Barbaren, Monster und sehr viel Puppenblut: Kylgor stürzt in den Grisly Abyss
🧐 Im Fantasykosmos suchen

Puppen sollten vielleicht doch nicht alles nachspielen
📰 Was ist los?
Kylgor in the Grisly Abyss feiert am 18. September beim Fantastic Fest seine Weltpremiere. Der 74-minütige Grimdark-Fantasy-Horrorfilm besteht komplett aus Puppen und schickt Barbaren, Soldaten und Monster in eine unterirdische Welt voller Blut, Halluzinationen und korrumpierender Magie.
🐛 Was denken wir?
Das Konzept ist herrlich eigenwillig. Gerade der Gegensatz zwischen handgebauten Puppen und kompromisslosem Sword-&-Sorcery-Horror gibt dem Film eine Identität, die mit großem Budget kaum künstlich herzustellen wäre. Wenn das Tempo stimmt, könnte das genau diese Sorte schräger Festivalfilm werden, über die man später noch viel zu lange spricht.
Es gibt ja einige Fantasyfilme mit riesigen Budgets, digitalen Armeen und Landschaften, die aussehen, als hätten drei gewaltige Renderfarmen gleichzeitig Überstunden gemacht. Und dann gibt es Kylgor in the Grisly Abyss.

Der kanadische Fantasy-Horrorfilm von Mason Jeffrey Newton-DeRushie feiert am 18. September 2026 beim Fantastic Fest seine Weltpremiere und setzt konsequent auf Barbaren, Monster, Schwerter, Blut und vor allem Puppen. Wirklich alle Figuren sind Puppen. Das Festival selbst fasst den Film mit bemerkenswerter Effizienz zusammen: Grimdark Fantasy, epische Quest, Blut in großen Mengen und alles aus Schaumstoff.
🪓 Erst den König köpfen, dann wird es kompliziert
Die Geschichte beginnt eigentlich mit einem Erfolg. Kylgor und seine Gefährten haben König Kath gestürzt, ihm den Kopf abgeschlagen und wollen nun aus dessen Reich entkommen. Das Problem: Die königlichen Wachen sind ihnen dicht auf den Fersen. Während der Flucht bricht der Boden unter beiden Gruppen weg, und ehemalige Feinde stürzen gemeinsam in eine gigantische unterirdische Höhlenwelt.
Dort wird aus dem Rachefeldzug ein Überlebenskampf. Die Gruppe muss sich gegen groteske Kreaturen, gefährliche Landschaften und Halluzinationen behaupten. Gleichzeitig beginnt eine bösartige Magie, Körper und Geist zu verändern. Bei normalen Fantasyhelden wäre das bereits unangenehm. Bei Puppen bedeutet es offenbar vor allem, dass Schaumstoff sehr leiden muss.
🎬 Puppen, Monster und Grimdark-Wahnsinn
Das aktuelle Festivalvideo zeigt Kylgor in the Grisly Abyss als herrlich handgemachte Mischung aus Sword & Sorcery, Puppenfilm und blutigem Fantasy-Horror.
👹 Monster, Höhlen und korrumpierende Magie
Der titelgebende Grisly Abyss ist weit mehr als bloß eine große Höhle. Die Figuren geraten in ein unterirdisches Labyrinth voller Monster, Täuschungen und magischer Einflüsse, die ihre Körper verändern.
Fangoria beschreibt den Film ausdrücklich als Mischung aus Sword-and-Sandal-Barbarenfilm, klassischer Fantasy und jener Sorte Kinderfilm, die früher erstaunlich viel Albtraummaterial durch die Altersfreigabe schmuggelte.
Das Ergebnis erinnert weniger an moderne Hochglanzfantasy als an VHS-Regale voller seltsamer 80er-Abenteuer, in denen alles nach Latex, Nebelmaschine und handgebautem Monster aussah. Genau das ist offensichtlich Absicht.
🎭 Jede Figur ist eine Puppe
Der eigentliche Clou liegt in der Umsetzung. Kylgor in the Grisly Abyss verzichtet komplett auf menschliche Darsteller vor der Kamera. Barbaren, Soldaten, Monster und sonstige Bewohner dieser Welt werden als Puppen umgesetzt. Dazu kommen praktische Effekte und Stop-Motion-Kreaturen.
Newton-DeRushie arbeitet selbst als Special-Make-up-Effects-Künstler und wollte zeigen, dass Puppen genauso gut große Abenteuer erleben können wie menschliche Figuren.
Die Produktionsbeschreibung aus Australien formuliert es noch schöner: Der Film entstand über fünf Jahre, finanziert unter anderem über eine kleine Indiegogo-Kampagne, und steckt erstaunlich viel handgemachten Aufwand in seine 74 Minuten.
🩸 Puppenblut zählt offenbar auch als Blut
Der Film spart sich trotz seines Materials keine Härte. Fantastic Fest spricht offen von „buckets of blood“, während spätere Festivalbeschreibungen von blutigen Verstümmelungen und reichlich praktischen Gore-Effekten sprechen.
Das ist wahrscheinlich der reizvollste Kontrast des gesamten Projekts: Figuren, die aussehen könnten, als würden sie gleich ein Kinderprogramm moderieren, geraten in eine ziemlich gnadenlose Sword-&-Sorcery-Hölle.
Wenn Jim Hensons dunklere Fantasiewelten irgendwann beschlossen hätten, Conan einzustellen, könnte ungefähr so etwas dabei herauskommen.
🗡️ Kylgor hat sogar prominente Genre-Stimmen
Die Hauptfigur Kylgor the Conqueror wird von Timothy Paul McCarthy gesprochen. Ry Barrett übernimmt die Stimme von Captain Sharr. Beide sind unter anderem aus In a Violent Nature bekannt.
Zur weiteren Besetzung gehören unter anderem Jason David Brown und weitere Sprecher aus dem kanadischen Genreumfeld. Damit bekommt der Film trotz seines Miniaturformats eine ziemlich ernst gemeinte Genrebesetzung.
🎬 Weltpremiere am 18. September
Die erste öffentliche Vorführung findet am Freitag, 18. September, um 11:30 Uhr beim Fantastic Fest statt. Aufgrund der Nachfrage läuft der Film dort parallel in zwei Sälen. Eine weitere Vorstellung folgt am 22. September um 20:45 Uhr.
Direkt vor Kylgor läuft außerdem Goodbye, Monster, der erste Kurzfilm von Fangoria Studios. Damit bekommt der Puppen-Barbar ein ziemlich passendes Festivalumfeld.
🌑 Von 9.000 Dollar zur internationalen Festivalrunde
Besonders charmant ist die Entstehungsgeschichte. Das Projekt wurde über Jahre in Handarbeit gebaut und mit einer sehr kleinen Crowdfunding-Summe auf die Beine gestellt. Die australische Festivalbeschreibung nennt rund 9.000 Dollar Indiegogo-Finanzierung.
Inzwischen läuft der Film nicht nur beim Fantastic Fest. Für Oktober ist bereits die australische Premiere beim Monster Fest angekündigt.
Das ist für ein derart kleines, handgebautes Projekt ein ziemlich weiter Weg.





