Monsternaut – Approaching Doom (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

MonsternautApproaching Doom

🧿 Kurzfazit
Approaching Doom ist kein verträumter Wüstenritt, sondern ein trockener, drückender Tritt gegen den Brustkorb. Kurz, direkt, riffstark und mit genug Motoröl in der Lunge, um im Stoner-Regal nicht bloß dekorativ herumzustehen.

🎯 Für wen?
Für Hörer, die Corrosion Of Conformity, Down, Fu Manchu, The Sword und die gröbere 90er-Schlagseite des Genres lieben, aber etwas weniger Kifferwolke und etwas mehr Stahl wollen.

🎧 Wie klingt das?
Knorrige Gitarren, trockene Drums, ein Bass, der schiebt statt nur brummt, und Gesang, der nicht gefallen will. Das Album klingt absichtlich roh, analog und ungeglättet. Eher Garagenkrieg als Lava-Lounge.

💿 Highlights
Cold, Drain, Black Blizzard

⛔ Nichts für dich, wenn…
du bei Stoner-Rock vor allem endlose Psychedelic-Schleifen, warme Wohlfühlfuzzes und kosmisches Wegdriften suchst.


‪‪🚙 MonsternautApproaching Doom: Wenn der untote Monstertruck durch die Stoner-Wüste walzt

Monsternaut haben sich nie als filigrane Feinschmeckertruppe verkauft, und genau das ist ihr Vorteil. Das finnische Trio aus Kerava legt mit Approaching Doom sein drittes Album vor. Zehn Songs in knappen 37 Minuten, aufgenommen komplett auf Analogband, produziert, gemischt und gemastert von Anssi Kippo in Astia Studio A. Allein diese Eckdaten sagen schon: Hier will niemand mit moderner Digitalkosmetik glänzen. Hier soll es knallen, drücken und nach ehrlich ackernden Stoner-Malochern klingen.

Das Schöne daran: Genau das bildet die Platte auch ab. Approaching Doom ist dunkler, härter und fokussierter als das, was man von der Band bislang kannte. Die Songs entstanden über mehrere Jahre, und die Ankunft eines neuen Drummers hat hörbar mehr Beweglichkeit in die Rhythmik gebracht. Dadurch bleibt das Album bei aller Riff-Breitseite erstaunlich agil. Nicht flackernder Spacerock für Räucherstäbchenromantiker, sondern ein Stoner-Metal-Brett mit 90er-Groove-Metal im Rückgrat und einer gesunden Portion Straßenstaub zwischen den Zähnen. Da fahren wir doch gerne mal ne Runde mit.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Stoner-Metal, Heavy Psych, Sludge-Rock, stellenweise mit kräftigem Einschlag von frühem 90er-Metal.
Vergleichbar mit: Corrosion Of Conformity auf staubiger Landstraße, Down ohne Südstaaten-Kitsch, Fu Manchu, nachdem jemand den Spaß im dem Proberaum durch eine Portion Zorn ersetzt hat.
Klangfarbe: Heißes Eisen, kalter Beton und Bier aus der Dose um halb eins nachts hinter einer Halle, in der gleich jemand eine Kette kreisen lässt. Die Riffs sind groß und simpel genug, um sofort zu packen, aber nicht so stumpf, dass einem nach zwei Songs die Augen zufallen. Der analoge Aufnahmeansatz macht dabei einen echten Unterschied: Die Platte hat Luft, Dreck und Schub, ohne in moderne Überverdichtung zu kippen. Man hört eine Band, keine Software-Simulation. Die Songs bleiben auf den Punkt, verlieren aber nie die Schwere aus dem Blick.

Highlights

Cold
Ein Opener wie ein rostiges Garagentor, das dir mit Anlauf ins Gesicht fällt. Cold macht sofort klar, dass Monsternaut diesmal weniger nach Bong am See und mehr nach ölverschmierter Werkbank klingen wollen. Das Riff ist stumpf genug, um zu wirken, aber clever genug gesetzt, dass es nicht bloß als primitive Keule endet. Dazu dieser grantige Gesangston, der nicht um Zustimmung bittet, sondern einfach weiterfährt. Genau so eröffnet man ein Album, das seinen Titel ernst meint.

Drain
Hier sitzt der Groove besonders giftig. Die Nummer zieht nicht als Longtrack-Geduldsspiel, sondern als kompakter Brecher, der Rhythmus, Druck und kleine Schlenker sauber austariert. Gerade weil das Album insgesamt eher auf Direktheit setzt, ist Drain einer jener Songs, bei denen man merkt, wie viel Spielfreude trotzdem drinsteckt. Kein verkopfter Ausreißer, sondern ein smarter Schlag in die Magengrube. Als Single ist das bestens gewählt.

Black Blizzard
Das Ding trägt schon im Titel die passende Temperatur: frostig, hart und mit richtig bösem Vorwärtsdrall. Black Blizzard ist für uns der Song, bei dem die Platte am deutlichsten ihre Metallkante zeigt. Mehr Zug, mehr Biss, mehr Druck auf dem Kessel. Wenn jemand fragt, warum dieses Album deutlich näher an Heavy Metal und Groove als an wattiertem Wüstennebel liegt, dann bitte hier entlang.


🎨 Artwork

Das Cover ist herrlich bescheuert, und genau deshalb funktioniert es auch ziemlich gut. Ein gigantischer Totenschädel auf Monsterreifen rollt durch eine rote Endzeitlandschaft, daneben steht ein maskierter Barbar mit Morgenstern, als hätte jemand Mad Max, Wrestling-Plakat, B-Movie-Fantasy und alte Van-Art in denselben farbverschmierten Mixer geworfen. Darüber thront der Bandname in fetter Retro-Schrift, die sofort klar macht, dass hier nicht Minimalismus regiert, sondern der gute alte Wille zur Übertreibung.

Und doch ist das gar nicht bloß Klamauk. Das Bild trifft den Sound ziemlich gut. Diese Platte will weder urban cool noch okkult edel sein. Sie will rumpeln, lärmen und dir mit Schweißfingern ins Lenkrad greifen. Der Skull-Truck ist damit keine alberne Nebensache, sondern die visuelle Kurzfassung des Albums: groß, grob, drüber und mit genügend Charme, um aus all dem Blödsinn etwas wie Haltung zu machen.


🪦 Besondere Momente

Der wichtigste Punkt an Approaching Doom ist die Aufnahmephilosophie. In Zeiten, in denen selbst mittelmäßige Rockplatten mittlerweile so glattgeschliffen wirken wollen wie klinisch polierte Software-Demonstrationen, ist so ein komplett analog festgehaltener Dreierangriff fast schon eine kleine Kampfansage. Hier wurde auf Band aufgenommen und gemischt, ohne digitales Flickwerk, ohne Autotune, ohne künstlich aufgebockte Drums. Das hört man. Die Platte hat Luft, Dreck und Ecken. Sie klingt nicht perfekt, sondern richtig.

Dazu kommt die Spiellänge. Zehn Songs in gut 37 Minuten, das ist fast schon angenehm unhöflich kurz. Die Band bleibt nicht stehen, um sich selbst beim Riffbesitz zu bewundern. Viele aktuelle Stoner-Platten würden aus diesem Material fünf Minuten mehr Bauchfett und drei zusätzliche Jam-Kurven pressen. Monsternaut tun nichts dergleichen. Die Songs kommen rein, richten ordentlich Schaden an und ziehen weiter. So wird ein Album effektiv statt verspielt.

📜 Hintergrund

Monsternaut kommen aus Kerava in Finnland und bestehen aktuell aus Tuomas Heiskanen an Gesang und Gitarre, Perttu Härkönen am Bass und Patrik Kuitunen am Schlagzeug. Die Band wird offiziell weiter als Stoner-Metal-Rock-Trio geführt und steht inzwischen bei Heavy Psych Sounds Records unter Vertrag. Approaching Doom ist ihr drittes Album und klingt genau wie ein Werk einer Band, die ihre Wurzeln kennt, aber nicht ewig im selben Fuzz-Sumpf festkleben will.

Spannend ist dabei vor allem die Verschiebung innerhalb des eigenen Sounds. Das neue Material bleibt riffgetrieben und groovy, zieht aber klar stärker in Richtung frühe 90er, mehr Metall, mehr Trockenheit, weniger psychedelische Behaglichkeit. Das ist kein totaler Stilbruch. Eher ein Fall von: Der alte Motor läuft noch, aber jetzt wurde das Ding mit deutlich explosiverem Treibstoff gefüttert. Genau deshalb wirkt das Album auch so fokussiert.

🪓 Fazit: Mehr Kettenhemd als Kifferhöhle

Approaching Doom ist kein Album für Zeitgenossen, die Stoner-Musik am liebsten wie warmen Rauch durch die Gardinen ziehen lassen. Das hier ist die Sorte Platte, die mit Springerstiefeln durchs Genre stapft und dabei demonstrativ ein paar Lavalampen aus dem Weg kickt. Kurz, kompakt, riffstark, trocken produziert und mit genug Metallschub, um nicht bloß als Genrebeilage durchzugehen.

Wir halten das Ding für sehr gelungen. Nicht weil hier alles neu wäre, sondern weil Monsternaut ihren schweren, groovigen Kern diesmal besonders entschlossen und ohne Ballast servieren. Wer auf trockenen Stoner-Metal mit ordentlicher 90er-Kante steht, sollte da nicht lange zögern. Diese Platte will nicht freundlich sein. Sie will rollen. Also, rollen wir besser mit.

Albumcover von Monsternaut – Approaching Doom: riesiger Totenschädel auf Monsterreifen in roter Endzeitlandschaft, daneben maskierter Barbar mit Morgenstern.
Künstler:Monsternaut
Albumtitel:Approaching Doom
Erscheinungsdatum:27. März 2026
Genre:Stoner-Metal, Heavy-Psych, Sludge-Rock
Label:Heavy Psych Sounds Records
Spielzeit:ca. 37 Minuten

Trackliste:

Cold
Evicted
Approaching Doom
Drain
Black Blizzard
New Order Of Bliss
Humana Stew
Demon Strikes
Heavy Monday
Final Pain

Offizielles Video

Offizielles Video zu „Black Blizzard“ – ein staubiger Brecher zwischen Endzeit-Boliden, kaltem Grooveschub und schwerem Stoner-Metal-Druck. Bereitgestellt vom offiziellen Heavy Psych Sounds Records-Channel auf YouTube:

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