Das Internet hat ihn erfunden – jetzt verfilmt es ihn: Jeff the Killer kommt als Horrorfilm

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Jeff verlässt endlich den Browser

📰 Was ist los?
Tongal und Savanah Moss entwickeln einen abendfüllenden Jeff the Killer-Horrorfilm. Moss produziert gemeinsam mit Mark Korshak und Michael McKay; Teile der Figurenentwicklung werden für Beiträge aus Tongals Kreativ-Community geöffnet.

🐛 Was denken wir?
Das Konzept passt hervorragend zur Figur. Jeff wurde nie von einer einzigen Hand fertig erfunden, sondern über Jahre vom Internet zurechtgebogen. Dass ausgerechnet sein Kinofilm wieder mit Community-Ideen beginnt, wirkt fast wie die einzige angemessene Art, diesen Mythos zu verfilmen.

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🔪 Das Internet hat ihn erfunden – jetzt verfilmt es ihn: Jeff the Killer kommt als Horrorfilm

Es gibt Horrorfiguren mit Autoren, Romanvorlagen und sauber geführten Biografien. Jeff the Killer besitzt vor allem ein verstörendes Gesicht, unzählige widersprüchliche Ursprungsgeschichten und fast zwei Jahrzehnte Internetfolklore.

Offenbar reicht das inzwischen auch für Hollywood.

In einem dunklen Raum steht ein alter Röhrenmonitor auf einem Schreibtisch und zeigt ein bleiches verzerrtes Gesicht; im Hintergrund stehen eine schemenhafte Gestalt und eine Filmkamera zwischen verstreuten Zeichnungen und Papieren.
Aus dem alten Internet ins Filmstudio: Das Beitragsbild verbindet den Creepypasta-Ursprung von Jeff the Killer mit der neuen Kinoentwicklung.
© Fantasykosmos / KI-Illustration / manuell nachgearbeitet

Tongal entwickelt gemeinsam mit Filmemacherin Savanah Moss einen abendfüllenden Horrorfilm über eine der bekanntesten Figuren der Creepypasta-Ära. Moss produziert zusammen mit Mark Korshak und Michael McKay und soll entscheidend daran mitarbeiten, aus dem digitalen Mythos eine tatsächlich funktionierende Filmfigur zu machen. Für Tongal ist das Projekt zugleich der erste eigene abendfüllende Horrorfilm.

😈 Jeff hat ein Gesicht – beim Rest wird es kompliziert

Jeff the Killer verbreitete sich ab Ende der 2000er-Jahre über Foren, Bilderseiten, Creepypasta-Archive und Fanfiction. Sein berühmtes bleiches Gesicht mit den dunklen Augen und dem unnatürlichen Grinsen wurde zu einem der Erkennungszeichen des frühen Internet-Horrors. Was hinter diesem Gesicht steckt, ist deutlich weniger eindeutig.

Über Jahre entstanden verschiedene Versionen seiner Geschichte. Herkunft, Alter, Motivation und selbst zentrale Ereignisse wurden immer wieder verändert. Jeff wurde dadurch weniger zu einer festgeschriebenen Figur als zu einer gemeinsamen Internetlegende, an der praktisch jeder weiterschreiben konnte.

Genau darin sieht Savanah Moss offenbar die Chance des Films. Sie will Jeff als glaubwürdige und ernsthaft beängstigende Figur aufbauen und zugleich den Kern erhalten, der ihn überhaupt zum Internetphänomen gemacht hat.

Das klingt einfach. Bei einer Figur, deren Kanon ungefähr aus der Übereinkunft besteht, dass das Gesicht ziemlich unangenehm ist, dürfte es das kaum sein.

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💻 Ausgerechnet die Community darf Jeff jetzt zusammensetzen

Besonders passend ist deshalb die Art, wie Tongal das Projekt entwickelt. Teile der frühen Arbeit werden für Kreative aus der eigenen Community geöffnet. Das erste Projekt läuft bereits: Gesucht werden Konzepte dafür, wer diese Filmversion von Jeff sein soll. Kreative aus aller Welt können Vorschläge einreichen; der aktuelle Projektfonds umfasst 2.750 Dollar. Einsendeschluss ist der 24. August.

Damit kehrt Jeff praktisch an seinen Entstehungsort zurück. Eine Figur, die durch zahllose Nutzer, Bilder und Geschichten gewachsen ist, wird nun wieder mit Ideen aus dem Netz weiterentwickelt – diesmal allerdings mit dem Ziel, am Ende einen Spielfilm daraus zu bauen.

Tongal selbst arbeitet nach diesem Prinzip schon länger. Das Studio verbindet etablierte Produzenten und Kreative mit einem Netzwerk von mehr als 160.000 unabhängigen Filmschaffenden. Bei Jeff the Killer soll dieses Modell von Anfang an Teil der Produktion sein.

Das Internet bekommt seinen Jeff also zurück. Diesmal sollte es ihn vielleicht vorher speichern.

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🎬 Creepypasta wird zur nächsten Horror-Rohstoffquelle

Dass Jeff gerade jetzt aus den alten Creepypasta-Archiven hervorgeholt wird, passt zu einer größeren Bewegung. Nach erfolgreichen Adaptionen internetgeborener Horrorstoffe schaut die Filmindustrie zunehmend auf Geschichten und Figuren, die ihre Fangemeinde schon lange besitzen, bevor ein Studio die Rechtefrage stellt. TheWrap ordnet Jeff the Killer ausdrücklich in diese Entwicklung ein.

Das Prinzip ist verlockend. Statt eine neue Horrorfigur erst mühsam bekannt zu machen, greift man auf Stoffe zurück, die längst Millionen Menschen kennen. Creepypastas bieten dafür reichlich Material: einfache Grundideen, starke Bilder und genügend Leerstellen, um daraus etwas Eigenes zu entwickeln.

Gerade Jeff ist dafür beinahe ein Musterfall. Das Bild kennt jeder, der lange genug in den dunkleren Ecken des alten Internets unterwegs war. Eine überzeugende Filmgeschichte besitzt er bislang trotzdem nicht.

Das Studio muss also keinen Kult erschaffen. Es sollte nur verhindern, ihn kaputtzuerklären.

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🩸 Noch hat Jeff keinen Kinotermin – oder Schauspieler

Der Film befindet sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase. Tongal hat bislang weder Regisseur noch Drehbuchautor, Besetzung, Produktionsbeginn oder Veröffentlichungstermin genannt. Weitere Angaben zum Kreativteam und zu neuen Möglichkeiten für Community-Beiträge sollen in den kommenden Monaten folgen.

Sicher ist damit vor allem eines: Jeff the Killer wird erstmals mit ernsthaftem Studiohintergrund für einen abendfüllenden Film entwickelt.

Nach fast zwei Jahrzehnten voller Fanfiction, Fotomanipulationen, Ursprungstheorien und „Go to sleep“-Memes bekommt der bleiche Mann damit etwas, das ihm das Internet bisher erstaunlicherweise nicht zuverlässig geben konnte: eine verbindliche Geschichte.

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