M. R. Carey – Once Was Willem (Rezension)

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☠️ Once Was Willem – Ein untotes Herz für gute Taten

Ein mittelalterliches Horror-Märchen über Anderssein, Moral und die Familie, die man selbst wählt

M. R. Carey, bekannt durch The Girl with All the Gifts, liefert mit Once Was Willem (2025) eine einzigartige Mischung aus Fantasy, Horror und historischer Folklore. Das Resultat überzeugt: ein dunkles Fabel-Epos, das mit fühlbarer Wärme und überraschender Hoffnung durchsetzt ist.


🧭 Worum geht’s eigentlich?

Mittelalterliches England, 1152: Der Junge Willem stirbt an Fieber. Ein Magier, Cain Caradoc, weckt ihn mit einem grausamen Pakt – ein Stück seiner Seele ist der Preis. Willem kehrt zurück… körperlich entstellt, geistig verwirrt, ausgestoßen von Familie und Dorf.

Er flieht in den Wald, trifft auf andere Ausgestoßene: Werbären, Gestaltwandler, Elemente. Gemeinsam bilden sie eine brutale, aber fürsorgliche Gemeinschaft. Bald müssen sie Caradoc und seine finstere Macht – basierend auf dem toten Engel Yaldabaoth – entgegentreten, um Kinderseelen zu retten und das Dorf zu schützen.


🔍 Stärken & Schwächen

🖋 Stil & Stimme:
Willem erzählt seine eigene Memoiren‑artige Geschichte – archaisch, eindringlich, ein wenig meandernd. Das schafft Nähe, wirkt manchmal aber auch holprig – wie ein altes Epos, das man sich selbst zusammensetzen muss.

👥 Charaktere:
Vom gequälten Willem bis zur bunten Monster‑Familie: jede Figur springt ins Herz und bleibt. Carey schafft es, Schrecken und Zuneigung zu balancieren – brutal und menschlich zugleich.

🌲 Atmosphäre & Themen:
Mittelalterliche Folklore trifft christlichen Mythos: Es geht um Schuld, Ausgrenzung, Vergebung – all das inmitten von dunkler Magie und gruseligen Ritualen. Erdiger Grusel mit Seele – roher als Horror, echter als jedes Märchen.

Tempo & Struktur:
Der Einstieg gestaltet sich langsam und ist gewöhnungsbedürftig. Aber einmal drinnen, nimmt das Epos Fahrt auf und wird zu einem einnehmenden Albtraum mit gelegentlichen Hoffnungsschimmern.


📜 Fazit

Once Was Willem ist kein seichter Grusel-Happen, sondern ein vielschichtiges, emotionales Fantasy-Horror-Märchen. Willem zeigt uns die Stärke der Ausgestoßenen und dass selbst ein untotes Herz voller Mut schlagen kann. Skandalös gut – und absolut lesenswert.
Ein Roman, der dich anfasst, gruselt und zum Nachdenken bringt.


🌟 Bewertung

Varanthis-Skala:
★★★★☆ – „Ein lebendiges Märchen der Verstoßenen – dunkel, warm, und erstaunlich hoffnungsvoll.“

Cover von „Once Was Willem“ von M. R. Carey: Goldene, mittelalterlich verzierte Schrift vor einem floralen, tiefroten Hintergrund voller Ranken, Dämonenfratzen und stilisierter Gestalten. Oben der Blurb: „A masterpiece of medieval dark fiction“ – unten ein Zitat von Seanan McGuire: „A wild fever dream – monstrous and beautiful“. Der Gesamteindruck: finster, ornamental, gotisch.

Autor: M. R. Carey
Titel: Once Was Willem
Verlag: Orbit Books
ISBN: 978-0356519449
Seitenanzahl: 304 (Print Ausgabe)
Übersetzung: Noch keine
Erstveröffentlichung (englisch): 2025

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