🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.
🪰 Hexenheilung mit Nebenwirkungen: Mother of Flies startet auf Shudder fast makellos
Shudder eröffnet das Fantasy-Horror-Jahr mit einem Film, der aussieht, als hätten Hexenzirkel und Kunsthochschule ein gemeinsames Abschlussprojekt abgegeben: Mother of Flies von John Adams, Toby Poser und Zelda Adams startet mit rund 95–96 % Kritikerzustimmung auf Rotten Tomatoes und sorgt damit für deutlich mehr Gesprächsstoff als der übliche Franchise-Jumpscare.
🌲 Worum geht’s in Mother of Flies?
Im Zentrum steht Mickey, eine junge Frau mit tödlicher Diagnose, die sich hartnäckig weigert, sich vom Leben verabschieden zu lassen. Gemeinsam mit ihrem Vater zieht sie sich in ein abgelegenes Waldhaus zurück, wo die geheimnisvolle Solveig, eine Mischung aus Heilerin, Hexe und Todesengel, eine unkonventionelle „Kur“ anbietet: Ritualmagie, Blut, Fliegen, viel Erde, noch mehr Symbolik. Jede Linderung hat ihren Preis, und die Grenze zwischen Heilung, Fluch und Selbstauflösung wird im Laufe der drei Tage zunehmend porös.
Statt auf Jump-Scares setzt der Film auf ein langsam zudrehendes Atmosphären-Korsett: halluzinierte Bilder, Körper, die sich verändern, und ein Haus, das aussieht, als wäre ein viktorianisches Herrenhaus in einen Baum hineingewachsen. Kritiker sprechen von „somber and boldly intimate“ Folk-Horror mit beeindruckenden praktischen Effekten, also eher nekromantische Kammeroper als Geisterbahn.
🎥 Die Adams Family (ohne zweites d)
Das Trio ist kein Zufallsfund, sondern seit Jahren eine der interessantesten DIY-Adressen im Indie-Horror: Unter dem Label Wonder Wheel Productions drehen John Adams, Toby Poser und ihre Töchter Lulu und Zelda ihre Filme weitgehend im Familienbetrieb. Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt und oft auch der Soundtrack stammen aus einem Haushalt. Vor Mother of Flies haben sie u. a. The Deeper You Dig, Hellbender und Where the Devil Roams vorgelegt.
Mit Mother of Flies hat die Familie erstmals den Cheval-Noir-Hauptpreis des Fantasia International Film Festival gewonnen, als erste US-Produktion überhaupt. Der Film holte dort zusätzlich noch den Preis für den Score; Shudder sicherte sich anschließend die Rechte für Nordamerika, UK, Irland, Australien und Neuseeland.
Seit dem 23. Januar 2026 ist Mother of Flies nun auf Shudder bzw. AMC+ abrufbar – offiziell einsortiert zwischen Horror, Drama und Fantasy.
🔮 Fantasy, Krankheit, Hexerei – warum uns das interessiert
Genremäßig sitzt Mother of Flies genau an der Stelle, an der Fantasykosmos hellhörig wird: Hexenrituale, Todesmagie, Waldmärchen-Ästhetik und eine Heldin, deren Überleben buchstäblich an okkulter Intervention hängt. Das ist kein realistisches Krankheitsdrama mit Symboltapete, sondern eine klar fantastische Weltdeutung: Krankheit als Fluch, Heilung als Zauber, der Körper als Verhandlungsfläche zwischen Natur, Tod und etwas Älterem, das im Boden wohnt.
Gleichzeitig wirkt der Film wie das Gegenprogramm zur diesjährigen Horror-Fortsetzungswelle, in der Sequels und Soft-Reboots von Scream bis Evil Dead schon in der Pipeline stehen. Während andere mit Teil 6 und 7 jonglieren, inszeniert die Adams-Familie ein singuläres, esoterisch-weirdes Waldstück – mit genug Fliegen, Blut und melancholischem Pathos, um auch Fantasy-Fans aus der Komfortzone zu locken.
🎬 Offizieller Trailer
Der offizielle Trailer zu „Mother of Flies“ – dem neuen Fantasy-Horrorfilm der Adams-Familie. Bereitgestellt vom offiziellen Shudder-Channel auf YouTube:
Und wir hier? Aktuell bleibt uns nur der sehnsüchtige Blick in den dunklen Wald: „Mother of Flies“ startet zunächst exklusiv bei Shudder, und der Dienst ist offiziell weiterhin nur in USA, Kanada, UK/Irland sowie Australien/Neuseeland verfügbar, der frühere Shudder-Channel bei Prime Video ist hierzulande Geschichte. Ob der Film später zu einem deutschen Streamingdienst weiterwandert (Mubi? Arthaus? irgendein spät nachts aufwachendes Nischenportal), ist noch völlig offen, wir behalten das im Auge und melden uns, sobald klar ist, wo man die Hexenkur legal nachholen kann.



