MORGAL – The Seventh Circle (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

MORGAL – The Seventh Circle

🧿 Kurzfazit
The Seventh Circle ist ein glühender, rabiater und herrlich überdrehter Black-Metal-Angriff, der seine Raserei nicht in beliebiges Gekreische kippen lässt. MORGAL verbinden höllische Geschwindigkeit, klassische Metal-Melodik, giftige Gitarrenarbeit und kurze Marschpassagen zu einem Album, das wie ein alter Höllenmythos mit frisch geschärften Klingen wirkt.

🎯 Für wen?
Für Schwarz-Hörer, die Black Metal nicht als Nebelbad, sondern als brennende Abfahrt mögen. Wer bei altem Speed Metal, finsterem Thrash, finnischem Untergrund, frühem Black-Metal-Rohbrand und sägenden Heavy-Metal-Leads sofort wacher wird, dürfte hier ziemlich schnell den richtigen Kreis finden.

🎧 Wie klingt das?
Wie ein Höllenfahrstuhl ohne Bremsseil. Die Songs rasen, beißen und überschlagen sich, bleiben dabei aber nicht kopflos. Unter der Oberfläche arbeiten sehr klassische Metal-Gene: Soli, Leads, prägnante Riffbögen, Tempowechsel und ein Gespür dafür, wann der Sturm kurz langsamer marschieren muss, bevor er wieder alles anzündet.

🎼 Highlights
Stormchaser, Goddess of Death, The Damned from the Seventh Circle

⛔ Nichts für dich, wenn…
du Black Metal vor allem als frostige Meditation, saubere Klangkathedrale oder atmosphärisches Langformat suchst. The Seventh Circle will nicht schweben. Es will herunterreißen, anzünden und danach mit schwarzen Fingernägeln an der Decke kratzen.

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MORGALThe Seventh Circle: Black Metal aus einem Höllenkreis, in dem die Ketten mitsingen

The Seventh Circle beginnt nicht wie ein Album, das freundlich anklopft. Es wirkt eher, als hätte jemand im Keller der Hölle eine Falltür geöffnet und darunter sofort ein Schlagzeug gezündet.

MORGAL kommen aus Finnland, aber dieser Black Metal hat wenig mit frostiger Waldmystik, Schneenebel oder elegischem Nordlicht zu tun. Hier brennt es lichterloh. Nee, keinesfalls feierlich, auch nicht majestätisch, schon gar nicht hübsch theatralisch, sondern dreckig, gelb, heiß und immer gefährlich nah am Gesicht. Das zweite Album der Band klingt nach einem Abstieg, bei dem jede Stufe schmaler wird und weiter unten schon jemand mit rostigen Ketten an der Wand kratzt.

Fünf Jahre nach Nightmare Lord melden sich MORGAL als Quartett zurück. Zwei neue Leute sind an Bord, doch statt das Ganze glatter, größer oder bequemer zu machen, scheint diese Besetzung der Band einen alten Wahnsinn zurückgegeben zu haben. Der ursprüngliche Rausch ist wieder da, nur mit mehr Ziel im Blick. The Seventh Circle ist nicht einfach schneller, böser oder lauter. Es ist wacher, wütender und erschreckend hungrig. Dabei bleibt es jedoch erstaunlich präzise darin, seinen Höllenlärm zu sortieren.

Das Cover passt dazu wie ein angeketteter Dämon zum schlecht beleuchteten Ritualraum. Eine knochige Gestalt reißt im Höhlenlicht die Arme empor, Ketten hängen von oben herab, Fledermäuse flattern durch die Finsternis, Feuer leuchtet aus Rippen, Augen und Spalten. Das Bild hat etwas von klassischem Metal-Wahn, aber ohne museale Ehrfurcht. Es sieht aus, als hätte ein Albtraum beschlossen, endlich wieder Gitarrenmusik zu machen.

Und genau dort sitzt The Seventh Circle: zwischen höllischem Black Metal, rasendem Heavy-Metal-Fieber, giftigen Leads und einer Energie, die manchmal so wirkt, als habe die Band das Tempo nicht gewählt, sondern so grade überlebt.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Black Metal, Black Thrash, Heavy Metal

Vergleichbar mit: altem finnischem Black-Metal-Brand, früher Speed-Metal-Giftigkeit, der räudigen Direktheit von Impaled Nazarene, einer Prise Sarcófago-Irrsinn und Heavy-Metal-Leads, die eher nach rostigem Opfermesser als nach sauberem Gitarrenheldentum klingen.

Klangfarbe: The Seventh Circle klingt nicht frostig, sondern heiß. Das ist kein Wald bei Nacht, kein Nebel über Mooren, kein asketisches Schwarzmetallritual im Kerzenschein. MORGAL spielen, als hätten sie den Proberaum direkt in einen Höllenschacht gebaut und das Schlagzeug an eine Fördermaschine für Verdammte angeschlossen.

Die Gitarren sägen, zischen und schlagen Funken, bleiben dabei aber erstaunlich melodisch. Immer wieder schießen Leads und Soli durch den Brand, als würde klassischer Heavy Metal kurz aus der Tiefe auftauchen, um sofort wieder in schwarzem Rauch zu verschwinden. Das Schlagzeug hetzt nach vorn, ohne mechanisch zu wirken. Die Stimme keift, brüllt und beschwört mit dieser Art von Bösartigkeit, die nicht elegant sein will, sondern angriffslustig.

Auffällig ist die Mischung aus Kontrollverlust und Handwerk. MORGAL klingen wild, aber nicht planlos. Die Songs rasen oft mit offener Klinge, haben aber genug Struktur, damit aus dem Höllenlärm echte Stücke werden. The Seventh Circle ist damit kein atmosphärisches Sich-Verlieren, sondern ein Abstieg mit brennenden Markierungen an den Wänden.

🔥 Highlights: Drei Stationen im Abstieg

Stormchaser ist nach dem kurzen Intro der eigentliche Sturz durch die Falltür. Der Song trägt seinen Namen nicht als Dekoration, sondern als Betriebsanweisung. Hier jagen MORGAL sofort nach vorn, als müsse ein Unwetter nicht beschrieben, sondern vor allem überholt werden. Die Gitarren schneiden durch das Stück, das Schlagzeug zieht den Boden weg, und dennoch bleibt genug klassische Metal-Schärfe, damit der Song nicht im reinen Temporausch verpufft. Stark ist daran vor allem die Mischung aus Chaosgefühl und Kontrolle. Stormchaser klingt wild, aber nicht beliebig. Die Band lässt den Sturm nicht einfach toben, sie lenkt ihn durch enge Gänge. Dadurch wird der Song zum idealen Einstieg: keine lange Erklärung, keine falsche Zeremonie, sondern der erste Stoß in den Höllenkreis.

Goddess of Death steht weiter in der Mitte des Albums und bringt eine andere Farbe in die Glut. Der Titel allein könnte natürlich nach billigem Totenkult riechen, aber MORGAL machen daraus keinen Pappaltar. Das Stück lebt von seiner Mischung aus Bosheit, Melodie und diesem rituellen Unterton, der nicht stehen bleibt, sondern mitgezerrt wird. Hier zeigt sich besonders gut, dass The Seventh Circle mehr kann als rasen. Die Band versteht, wie man ein Stück auflädt, ohne es zu überfrachten. Die Leads wirken wie Flammenzungen an einer schwarzen Statue, die Rhythmik bleibt angriffslustig, und der Song gewinnt gerade deshalb Gewicht, weil er nicht nur auf Geschwindigkeit setzt.

The Damned from the Seventh Circle ist als Finale genau der richtige schwere Brocken. Nach all dem Feuer braucht dieses Album keinen edlen Ausklang, sondern eine letzte, größere Tür. Der Song wirkt breiter, epischer und endgültiger, ohne den Charakter der Platte zu verraten. Es ist kein Triumphzug. Eher der Moment, in dem man merkt, dass der Weg nach unten nicht bei Dunkelheit endet, sondern bei noch mehr Licht aus falschen Quellen. Als Abschluss bündelt das Stück die Stärken der Platte: rasende Energie, höllische Melodik, klassisches Metal-Blut und diesen Hang zur Übertreibung, der bei MORGAL nicht peinlich wirkt, sondern notwendig. The Seventh Circle endet nicht, als sei die Sache erledigt. Es endet wie eine Kette, die weiter schwingt, obwohl niemand mehr daran zieht.

Ein grimmiger Oger versucht, ein Schwert aus einem Stein zu ziehen, während kleine Waldtiere neugierig und furchtlos zuschauen.

🎨 Artwork

Das Cover von The Seventh Circle sieht aus, als hätte jemand einen alten Heavy-Metal-Albtraum mit Black-Metal-Säure übergossen. Im Zentrum steht eine dämonische Gestalt mit aufgerissenem Maul, leuchtenden Augen, sichtbarem Brustkorb und erhobenen Armen. Von oben hängen Ketten herab, die Höhle glüht in Gelb, Braun und Feuerweiß, im Hintergrund fliegen Fledermäuse durch die Finsternis. Unten frisst sich der Albumtitel wie ein knochiges, gelbes Gewächs durch die Szenerie.

Besonders stark darf man bewerten, dass das Bild nicht kühl oder edel sein will. Es ist grell, altmodisch, überdreht und gerade deshalb passend. Dieses Cover hat keine Angst vor Metal-Kitsch, aber es kippt nicht in leere Pose. Es wirkt wie eine Illustration aus einer Welt, in der Dämonen nicht elegant auf Thronen sitzen, sondern in Höhlen brüllen, bis die Tropfsteine vibrieren. Das ist keine Hölle für Philosophen. Es ist eine krasse Unterwelt mit Rost an den Ketten und Gitarren im Feuer.

🪦 Besondere Momente

Die Rückkehr des Kontrollverlusts

MORGAL wirken auf The Seventh Circle nicht wie eine Band, die erwachsener werden wollte. Eher wie eine Band, die herausgefunden hat, wie man Unreife als Waffe benutzt, ohne dumm zu klingen. Der wilde Kern ist wieder deutlich spürbar, aber er hat inzwischen mehr Muskeln, mehr Richtung und mehr Griff am Messer.

Heavy Metal unter der Brandkruste

Der große Gewinn dieses Albums liegt in den klassischen Metal-Adern. Viele extreme Platten brüllen nur ihre eigene Härte an. MORGAL lassen dagegen immer wieder Soli, Leads und Riffideen aufblitzen, die fast schon altmodisch wirken. Genau das macht die Raserei plastischer. Unter der schwarzen Kruste liegt kein leerer Lärm, sondern heißes Metall.

Tempo als Besessenheit, nicht als Sport

Die schnellen Stellen klingen nicht nach technischer Leistungsmappe, sondern nach Zustand. Als hätte die Band gar keine andere Möglichkeit, als so zu spielen. Das ist wichtig, weil The Seventh Circle dadurch nicht steril oder akrobatisch wirkt, sondern fiebrig. Die Geschwindigkeit ist hier keine Disziplin. Sie ist ein Symptom.

Der Höllenkreis als Dramaturgie

Das Album nutzt sein Motiv erstaunlich gut. Die Songs fühlen sich nicht wie lose Brandherde an, sondern wie einzelne Abschnitte eines Abstiegs. Man fällt nicht einfach ins Feuer. Man wird Schicht für Schicht dorthin gebracht. Das gibt der Platte mehr Geschlossenheit, als man bei dieser Art von Raserei erwarten würde.

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📜 Hintergrund

MORGAL stammen aus Finnland und tauchten bereits mit ihrer ersten EP als auffällig junge, wilde Kraft im internationalen Black-Metal-Untergrund auf. Das Debütalbum Nightmare Lord folgte 2021 und zeigte eine Band, die ihren frühen Überschwang stärker in klassische Songformen und eine professionellere Produktion lenkte.

Mit The Seventh Circle erscheint nun das zweite vollständige Album der Band. Die Platte kommt am 26. Juni 2026 über Werewolf Records auf CD, Vinyl und Tape heraus. Das aktuelle Line-up besteht aus SS Exiler am Schlagzeug, Crusher an der Gitarre, Killhammer an der zweiten Gitarre sowie Tomb Nekrophiler an Bass und Gesang.

Aufgenommen wurde das Album zwischen August und Oktober 2024. Produziert wurde es von Petri Puheloinen und MORGAL, aufgenommen und gemischt von Petri Puheloinen, gemastert bei Trollhouse Audio. Das Artwork stammt von Satvrnvs Noctvrna Art, Logo und Kalligrafie vom Vultyrian.

Inhaltlich und atmosphärisch bewegt sich The Seventh Circle zwischen Höllenfahrt, schwarzer Magie, Verdammnis, Todesbildern und einer sehr klassischen Metal-Lust am Übermaß. Das Album macht daraus keinen feinen Ritualnebel, sondern einen amtlichen Brandraum.

⛓️ Fazit: Am siebten Kreis wird nicht verhandelt

The Seventh Circle ist ein Album, das seine Wirkung aus Energie, Übertreibung und erstaunlich griffiger Führung zieht. MORGAL klingen hier nicht wie eine Band, die Black Metal in eine schön sortierte Vitrine stellen möchte. Sie treten eine Tür auf, lachen kurz und trampeln dann mit brennenden Stiefeln über die Schwelle.

Der entscheidende Punkt ist die Balance. Diese Platte ist wild, aber nicht beliebig. Sie ist melodisch, aber nicht zahm. Sie ist klassisch im Herzen, aber nicht brav im Auftreten. MORGAL nehmen die alte Verbindung aus Black Metal, Speed, Thrash und Heavy Metal ernst genug, um daraus echte Songs zu formen, aber respektlos genug, damit das Ganze nicht nach Archiv riecht.

Natürlich ist The Seventh Circle kein Album für Leute, die ihre Finsternis gern in langen Landschaftsaufnahmen serviert bekommen. Hier gibt es keine endlosen Nebelwände, keine schüchterne Erhabenheit, keine majestätische Selbstbespiegelung. Dieses Album hat Schweiß, Schwefel und eine gewisse Freude daran, den eigenen Wahnsinn nicht zu sehr zu entschuldigen.

Gerade das macht es wirklich stark. MORGAL haben hier nicht einfach nur ein weiteres finsteres Album aufgenommen. Es ist eher die Vertonung eines echt garstigen Höllenkreises, in dem die Gitarren glühen, die Drums den Boden aufreißen und jede Melodie klingt, als hätte sie vorher an einer rostigen Kette gehangen.

Am Ende bleibt kein sauberer Nachhall, sondern nur Rauch. Und irgendwo darunter dieses Lachen, das man besser nicht beantwortet.

Albumcover von MORGAL – The Seventh Circle: Gelb-braunes Black-Metal-Artwork mit dämonischer Skelettgestalt in einer brennenden Höhle, erhobenen Armen, leuchtenden Augen, sichtbarem Brustkorb, herabhängenden Ketten, Fledermäusen im Hintergrund sowie gelbem Bandlogo oben links und Albumtitel unten.
Künstler:MORGAL
Albumtitel:The Seventh Circle
Erscheinungsdatum:26. Juni 2026
Genre:Black Metal / Black Thrash / Heavy Metal
Label:Werewolf Records
Spielzeit:ca. 33 Minuten

🎬 Offizieller Preview-Song

Offizieller Preview-Song zu „Stormchaser“ – ein rasender Vorgeschmack auf MORGALs neues Album The Seventh Circle, irgendwo zwischen finnischem Black-Metal-Feuer, Heavy-Metal-Klinge und Höllenabstieg. Bereitgestellt vom offiziellen Werwolf-Channel auf YouTube:

🎼 Trackliste:

Intro – 0:30
Stormchaser – 5:29
Tales of Woland – 5:34
Goddess of Death – 5:56
Blessed in Hell – 4:49
Harbinger’s Ritual – 4:28
The Damned from the Seventh Circle – 6:48

👥 Besetzung

SS Exiler – Schlagzeug
Crusher – Gitarre
Killhammer – Gitarre
Tomb Nekrophiler – Bass / Gesang

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