Korrupt – The Weight We Carry (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Korrupt – The Weight We Carry

🤏 Kurzfazit: Schwarz wie die Sünde, eingängig wie die Versuchung

Korrupt nehmen norwegischen Black Metal, treiben ihm mit Hardcore die feierliche Miene aus und schmuggeln Punk-Refrains hinein, die sich erstaunlich hartnäckig festsetzen. The Weight We Carry ist eine wilde, schmutzige Angelegenheit, bei der selbst die Melodien noch nach Ärger klingen. Nicht alle neun Songs besitzen denselben Einfallsreichtum; manche Grooves und Übergänge kennt man gegen Ende schon etwas zu gut. Aber die Band hat ein Händchen dafür, aus frostiger Raserei plötzlich einen verdammt guten Rocksong zu machen.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Zweifellos für Menschen, die Kvelertak, Turbonegro, Comeback Kid, Trap Them oder A Wilhelm Scream mögen und grundsätzlich nichts dagegen haben, wenn sich in ihre Hardcore-Playlist ein wütender norwegischer Waldgeist verirrt. Auch Freunde von Immortal dürfen vorbeischauen, sollten allerdings ihre Erwartungen an genreübliche Feierlichkeit an der Garderobe abgeben.

🏆 Die vier besten Gelegenheiten für ein fettes Ärgernis
🌑 Waiting for the Sun – Black-Metal-Raserei, ein melodischer Hardcore-Refrain und keinerlei Hoffnung auf schönes Wetter.
🪦 Devoted to the Grave – Eine der stärksten Melodien des Albums, versteckt unter einer ziemlich angegriffenen Stimmlage.
🔥 Totalitarian – Kvelertak-Gene, giftige Gitarren und ein Groove, der seine politischen Überzeugungen mit den Fäusten erklärt.
⛪ I Am the Soil – Kirchenglocken, ein schwerer Marschrhythmus und ein Schluss, der größer wird, als man diesen Norwegern zunächst zutraut.

🚫 Wer beim Moshpit lieber auf Erlösung wartet
Wenn du bei Black Metal nur majestätische Ernsthaftigkeit erträgst, könntest du Schwierigkeiten bekommen. Hardcore-Puristen werden sich wiederum fragen, weshalb die Gitarren ständig in die Wälder verschwinden. Und wer ausuferndes Gekeife schlecht verträgt, sollte wissen: Diese Stimmen besitzen ungefähr die beruhigende Wirkung einer defekten Kreissäge.


Albumcover von Korrupt – The Weight We Carry in nahezu vollständigem Schwarz, mit grauem Bandlogo links und einer bedrohlichen, aus feinen weißen Kratzlinien geformten Gestalt rechts.

🔥 Korrupt – The Weight We Carry: Im Bibelgürtel brennt die Kanzel

Kristiansand liegt an der norwegischen Südküste. Hübsche Hafenstadt, helle Sommer, Schärenlandschaft und so. Eine Gegend, die auf Postkarten ausgesprochen friedlich aussieht. Und bei Insta natürlich für Klicks sorgt, klar.

Und zugleich ist Kristianstad das Zentrum einer Region, in der konservatives Christentum traditionell erheblichen gesellschaftlichen Einfluss besitzt. Für Korrupt ist das kein exotischer Hintergrund, den man aus touristischen Gründen in die Bandbiografie schreibt. Es ist ein Teil jener Umgebung, gegen die ihre Musik seit 2013 anrennt.

Auf The Weight We Carry geht es um Schuld, gesellschaftliche Kontrolle, religiöse Erwartungen und die unangenehme Erkenntnis, dass einem manche Überzeugungen bereits eingepflanzt wurden, bevor man überhaupt eigene entwickeln konnte.

Wer bestimmt, was Sünde ist? Wer verteilt die Schuld? Und weshalb soll man eigentlich für etwas büßen, das sich jemand anderes ausgedacht hat? Nee, nee, die Fragen sind natürlich nicht neu. Aber Korrupt haben einen ziemlich unterhaltsamen Weg gefunden, sie zu stellen.

Ihr drittes Album klingt ungefähr so, als würden Kvelertak eine Hardcore-Band gründen, die anschließend von Immortal wegen unzulässiger Verwendung schwarzen Metalls verklagt wird. Der erste Song heißt dann konsequenterweise aus gleich Narrative Warfare. Keine schlechte Eröffnung für eine Platte, die sich mit der Macht fremder Erzählungen beschäftigt. Die Gitarren stürmen los, mehrere Stimmen überschlagen sich beinahe, und unter der rauen Oberfläche tauchen bereits Melodien auf, die eher aus einer Punk-Kneipe stammen könnten.

Das ist der eigentliche Trick dieser Norweger.

Sie spielen Musik, zu der man gleichzeitig wütend sein und ausgesprochen gut mitgrölen kann.

Eine Kombination, deren therapeutischen Nutzen man zumindest mal diskutieren sollte.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Blackened Hardcore, Black Metal, Hardcore Punk, Melodic Hardcore, Black ’n’ Roll

🎼 Musikalische Einordnung: Der musikalische Stammbaum besitzt zwei ziemlich unterschiedliche Äste. Aus dem Black Metal kommen die schneidenden Gitarrenharmonien, die rasenden Schlagzeugpassagen und jene frostige Aggression, die kaum etwas mit gewöhnlichem Punk Rock zu tun hat.

Aus dem Hardcore stammen die körperliche Direktheit, die Breakdowns, die mitreißenden Refrains und der Instinkt, einen Song rechtzeitig wieder auf den Punkt zu bringen. Dazu kommen rockige Riffs, gelegentlich fast hymnische Melodien und eine ordentliche Portion norwegischer Kvelertak-DNA.

🔊 Klangbild: The Weight We Carry klingt rau, aber keineswegs verwaschen. Die Gitarren behalten auch im höchsten Tempo ihre Konturen, während der Bass den groovigeren Passagen ordentlich Gewicht verleiht.

Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der Stimmen. Marius Jahnsen und Fredrik Nome übernehmen den Hauptgesang, die übrigen Musiker unterstützen vokal. Zwischen heiserem Schreien, wüsten Antworten und gelegentlichen klareren Momenten entsteht dadurch eine beinahe handgreifliche Dynamik.

Die Produktion hält diesen Lärm zusammen, ohne seine Kanten abzuschleifen. Ein Hochglanzprodukt hätte dem Material auch ungefähr so gut gedient wie eine frisch gebügelte Soutane beim Schlammcatchen.

🎬 Offizielles Video: Devoted to the Grave

Der Song zeigt besonders gut, weshalb die Kombination aus extremem Gesang und melodischem Hardcore bei Korrupt funktioniert.

🤑 Highlights: Das Evangelium nach Korrupt in 4 Kapiteln

🌑 Waiting for the Sun: Die Sonne hat den Termin abgesagt

Der Einstieg ist noch eine ziemlich unfreundliche Angelegenheit. Blastbeats, eisige Gitarrenbewegungen und eine Stimme, die sich anhört, als habe sie gerade sämtliche Hoffnungen auf eine angenehme Zukunft persönlich zu Grabe getragen.

Dann kippt der Song. Aus der Black-Metal-Attacke wächst ein melodischer Hardcore-Refrain, der trotz des harschen Gesangs erstaunlich eingängig wird. Ein langsameres Break gibt der Musik kurz Raum, bevor sie erneut losstürmt. Der entscheidende Punkt: Der Refrain fühlt sich nicht an wie ein fremdes Stück Musik, das man nachträglich angeklebt hat.

Er ist in den Gitarren bereits vorbereitet. Die Band selbst beschreibt den Song als Warten auf eine Erlösung, von der man längst ahnt, dass sie niemals eintreffen wird. Ein Lied über das vergebliche Hoffen, das ausgerechnet so viel mitreißende Energie entwickelt, dass man beinahe wieder optimistisch werden könnte. Mhm, ja, das ist schon eine ziemlich boshafte Pointe.

🪦 Devoted to the Grave: Diese Melodie will einfach nicht sterben

Hier arbeiten Korrupt mit einem anderen Rezept. Der Song beginnt heftig und ungeduldig. Die Stimmen treiben sich gegenseitig an, die Gitarren sägen, und zunächst sieht alles nach der nächsten rasenden Hardcore-Attacke aus. Doch im weiteren Verlauf öffnet sich die Komposition in Richtung melodischen Post-Hardcores. Erinnerungen an Nine, Small Brown Bike oder die emotionalere Seite von Comeback Kid werden wach.

Plötzlich hat dieser Lärm etwas Verletzliches. Nicht, weil die Band besonders sanft würde. Sie bleibt rau, kratzig und unnachgiebig. Aber die Melodie lässt eine andere Gefühlslage zu. Inhaltlich beschäftigt sich Devoted to the Grave mit den Narben anderer Menschen, die irgendwann zu den eigenen werden. Sänger Marius Jahnsen hat erklärt, dass der Song erst sehr spät fertiggestellt wurde und beinahe nicht auf das Album gekommen wäre. Das wäre ein ziemlich ärgerlicher Verlust gewesen.

Gerade hier zeigen Korrupt, dass ein guter Hardcore-Refrain keine freundliche Stimme benötigt. Er muss lediglich etwas treffen, das unter der ganzen Wut noch empfindlich geblieben ist.

Satirische Premiumwerbung für BLACK SUN: Eine mattschwarze Energy-Drink-Dose mit goldener Sonnenfinsternis steht auf einem Marmorsockel vor einer nächtlichen Großstadtkulisse. Am Himmel leuchtet eine gigantische Sonnenfinsternis. Slogan: „Weckt, was in dir schläft.“

🔥 Totalitarian: Ein Tyrann betritt den Moshpit

Nee, natürlich nicht Donald Trump. Der kennt nur YMCA. Ein schweres Riff, ein markanter Beat und eine Band, die offenkundig nicht vorhat, lange über ihre Absichten zu verhandeln. Totalitarian gehört zu den unmittelbarsten Songs des Albums. Die Gitarren bewegen sich stellenweise in Richtung Black ’n’ Roll, während die aggressiveren Passagen weiterhin deutlich im Black Metal verwurzelt bleiben. Dazwischen tauchen überraschend harmonische Chöre auf.

Das erinnert an frühe Kvelertak, besitzt aber eine noch ausgeprägtere Hardcore-Schlagseite. Interessant ist ein Break, bei dem die Gitarren kurz mit schiefen, beinahe dissonanten Tönen arbeiten. Der zuvor so zuverlässige Groove gerät ins Stolpern, ehe die Band wieder mit voller Kraft einsetzt. Der Song behandelt autoritäre Macht und die gezielte Spaltung von Menschen. Eine musikalische Überraschung ist das Thema bei dieser Band nicht. Wohl aber, wie überzeugend die Norweger es in körperliche Energie übersetzen.

Hier wird nicht lange gegen Unterdrückung argumentiert. Hier wird ihr erst einmal der Verstärker auf den Fuß gestellt.

⛪ I Am the Soil: Der Friedhof singt jetzt zurück

Kirchenglocken eröffnen das fast sechsminütige Finale. Nach all den rasenden Gitarren und ruppigen Refrains ist das zunächst eine ziemlich wirkungsvolle Erinnerung daran, worum es auf diesem Album eigentlich geht. Dann setzt ein schwerer, beinahe marschierender Rhythmus ein. Ein wenig Turbonegro schwingt darin mit, allerdings ohne deren demonstrative Überheblichkeit.

Die Gitarren werden dunkler, die Musik gewinnt langsam an Gewicht. Spätere Passagen öffnen sich melodisch, bevor sich der Schluss zu einer überraschend hymnischen Bewegung erhebt. Nicht alles gelingt vollkommen reibungslos. Einige Übergänge wirken etwas erzwungen, und die Band versucht hier hörbar, ihrem letzten Song eine besondere Größe zu geben.

Doch der Ansatz funktioniert. Nach acht Stücken, in denen die Musik häufig zwischen Raserei und Eingängigkeit pendelt, bietet I Am the Soil endlich einen anderen Spannungsbogen. Es ist kein Triumphzug. Eher der Versuch, sich unter einer Last hervorzukämpfen, die längst zu schwer geworden ist.

Die Platte endet nicht mit der ersehnten Erlösung. Aber immerhin mit jemandem, der beschlossen hat, nicht länger auf sie zu warten.

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🖼️ Artwork: Schwarzsehen für Fortgeschrittene

Man muss diesem Cover eines lassen: Es ist konsequent. Wer hier Farben entdecken möchte, sollte über eine ungewöhnlich gute Taschenlampe verfügen. Die linke Bildhälfte versinkt nahezu vollständig im Schwarz. Nur das kantige Bandlogo und der darunter platzierte Albumtitel treten in grauer Schrift hervor.

Rechts scheint dagegen etwas aus der Dunkelheit zu entstehen. Feine, fahrige weiße Striche formen eine bedrohliche, tierhaft wirkende Gestalt. Augenartige Rundungen, borstige Konturen und ein dunkler Schlund lassen sich erahnen. Doch das Bild verweigert eine eindeutige Lesart. Je länger man hinsieht, desto stärker zerfällt die vermeintlich erkennbare Figur wieder in ein Gewirr aus Kratzern und Linien. Gerade das macht die Gestaltung wirkungsvoll.

Die weiße Strichzeichnung erinnert an eine beschädigte Radierung, an hastig in schwarzes Holz geritzte Spuren oder an ein Wesen, das nicht vollständig sichtbar werden möchte. Das Motiv wirkt weniger wie ein ordentlich ausgearbeitetes Monster als wie etwas, das sich unter einer Oberfläche bewegt. Ein wirklich passendes Bild für ein Album, das sich mit verinnerlichter Angst, Schuld und Fremdbestimmung beschäftigt. Man könnte beinahe meinen, die Gestalt sei nicht auf dem Cover abgebildet, sondern habe versucht, sich von dessen Rückseite hindurchzukratzen.

Das ist weitaus unangenehmer als der nächste gehörnte Dämon vor einer brennenden Kirche. Und gestalterisch deutlich interessanter.

✨ Besondere Momente: Die Last mit dem frommen Etikett

📖 Ein falscher Satz kann ein ganzes Leben bestimmen

Narrative Warfare behandelt die Weigerung, sich von den Erzählungen anderer definieren zu lassen. Das ist besonders im religiösen und gesellschaftlichen Umfeld interessant, aus dem Korrupt stammen. Wer früh lernt, sich selbst als sündig, unzulänglich oder grundsätzlich schuldig zu betrachten, übernimmt möglicherweise ein Selbstbild, das andere Menschen für ihn entworfen haben.

Der Song stellt diesem Mechanismus keine ausgefeilte Philosophie entgegen. Er verweigert schlicht die Zustimmung. Und manchmal ist ein lautes Nein tatsächlich die angemessenere Antwort.

🧨 Die alte Härte züchtet plötzlich Ohrwürmer

Auf Secret Sorrows von 2023 waren die rockigeren und punkigeren Seiten der Band bereits deutlich hörbar. Der Nachfolger geht bei den Black-Metal-Elementen wieder weiter, behält aber die melodische Zugänglichkeit bei. Das führt zu einer eigentümlichen Situation: Die Gitarren werden kälter, das Schlagzeug aggressiver, die Refrains gleichzeitig eingängiger.

Ein hübscher Widerspruch, den Korrupt häufig überzeugend auflösen. Allerdings nicht immer. Vor allem die wiederkehrenden Wechsel zwischen rasenden Passagen, groovigem Midtempo und groß angelegtem Refrain verlieren im Verlauf des Albums etwas von ihrer Überraschungskraft. Hier liegt die zentrale Schwäche von The Weight We Carry: Die Band hat einen ziemlich guten Trick gelernt und führt ihn gelegentlich einmal zu oft vor.

🌒 Hintergrund: Aus dem Süden kommt nicht nur Sonniges

Korrupt wurden 2013 in Kristiansand gegründet und stammen aus der dortigen Hardcore-Szene. Ihr Debüt Preachers and Creatures erschien 2017 bei Fysisk Format. Es folgte 2023 Secret Sorrows, das ihnen in der norwegischen Musikpresse besondere Aufmerksamkeit verschaffte.

The Weight We Carry ist ihr drittes Studioalbum und erscheint über Holler Records. Die fünf Musiker verbinden ihre regionale Herkunft mit einer musikalischen Sprache, die aus mehreren Richtungen kommt: norwegischer Black Metal, amerikanischer Hardcore, melodischer Punk und ein wenig schmutziger Rock ’n’ Roll.

Dass die Texte immer wieder auf religiöse Bilder zurückgreifen, ergibt sich aus dieser Herkunft. Sünde, Buße und Erlösung werden jedoch nicht ehrfürchtig behandelt, sondern als Begriffe hinterfragt, mit denen sich Menschen kontrollieren lassen.

Der Albumtitel ist deshalb gut gewählt. Er meint nicht nur das Gewicht persönlicher Erfahrungen, sondern auch jenes Gepäck, das andere Menschen uns aufladen und anschließend behaupten, wir müssten es unser Leben lang aus eigener Überzeugung tragen.

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⚖️ Fazit: Die Sünde darf gehen. Der Refrain bleibt mal schön hier.

The Weight We Carry ist ein gutes Album, das einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen stilistisch ambitionierten Veröffentlichungen besitzt: Es macht aus seiner ungewöhnlichen Mischung tatsächlich Songs.

Die Black-Metal-Gitarren sind keine bloße Dekoration. Sie geben der Musik Schärfe und eine düstere Färbung, die gewöhnlichem melodischem Hardcore häufig fehlt. Umgekehrt verhindern die punkigen Refrains und rockigen Grooves, dass aus der Platte eine weitere halbe Stunde nordischer Verbitterung wird.

Besonders Waiting for the Sun, Devoted to the Grave und Totalitarian zeigen, wie überzeugend diese Verbindung sein kann. Das lange Finale I Am the Soil beweist außerdem, dass Korrupt auch einen größeren Spannungsbogen gestalten können. Aber: Nicht alles sitzt perfekt. Die Songstrukturen werden stellenweise vorhersehbar, und der fast permanent aggressive Gesang verlangt selbst hartgesottenen Hörern einiges ab. Außerdem besitzt die zweite Albumhälfte nicht durchgehend die unmittelbare Klasse ihrer stärksten Vorgänger.

Doch die Norweger haben einen eigenständigen Klang gefunden, den man nach wenigen Minuten wiedererkennt. Das ist in einem Genre, in dem unzählige Bands seit Jahrzehnten dieselben Frostbeulen pflegen, keineswegs selbstverständlich.

Korrupt nehmen das Erbe ihrer Herkunft ernst, aber nicht ergeben hin. Sie stellen Fragen, die in ihrer Umgebung womöglich lange Zeit nicht besonders erwünscht waren. Und sie stellen sie mit einer Musik, die ausgesprochen wenig Interesse an höflichen Antworten besitzt.

Die Kanzel steht noch. Aber die Predigt geht glücklicherweise im höllischen Gitarrenlärm unter.

FANTASYKOSMOS · ARCHIV DER DUNKLEN KLÄNGE

📀 Die Albumakte

Korrupt – The Weight We Carry: Dunkles Albumcover mit kratziger weißer Zeichnung einer bedrohlichen Gestalt
Korrupt
The Weight We Carry
Veröffentlichung 30. Oktober 2026
Label Holler Records
Herkunft Kristiansand, Norwegen
Genre Blackened Hardcore, Punk, Black Metal
Formate Vinyl-LP, Digital
Spielzeit 36:08 Minuten
Album 3. Studioalbum
Auflösung Digital bis 24 Bit / 48 kHz

🎼 Besetzung und Produktion

Marius Jahnsen Gesang, Gitarre
Fredrik Nome Gesang, Gitarre
Thomas Holler Lindstrøm Gitarre, Gesang
Aleksander Johnson Bass, Gesang
Henrik Kyte Assmann Schlagzeug
Mix Audun Grønnestad
Mastering Erik Thorsheim

🎵 Trackliste

Narrative Warfare2:40
Waiting for the Sun3:44
Being, Paranoid3:28
The Weight We Carry4:18
Devoted to the Grave4:29
Deathwish5:04
Totalitarian3:50
Eternal Rest2:49
I Am the Soil5:46
Gesamtspielzeit36:08
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