer. Bei einem Blender könnte man den Vorhang zuziehen und gut. Hier aber steht ein Trainer mit Ideen, Intelligenz und Ruf vor einem Ergebnis, das diese Qualitäten brutal entwertet. Die schönste Tafel nützt wenig, wenn am Ende wieder Paraguay lacht und Deutschland abreist.

🧾 Der Moosverhetzer mischt sich ein: echte Kandidaten für den DFB

Jetzt also Trainerdebatte. Und weil Fußball-Deutschland in solchen Momenten gern zwischen Erlösungskult und Stammtischgericht schwankt, sortieren wir das Feld einmal ordentlich. Zunächst natürlich die beiden üblichen Verdächtigen, die in solchen Diskussionen meistens die Spitze bilden.

Jürgen Klopp

Klopp ist der deutsche Fußball-Notarzt. Sobald irgendwo Rauch aus der Nationalmannschaft steigt, ruft jemand seinen Namen, als öffne sich dann automatisch ein Pressingportal über dem Kanzleramt.

Wäre er gut? Ja.
Wäre er teuer, kompliziert und vielleicht gar nicht zu haben? Wohl auch ja.
Würde der DFB trotzdem anrufen müssen? Natürlich. Wer nach drei Turnierbränden nicht beim einzigen Mann klingelt, der nach Feuerlöscher und Stadionrock zusammen klingt, hat die eigene Panik noch nicht ernst genug genommen.

Lothar Matthäus

Lothar Matthäus als Bundestrainer wäre kein Neuanfang, sondern ein Medienereignis mit Ernsthaftigkeitsproblem. Fachlich schwer zu verkaufen, satirisch ein absolutes Geschenk. Jede Pressekonferenz hätte mehr Brisanz als manche Gruppenphase.

Zuletzt coachte er eine Bambini-Mannschaft seines Sohnes, was ihn im deutschen Fußball natürlich sofort für höhere Aufgaben qualifiziert. Denn wenn man Siebenjährigen erklärt hat, warum alle dem Ball hinterherrennen müssen, weil es sonst was setzt, ist der Sprung zur Nationalelf psychologisch gar nicht mehr so groß.

Sein Konzept wäre klar: mehr Siegermentalität, mehr Geradeaus, mehr „da muss einer auch mal dahin gehen, wo es weh tut“

🧑‍🚀 Jetzt wird wird es endlich sinnvoll: Top-Leute außerhalb des Fußballbetriebs

Der Moosverhetzer schlägt vor, die Trainerfrage endlich mutig zu denken. Keine Vereinsstationen, keine Lizenzdebatte, keine „kennt den Verband“-Floskeln. Deutschland braucht jemanden, der aus einem ganz anderen Bereich kommt und schon eine Menge Elend gesehen hat.

Markus Lanz

Lanz würde keine Mannschaft trainieren, sondern Gegner in Gesprächssituationen verwickeln, aus denen sie vor der 70. Minute nicht mehr herausfinden.

„Aber erklären Sie mir doch bitte einmal ganz konkret: Warum stehen Sie da frei am zweiten Pfosten? Was macht das mit Ihnen? Und haben Sie das der Innenverteidigung vorher kommuniziert?“

Nach drei Spielen gäbe es keine Gegentore mehr. Nicht wegen besserer Defensive. Die Gegner würden aus Erschöpfung den Ball ins Aus tragen.

Angela Merkel

Merkel würde die DFB-Truppe nicht trainieren, sondern so lange beruhigen, bis selbst ein Rückstand wie eine verwaltbare Lage mit europäischer Anschlussfähigkeit wirkt.

„Wir schaffen das“ bekäme im Strafraum eine völlig neue Bedeutung: Man liegt 0:1 hinten, hat seit 40 Minuten keinen Torschuss, aber irgendwo am Spielfeldrand steht eine Frau mit Raute und vermittelt den Eindruck, dass Paraguay im Grunde nur ein nerviger Koalitionspartner ist.

Nach drei Spielen wüsste niemand, ob Deutschland besser geworden ist. Aber alle hätten gelernt, dass frühes Ausscheiden auch als geordneter Übergang in eine neue Turnierrealität beschrieben werden kann.

Günther Jauch

Endlich klare Entscheidungen: Vier Antwortmöglichkeiten bei jedem Elfmeter, Publikumsjoker für die Startelf, Telefonjoker bei Standards. Wenn der Linksverteidiger wieder falsch steht, fragt Jauch freundlich: „Sind Sie sicher?“

Der Mann könnte aus einem Elfmeterschießen wenigstens ein Format machen, bei dem Deutschland nicht völlig ahnungslos wirkt.

Marie Kondo

Der Kader wird aufgeräumt. Wer keine Freude bringt, fliegt raus. Wer keinen Raum besetzt, wird gefaltet. Wer seit Jahren nur Potenzial ausstrahlt, bekommt einen letzten dankbaren Blick und anschließend eine sehr kleine Kiste.

Das wäre hart, aber heilsam. Die Nationalmannschaft hätte danach vielleicht nur noch 14 Spieler, dafür aber Platz im Kopf.

Dieter Bohlen

Man darf darüber lachen, aber eine einzige Halbzeitansprache von Bohlen würde mehr Klartext enthalten als dreißig DFB-Kommuniqués.

„Du läufst wie ein Einkaufswagen mit kaputtem Rad. Du schießt wie ein Toaster. Und du da hinten: Das war keine Spieleröffnung, das war ein Hilferuf.“

Pädagogisch fragwürdig. Emotional gefährlich. Einschaltquote brutal.

Peter Wohlleben

Deutschland redet ständig vom Nachwuchs, behandelt ihn aber oft wie Topfpflanzen im Büroflur. Wohlleben würde erst einmal erklären, dass junge Spieler Wurzeln brauchen, Schatten, Geduld und ein Ökosystem, in dem nicht jeder nach zwei Länderspielen als neue deutsche Eiche verkauft wird.

Sein Problem: Bis der Aufbau trägt, ist vermutlich die WM 2034 vorbei. Dafür hätte die Mannschaft dann ein gesundes Binnenklima.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🧙 Kandidaten aus den Zwischenreichen

Jetzt zu den Leuten, die der DFB aus reiner Mutlosigkeit wieder nicht anrufen wird, obwohl es auch hier interessante Alternativen gäbe. Wir haben einige fähige Kandidaten genauer unter die Lupe genommen.

Gräfin Tilda von Ballaberg

Sie trainierte nie Fußball, gewann aber zwölf Erbstreitigkeiten ohne einen einzigen Anwalt. Ihre Stärke: Räume besetzen, bevor andere merken, dass sie mal ihnen gehörten.

Perfekt für eine Mannschaft, die im Mittelfeld manchmal wirkt, als habe sie dort kein Besuchsrecht.

Bolgur der Krötenwart

Bolgur betreut im Knattermoor 600 aggressive Sumpfkröten und wurde noch nie gebissen. Wer so eine Kabine führen kann, kommt auch mit Nationalspielern, Beratern und Social-Media-Botschaftern klar.

Seine Taktik: Wer jammert, trägt die Kröteneimer.

Elyra Fuchspfad

Elyra ist keine Trainerin, sondern Fallenstellerin. Sie würde Gegner nicht pressen, sondern in lohnenswert aussehende Sackgassen locken. Deutschland hätte endlich wieder Spielwitz, Heimtücke und eine rechte Seite, die nicht wie ein Versehen aussieht.

Risiko: Einige Spieler müssten schneller denken als posten.

Protokollmeister Umbrax

Der Mann ist ein Albtraum mit Formular und Pfeife. Jeder Ballverlust wird schriftlich begründet, jeder Querpass braucht Anlass, Ziel und moralische Rechtfertigung.

Der DFB würde ihn lieben. Die Spieler würden leiden. Die Zuschauer bekämen endlich Akteneinsicht ins Grauen.

Tante Rumsilda vom Muränien

Rumsilda führt seit 40 Jahren die härteste Kneipe der Zwischenreiche. Bei ihr haben Trolle, Kobolde, Söldner und betrunkene Zauberer gelernt, dass man erst zuhört und dann erst den Stuhl wirft.

Als Bundestrainerin hätte sie einen Vorteil: Niemand würde ihr mit „wir hatten eigentlich gute Phasen“ kommen. Dafür gibt es bei ihr Lappen, Eimer und Strafdienst am Zapfhahn.

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🏁 Fazit: Klopp fragen, Lothar filmen, den Rest neu denken

Nagelsmann steht am Seitenausgang, der DFB am Flipchart, Deutschland am Rand der nächsten großen Selbstbefragung. Natürlich wäre Klopp der beste echte Griff. Natürlich wäre Lothar Matthäus der lauteste Unfall mit Unterhaltungswert.

Aber vielleicht liegt die Wahrheit tiefer: Der deutsche Fußball braucht gar keinen weiteren Mann aus dem eigenen Kreislauf. Er braucht jemanden, der von außen kommt und fragt, warum dieses Land aus 80 Millionen Menschen, Milliardenumsätzen und zahllosen Leistungszentren schon wieder eine Mannschaft gebaut hat, die nach sich nach dem Paraguay-Spiel anfühlt, als wäre man gerade zum dritten Mal durch die Theorie bei der Mofa-Prüfung gefallen.

Der Moosverhetzer empfiehlt daher: Klopp anrufen, Lothar daneben setzen, Lanz für die Gegneranalyse buchen, Merkel für die Geduld, Kondo für den Kader, Bohlen für die Kabine und Tante Rumsilda für alles, was danach noch Ausreden sucht.

Dann wird Deutschland vielleicht nicht Weltmeister. Aber es würde endlich ne richtige Soap draus.

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