Beziehungen gegen den Würfel des Schicksals: KAELIS: Seraph Protocol startet auf Kickstarter

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Erst Freunde finden, dann das Schicksal würfeln

📰 Was ist los?
YoshiYoshi Studio hat KAELIS: Seraph Protocol angekündigt. Das Science-Fantasy-RPG verbindet Akademiealltag, rundenbasierte Kämpfe, Beziehungen und Entscheidungen; die Kickstarter-Kampagne läuft bereits, der PC-Release ist für 2028 geplant.

🐛 Was denken wir?
Spannend ist vor allem die Armillary Sphere: Beziehungen und Ermittlungsarbeit verbessern die Chancen, bevor tatsächlich gewürfelt wird. Das klingt ein wenig so, als hätte jemand soziale Kompetenz endlich in einen brauchbaren RPG-Stat verwandelt.

Zweihundert Jahre nach einem Krieg, der beinahe die gesamte Welt verbrannt hat, lebt die Menschheit in ihrer letzten großen Stadt. Selbstverständlich hält dieser Zustand ungefähr so lange, bis etwas anfängt, die Realität zu verzerren.

Eine Figur mit großer blau leuchtender Waffe steht in einer futuristischen Stadt mehreren Science-Fantasy-Gegnern gegenüber; eingeblendete Menüs zeigen rundenbasierte Kampfoptionen wie Attack, Skill, Item und Guard.
KAELIS: Seraph Protocol verbindet futuristische Akademiewelt, Animeästhetik und rundenbasierte Kämpfe – der erste Gameplay-Eindruck zeigt bereits ziemlich klar, wohin die Reise gehen soll.
© YoshiYoshi Studio

Das Seouler YoshiYoshi Studio hat heute KAELIS: Seraph Protocol angekündigt. Das storyorientierte Science-Fantasy-RPG ist für 2028 auf PC geplant und verbindet Akademiealltag, Erkundung, rundenbasierte Kämpfe und Beziehungen mit Entscheidungen, die einzelne Fälle tatsächlich verändern können. Gleichzeitig ist eine Kickstarter-Kampagne mit einem Finanzierungsziel von 27.000 Dollar gestartet.

Im Mittelpunkt steht Kaito, ein zunächst gewöhnlicher Bürger der Stadt Kaelis. Nachdem diese ihn plötzlich nicht mehr als gewöhnlichen Bürger erkennt, landet er als Executor an der Serenos Academy und bekommt damit einen Beruf, bei dem „seltsame Verzerrung der Wirklichkeit“ offenbar zur Stellenbeschreibung gehört.

🌌 Die letzte Stadt lebt von Lumina

Die Welt von KAELIS wurde zwei Jahrhunderte zuvor durch einen großen Krieg verwüstet. Unter der Asche entdeckten die Überlebenden eine geheimnisvolle Energie namens Lumina und errichteten um sie herum Kaelis, die letzte große Zuflucht der Menschheit.

Ganz stabil ist diese neue Ordnung allerdings nicht. Immer wieder treten sogenannte Noise-Phänomene auf, Verzerrungen der Lumina, die Orte und Situationen verändern. Serenos Academy untersucht diese Vorfälle und schickt ihre Executor und Guardians dorthin, wo die Realität gerade beschlossen hat, etwas experimenteller zu werden.

Die Akademie ist dafür in vier Bereiche aufgeteilt: Strike übernimmt direkte Einsätze und Kämpfe, Record analysiert Daten und Beweise, Harmony kümmert sich um Stabilität und Teamkoordination und Veritas erforscht Lumina selbst. Zwischen Missionen werden dort Noise Cores untersucht, Fähigkeiten entwickelt und Einrichtungen verbessert.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

⚔️ Acht Spektren und vier Plätze im Team

Gekämpft wird rundenbasiert mit bis zu vier aktiven Gruppenmitgliedern. Jeder Guardian und jede Noise-Kreatur gehört einem oder mehreren von acht Lumina-Spektren an: Ignis, Glacies, Fulgur, Terra, Lumina, Umbra, Void und Aether.

Das klassische Stärken-und-Schwächen-Prinzip wird mit Beziehungen verbunden. Je enger Kaito mit seinen Guardians verbunden ist, desto mehr koordinierte Angriffe, Unterstützungsaktionen und Synergien können freigeschaltet werden.

Damit will das Spiel offensichtlich erreichen, dass Beziehungssystem und Kampfsystem nicht in zwei getrennten Menüs nebeneinander wohnen. Wer nach Unterrichtsschluss miteinander Zeit verbringt, kämpft später auch besser zusammen. Eine erstaunlich vernünftige pädagogische Maßnahme für eine Akademie am Rand der Apokalypse.

🎲 Manchmal entscheidet tatsächlich ein Würfel

Die ungewöhnlichste Mechanik steckt allerdings im sogenannten Armillary Sphere-System. An entscheidenden Punkten eines Falls wird das Schicksal durch einen Würfelwurf bestimmt. Ganz dem Zufall ausgeliefert ist man dabei nicht: Beziehungen, gefundene Hinweise und Entscheidungen während eines Einsatzes verändern die Bedingungen dieses Wurfs.

Damit entsteht ein interessantes Zwischending. Entscheidungen legen den Ausgang nicht vollständig fest, beeinflussen aber, wie gut oder schlecht die eigene Ausgangslage ist. Ein gründlich untersuchter Fall oder eine starke Beziehung kann also dafür sorgen, dass das Schicksal einen etwas weniger unfairen Würfel in die Hand bekommt.

Auch normale Gespräche sollen Beziehungen und Szenen verändern können. Das Spiel verspricht keine vollkommen verzweigte Welt, in der jeder Satz ein neues Universum erzeugt. Es will Entscheidungen vielmehr innerhalb einzelner Fälle und Beziehungen spürbar machen.

Das klingt deutlich beherrschbarer – und erspart wahrscheinlich auch dem Entwicklerteam 14.000 Seiten Flowchart.

Orkenfeuer Kaffemischung aus Mordor als Bannerwerbung vor dem Schicksalsberg.

🏫 Akademiealltag zwischen zwei Noise-Vorfällen

Abseits der Einsätze lässt sich Kaelis selbst erkunden. Geplant sind Akademieviertel, Einkaufsbereiche, Stadtzentrum, ruhigere Außenbezirke und Gebiete, die bereits von Noise betroffen sind.

Dort verbringt Kaito Zeit mit seinen Begleitern, vertieft Beziehungen und lernt unterschiedliche Seiten der Guardians kennen. Bislang vorgestellt sind unter anderem Hoshimiya Amane, Tsukishiro Reina und Suiba Kotoha.

Der Ansatz ist damit klar: KAELIS möchte die Bindung an seine Figuren zum eigentlichen Zentrum machen und die üblichen JRPG-Systeme darum herum aufbauen. Akademie, Kämpfe und Erkundung sollen jeweils auf dieselben Beziehungen zurückwirken.

🚀 27.000 Dollar bis 2028

Die Kickstarter-Kampagne soll zunächst 27.000 Dollar einspielen. Der geplante Release liegt noch relativ weit entfernt: 2028, zunächst ausschließlich auf PC über Steam.

Damit befindet sich KAELIS: Seraph Protocol noch sichtbar am Anfang seiner Entwicklung. Die Ankündigung liefert aber bereits ein erstaunlich klar umrissenes System aus Stadt, Akademie, Lumina, Beziehungen, rundenbasierten Kämpfen und fallbezogenen Entscheidungen.

Und wenn am Ende trotzdem alles an einem Würfelwurf hängt, hat das Projekt immerhin verstanden, wie sich Entscheidungen im echten Leben gelegentlich anfühlen.

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