Zwei Bildschirme, ein Vvardenfell: Morrowind wird zum Taschenabenteuer
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📱 Morrowind braucht zwei Bildschirme
📰 Was ist los?
Das kostenlose Android-Projekt OpenMW-DS bringt Morrowind auf Handhelds mit zwei Displays. Oben wird Vvardenfell erkundet, unten lassen sich Inventar, Magie, Karte und Quests bedienen. Auch große Mods wie Tamriel Rebuilt funktionieren. Die Originalspieldateien müssen allerdings selbst vorhanden sein.
🐛 Was denken wir?
Endlich zwei Bildschirme für Morrowind! Auf dem ersten retten wir die Welt, auf dem zweiten sortieren wir 37 rostige Dolche, elf Paar Stiefel und 84 Zutaten, deren Wirkung niemand kennt. Jetzt brauchen wir nur noch einen dritten Bildschirm für Beantwortung der Frage, warum wir das alles mitschleppen.
Einmal durch die Pilzwälder von Vvardenfell wandern, während auf einem zweiten Bildschirm das Inventar griffbereit liegt, die Zaubersprüche sortiert sind und die Karte den nächsten Weg zeigt. Was verdächtig nach einer besonders ehrgeizigen Nintendo-DS-Version von The Elder Scrolls III: Morrowind klingt, ist auf modernen Android-Handhelds tatsächlich möglich. Das kostenlose Fanprojekt OpenMW-DS verteilt Bethesdas Rollenspielklassiker auf zwei Displays und macht aus tragbaren Spielkonsolen kleine Abenteuerstationen.

Entwickler Josh Daniels arbeitet bereits seit dem Sommer 2026 an seiner ungewöhnlichen Umsetzung. Seit August ist eine vollständige erste Version verfügbar, die am 1. Oktober mit Version 1.3.0 weitere Verbesserungen erhalten hat. Inzwischen lässt sich der Klassiker auf mehreren Android-Handhelds spielen.
🗺️ Oben Abenteuer, unten der ganze Papierkram
Das Konzept ist verblüffend naheliegend. Auf dem oberen Display läuft Morrowind mit seiner gewohnten dreidimensionalen Fantasywelt. Das untere übernimmt einen Großteil der umfangreichen Benutzeroberfläche.
Dort lassen sich Inventar, Zaubersprüche, Charakterwerte, Ausrüstung und Questtagebuch aufrufen, ohne ständig die eigentliche Spielansicht zu verdecken. Die Informationen werden während des Spielens aktualisiert.
Besonders praktisch ist die Kartenfunktion. Während auf einem Bildschirm die Weltkarte erscheint, kann der andere gleichzeitig die unmittelbare Umgebung darstellen. Markierungen und eigene Notizen erleichtern die Orientierung.
Auch Handel, Alchemie, Verzauberungen und das Herstellen eigener Zauber lassen sich über den zusätzlichen Touchscreen bedienen. Wer lieber klassische Knöpfe verwendet, bekommt vollständige Controller-Unterstützung.
Gerade Morrowind profitiert davon erheblich. Schließlich stammt das Rollenspiel aus einer Zeit, in der die Verwaltung zahlloser Gegenstände und Zauber noch ein Abenteuer für sich war.
🧙 Sogar Tamriel Rebuilt darf mit auf Reisen
Die technische Grundlage liefert OpenMW, eine quelloffene Neuimplementierung der ursprünglichen Morrowind-Engine. Daniels hat dafür eine Android-Anwendung angepasst, welche die Spielmechanik beibehält und zahlreiche Menüs auf den zweiten Bildschirm verlagert.
Ursprünglich wurde OpenMW-DS vor allem für den AYN Thor entwickelt. Inzwischen gibt es experimentelle Unterstützung für Retroid-Geräte mit Dual-Screen-Erweiterung und weitere Handhelds wie den AYANEO Pocket DS.
Auch auf Geräten mit nur einem Bildschirm ist die Anwendung nutzbar. Dann verwendet sie allerdings weitgehend die herkömmlichen Spielmenüs.
Bemerkenswert ist außerdem die Unterstützung umfangreicher Modifikationen. Sogar das gewaltige Community-Projekt Tamriel Rebuilt einschließlich seiner Erweiterung Poison Song kann laut Entwickler verwendet werden.
Damit lässt sich neben dem ursprünglichen Vvardenfell auch ein beträchtlicher Teil des von Fans erweiterten Festlands von Morrowind unterwegs erkunden.
🔧 Neue Version verbessert Mods und Bedienung
Mit Version 1.3.0 hat Daniels mehrere praktische Funktionen ergänzt. Die Verwaltung zusätzlicher Mod-Ordner wurde verbessert, fehlerhafte Konfigurationen werden leichter erkannt und die Unterstützung verschiedener Bildschirmkombinationen ist flexibler geworden.
Auch das Schnellzugriffssystem wurde überarbeitet. Waffen, Zauber und Tränke können nun freier auf die Favoritenplätze verteilt werden. Besonders angenehm: Ist ein Trank aufgebraucht, bleibt sein Platz erhalten und wird automatisch wieder belegt, sobald Nachschub ins Inventar wandert.
Bei der Entwicklung setzte Daniels nach eigenen Angaben umfangreich auf die KI-Werkzeuge Claude und Claude Code. Den von ihm beigesteuerten Programmcode ließ er damit erstellen; Architektur, Funktionskonzept und Tests verantwortete er selbst.
The Elder Scrolls III · Kostenloses Fanprojekt
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OpenMW-DS
Erkunde die Länder der Dunmer auf deinem Android-Handheld. Oben wartet die Fantasywelt, unten hast du Inventar, Zauber, Karten und Questtagebuch stets im Blick.
Was brauchst du?
Ein kompatibles Android-Gerät und die Spieldateien einer legal erworbenen Morrowind-Version.
Originalspiel erhältlich bei Steam und GOG.
Unabhängiges Fanprojekt von Josh Daniels.
Keine offizielle Bethesda-Veröffentlichung.
Die Android-Anwendung wurde unter Einsatz
generativer KI programmiert.
🎮 Kostenloses Werkzeug, eigenes Morrowind erforderlich
OpenMW-DS kann kostenlos über die offizielle Projektseite auf GitHub heruntergeladen werden. Das eigentliche Morrowind ist allerdings nicht enthalten. Benötigt werden die Spieldateien einer legal erworbenen PC-Fassung, beispielsweise von Steam oder GOG.
Diese Dateien müssen auf das Android-Gerät übertragen und bei der Einrichtung ausgewählt werden. Die Anwendung wird als Android-Installationspaket bereitgestellt.
Eine Veröffentlichung für den ursprünglichen Nintendo DS ist übrigens nicht geplant. Der Name bezieht sich ausschließlich auf das Bedienkonzept mit zwei Bildschirmen.
Trotzdem hat die Idee einen gewissen Charme. Mehr als 24 Jahre nach seiner Veröffentlichung findet Morrowind damit eine überraschend passende neue Heimat. Und vielleicht ist es sogar ganz angenehm, dem nächsten Aschländer begegnen zu können, ohne vorher fünf Inventarfenster schließen zu müssen.
Vorausgesetzt natürlich, man hat überhaupt noch Platz im Gepäck.





