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Jet Li haut wieder: Blades of the Guardian im Anflug
📰 Was ist los?
Yuen Woo-Ping (Matrix, Crouching Tiger, Hidden Dragon) meldet sich als Regisseur mit Blades of the Guardians zurück – einer Live-Action-Adaption des Manhua-Megahits, der in China über zwei Milliarden Online-Reads eingesammelt hat. Jet Li spielt erstmals seit Disneys Mulan wieder eine Kinorolle. Der Kinostart in China ist für das chinesische Neujahr 2026 angekündigt.
🐛 Was denken wir?
Das riecht nach „Let’s do Wuxia properly again“: Wenig CGI-Matsch, viel Staub, Pferde, Schwerter und eine Kamera, die Menschen richtig schön choreografiert draufhauen lässt. Wenn das Drehbuch die Manhua-Vorlage nicht weichkocht, könnte das der erste große Pflichttermin für Fantasy- und Martial-Arts-Fans 2026 werden.
🥋 Jet Li kehrt zurück: Blades of the Guardians
Es hat nur knapp ein Jahrzehnt und ein paar Tumor-OPs gedauert, aber jetzt ist Jet Li zurück, mit einem Fantasy-Wuxia, das martialische Nostalgie und Manhua-Hype in einen Film presst.
⚔️ Worum geht’s?
Blades of the Guardians (Originaltitel: Biao Ren: Feng Qi Damo) ist die Realverfilmung des gleichnamigen Kult-Manhua von Xianzhe Xu. Die Vorlage spielt kurz vor dem Übergang von der Sui- zur Tang-Dynastie und folgt Dao Ma, einem Söldner-Eskortkämpfer mit Ehrenkodex, der einen vermeintlich „einfachen“ Auftrag annimmt und damit mitten in einen Großbrand des Jianghu stolpert.
Seine Mission: einen hochrangigen Gefangenen quer durch die Westlichen Regionen bis nach Chang’an bringen. Blöd nur, dass dieser Gefangene als „Heaven-ranked Most Wanted“ die halbe Martial-Arts-Welt triggert. Rivalisierende Fraktionen, Attentäter, Dämonenmasken, politische Intrigen, der Trailer deutet eher „sehr viel Stahl pro Minute“ als „kontemplatives Roadmovie“ an.
Vor der Kamera stehen im chinesischen Original eine Art „Avengers“-Aufstellung des modernen Wuxia-Kinos: Wu Jing als Dao Ma, Nicholas Tse, Yu Shi, Tony Leung Ka-fai und Jet Li als Kaiser Chang, der das Volk eher knechtet als regiert.
🎬 Jet Li, Yuen Woo-Ping & das Matrix-Erbe
Für Action-Nerds ist Yuen Woo-Ping sowieso ein eigenes Subgenre. Der Mann hat nicht nur mit Jackie Chan das Drunken-Kung-Fu-Kino geformt, sondern auch die Kämpfe von Matrix und Kill Bill choreographiert. Jetzt inszeniert er selbst, mit einem Budget, das sichtbar größer ist als bei klassischen Hongkong-Produktionen, aber stilistisch klar in der Wuxia-Tradition bleibt: Sehnen, Stahl, Schwerkraft nur als Vorschlag.
Jet Li wiederum war die letzten Jahre eher medizinisches Dauerprojekt als Leinwandpräsenz. Hyperthyreose, Herz- und Rückenprobleme, 2025 dann eine Operation an einem gutartigen Hals-Tumor, das Gesamtpaket hätte andere längst in den Ruhestand geschoben. Stattdessen tauchte Li Ende 2025 mit Videos aus dem „Reparaturshop“ Krankenhaus wieder auf, scherzte über seine „Hardware“ – und sah fitter aus als in vielen der Alarm-Meldungen davor.
Blades of the Guardians ist damit nicht nur eine weitere Manhua-Verfilmung, sondern ziemlich offen als Comeback-Vehikel für einen der großen Namen des Genres gebaut. Jet Li als tyrannischer Herrscher, der sich auch mit Anfang 60 noch glaubwürdig durch eigene Wachen prügeln kann. Das ist schon eine Ansage.
🩸 Alte Schule Wuxia statt generischem CG-Fantasybrei?
Der Trailer setzt weniger auf flauschige Fantasy-Creatures als auf handgemachte Härte: staubige Karawanenwege, Wagenkolonnen, Schwerter, Speere und diese typischen Yuen-Woo-Ping-Momente, in denen Figuren kurz physikalische Regeln ignorieren, ohne in reines Superhelden-Geblubber zu kippen.
Spannend ist die Mischung: historisch verankertes Wuxia mit deutlicher Fantasy-Betonung, dämonisch anmutende Gegner, fast mythisch überhöhte Kämpfer, ein „Most Wanted“-MacGuffin, um den sich eine halbe Welt prügelt. Gleichzeitig wirkt die Bildsprache deutlich ruppiger als bei den glattpolierten Streaming-Fantasyproduktionen der letzten Jahre.
Ob das Ganze erzählerisch mehr wird als „Eskortmission mit Bossfights“, steht natürlich noch in den Sternen. Das Manhua hat aber genug politisches Gift, Wüstensand und Moral-Graustufen im Gepäck, um aus Blades of the Guardians mehr zu machen als nur einen nostalgischen „Weißt du noch, als Jet Li alles verprügelt hat?“-Abend.
🎬 Offizieller Trailer
Der Official Trailer zu Blades of the Guardians mit Jet Li – Wuxia-Fantasy, Wüstenpass und amtlich viel Stahl. Eingebettet über YouTube:
🧧 Release & Ausblick
In China startet Blades of the Guardians pünktlich zum chinesischen Neujahr 2026, die aktuelle Ansage steht bei 17. Februar. Für Deutschland gibt es noch keinen festen Termin, realistisch ist aber ein Start irgendwann im Spätjahr oder ein schneller Sprung zu den Streaming-Plattformen, falls der Film außerhalb Asiens eher als Spezialitätenkino vermarktet wird.
Bis dahin bleibt der Trailer vor allem eines: ein ziemlich lautes Signal, dass klassisches Wuxia noch nicht im Museum steht und dass Jet Li offensichtlich beschlossen hat, sein Comeback nicht im Zen-Garten, sondern mitten im Sandsturm zu feiern.



