Mononoke no Kuni: Für Musashi geht es bis ins Reich der Yokai
🧐 Im Fantasykosmos suchen

🐕 Tod? Musashi hat andere Pläne.
📰 Was ist los?
Mononoke no Kuni erscheint 2027 für Steam und verbindet japanische Mythologie mit Action-Adventure, Dorfaufbau und einer ziemlich emotionalen Geschichte. Der einsame Taiki reist mit seinem als Inubashira zurückgekehrten Shiba Inu Musashi durch eine beschädigte Anderswelt, reinigt Yokai und sucht einen Weg, die Seele seines Hundes endgültig zu retten.
🐛 Was denken wir?
Der Shiba Inu zieht natürlich sofort Aufmerksamkeit, aber das Spannende steckt darunter. Gegner besitzen eigene tragische Geschichten, Musashis Rückkehr hat einen Preis und selbst Taikis Rettungsmission könnte moralisch komplizierter werden, als sie zunächst aussieht. Das hat deutlich mehr Persönlichkeit als die übliche Yokai-Prügelei.
Taiki hat seinen einzigen Freund verloren. Doch als der einsame Junge im Schrein um seinen verstorbenen Shiba Inu Musashi trauert, bleibt der Tod erstaunlicherweise nicht das Ende. Der Hund kehrt als göttlicher Inubashira zurück – gefangen in geheimnisvollen verfluchten Ketten und mit einer Seele, die noch immer nicht gerettet ist.

Mononoke no Kuni schickt die beiden deshalb in eine japanisch inspirierte Anderswelt voller Mononoke, Yokai und gefallener Götter. Was zunächst nach einem farbenfrohen Fantasyabenteuer aussieht, bekommt dabei einen erstaunlich melancholischen Unterbau: Taiki kämpft nicht einfach gegen Monster. Er versucht, seinen besten Freund ein zweites Mal vor dem Tod zu bewahren.
⛩️ Ein Gebet bringt Musashi zurück
Taiki lebt bereits vor Beginn des Abenteuers weitgehend isoliert. Andere Menschen halten Abstand zu ihm, und ausgerechnet ein kleiner Shiba Inu am Musashi-Schrein wird schließlich zu seiner einzigen wirklichen Familie. Dann wird der Schrein von dämonischen Erscheinungen heimgesucht. Musashi opfert sich, um Taiki zu schützen, und stirbt.
Als der Junge verzweifelt um ihn trauert, erscheint die geheimnisvolle Schreinjungfrau Kushinada. Sie bietet Taiki einen Ausweg an: Im Reich der Mononoke könne er die heiligen Relikte finden, die notwendig sind, um Musashi endgültig zu retten.
Damit beginnt eine Reise, bei der bereits die Ausgangsfrage unangenehm genug ist: Kann man einen geliebten Menschen – oder Hund – wirklich retten, indem man ihn aus dem Tod zurückholt?
🎬 Mononoke no Kuni – offizieller Trailer
Taiki, Musashi und eine Welt voller verlorener Seelen: Der Trailer zeigt das japanisch inspirierte Action-Abenteuer zwischen Yokai-Kämpfen und ungewöhnlicher Freundschaft.
🐕 Musashi ist mehr als der Hund im Hintergrund
Musashi begleitet Taiki tatsächlich durch die Welt und bleibt spielerisch eng mit ihm verbunden. Man kann ihn füttern, trainieren, streicheln und sogar mit Ninja- oder Samurai-Kleidung ausstatten.
Im Kampf hilft er ebenfalls. Seine Fähigkeiten können Taiki unterstützen, heilen und neue Möglichkeiten im Gefecht eröffnen. Damit wird die Beziehung zwischen beiden nicht ausschließlich in Zwischensequenzen erzählt.
Besonders bitter ist allerdings ein Detail: Die gemeinsame Zeit ist begrenzt. Der zurückgekehrte Musashi ist kein problemloses Geschenk. Über der gesamten Reise hängt die Frage, ob Taiki schnell genug einen Weg findet, seine Seele vollständig zurückzubringen.
👹 Die Monster waren einmal jemand
Auch bei den Yokai versucht Mononoke no Kuni mehr als bloße Monsterjagd. Die großen Gegner besitzen eigene Geschichten. Trauer, Reue und Hass haben Menschen oder andere Wesen verändert und schließlich in Yokai verwandelt. Während der Kämpfe soll sich Stück für Stück offenbaren, was ihnen geschehen ist.
Taikis Aufgabe besteht deshalb ausdrücklich im Reinigen dieser Kreaturen. Mit einem Ōnusa, einem traditionellen japanischen Reinigungsstab, soll er ihre gebundenen Seelen beruhigen und sie schließlich nach Yomi zurückführen.
Das verändert den Ton der Bosskämpfe erheblich. Wer vor wenigen Minuten noch möglichst perfekt einen Angriff pariert hat, erfährt womöglich kurz darauf, warum dieses Wesen überhaupt zum Monster wurde.
⚔️ Parieren statt Knöpfchengewitter
Das Kampfsystem setzt stark auf Timing. Taiki kann angreifen, ausweichen, blocken und gegnerische Attacken parieren, wobei gut getimte Manöver sogar Projektile zurückschleudern können.
Auch perfekte Ausweichbewegungen werden belohnt. Wer den richtigen Moment erwischt, erhält ein kleines Zeitfenster, in dem die Umgebung verlangsamt wird und sich Gegenangriffe anbieten.
Dabei gibt es keine Ausdauerleiste, die ständig jede Bewegung begrenzt. Stattdessen soll der Spielfluss daraus entstehen, gegnerische Muster zu lesen und Verteidigung und Angriff miteinander zu verbinden. Wer hauptsächlich wegen Musashi und der Geschichte hier ist, kann außerdem einen Casual-Modus wählen.
🌸 Eine Welt, die repariert werden muss
Das Mononoke-Reich selbst befindet sich ebenfalls in einem schlechten Zustand. Violette Verunreinigungen breiten sich aus, Yokai bedrohen Siedlungen und die Ordnung der Welt zerfällt.
Taiki soll deshalb verlorene Dörfer wiederaufbauen und reinigen. Dort leben Mononoke wie Nekomata, Froschwesen, Füchse und Tanuki, mit denen der Junge Beziehungen aufbauen und denen er helfen kann.
Zwischen den Kämpfen entsteht damit ein deutlich ruhigerer Teil des Spiels. Man hilft Bewohnern, erkundet neue Gebiete und sieht, wie Orte nach und nach wieder lebendiger werden. Eine Welt wird hier also nicht gerettet, indem am Ende lediglich der größtmögliche Dämon umfällt.
🎣 Auch Helden müssen gelegentlich angeln
Abseits der Hauptreise gibt es kleinere Beschäftigungen wie Angeln und Scheibenwerfen. Die Belohnungen daraus können wiederum in neue Fähigkeiten und Verbesserungen fließen.
Auch Musashis Ausrüstung besitzt spielerischen Nutzen. Bestimmte Kleidungssets geben dem kleinen Begleiter zusätzliche Fähigkeiten und machen aus der vermutlich niedlichsten Samurai-Verkleidung des Jahres tatsächlich einen Teil des Progressionssystems.
Diese ruhigeren Momente sind für das Konzept ziemlich wichtig. Mononoke no Kuni lebt vom Kontrast zwischen bedrohlicher Anderswelt und der Wärme, die Taiki und Musashi miteinander verbindet. Manchmal besteht große Fantasy daraus, einen Fluch zu brechen. Und gelegentlich geht es eben darum, einem Shiba Inu den Bauch zu kraulen.
🕯️ Acht Yokai und ein Schlangengott
Taikis Reise besitzt inzwischen auch ein klareres Ziel. Um Musashis Seele zurückzugewinnen, muss er acht große Yokai reinigen und schließlich einen geheimnisvollen Schlangengott erreichen.
Dabei wird zunehmend infrage gestellt, was die Schreinjungfrauen wirklich vorhaben und welche Wahrheit hinter Musashis Wiederkehr steckt. Die Rettungsmission könnte also erheblich komplizierter sein, als Kushinadas ursprüngliches Angebot vermuten lässt.
Gerade das gefällt mir an der Prämisse. Ein Spiel über einen Jungen und seinen Hund hätte problemlos bei niedlicher Folklore-Fantasy stehenbleiben können. Stattdessen hängt über allem die Frage, ob Liebe allein das Recht gibt, einen verlorenen Menschen oder ein Tier zurückzuholen.
🎨 Zwischen Final Fantasy und Indie-Fantasy
Hinter Mononoke no Kuni steht Lights-Interactive, ein vergleichsweise kleines Studio mit bemerkenswerter Erfahrung im Team. Director, Producer und Szenarioautor Seiji Nanase arbeitete zuvor im technischen Grafikbereich unter anderem an Final Fantasy XV und Kingdom Hearts III. Chief Game Designer Mitsuru Yokoyama bringt ebenfalls Erfahrung aus Final Fantasy XV, The World Ends with You und Lightning Returns: Final Fantasy XIII mit.
Das erklärt zumindest teilweise, weshalb das Projekt trotz seines Indie-Rahmens optisch ungewöhnlich ambitioniert wirkt. Die verschiedenen Regionen setzen auf eine stark malerische Darstellung japanischer Mythologie, während die Kreaturen deutlich verspielter gestaltet sein können.
🐾 Selbst Bosse sollen Mitleid verdienen
Vielleicht liegt genau darin die interessanteste Idee des Spiels. Yokai sind hier gefährlich. Man muss ihre Angriffe lesen, ausweichen und sie im Kampf bezwingen. Doch der endgültige Sieg besteht darin, zu verstehen, warum sie überhaupt so geworden sind.
Damit verschiebt sich das übliche Action-RPG-Prinzip ein kleines Stück. Der Boss ist nicht automatisch der Bösewicht. Hinter dem riesigen Monster können Trauer, Verlust oder eine Erinnerung stecken, die sich über Jahre in etwas Schreckliches verwandelt hat.
Das passt wiederum perfekt zu Taiki. Schließlich beginnt seine eigene Reise ebenfalls damit, dass er einen Verlust nicht akzeptieren kann.
💻 Spielen kann man bereits
Mononoke no Kuni soll 2027 für PC über Steam erscheinen. Eine öffentliche Playtest-Version ist bereits verfügbar und bietet einen Teil der Spielwelt sowie erste Kämpfe und Bossbegegnungen.
Für uns besonders erfreulich: Deutsche Bildschirmtexte und Untertitel sind bereits vorgesehen. Die japanische Vertonung bleibt erhalten. Damit ist die Einstiegshürde für ein Spiel, das ziemlich tief in japanischer Folklore wühlt, angenehm niedrig.
🌙 Vielleicht geht es gar nicht darum, Musashi zurückzubringen
Auf den ersten Blick besitzt Mononoke no Kuni fast alles, was zuverlässig funktioniert: einen niedlichen Hund, Yokai, mystische Schreine, malerische Landschaften und schnelle Kämpfe.
Doch unter der hübschen Oberfläche liegt eine wesentlich traurigere Geschichte. Taiki reist durch eine Welt voller Seelen, die wegen ihrer Vergangenheit nicht loslassen können – während er selbst genau dasselbe mit Musashi tut.
Das kann Zufall sein.
Es wäre allerdings auch die deutlich langweiligere Erklärung.






