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Der Goldtopf wurde erneut zur Entwicklungsabteilung gerollt
📰 Was ist los?
Lionsgate entwickelt einen neuen Leprechaun-Film. Die Saw-Veteranen Patrick Melton und Marcus Dunstan schreiben das Drehbuch, Oren und Miles Koules produzieren. Das 2023 angekündigte Rebootprojekt kam nie in Produktion; der jetzige Film ist ein neuer Anlauf.
🐛 Was denken wir?
Die Besetzung hinter der Kamera passt erstaunlich gut. Leprechaun braucht jemanden, der grausige Todesarten inszenieren kann, ohne zu vergessen, dass der Täter ein reimender Kobold mit Goldproblem ist. Melton und Dunstan kennen zumindest die erste Hälfte dieser Aufgabenbeschreibung bereits ziemlich gründlich.
🍀 Der Kobold will sein Gold zurück – Lionsgate seine Leprechaun-Reihe
Der mörderische Leprechaun ist schon durch Las Vegas gezogen, im Weltall gelandet und zweimal im Hood aufgetaucht. Dass ausgerechnet ein gescheiterter Rebootversuch sein endgültiges Ende bedeuten sollte, wäre für diese Reihe fast schon unangemessen vernünftig gewesen. Lionsgate versucht es deshalb erneut und hat einen neuen Leprechaun-Film in Entwicklung geschickt.

Diesmal kümmern sich Patrick Melton und Marcus Dunstan um das Drehbuch. Das Duo besitzt reichlich Erfahrung mit Horrorserien, absurden Fallen und Menschen, die schlechte Entscheidungen unter erheblichem Zeitdruck treffen: Gemeinsam schrieben sie unter anderem Saw IV bis Saw 3D sowie The Collector. Oren und Miles Koules produzieren. Eine Handlung gibt es bislang ebenso wenig wie einen Regisseur, eine Besetzung oder einen Starttermin.
🪙 Der Reboot von 2023 liegt offenbar endgültig unter dem Regenbogen
Lionsgate hatte bereits 2023 versucht, den Killerkobold zurückzubringen. Damals sollte Felipe Vargas Regie führen, Mike Van Waes schrieb das Drehbuch und Roy Lee sowie Miri Yoon waren als Produzenten vorgesehen. Dieses Projekt schaffte es jedoch nie in die Produktion. Der nun angekündigte Film übernimmt diesen Ansatz nicht einfach mit neuem Personal, sondern stellt einen neuen Anlauf dar.
Das ist eine wichtige Unterscheidung, weil Leprechaun in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach versucht hat, sich selbst neu zu erfinden. Leprechaun: Origins startete 2014 als düsterer Reboot, während Leprechaun Returns 2018 die Handlung des Originals fortsetzte und die übrigen Teile weitgehend ignorierte. Welchen Weg Lionsgate diesmal einschlägt, ist noch unbekannt.
Auch der häufig verwendete Name Leprechaun 9 ist derzeit eher praktische Zählweise als bestätigter offizieller Titel. Zwischen 1993 und 2018 erschienen acht Filme, womit der neue Teil rechnerisch Nummer neun wäre. Ob er tatsächlich so heißt, eine Fortsetzung oder wieder ein Neustart wird, hat Lionsgate noch nicht verraten.
🩸 Vier Saw-Drehbücher später darf der Kobold wieder morden
Die Wahl von Melton und Dunstan gibt zumindest einen Hinweis darauf, welchen Horror-Ton Lionsgate suchen könnte. Beide Autoren sind mit expliziten Todesarten, schwarzem Humor und Franchise-Mechanik bestens vertraut. Neben ihren Saw-Arbeiten entwickelten sie gemeinsam The Collector und The Collection und schrieben außerdem an Scary Stories to Tell in the Dark.
Noch enger wird die Verbindung zu Saw durch Produzent Oren Koules, der sämtliche zehn Filme der ursprünglichen Reihe produzierte. Für den neuen Leprechaun arbeitet er gemeinsam mit seinem Sohn Miles Koules. Oren Koules spricht von einem „neuen erschreckenden Weg“ in die Welt des Franchise – mehr zur konkreten Richtung verrät er bislang nicht.
Das könnte gut zur Reihe passen. Leprechaun war immer dann am eigenständigsten, wenn er Horror und völligen Unsinn mit erstaunlichem Selbstvertrauen nebeneinanderstellte. Der kleine Magier mordet wegen seines Goldes, besitzt übernatürliche Kräfte und reimt gern während der Arbeit. Zu ernst darf man das kaum nehmen. Zu harmlos allerdings ebenfalls nicht.
👞 Warwick Davis bleibt vorerst außerhalb der Besetzungsliste
Mit der neuen Ankündigung ist auch noch nicht geklärt, wer den Titelkobold spielt. Warwick Davis prägte die Figur in den ersten sechs Filmen und verwandelte den Leprechaun in eine der eigenartigeren Horrorikonen der Neunziger. Im Reboot Origins wurde die Rolle von Dylan Postl übernommen, in Leprechaun Returns spielte Linden Porco den mörderischen Goldbesitzer.
Ob Lionsgate Davis zurückholen möchte, Porco erneut einsetzt oder komplett neu besetzt, ist offen. Gerade daran dürfte sich früh erkennen lassen, welchen Weg das Projekt nimmt. Eine Rückkehr von Davis würde beinahe automatisch Legacy-Sequel-Erwartungen wecken; ein neuer Darsteller könnte auf einen weiteren Neustart hindeuten.
Derzeit wäre beides Spekulation. Sicher ist lediglich, dass Lionsgate wieder Interesse an der Marke hat – und dass der Konzern erst wenige Monate zuvor das Original von 1993 in einer neuen 4K-Ausgabe veröffentlicht hat. Das Franchise ist also ohnehin wieder stärker im eigenen Programm präsent.
🌈 Acht Filme später ist der Goldtopf noch immer nicht leer
Die Lebensdauer von Leprechaun ist selbst für Horrorverhältnisse bemerkenswert. Der erste Film von 1993 brachte neben Warwick Davis auch eine damals noch weitgehend unbekannte Jennifer Aniston auf die Leinwand. Danach zog der Kobold nach Las Vegas, ins All und durch zwei Hood-Fortsetzungen, bevor zwei unterschiedliche Neustartversuche folgten.
Gerade diese komplette Missachtung einer konsistenten Tonlage gehört inzwischen zum Charme der Marke. Andere Horrorserien diskutieren jahrzehntelang ihre Zeitlinien. Leprechaun setzte seinen Bösewicht irgendwann in ein Raumschiff und machte einfach weiter.
Ob Melton und Dunstan daraus einen härteren Horrorfilm, eine rabenschwarze Komödie oder erneut beides zugleich bauen, wissen wir noch nicht. Nach dem steckengebliebenen Projekt von 2023 ist außerdem ein wenig Vorsicht angebracht: In Entwicklung bedeutet in Hollywood noch lange nicht wird tatsächlich gedreht.
Der Unterschied ist diesmal immerhin deutlich: Lionsgate hat neue Autoren und neue Produzenten angesetzt. Der Kobold steht wieder auf der Projektliste.
Jetzt muss nur noch jemand darauf achten, dass ihm bis zum Drehstart niemand das Gold klaut.





