Laser Dracul – Hin Håle Blues (Review)

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Laser Dracul – Hin Håle Blues

🧪 Kurzfazit: Der Beelzebock hat den Blues

Sechs Songs, knapp 40 Minuten und ein Ziegenbock, der offenbar die alleinige Verantwortung für die ewige Verdammnis trägt. Laser Dracul servieren schwedischen Doom mit bleischweren Gitarren, tief versenktem Gesang und einer gehörigen Portion sumpfigem Blues. Seit Hagridden ist die Musik finsterer und schwerer geworden, ohne ihren Siebzigerjahre-Stammbaum zu verleugnen. Die Riffs wiederholen sich mit einer Beharrlichkeit, die anderswo ein Fall für den Betriebsrat wäre. Hier wird daraus ein hypnotischer Sog. Keine neue Offenbarung des Doom Metal, aber eine verdammt gelungene schwarze Messe.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Für Liebhaber von Black Sabbath, Pentagram, Witchcraft, Uncle Acid & The Deadbeats und Electric Wizard. Wer schwere Riffs, schwedische Folklore und die verräucherte Seite des Siebzigerjahre-Rock schätzt, dürfte sich hier wohlfühlen. Wer bei Doom grundsätzlich auf den nächsten Tempowechsel wartet, sollte allerdings genügend Proviant mitbringen.

🏆 Grabholds vorläufige Hexenliste
🕯️ Walking the Left Hand Path – Der linke Pfad führt überraschenderweise doch noch auf die Überholspur.
🔥 The End of Time – Ein Gitarrensolo, das sich alle Zeit der Welt nimmt. Ausgerechnet beim Weltuntergang.
🐐 Hornæus – Der Hexenjäger bekommt seinen eigenen Doom-Song. Historisch zweifelhaftes Personal, musikalisch eine ausgezeichnete Idee.

🚫 Wem der Ziegenbock die Tür vor der Nase zuschlägt
Wer im Doom Metal ständig neue Kunststücke verlangt, wird an der ausgeprägten Traditionspflege wenig Freude haben. Die tief im Klang versenkten Gesangslinien verlangen Aufmerksamkeit, die Wiederholungen Geduld und manche Gitarrenpassage eine gewisse Zuneigung zu fortgeschrittenem Verstärkermissbrauch. Wer bei Black Sabbath grundsätzlich auf „Titel überspringen“ drückt, sollte sich diese Begegnung mit dem Teufel ersparen.


Cover von The Berzerker – The Reawakening: Ein riesiger, geflügelter schwarzer Drache brüllt über einer brennenden Ruinenlandschaft. Im Vordergrund liegen Schädel und Trümmer, während Flammen und Rauch aufsteigen.

🐐 Laser Dracul – Hin Håle Blues: Ein Ziegenbock, sechs Songs und die Frage, ob Satan eigentlich Schwedisch spricht

Man kann sich eine Menge Mühe geben, einen möglichst bedrohlichen Bandnamen zu erfinden. Man kann alte Dämonenlexika wälzen, lateinische Beschwörungsformeln studieren oder mit reichlich Pathos die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten.

Oder man nennt sich einfach Laser Dracul.

Das klingt nach einem transsilvanischen Vampir, der 1983 versehentlich in eine Science-Fiction-Disco geraten ist und dort seine Sonnenbrille verloren hat. Tatsächlich stammen die vier Herren aus Borlänge, einer schwedischen Industriestadt in der historischen Region Dalarna. Seit 2015 beschäftigen sie sich mit jener Musik, die entsteht, wenn man die Verstärker weit aufdreht und anschließend jede Eile aus dem Proberaum verbannt.

Ihr neues Album heißt Hin Håle Blues. Hin Håle ist eine ältere schwedische Bezeichnung für den Teufel, womit die Frage nach der geistigen Ausrichtung zumindest teilweise geklärt wäre. Die musikalische wiederum führt ziemlich direkt zu Black Sabbath, von dort in die dunkleren Winkel des Blues und gelegentlich weiter in psychedelische Gefilde.

Sechs Jahre nach Hagridden haben Laser Dracul allerdings nicht einfach ihre alte Platte noch einmal aufgenommen. Der Sound ist schwerer geworden, die Verzerrung beißt kräftiger zu, und aus den bereits bekannten Stoner-Grooves wächst eine deutlich finsterere Form des Okkultrock. Electric Wizard rücken als Vergleich näher, ohne dass die Schweden ihre Vorliebe für klassische Rockmelodien aufgegeben hätten.

Das Besondere liegt allerdings nicht nur in den Gitarren. Laser Dracul beschäftigen sich mit schwedischem Volksglauben, Hexenverfolgungen und den unangenehmen Seiten religiöser Autorität. Hier geht es also nicht ausschließlich um dekorative Pentagramme und die übliche Bestellung beim satanischen Requisitenverleih.

Ein durchaus passendes Thema für den 30. Oktober, oder?

Dass die Band den Termin unmittelbar vor Halloween erwischt hat, dürfte dem Beelzebock auf dem Cover jedenfalls entgegenkommen. Für einen ordentlichen Auftritt in der Walpurgisnacht wäre es schließlich reichlich spät.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Doom Metal, Stoner Doom, Heavy Psych, Blues Rock, Occult Rock

🎼 Musikalische Einordnung: Laser Dracul bewegen sich zwischen schwerem Sabbath-Doom, bluesigem Heavy Rock und dunkler Psychedelik. Ihre sechs Stücke lassen sich Zeit; selbst der kürzeste Song überschreitet die Fünfminutenmarke. Wiederholte Riff-Figuren erzeugen einen beinahe hypnotischen Sog, während gelegentliche Beschleunigungen und Gitarrensoli für Bewegung sorgen.

Gegenüber Hagridden rückt die Band näher an den schwereren Okkult-Doom von Electric Wizard. Dennoch bleiben die Wurzeln im Siebzigerjahre-Rock hörbar. Statt Virtuosität auszustellen, entwickelt die Gruppe ihre Songs aus Groove, Wiederholung und gelegentlichen melodischen Ausbrüchen.

🔊 Klangbild: Aufgenommen, gemischt und gemastert wurde Hin Håle Blues von Jonas Arnberg im Sellnoise Studio. Die Gitarren klingen tief, stark verzerrt und schön ungesund rau, die Rhythmussektion arbeitet mit schwerem Anschlag. Der überwiegend klare Gesang liegt tief im Gesamtklang; gelegentliche harsche Growls verschärfen die düstere Wirkung. Trotz der betont alten Ästhetik besitzt die Produktion genügend Druck, um auch die lauteren Passagen nicht zum bloßen Klangbrei werden zu lassen.

🎬 Offizielles Musikvideo: Come to Me Witches

Ein Ziegenbock auf dem Cover, Hexen im Songtitel und Black Sabbath im musikalischen Stammbaum: Laser Dracul stimmen mit Come to Me Witches auf ihr Album Hin Håle Blues ein. Schwedischer Doom für die dunkle Jahreszeit.

🐈‍⬛ Drei Highlights aus dem schwedischen Sündenregister

🕯️ Walking the Left Hand Path: Auch die Verdammnis hat eine Überholspur

Siebeneinhalb Minuten auf dem linken Pfad klingen zunächst nach einer Angelegenheit für Menschen, die sich ohnehin lieber Zeit lassen. Doch Walking the Left Hand Path gehört zu den Stücken, in denen Laser Dracul zeigen, dass ihre behäbige Grundausrichtung keineswegs jede Überraschung ausschließt.

Der Song setzt auf jene tiefen, wiederholten Gitarrenfiguren, die den Klang der Band bestimmen. Darüber liegt ein Gesang, der sich so weit in die Musik zurückzieht, dass man ihm gelegentlich regelrecht nachspüren muss. Diese Verbindung aus schwerfälligem Riff und halb verborgenem Gesang trägt erheblich zur unheimlichen Wirkung bei.

Umso auffälliger ist der Moment, in dem das Stück seine Gangart verändert. Nach einem überraschenden, beinahe an Kiss erinnernden Schlagzeugmotiv zieht das Tempo an. Plötzlich bekommt der zuvor träge wirkende Song eine andere Bewegungsrichtung, ohne seine finstere Grundstimmung aufzugeben. Dieser Einfall ist deshalb so wirksam, weil er nicht zum Standardprogramm der Band gehört. Laser Dracul verlassen ihren vertrauten Rhythmus gerade lange genug, damit man ihn anschließend wieder zu schätzen weiß.

Auf die Frage, was der linkshändige Pfad im Song bedeute, erklärten die Musiker übrigens, dass jeder Hörer den Text selbst interpretieren solle. Eine einigermaßen vernünftige Haltung für eine Band, deren musikalisches Personal vermutlich häufiger mit Dämonen als mit Literaturwissenschaftlern verwechselt wird. Sehr gut.

🔥 The End of Time: Die Apokalypse hat einen Gitarristen engagiert

Ein Stück namens The End of Time muss hohe Erwartungen erfüllen. Immerhin verspricht der Titel nicht weniger als das Ende der gesamten zeitlichen Ordnung. Da wäre es ausgesprochen enttäuschend, wenn nach drei Minuten einfach nur der Refrain wiederholt würde. Laser Dracul nehmen sich fast sieben Minuten und setzen vor allem auf zwei Stärken: die Wirkung ihres schweren Grooves und eine Gitarrenarbeit, die mehr tut, als bloß die nächste Verzerrungsstufe zu erklimmen.

Besonders das ausgedehnte Solo gibt dem Song eine eigene Kontur. Es schiebt sich nicht als dekoratives Virtuosenstück zwischen zwei Refrains, sondern bildet einen musikalischen Gegenpol zur rhythmischen Beharrlichkeit der übrigen Komposition. Dazu kommt eine wechselhafte Dynamik, die verhindert, dass das Stück allein von seiner Schwere leben muss. Die Band kann Druck aufbauen, ohne ständig schneller zu werden. Wenn sich das Arrangement schließlich öffnet, wirkt das umso stärker.

The End of Time zeigt damit eine Seite von Laser Dracul, die man angesichts ihrer demonstrativen Liebe zur Wiederholung leicht unterschätzt: Die Musiker wissen durchaus, wann es Zeit wird, eine musikalische Idee weiterzudenken. Dass sie dafür gleich den Weltuntergang bemühen, ist natürlich eine Frage des persönlichen Maßstabs.

🐐 Hornæus: Der Hexenjäger steht vor Gericht

Mit Hornæus wird die okkulte Geschichte hinter Hin Håle Blues besonders konkret. Der Titel verweist auf Laurentius Christophori Hornaeus, einen schwedischen Geistlichen des 17. Jahrhunderts, der während der Hexenverfolgungen eine unrühmliche Rolle spielte. Musikalisch bleibt das Stück eng mit der schwersten Seite des Albums verbunden. Tief gestimmte Gitarren und eine düstere Grundstimmung prägen den Song; die Musik bewegt sich in jener langsamen bis mittleren Gangart, aus der Laser Dracul ihren eigenwilligen Sog entwickeln.

Gerade die weniger zugänglichen, fast isoliert wirkenden Passagen passen zum historischen Gegenstand. Die Band verzichtet auf große dramatische Gesten und vertraut darauf, dass die Schwere ihrer Musik bereits genügend Unbehagen erzeugt.

Das ist ein reizvoller Kontrast: Ein Genre, das seit Jahrzehnten mit Dämonen, Hexerei und satanischen Symbolen spielt, beschäftigt sich hier mit einem Mann, der tatsächlich an der Verfolgung vermeintlicher Hexen beteiligt war. Die schaurigste Figur dieses Albums braucht keine Hörner. Sie trug ein geistliches Amt. Und das ist entschieden unangenehmer als jeder noch so bedrohlich dreinblickende Ziegenbock.

Der Banner für das Fantasykosmos Feuilleton mit lesendem Drachen hinter Zeitung.

🖼️ Artwork: Der Vorsitzende des Höllenausschusses bittet um Ruhe

Das Cover von Hin Håle Blues beweist, dass man für eine überzeugende Teufelsdarstellung weder Flammenwerfer noch drei nackte Hexen benötigt. Andreas „Punkarn“ Bustad zeigt einen Ziegenbock vor nahezu vollständig schwarzem Hintergrund. Die langen, gewundenen Hörner reichen weit nach oben, das schmale Gesicht blickt leicht zur Seite. Die Zeichnung wirkt wie ein alter Kupferstich, dessen feine Linien in einem stumpfen Braunton gehalten sind. Bandname und Albumtitel rahmen das Tier in einer altertümlichen, gebrochenen Schrift ein.

Die Wirkung entsteht durch Reduktion. Keine brennende Kirche, kein Pentagramm, keine Armee gehörnter Dämonen. Nur ein Bock, der die Welt betrachtet, als müsse er in Kürze über mehrere äußerst unangenehme Personalangelegenheiten entscheiden. Gerade diese beinahe amtliche Strenge verleiht dem Bild seinen Reiz. Der Teufel muss hier niemanden mehr erschrecken. Offenbar hat er längst eine leitende Funktion übernommen.

Ein Cover, das sogar bei einem mittelalterlichen Ketzerprozess als offizielles Briefpapier durchgehen könnte.

Und wer sich einen besonders seriösen Eindruck verschaffen möchte, sollte es mal neben die Steuererklärung legen. Der Bock schaut, als hätte er bereits sämtliche Belege geprüft.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

✨ Besondere Momente: Der schwedische Teufel hat historische Bekannte

⚖️ Der wahre Schrecken kam von der Kanzel

Hinter Hornæus verbirgt sich eine jener Geschichten, bei denen die historische Wirklichkeit unangenehmer ausfällt als die meisten Horrorfilme. Laurentius Christophori Hornaeus war an den schwedischen Hexenverfolgungen des 17. Jahrhunderts beteiligt. Die Musiker vergleichen ihn mit Matthew Hopkins, dem berüchtigten englischen Hexenjäger.

Dieser Hintergrund verleiht dem Album eine kulturelle Dimension, die über gewöhnliche Okkultrock-Dekoration hinausgeht. Die dunklen Erzählungen aus Schweden handeln eben nicht nur von übernatürlichen Wesen, sondern auch von Aberglauben, Macht und Menschen, die ihre Überzeugungen mit erschreckender Gewalt durchsetzten. Vierhundert Jahre später erscheinen die einst gefürchteten Mächte der Finsternis musikalisch erheblich harmloser als ihre selbst ernannten Bekämpfer.

🎞️ Fulci, Hammer und die Kunst, sich ordentlich zu gruseln

Auch filmisch verraten Laser Dracul einen sympathisch altmodischen Geschmack. Die Musiker nennen italienisches Horrorkino, insbesondere Lucio Fulci, und die klassischen Produktionen der britischen Hammer Film Productions als wichtige Einflüsse.

Wer diese Filme kennt, versteht die Verbindung schnell. Hier wie dort geht es um Atmosphäre, alte Ängste und die Freude an einem Schrecken, der seine künstliche Herkunft gar nicht verbergen muss. Das passt zu einer Band, die ihren Doom nicht modernisieren möchte, sondern lieber dessen ursprünglichen Reiz auskostet.

🌫️ Der Gesang wohnt offenbar im Keller

Eine der auffälligsten Eigenheiten von Hin Håle Blues ist die Position des Gesangs innerhalb der Musik. Die meist klar gesungenen Passagen stehen nicht triumphierend über den Instrumenten, sondern liegen tief zwischen den verzerrten Gitarren. Das erschwert gelegentlich das unmittelbare Textverständnis, macht die Stimme aber gleichzeitig zu einem Bestandteil der düsteren Klanglandschaft.

Vereinzelte Growls durchbrechen diesen Ansatz und geben manchen Momenten eine härtere, beinahe schwarzmetallische Färbung. Man könnte natürlich verlangen, den Sänger weiter nach vorn zu mischen. Andererseits hat es bei dieser Band durchaus seinen Reiz, wenn selbst der Frontmann klingt, als hätte man ihn vorsorglich unter der Erde einquartiert.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.

🌒 Hintergrund: Aus Borlänge direkt in die Unterwelt

Laser Dracul gründeten sich 2015 in Borlänge. Ende 2016 erschien eine selbstbetitelte EP, vier Jahre später folgte Hagridden über Majestic Mountain Records. Mit Hin Håle Blues setzt die Band ihre Zusammenarbeit mit dem Label fort.

Besonders amüsant ist ihre Haltung zur musikalischen Weiterentwicklung. Während andere Gruppen bei jedem neuen Album von einem radikalen Neuanfang sprechen, erklären Laser Dracul ziemlich ungerührt, dass sie weiterhin dieselbe Musik lieben und überhaupt keinen neuen Stil erfinden wollen. Kann man so machen, ja.

Das bedeutet freilich nicht, dass die vergangenen sechs Jahre spurlos geblieben wären. Die neue Platte klingt schwerer, düsterer und bewegt sich noch entschiedener in Richtung Okkult-Doom. An den musikalischen Grundüberzeugungen hat sich dagegen wenig geändert.

Auch der Bandname besitzt offenbar keine große Gründungslegende. Die Musiker beschreiben ihn als verraucht und psychedelisch; woher er genau stammt, sei inzwischen etwas verschwommen. Das ist möglicherweise die glaubwürdigste Bandnamen-Erklärung, die der Doom Metal seit Langem hervorgebracht hat.

Fantasy Events Banner: Ein dunkler Krieger erhebt seine Fahne vor einem riesigen lodernden Feuer, während Funken in den Nachthimmel steigen

😈 Fazit: Ein alter Teufel braucht keine neuen Tricks

Hin Håle Blues macht aus seiner Rückwärtsgewandtheit eine Tugend. Laser Dracul setzen auf schleppende Riffs, verzerrte Gitarren, tief versenkten Gesang und jenen düsteren Blues, aus dem ein erheblicher Teil des Doom Metal hervorgegangen ist. Die sechs Stücke besitzen genug musikalische Substanz, um ihre ausgedehnten Spielzeiten zu rechtfertigen. Besonders dort, wo sich die Band kleine rhythmische Ausbrüche oder ein ausdrucksstarkes Gitarrensolo erlaubt, gewinnt die alte Rezeptur zusätzlich an Reiz.

Natürlich kann man den Schweden vorwerfen, dass sie ihre musikalischen Vorbilder selten aus den Augen verlieren. Black Sabbath und Electric Wizard sind allgegenwärtig, die Wiederholungen verlangen Geduld und die Produktion hält den Gesang bisweilen so weit im Hintergrund, dass selbst der Teufel vermutlich nachfragen müsste, wo denn nun der Sänger abgeblieben ist. Doch die Band versteht es, aus diesen Mitteln eine eigene, finstere Atmosphäre zu schaffen. Der historische Hexenspuk liefert dazu mehr als bloße Dekoration.

Wer neue musikalische Offenbarungen verlangt, wird hier nicht fündig. Wer dagegen wissen möchte, wie viel Leben in einem wirklich guten Doom-Riff steckt, darf sich bedenkenlos auf den linken Pfad begeben. Wir haben die Tour jedenfalls sehr genossen.

Und der Ziegenbock auf dem Cover? Der sieht ohnehin aus, als hätte er das Urteil längst unterschrieben.

Albumcover von Laser Dracul – Hin Håle Blues: Zeichnung eines Ziegenbocks mit langen, geschwungenen Hörnern in dunklem Braun auf schwarzem Hintergrund. Oben steht der Bandname, unten der Albumtitel in altertümlicher Schrift.

Künstler:

Laser Dracul

Albumtitel:

Hin Håle Blues

Erscheinungsdatum:

30. Oktober 2026

Genre:

Doom Metal, Stoner Doom, Heavy Psych, Blues Rock, Occult Rock

Label:

Majestic Mountain Records

Spielzeit:

ca. 40 Minuten

👥 Besetzung

Micke – Bass, Gesang
Lars – Gitarre
Andreas – Gitarre
Ola – Schlagzeug

Produktion, Aufnahme, Mix und Mastering: Jonas Arnberg, Sellnoise Studio, Borlänge
Artwork: Andreas „Punkarn“ Bustad
Songwriting: Laser Dracul

🎼 Trackliste

Our King Is Forever – 8:17
Bringer of Light – 5:18
Walking the Left Hand Path – 7:33
The End of Time – 6:53
Hornæus – 6:32
Come to Me Witches – 5:24

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

Mehr Album-Reviews für dich?

Banner zur Fantasykosmos Playliste SONGS OF DOOM & GLORY.