🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.
🔥 Sammer bietet dem DFB Hilfe an – auch Hannibal Lecter steht bereit
Matthias Sammer hat nach dem deutschen WM-Debakel erklärt, dem Deutschen Fußball-Bund „inhaltlich helfen“ zu wollen. Eine Funktion oder einen Posten strebe er dabei selbstverständlich nicht an. Es gehe ausschließlich um den deutschen Fußball.
Das ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Vampir, der nachts am Schlafzimmerfenster betont, er interessiere sich nur für die Inneneinrichtung. Sammer kritisierte derweil eine angebliche Bequemlichkeit im deutschen Fußball, vermisste den unbedingten Siegeswillen und wünschte sich mehr von jener argentinischen Mischung aus Härte, Besessenheit und der Bereitschaft, eine Niederlage wenigstens noch in eine Massenschlägerei zu verwandeln.
Die deutsche Mannschaft habe den Begriff Hilflosigkeit neu definiert, erklärte er. Das ist hart, aber kaum zu widerlegen. Seit dem WM-Aus gegen Paraguay sucht der DFB schließlich nicht nur einen neuen Bundestrainer, sondern offenbar auch seine sportliche Daseinsberechtigung.

🏰 Aus dem Zwischenreichsamt für nachträgliche Besserwisserei
In den Zwischenreichen wurde Sammers Angebot mit großem Wohlwollen aufgenommen. Dort gilt er seit Jahren als inoffizieller Schutzpatron des Amtes für nachträgliche Besserwisserei und verlorene Mentalität.
Die Behörde wird immer dann aktiv, wenn ein Feldzug gescheitert, das Heer zerstreut und der verantwortliche General bereits auf dem Heimweg ist. Anschließend erscheint ein ehemaliger Heerführer, erklärt, es habe an Gier, Haltung und innerer Bereitschaft gefehlt, und bietet sich für eine beratende Tätigkeit an. Dabei geht es natürlich nie um Macht. Es geht lediglich um die vollständige Kontrolle über Ausbildung, Strategie, Personal, öffentliche Kommunikation und sämtliche Räume mit Fenstern zur Straße.
Sammer wäre für diese Rolle geradezu wie geschaffen. Er besitzt die seltene Fähigkeit, jede sportliche Krise so zu kommentieren, dass man am Ende glaubt, er selbst habe den WM-Titel 2014 mit bloßen Händen aus einem brasilianischen Vulkan geschlagen. Dass zwischen seiner Zeit als DFB-Sportdirektor und dem späteren Titel zwei Jahre lagen, gilt in den Zwischenreichen als belanglos. Dort werden historische Verdienste traditionell so lange rückwirkend erweitert, bis der Betreffende mindestens an der Erfindung des Balles beteiligt war.
🇦🇷 Mehr Argentinien für Deutschland
Sammers Forderung nach mehr Argentinien hat beim DFB bereits eine Arbeitsgruppe ausgelöst. Das geplante Programm trägt nach Informationen des Moosverhetzers den Namen Operation Gauchohammer.
Künftig soll nach jedem verlorenen Zweikampf eine Rudelbildung stattfinden. Wer einem Gegner nach Abpfiff freundlich die Hand reicht, wird wegen mangelnder Feindseligkeit vom nächsten Lehrgang ausgeschlossen. Für das Elfmeterschießen sollen außerdem kleine Kobolde hinter dem Tor eingesetzt werden, die den Schützen persönliche Zweifel, Steuerprobleme und abwertende Bemerkungen über ihre Frisur zuflüstern.
Auch das bisherige Mentaltraining wird überarbeitet. Statt Atemübungen und positiver Visualisierung sollen Nationalspieler künftig nachts durch das Knattermoor gejagt werden. Wer am Morgen ohne Ball, Trikot oder erkennbare Wut zurückkehrt, erhält einen Stammplatz im DFB-Marketing. Jürgen Klopp soll das sportliche Konzept liefern. Sammer würde anschließend erklären, warum es noch nicht kompromisslos genug ist. Damit wäre die traditionelle Aufgabenverteilung im deutschen Fußball wiederhergestellt: Einer arbeitet, einer bewertet und vierzehn Funktionäre gründen einen Ausschuss.
🧠 Weitere Experten bieten ihre Hilfe an
Sammers Vorstoß hat inzwischen eine ganze Reihe internationaler Fachkräfte ermutigt. Auch sie betonen, keinerlei Ämter anzustreben und lediglich aus Sorge um den deutschen Fußball zu handeln.
Hannibal Lecter
Der ehemalige Psychiater bietet sich als Mentaltrainer an. Er könne den Spielern wieder Hunger vermitteln und habe bereits konkrete Ideen für ein neues Mannschaftsessen. Sein Konzept sieht vor, schwache Mannschaftsteile konsequent auszusortieren und besonders talentierte Gegner zum Abendessen einzuladen. Der DFB prüft noch, ob seine Vorstellung von „Spieleröffnung“ mit den Verbandsrichtlinien vereinbar ist.
Graf Dracula
Dracula soll das deutsche Umschaltspiel beleben. Er kennt sich mit tiefen Blöcken, schnellen Flügelangriffen und vollständiger Blutleere hervorragend aus. Problematisch ist lediglich, dass Trainingseinheiten erst nach Sonnenuntergang stattfinden können. Für die Nationalmannschaft wäre das allerdings kaum eine Umstellung, da sie bei der WM ohnehin wirkte, als habe man sie kurz vor Anpfiff aus mehreren Särgen geholt.
Sauron
Der frühere Herrscher Mordors bietet eine einheitliche Spielidee, totale Überwachung und einen klaren Führungsanspruch. Er möchte sämtliche Nachwuchsleistungszentren durch einen einzelnen großen Turm ersetzen, von dem aus jede Ballannahme kontrolliert wird. Kritiker warnen vor zu wenig kreativer Freiheit. DFB-Funktionäre halten den Ansatz dagegen für angenehm vertraut.
Hannibal Barkas
Der karthagische Feldherr schlägt vor, die Mannschaft mit Elefanten über die Alpen zum nächsten Turnier zu führen. Das sei taktisch überraschend, körperlich anspruchsvoll und immer noch schneller als die gegenwärtige Nachwuchsförderung. Außerdem könnten die Tiere bei Standards eingesetzt werden, sofern Antonio Rüdiger nicht bereits im Strafraum steht.
Professor Moriarty
Der kriminelle Mathematiker möchte die Gegner künftig durch reine Planung besiegen. Er verspricht ein lückenloses System aus Wahrscheinlichkeiten, Täuschungen und strategischen Fallen. Damit wäre er vermutlich der erste DFB-Berater seit Jahren, dessen Matchplan tatsächlich bis zum Abpfiff reicht.
Ein Bestatter aus dem Goblinkönigreich Muränien
Der örtliche Fachmann für aussichtslose Fälle verfügt über jahrhundertelange Erfahrung mit leblosen Körpern und langfristigen Wiederaufbauprojekten. Er hält die deutsche Nationalmannschaft noch nicht für endgültig verloren, bittet aber darum, vorsorglich die Maße zu nehmen.
⚽ Sammer kennt den Weg
Matthias Sammer ist von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer überzeugt. Klopp besitze Aura, Autorität, Tempo und eine klare Spielidee. Sammer selbst würde vermutlich die dazugehörige Kontrollinstanz übernehmen, offiziell ohne Titel und lediglich mit einem kleinen Büro, zwölf Mitarbeitern und uneingeschränktem Zugang zu jeder Pressekonferenz.
Der DFB dürfte das Angebot ernsthaft prüfen. Schließlich besteht der Verband seit Jahren aus Menschen, die erklären, dass es jetzt um Inhalte gehe, bevor sie einen neuen Posten schaffen, um diese Inhalte zu koordinieren. Sammers Rückkehr wäre deshalb nicht einmal überraschend. Sie wäre die natürliche Reaktion eines Systems, das nach jedem Scheitern dieselben alten Retter aus dem Archiv holt und sich wundert, warum der Neubeginn so vertraut aussieht.
Sollte auch das nicht funktionieren, steht Hannibal Lecter weiterhin bereit.
Er hat bereits Besteck mitgebracht.






