Jack of Spades: Joel Coen lässt für Netflix die Geister Schottlands erwachen
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🕯️ Besuch aus dem Jenseits
📰 Was ist los?
Netflix hat Joel Coens Gothic-Mysteryfilm Jack of Spades gekauft. Die Literaturverfilmung nach einem Roman von 1901 spielt im Schottland des 19. Jahrhunderts und soll im Herbst 2027 zunächst ins Kino kommen. Patsy Ferran und Josh O’Connor übernehmen zentrale Rollen.
🐛 Was denken wir?
Eine reizvolle Verbindung aus vergessener Gothic-Literatur, einem großen Regisseur und schottischer Spukatmosphäre. Besonders die Geschichte um den vermeintlich zurückgekehrten Toten macht neugierig. Pedro hat vorsorglich seine Erbschaft geregelt. Seine Verwandten dürfen sich über drei unbezahlte Rechnungen freuen.
Ein Mann kehrt von den Toten zurück. Eine Frau begegnet einem Fremden, dessen Vergangenheit eigentlich längst begraben sein müsste. Und irgendwo in den nebligen Highlands wartet ein Geheimnis, das besser unentdeckt geblieben wäre. Netflix hat sich die weltweiten Rechte an Jack of Spades gesichert, dem neuen Gothic-Mysteryfilm von Oscarpreisträger Joel Coen. Die Verfilmung eines beinahe vergessenen Romans aus dem Jahr 1901 soll im Herbst 2027 zunächst ins Kino kommen und anschließend bei Netflix erscheinen. Mit Patsy Ferran, Josh O’Connor und Frances McDormand versammelt Coen eine bemerkenswerte Besetzung vor einer Kulisse, die wie geschaffen ist für dunkle Familiengeheimnisse.

🕯️ Ein Toter kehrt nach Schottland zurück
Die Handlung führt in die schottischen Highlands der 1880er Jahre, in eine Welt aus alten Anwesen, strengen gesellschaftlichen Regeln und Geheimnissen, die über Generationen hinweg bewahrt werden.
Im Mittelpunkt steht Esther Mordaunt, eine Frau in ihren Dreißigern, gespielt von Patsy Ferran. Ihr Leben gerät aus den Fugen, als ein rätselhafter Mann auftaucht, der eigentlich längst tot sein müsste.
Josh O’Connor verkörpert diesen geheimnisvollen Rückkehrer, dessen Erscheinen Fragen nach Erbschaft, Besitz und familiären Verpflichtungen aufwirft.
Eine andere Frau behauptet, er sei ihr Sohn und rechtmäßiger Erbe. Das Problem: Der Mann soll bereits vor drei Jahrzehnten gestorben sein. Handelt es sich um einen Betrüger, einen Wiedergänger oder um etwas, das sich mit gewöhnlicher Vernunft nicht erklären lässt?
Genau diese Unsicherheit bildet den Kern des Gothic-Mysteriums.
Weitere Einzelheiten zur Handlung werden noch zurückgehalten. Gerade die Frage, ob hier tatsächlich Übernatürliches geschieht, dürfte für die Geschichte entscheidend sein.
📖 Eine vergessene Geistergeschichte von 1901
Die literarische Vorlage stammt von Frances Frederica Montrésor und erschien 1901 unter dem Titel The Alien: A Story of Middle Age. Der Roman gehört zu jener Tradition englischsprachiger Gothic-Literatur, in der alte Familien, ungeklärte Todesfälle, verdrängte Schuld und gesellschaftliche Zwänge eng miteinander verbunden sind.
Statt auf große Monster oder spektakuläre Schockmomente zu setzen, entsteht das Grauen aus dem Zweifel an der Wirklichkeit. Was geschieht, wenn ein Mensch zurückkehrt, dessen Tod längst Teil der Familiengeschichte geworden ist?
Wer profitiert von seiner Rückkehr? Wer fürchtet sie? Und was bedeutet sie für jene, deren Leben auf der Gewissheit seines Todes aufgebaut wurde?
Das sind Fragen, die sich hervorragend für einen Film eignen, der Mystery, psychologisches Drama und Gothic-Horror miteinander verbindet.
🎭 Patsy Ferran im Mittelpunkt einer starken Besetzung
Besonders interessant ist die Besetzung der Hauptrolle. Patsy Ferran ist vor allem für ihre Theaterarbeit bekannt und wurde für ihre Auftritte mehrfach ausgezeichnet. In Jack of Spades spielt sie Esther Mordaunt, um deren Geschichte sich das Geheimnis entfaltet.
Ihr gegenüber steht Josh O’Connor, bekannt aus The Crown und Challengers. Daneben gehören Lesley Manville, Damian Lewis und Frances McDormand zur Besetzung. McDormand, die bereits in zahlreichen Filmen der Coen-Brüder mitwirkte, kehrt damit erneut in deren kreative Welt zurück.
Die Rollenverteilung verspricht ein starkes Kammerspiel innerhalb einer größeren historischen Mysterygeschichte. Denn hinter dem vermeintlichen Spuk geht es offenbar ebenso um Beziehungen, gesellschaftliche Erwartungen und den Kampf um ein Familienerbe.
🎥 Joel Coen kehrt zur dunklen Literatur zurück
Nach The Tragedy of Macbeth von 2021 ist Jack of Spades Joel Coens zweiter Spielfilm als alleiniger Regisseur. Seine Shakespeare-Verfilmung mit Denzel Washington und Frances McDormand zeigte bereits, wie wirkungsvoll Coen mit expressionistischen Bildern, beklemmenden Räumen und einer beinahe traumartigen Atmosphäre arbeiten kann.
Die schottische Gothic-Welt des neuen Films bietet dafür einen ebenso reizvollen Schauplatz.
Interessant ist außerdem die Drehbucharbeit: Neben Joel wird auch sein Bruder Ethan Coen als Autor geführt. Weitere Drehbuchbeiträge stammen von Eleanor Catton und Conor McPherson.
Hinter der Kamera arbeitet erneut Bruno Delbonnel, der bereits Inside Llewyn Davis und The Tragedy of Macbeth fotografierte.
Die Musik komponiert Carter Burwell, ein langjähriger Wegbegleiter der Coens. Damit ist ein erheblicher Teil jener kreativen Mannschaft versammelt, die über Jahrzehnte den unverwechselbaren Ton ihrer Filme geprägt hat.
🌫️ Netflix plant einen Kinostart im Herbst 2027
Die Dreharbeiten fanden 2025 in Schottland statt, unter anderem in Glasgow und weiteren historischen Schauplätzen. Das Projekt befindet sich inzwischen in der Nachproduktion. Netflix hat sich nun die weltweiten Auswertungsrechte gesichert.
Für Herbst 2027 ist zunächst eine Kinoauswertung geplant, bevor Jack of Spades später im selben Jahr beim Streamingdienst erscheinen soll.
Ein konkreter Kinotermin, die endgültige Laufzeit und Einzelheiten zur deutschen Veröffentlichung wurden noch nicht genannt. Einen offiziellen Trailer gibt es bislang ebenfalls nicht.
🦇 Gothic-Horror braucht nicht immer einen Vampir
Jack of Spades könnte zu den interessantesten Genreproduktionen des kommenden Jahres gehören. Nicht weil hier ein weiterer berühmter Horrorstoff neu aufgelegt wird, sondern weil sich ein Regisseur mit ausgeprägtem Gespür für menschliche Abgründe einer beinahe vergessenen literarischen Vorlage widmet.
Ein Toter, der möglicherweise gar nicht tot ist. Eine Frau zwischen Pflicht und Verlangen. Eine Familie, deren Vergangenheit plötzlich an die Tür klopft.
Manchmal benötigt eine gute Gothic-Geschichte tatsächlich nicht mehr. Und wer wissen möchte, weshalb alte schottische Herrenhäuser so selten einfach nur gemütlich sind, dürfte im Herbst 2027 eine weitere Antwort erhalten.
Es liegt gewöhnlich nicht am Wetter. Sondern an den Familienangehörigen, die sich partout nicht damit abfinden wollen, verstorben zu sein.





