Homura hat gewonnen – zumindest sah es kurz so aus

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Homuras Welt bekommt endlich ihre Fortsetzung

📰 Was ist los?
Puella Magi Madoka Magica – Walpurgisnacht Rising ist heute in Japan gestartet. Der neue Kinofilm setzt Rebellion direkt fort, bringt das zentrale Kreativteam zurück und läuft gleichzeitig als erster Film der Reihe auch in IMAX.

🐛 Was denken wir?
Der eigentliche Nachrichtenwert ist die Kontinuität. Nach dreizehn Jahren wird nicht einfach noch einmal die Marke aktiviert, sondern exakt jener Konflikt fortgeführt, mit dem Rebellion seine Figuren und die gesamte Ordnung der Welt zurückgelassen hat. Für Dark-Fantasy-Anime ist das einer der größeren Kinostarts des Jahres.

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🌑 Homura hat gewonnen – zumindest sah es kurz so aus

Wer Rebellion gesehen hat, kennt die Ausgangslage. Madoka war zur übernatürlichen Law of Cycles geworden und hatte die Regeln der Welt selbst verändert. Homura akzeptierte jedoch nicht, dass ihre Freundin dadurch aus einem gewöhnlichen menschlichen Leben verschwand. Also griff sie ein.

Sie trennte Madoka von ihrer göttlichen Existenz, erklärte sich selbst zum Dämon und erschuf eine neue Realität, in der Madoka wieder als normales Mädchen leben konnte. Homura behielt dagegen die Kontrolle über eine Welt, deren Harmonie von Anfang an auf einem fundamentalen Widerspruch beruhte.

Homura Akemi steht mit großen schwarz-weißen Flügeln vor einem hellen Abendhimmel, während dunkle Federn um sie herum zerfallen.
Homuras neu geschaffene Ordnung bekommt Risse: Madoka Magica – Walpurgisnacht Rising setzt seit heute in Japan die Geschichte nach Rebellion fort. © Magica Quartet / Aniplex, Madoka Project

Walpurgisnacht Rising beginnt nun in genau dieser Ordnung. Homura betrachtet die neue Realität offenbar weiterhin als ihr Reich, während Madoka und die anderen Mädchen in Mitakihara leben. Nur tauchen zunehmend Dinge auf, die in dieses System überhaupt nicht passen.

Unter den Schülerinnen macht beispielsweise eine seltsame Geschichte über das sogenannte Lizard Phone die Runde. Es soll Wünsche erfüllen – allerdings nur, wenn man im Gegenzug gegen die Flüche dieser Welt kämpft.

Zur gleichen Zeit wird eine weitere Unmöglichkeit beobachtet: Ein Mädchen ohne Soul Gem jagt Magical Beasts. Für eine Welt, deren Regeln eigentlich von Homura selbst festgelegt wurden, häufen sich erstaunlich schnell die Ausnahmen.

🎀 Diesmal richtet sich der Konflikt direkt gegen Homura

Die offizielle Ausgangslage macht auch klar, dass der Film nicht noch einmal vorsichtig um die Konsequenzen von Rebellion herumschleichen möchte.

Zwei Magical Girls suchen nach der verlorenen Law of Cycles. Gleichzeitig kehrt mit Walpurgisnacht eine Bedrohung zurück, die tief mit Homuras früherem Kampf verbunden ist. Zusätzlich taucht ein Ort namens Nazuka Sokone auf, der als Ursprung aller Hexen eine zentrale Rolle spielt. Und irgendwann fällt ein sehr eindeutiger Satz: Homura soll nicht davonkommen.

🎬 Dreizehn Jahre später geht es weiter

Der offizielle Haupttrailer zeigt die neue Ordnung nach Rebellion und deutet an, wie schnell Homuras Welt wieder aus den Fugen gerät.

Damit dreht sich die alte Konstellation bemerkenswert um. In der ursprünglichen Serie kämpfte Homura verzweifelt darum, Madoka zu retten. In Rebellion ging diese Liebe schließlich so weit, dass sie selbst die Regeln der Realität brach. Jetzt muss sie offenbar mit den Konsequenzen einer Welt leben, die einzig deshalb existiert, weil sie sich geweigert hat, Madokas Entscheidung zu akzeptieren.

Das macht Walpurgisnacht Rising schon vor der ersten neuen Wendung zu einem ungewöhnlichen Fantasykonflikt. Der zentrale Gegner ist kein Dämonenkönig und keine fremde Invasion. Es ist eine Realität, die aus Liebe erschaffen wurde und genau deshalb möglicherweise nicht bestehen kann.

🌀 Walpurgisnacht war offenbar noch lange nicht erledigt

Schon der Titel macht klar, welche alte Bedrohung wieder wichtig wird. Walpurgisnacht war in der ursprünglichen Serie die gewaltige Hexe, an der Homuras endlose Zeitreisen immer wieder scheiterten.

Der neue Film erweitert diesen Mythos jedoch. Walpurgisnacht wird mit mehreren Hexen verbunden, die Homura in der Vergangenheit gequält haben, und scheint wesentlich stärker mit der grundlegenden Ordnung der Hexenwelt verknüpft zu sein als zunächst gedacht.

Das ist ein ziemlich passender Gegner für den neuen Status quo. Homura hat eine Welt geschaffen, in der bestimmte Dinge eigentlich nicht mehr existieren sollten. Wenn ausgerechnet etwas zurückkehrt, das tief mit der früheren Hexenordnung verbunden ist, gerät ihre gesamte Konstruktion unter Druck. Und Madoka Magica wäre kaum Madoka Magica, wenn aus diesem Problem am Ende einfach ein besonders großer Bosskampf würde.

Die Reihe hat ihre Monster immer auch als Ausdruck von Entscheidungen, Verlust, Hoffnung und Verzweiflung benutzt. Walpurgisnacht ist deshalb genauso Symbol wie Kreatur und ihr Wiederauftauchen dürfte vor allem bedeuten, dass die Vergangenheit sich nicht durch einen neuen Weltentwurf löschen lässt.

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🎬 Das ursprüngliche Kreativteam ist wieder zusammen

Bemerkenswert ist auch, wie viele zentrale Namen des Originals zurückkehren. Akiyuki Shinbo fungiert erneut als Chief Director, Gen Urobuchi schreibt das Drehbuch, Ume Aoki liefert die ursprünglichen Charakterentwürfe und Yukihiro Miyamoto führt Regie. Animiert wird wieder bei Shaft. Damit besitzt der Film praktisch dieselbe kreative DNA, die bereits die Serie und Rebellion geprägt hat.

Das ist bei einer Fortsetzung nach dreizehn Jahren alles andere als selbstverständlich. Gerade Madoka Magica hängt enorm an seiner visuellen und erzählerischen Eigenart: freundliche Charakterzeichnungen treffen auf abstrakte Hexenräume, Märchenbilder auf Body Horror, stille Schulmomente auf kosmische Grausamkeit.

Die neuen Trailer zeigen bereits, dass Shaft diesen Kontrast nicht glätten möchte. Walpurgisnacht Rising sieht weiterhin aus, als könnten sich Papierschnipsel, Puppentheater, religiöse Symbolik und völlig normale Vorstadtarchitektur jederzeit gegenseitig verschlucken.

🎼 Yuki Kajiura kehrt ebenfalls zurück

Auch musikalisch bleibt die Verbindung zum Original bestehen. Yuki Kajiura komponiert erneut den Soundtrack und hat zusätzlich den Titelsong Kanata für FictionJunction geschrieben. Gesungen wird das Stück von EMIKO, LINO LEIA und YURIKO KAIDA. Kajiura beschreibt ihre Arbeit am Film selbst als lange erwartete Rückkehr in eine Welt, die sie über viele Jahre begleitet hat.

Gerade bei Madoka Magica ist diese Kontinuität wichtig. Die Musik war von Anfang an ein wesentlicher Teil der Atmosphäre zwischen Sakralität, Trauer und märchenhaftem Horror. Bestimmte Klangfarben gehören inzwischen fast so fest zu Mitakihara wie Soul Gems oder Kyubeys bemerkenswert schlechte Geschäftsbedingungen.

Dass der Titelsong nicht einfach nur einen großen Popnamen auf das Poster setzt, sondern direkt aus Kajiu­ras eigenem musikalischen Umfeld kommt, passt deshalb hervorragend zum Film.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🎥 Zum ersten Mal läuft Madoka Magica auch in IMAX

Der heutige Start ist gleichzeitig eine technische Premiere für das Franchise. Walpurgisnacht Rising wird parallel regulär und in IMAX gezeigt – erstmals überhaupt für einen Film der Reihe.

Das dürfte gerade bei Shaft mehr sein als ein bloß größeres Bild. Die Filme leben stark von überladenen Bildkompositionen, winzigen Details, extremen Perspektiven und jenen abstrakten Räumen, in denen normale Größenverhältnisse irgendwann ihren Dienst quittieren.

Ein Teil der japanischen Kinos startete bereits unmittelbar nach Mitternacht mit ersten Vorführungen. Der Film ist damit am heutigen Morgen nicht nur theoretisch „ab jetzt erhältlich“, sondern tatsächlich bereits vor Publikum gelaufen. Für Fans endet damit eine außergewöhnlich lange Wartezeit.

🕰️ Dreizehn Jahre sind für diesen Cliffhanger eine ziemlich lange Pause

Rebellion erschien 2013. Seitdem wurde das Universum durch Spiele, Manga und Magia Record erweitert, doch die eigentliche Filmgeschichte blieb an genau diesem einen entscheidenden Punkt stehen. Das macht den heutigen Start ungewöhnlich.

Viele Anime-Franchises bekommen nach Jahren neue Staffeln, Reboots oder nostalgische Fortsetzungen. Walpurgisnacht Rising muss dagegen einen Cliffhanger auflösen, über den Fans seit mehr als einem Jahrzehnt diskutieren konnten. Homuras Entscheidung wurde analysiert, verteidigt, verurteilt und praktisch bis auf den letzten Frame zerlegt.

Nun existiert plötzlich wieder eine kanonische Antwort darauf, was danach passiert. Ob sie irgendjemanden beruhigen wird, ist bei Madoka Magica eine völlig andere Frage.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🌒 Die Geschichte läuft wieder

Noch gibt es keinen Grund, aus dem deutschen Morgen heraus bereits über die Qualität des Films zu urteilen. Der japanische Kinostart hat gerade erst begonnen, und für uns zählt zunächst der Release selbst.

Aber als Fantasyereignis ist der Tag bemerkenswert. Eine der prägendsten Dark-Fantasy-Animeserien der vergangenen 15 Jahre setzt ihre zentrale Geschichte fort, bringt ihr ursprüngliches Kreativteam wieder zusammen und greift ausgerechnet jene Figur erneut auf, die einst als unüberwindbarer Endpunkt der Geschichte erschien.

Homura hat eine Welt erschaffen, in der Madoka bei ihr bleiben kann.

Heute beginnt die Geschichte darüber, wie lange diese Welt überlebt.

Schwarzweiße Luxus-Werbeparodie im Stil einer edlen Uhrenkampagne: Ein ernst blickender Ork mit markanten Stoßzähnen und elegantem schwarzen Sakko sitzt in halb seitlicher Pose vor dunklem Hintergrund. Auf seinem Handgelenk trägt er eine metallische Luxus-Uhr. Über dem Bild stehen groß der Markenname „VORGHAN VULTOR“ und darunter „MIMIKRON“. Rechts unten ist die Uhr noch einmal als Produktabbildung zu sehen: ein silbernes Modell mit dunklem Zifferblatt, zahnartigen Stundenmarkierungen und einem unheimlichen Auge im unteren Bereich. Die Szene wirkt auf den ersten Blick hochwertig und seriös, entfaltet aber auf den zweiten Blick ihren absurden Fantasy-Humor.