Er brachte Peter Straubs Geister ins Kino: Ghost-Story-Regisseur John Irvin ist gestorben

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Ein Regisseur zwischen Geheimdiensten und Geistern

📰 Was ist los?
Der britische Regisseur John Irvin ist am 11. August im Alter von 86 Jahren gestorben. Neben Tinker Tailor Soldier Spy, Hamburger Hill und Robin Hood inszenierte er 1981 Peter Straubs Horrorverfilmung Ghost Story.

🐛 Was denken wir?
Irvin war viel zu vielseitig, um ihn als Horrorregisseur einzuordnen. Gerade deshalb fällt Ghost Story in seiner Filmografie auf: ein großer, düsterer Abstecher in klassische Geistergeschichten, der mehr als vier Jahrzehnte später noch mit seinem Namen verbunden ist.

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🕯️ Er brachte Peter Straubs Geister ins Kino: Ghost-Story-Regisseur John Irvin ist gestorben

John Irvin gehörte zu jener Sorte Regisseure, die sich nur schwer mit einem einzigen Genre beschreiben lässt. Er drehte Spionagethriller, Kriegsfilme, Actionkino, Literaturadaptionen und historische Stoffe. Für Horrorfans bleibt mit seinem Namen allerdings vor allem ein verschneites Herrenhaus verbunden.

John Irvin ist in einem schwarzweißen Porträt von der Seite zu sehen; der weißhaarige Regisseur trägt Kopfhörer um den Hals und blickt über seine Schulter.
John Irvin ist in einem schwarzweißen Porträt von der Seite zu sehen; der weißhaarige Regisseur trägt Kopfhörer um den Hals und blickt über seine Schulter.
Archivporträt von John Irvin, bereitgestellt über IMDb/Amazon Media.

Der britische Filmemacher ist am 11. August im Alter von 86 Jahren gestorben. Seine Produzenten bestätigten, dass Irvin im Kreis seiner Familie starb; öffentlich bekannt wurde sein Tod erst eine Woche später.

Für Fantasykosmos führt der direkte Weg zu Ghost Story – Zurück bleibt die Angst. Irvin verfilmte 1981 Peter Straubs gleichnamigen Roman für Universal Pictures und brachte dafür eine bemerkenswerte Besetzung zusammen: Fred Astaire, Melvyn Douglas, Douglas Fairbanks Jr., John Houseman und die damals noch am Anfang ihrer Filmkarriere stehende Alice Krige.

👻 Peter Straubs großer Geisterroman führte Irvin nach Hollywood

Ghost Story erzählt von älteren Männern, deren jahrzehntelang verdrängte Schuld zurückkehrt – und zwar wesentlich handfester, als es ihnen lieb sein kann. Straubs Roman war 1979 erschienen; Universal hatte sich die Filmrechte bereits zuvor gesichert und ließ Lawrence D. Cohen die umfangreiche Vorlage für das Kino verdichten und verändern.

Für Irvin war der Film ein früher Schritt seiner Hollywood-Karriere. Zuvor hatte er vor allem mit Dokumentarfilmen und britischen Fernsehproduktionen auf sich aufmerksam gemacht. Den entscheidenden internationalen Durchbruch brachte die BBC-Adaption Tinker Tailor Soldier Spy mit Alec Guinness, anschließend folgte 1980 The Dogs of War. Ein Jahr später durfte Irvin mit Ghost Story genau jenes Genre ausprobieren, das ihn seit seiner Kindheit fasziniert hatte.

Mit dem Ergebnis war er später selbst nur teilweise zufrieden. Irvin erinnerte sich daran, dass fehlender Schnee, der hohe Zeitdruck und noch unfertige Spezialeffekte die Produktion erheblich erschwerten. Trotzdem wurde der Film für ihn zu einem der markantesten Genre-Ausflüge seiner langen Karriere.

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🎬 Ein Regisseur, der sich nicht festlegen ließ

Diese Karriere verlief anschließend beinahe demonstrativ quer durch die Genres. Irvin arbeitete mit Arnold Schwarzenegger bei Raw Deal, inszenierte mit Hamburger Hill einen Vietnamkriegsfilm und drehte 1991 seine eigene Robin Hood-Version mit Patrick Bergin und Uma Thurman. Dazwischen lagen kleinere Dramen, Thriller und weitere Literaturadaptionen.

Seinen Anfang hatte Irvin allerdings im Dokumentarfilm genommen. Er studierte an der London Film School, arbeitete für British Movietone News und filmte unter anderem im Nahen Osten und in Vietnam. Diese Erfahrungen prägten später vor allem seine Kriegsfilme.

Bis zuletzt blieb er dem Kino verbunden. Sein letzter Langfilm Mandela’s Gun entstand 2016; noch vor seinem Tod arbeitete Irvin an einer neuen Fassung des Films. Er hinterlässt drei Kinder und zwei Enkelkinder.

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🕯️ Von Spionen, Kriegen und einem sehr alten Geist

John Irvin war damit kein klassischer Horrorregisseur. Vielleicht macht gerade das Ghost Story innerhalb seiner Filmografie so interessant. Zwischen politischem Fernsehen, Actionkino und Kriegsfilmen steht ein altmodisch anmutender Geisterfilm über Schuld, Erinnerung und Dinge, die selbst nach Jahrzehnten nicht begraben bleiben.

Mehr als vierzig Jahre später gehört er weiterhin zu den Filmen, wegen derer Irvins Name auch in der Geschichte des phantastischen Kinos seinen Platz behält.

Manche Geschichten kommen eben tatsächlich zurück. Ruhe in Frieden, John Irvin.

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