Erst gemeinsam den Boss töten, dann den Freund sabotieren: Marked for Mayhem macht Koop herrlich unzuverlässig

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Vertrauen ist hier optional

📰 Was ist los?
Marked for Mayhem ist ein neuer Vier-Spieler-Dungeon-Crawler von Bladework Games. Gemeinsam werden Bosse und Herausforderungen besiegt, gleichzeitig sammelt jeder Medaillen und kann seine Rivalen mit Disruptors sabotieren.

🐛 Was denken wir?
Das Prinzip ist wunderbar gemein: Man braucht seine Freunde, will aber trotzdem vor ihnen ins Ziel. Der eigentliche Endgegner dürfte deshalb weniger im Dungeon stehen als im eigenen Sprachchat.

Koop-Spiele beruhen normalerweise auf einer unausgesprochenen Grundregel: Die Leute neben einem sollen möglichst hilfreich sein. Marked for Mayhem betrachtet diese Idee offenbar als unnötig harmonisch.

Vier bewaffnete Operators kämpfen gemeinsam in einer farbenfrohen interdimensionalen Arena gegen große Fantasy-Gegner und Bosse.
Gemeinsam durch den Dungeon, gegeneinander um den Ruhm: Marked for Mayhem macht aus Koop einen Wettbewerb mit eingebautem Verrat. © Bladework Games

Das neu angekündigte Action-RPG von Bladework Games schickt vier Spieler gemeinsam durch interdimensionale Dungeons, lässt sie zusammen gegen Gegner und Bosse kämpfen – und erinnert sie gleichzeitig permanent daran, dass am Ende nur einer ganz oben auf dem Podest stehen darf.

Damit entsteht eine ziemlich charmante Mischung aus Kooperation und Konkurrenz. Man braucht seine Mitspieler, um die Mission zu überleben. Man sollte ihnen allerdings auch nie so vollständig vertrauen, dass man vergisst, wo der eigene Medaillenstand gerade steht.

🏆 Die Mission gehört allen, der Sieg genau einem

Die Welt von Marked for Mayhem heißt Galus und wurde durch ein katastrophales Ereignis in mehrere kollidierende Dimensionen zerrissen. Was macht eine fortgeschrittene Organisation mit so einer Lage? Natürlich ein Spektakel daraus. Die mächtige Organisation HAVEN veranstaltet interdimensionale Wettkämpfe, in denen Operators durch gefährliche Regionen geschickt werden, Gegner ausschalten und für ein Publikum um Ruhm kämpfen.

Während jeder Mission sammeln die Spieler Medaillen. Diese bestimmen die Position auf der Rangliste und machen damit praktisch jede Begegnung gleichzeitig zu einem Gruppenproblem und einem persönlichen Wettbewerb. Wer also gerade den Boss rettet, rettet vielleicht zugleich auch den Spieler, der einem drei Minuten später den ersten Platz klaut.

🎬 Gemeinsam kämpfen, alleine gewinnen

Der offizielle Ankündigungstrailer zu Marked for Mayhem zeigt vier Operators zwischen Dungeon-Kämpfen, Bossen und direkten Wettkämpfen. Gemeinsam muss die Mission geschafft werden – beim ersten Platz hört die Freundschaft allerdings auf.

⚔️ Bosse bleiben Gemeinschaftsarbeit

Ganz ohne echtes Zusammenspiel geht es nicht. Die Dungeons bestehen aus Gegnergruppen, Herausforderungen und größeren Bosskämpfen, bei denen Positionierung, Timing und Feuerkraft wichtig sind. Bladework Games beschreibt diese Begegnungen ausdrücklich als Situationen, in denen die vier Operators gemeinsam bestehen müssen.

Dazu wählt jeder Spieler zu Beginn einer Mission eine Waffe und baut daraus während des Runs einen eigenen Build. Neue Fähigkeiten und Modifikatoren verändern die Spielweise; zufällige Funde sollen dazu führen, dass sich Runs unterschiedlich entwickeln und neue Kombinationen entstehen. Nach einer Partie lässt sich außerdem die eigene Drohne dauerhaft verbessern.

Das klingt zunächst fast vernünftig. Dann kommen die Disruptors.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

💣 Freundschaft endet beim Disruptor

Disruptors sind Spezialfähigkeiten, mit denen Spieler den Verlauf einer Partie gezielt gegen ihre Mitspieler drehen können. Sie lassen sich entweder gegen Gegner einsetzen oder direkt auf andere Operators richten. Wer gerade zurückliegt, kann damit einen führenden Rivalen beschädigen, dessen Vorsprung reduzieren oder sich selbst wieder in eine bessere Position bringen.

Damit wird aus „wir kämpfen gemeinsam gegen diesen Boss“ sehr schnell „wir kämpfen gemeinsam gegen diesen Boss und ich hoffe, dass du danach zufällig in etwas explodierst“. Genau darin liegt die eigentliche Identität des Spiels. Marked for Mayhem ist kein klassischer Koop-Dungeon-Crawler mit zusätzlicher Punktetabelle. Die Konkurrenz ist fest in den Lauf eingebaut.

🎯 ArenaGames mitten im Run

Zusätzlich zu normalen Kämpfen gibt es direkte Wettkämpfe. Bladework Games nennt ArenaGames, mentale Herausforderungen und Zeitprüfungen, bei denen die Spieler unmittelbar gegeneinander antreten. Diese Events tauchen innerhalb einer Mission auf und verteilen weitere Medaillen. Dadurch kann sich die Rangliste auch abseits der eigentlichen Kämpfe verändern.

Wer im Dungeon die stärkste Ausrüstung gefunden hat, gewinnt also nicht automatisch. Ein anderer Spieler kann bei einer Challenge besser abschneiden, im richtigen Moment sabotieren oder schlicht cleverer mit seinem Build umgehen. Das ist wahrscheinlich auch der Punkt, an dem Discord-Sprachkanäle anfangen, pädagogisch interessant zu werden.

🌌 Mehrere Dimensionen, mehr Chaos

Der Trailer zeigt bereits mehrere sehr unterschiedliche Umgebungen und Gegner. Galus ist als gebrochene Realität angelegt, in der verschiedene Dimensionen kollidieren. Das gibt Bladework Games die Freiheit, neue Biome, Gegner und Arenen einzubauen, ohne jedes Mal erklären zu müssen, warum plötzlich alles völlig anders aussieht.

Der Entwickler kündigt außerdem schon jetzt an, das Spiel nach Launch weiter auszubauen – mit neuen Gegnern, Biomen, Waffen, Disruptors und weiteren Inhalten. Ein genaues Veröffentlichungsdatum gibt es bislang noch nicht. Für einen begrenzten Beta-Test kann man sich allerdings bereits anmelden.

🤝 Koop für Menschen mit gesundem Misstrauen

Die Grundidee von Marked for Mayhem ist erstaunlich simpel.

Vier Spieler brauchen einander.

Vier Spieler wollen gleichzeitig besser sein als die anderen drei.

Damit entsteht automatisch eine Situation, in der jede hilfreiche Handlung auch taktischen Eigennutz haben kann.

Und falls der gemeinsame Bosskampf am Ende eine Freundschaft überlebt, gibt es ja immer noch die Rangliste.

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