Iron Slaught – Metallic Torments (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Iron Slaught – Metallic Torments

🧿 Kurzfazit
Metallic Torments verbindet traditionellen Heavy Metal mit Speed, Thrash und einer finsteren Randzone, in der auch Black Metal seine Spuren hinterlassen hat. Iron Slaught schreiben dabei keine bloßen Stilkopien, sondern überraschend abwechslungsreiche Stücke mit starken Gitarrenmelodien, wechselndem Gesang und einer zweiten Albumhälfte, die den ohnehin guten Auftakt deutlich übertrifft.

🎯 Für wen?
Für Fans, die frühen Running Wild, Iron Angel, Destruction, ADX, Mercyful Fate und klassischere Iron Maiden nicht in voneinander getrennten Schubladen lagern. Wer Geschwindigkeit mag, aber auf Melodien, Atmosphäre und erzählerische Entwicklung nicht verzichten möchte, findet hier bemerkenswert viel.

🎧 Wie klingt das?
Die rhythmische Härte und einige Gesangspassagen erinnern an frühen deutschen Speed und Thrash. In den melodischeren Momenten treten Running Wild, Iron Maiden und französischer Heavy Metal hinzu. Die düstersten Stellen führen bis zu Bewitched oder Desaster, ohne dass Iron Slaught vollständig in Black Thrash kippen.

🎼 Highlights
Ghastly Obsession, Soldier of Fortune, Charme funeste, Fatal Retaliations

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer modernen Hochglanz-Metal, riesige Poprefrains oder vollkommen natürlich klingende Drums voraussetzt, wird einzelne Widerstände finden. Das Album trägt seine Underground-Herkunft hörbar und macht daraus keinen Mangel, den es verstecken müsste.

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🏰 Iron Slaught – Metallic Torments: Acht Spukgeschichten aus dem brennenden Stahlverlies

Der Himmel ist blutrot, der Mond hängt wie eine überbelichtete Warnlampe über einem gotischen Monsterbau, und vor den Stufen des Schlosses werden schwer bewaffnete Sterbliche gerade von geisterhaften Kriegern in die nächste Existenzform befördert. Das Cover von Metallic Torments macht nicht lange mit Zurückhaltung herum. Es sieht aus, als hätten sich klassischer Achtziger-Metal, pulpiger Horror und ein überambitionierter Schlossherr auf ein sehr unseliges Abendprogramm geeinigt.

Die gute Nachricht: Die Musik hält dieses Versprechen tatsächlich. Iron Slaught aus dem französischen Bigorre liefern auf ihrem zweiten Album keinen hochglänzenden Retro-Ausflug für Sammler mit Bügelkante im Battle Vest, sondern eine Platte, die ihre Wurzeln offen zeigt und trotzdem lebendig bleibt. Metallic Torments speist sich aus klassischem Heavy Metal, frühem Speed, ruppigem Thrash und einer schwarz angehauchten Schärfe, die den Songs mehr Biss verleiht, als man bei manchem Trad-Metal-Revival der letzten Jahre hört. Das klingt nicht nach Kalkül, sondern nach einer Band, die verflucht genau weiß, weshalb sie diese Art von Metal spielt.

Und noch wichtiger: Das Album kann mehr, als bloß alte Zutaten korrekt zusammenzurühren, denn Metallic Torments erschöpft sich glücklicherweise nicht darin, vertraute Formen möglichst stilecht nachzustellen. Stattdessen tritt es einem oft genug Male dorthin, wo es wirklich spürbar ist und wo klassischer Speed Metal schon immer am besten klang.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Heavy Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Blackened Heavy Metal

Vergleichbar mit: Iron Slaught bewegen sich auf Metallic Torments durch mehrere klassische Metaltraditionen, ohne diese in sauber getrennte Abschnitte zu zerlegen. Die schnellen Rhythmusgitarren besitzen häufig den Vorwärtsdrang früher Speed-Metal-Platten, während die melodischen Leads aus einer deutlich traditionelleren Heavy-Metal-Schule stammen. Hinzu kommen harsche Stimmen, ruppige Thrash-Ausbrüche und einzelne Riffs, die eine finstere Schärfe entwickeln.

Die Running-Wild-Nähe ist besonders in den melodisch galoppierenden Passagen kaum zu überhören. Gleichzeitig besitzt das Album mehr Schatten als eine reine Trad-Metal-Veröffentlichung. The Executioner und Primal Conquest greifen härter zu, während Soldier of Fortune und Charme funeste zeigen, dass Iron Slaught auch den größerem melodischem Atem gut beherrschen.

Klangbild: Die Gitarren bestimmen das Album. Rhythmusriffs, zweistimmige Leads, akustische Einsprengsel und oft wild gesetzte Soli schaffen ein Klangbild, das weniger auf massive Studiowände als auf Bewegung setzt. Iron Jérémy wechselt zwischen rauem, teilweise fast schwarzmetallisch angegriffenem Gesang und klareren Passagen. Seine saubere Stimme besitzt keine makellose Schulung, aber genügend Ausdruck, um den melodischeren Stücken ein eigenes Gesicht zu geben.

Nikrass hält den Bass überwiegend im Fundament, sorgt dort jedoch für das nötige Gewicht. Das programmierte Schlagzeug erfüllt seinen Zweck und fällt nicht permanent störend auf, bleibt aber der hörbare Schwachpunkt der Produktion. Besonders bei schnelleren Figuren fehlt gelegentlich jene minimale Unordnung, durch die ein echter Schlagzeuger Härte erst körperlich wirken lässt. Trotzdem klingt Metallic Torments nicht steril. Die Gitarren besitzen Kanten, der Gesang steht nicht klinisch über dem Mix, und die Produktion lässt genügend Luft für die vielen melodischen Einzelheiten.

🔥 Highlights: Vier Geschichten aus dem Schloss

Ghastly Obsession stürzt sich mit schnellen Gitarren und scharfem Gesang in die Geschichte eines getriebenen Mörders. Die Musik bewegt sich entsprechend ruhelos. Riffs werden nicht lange ausgestellt, sondern ineinandergeschoben, beschleunigt und von melodischen Leads durchstoßen. Der Song trägt hörbar die Wildheit frühen Speed Metals, bleibt aber durch seine Gitarrenmelodien sofort greifbar. Besonders reizvoll ist der Gegensatz zwischen der fast ausgelassenen Bewegung der Instrumente und dem finsteren Text. Iron Slaught machen aus dem Stoff keinen dumpfen Prügeltrack, sondern eine fiebrige Jagd.

Mit Soldier of Fortune verändert sich die Platte grundlegend. Akustische Gitarren eröffnen den Song, anschließend treten zweistimmige Leads und ein wesentlich klarerer Heavy-Metal-Charakter hervor. Der harsche Angriff der vorherigen Stücke weicht einer heroischen, beinahe melancholischen Bewegung. Gerade dieser Wechsel macht den Song zu einem Schlüsselstück. Iron Slaught beweisen, dass sie ihre Wirkung nicht allein aus Tempo und Rauheit beziehen. Das Stück besitzt Größe, ohne in leeren Triumph zu kippen, und erinnert stellenweise an jene klassische Metalschule, in der ein gutes Gitarrenthema bereits eine ganze Geschichte tragen konnte.

Das französisch gesungene Charme funeste bildet den atmosphärischen Mittelpunkt des Albums. Regen, Glocken, akustische Gitarren und zurückgenommene Passagen schaffen eine tragische Stimmung, bevor die Band wieder zu voller Stärke anwächst. Die sieben Minuten werden nicht mit zusätzlichen Riffs gefüllt, sondern für eine echte Entwicklung genutzt. Iron Jérémy klingt im Französischen besonders überzeugend. Sprache und Melodieführung greifen natürlicher ineinander, während der Song zwischen Ballade, dunklem Heavy Metal und dramatischem Finale wandert. Hier findet Metallic Torments seine eigenständigste Stimme.

Fatal Retaliations breitet als großes Finale über achteinhalb Minuten noch einmal das gesamte Vokabular des Albums aus: harte Speed-Riffs, klassische Leads, aggressive Stimmen, Tempowechsel und eine zunehmende blackened Thrash-Schärfe. Trotz seiner Länge zerfällt das Stück nicht. Die einzelnen Abschnitte hängen zusammen, Motive kehren verändert wieder, und das Finale gewinnt Schritt für Schritt an Gewalt. Iron Slaught behandeln den längsten Song der Platte wie eine Zusammenfassung, die nicht wiederholt, sondern zuspitzt.

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🎨 Artwork

Mario Lopez zeigt auf dem Cover eine Schlacht zwischen Lebenden und geisterhaften Angreifern vor einem riesigen gotischen Schloss. Im Vordergrund stemmen sich bewaffnete Männer gegen durchscheinende Krieger, deren Körper von weißem Licht und elektrischen Entladungen umgeben sind. Zwischen ihnen erscheint eine weibliche Geistergestalt. Über der Szene brennt ein tiefroter Himmel, während rechts ein fast weißer Vollmond über den Wolken steht.

Das Schloss beherrscht die Bildmitte. Seine zahllosen Türme, Spitzbögen und dunklen Fenster lassen es weniger wie einen bewohnbaren Ort als eher wie eine gewaltige steinerne Falle erscheinen. Hoch über dem Kampf steht eine einzelne Gestalt in einem farbig beleuchteten Fenster. Ob sie den Angriff lenkt, beobachtet oder selbst dort gefangen ist, bleibt offen.

Die Farbgebung arbeitet fast vollständig mit Rot, Schwarz, Braun und dem kalten Weiß der Geister. Dadurch stehen die beiden Welten deutlich gegeneinander: der heiße, materielle Kampfplatz und die kalte übernatürliche Macht, die in ihn eindringt.

Das Artwork trifft den Charakter des Albums erstaunlich genau. Metallic Torments handelt musikalisch ebenfalls vom Zusammenstoß verschiedener Zeiten und Formen. Traditioneller Heavy Metal bildet das Gemäuer, Speed und Thrash führen den Angriff, und aus den dunkleren Passagen treten Gestalten hervor, die in diesem Schloss offensichtlich schon länger wohnen.

🪦 Besondere Momente

Der Umschlag nach Soldier of Fortune

Die ersten drei Stücke hätten bereits ein gutes, aber deutlich enger gefasstes Speed-/Thrash-Album ergeben. Mit Soldier of Fortune erweitert Iron Slaught jedoch plötzlich den musikalischen Raum. Von diesem Moment an wird Metallic Torments weniger vorhersehbar und deutlich stärker.

Der Gesang besitzt zwei glaubwürdige Gesichter

Iron Jérémy kann scharf, rau und aggressiv klingen, ohne seine Stimme in ein gleichförmiges Extrem-Metal-Werkzeug zu verwandeln. In den klareren Passagen zeigt er eine andere Seite, die nicht immer technisch vollkommen sitzt, dafür aber Charakter besitzt. Gerade dieser Gegensatz trägt wesentlich zur Vielfalt des Albums bei.

Das Französische verändert die Musik

Condamné pour l’éternité und Charme funeste wirken nicht nur wegen ihrer Texte anders. Die Betonung der französischen Sprache verschiebt auch Rhythmus und Melodieführung. Das gibt beiden Songs eine eigene Farbe und verhindert, dass die zweite Albumhälfte lediglich eine Wiederholung des Auftakts wird.

Die Gitarren erzählen selbst

Viele Melodien funktionieren nicht bloß als Verzierung über den Rhythmusriffs. Sie übernehmen erzählerische Aufgaben, kündigen Stimmungswechsel an oder führen aus einer harten Passage in einen größeren melodischen Bogen. Darin liegt die eigentliche Stärke von Iron Slaught.

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📜 Hintergrund

Iron Slaught wurden 2011 in Bigorre im Südwesten Frankreichs gegründet. Das Debüt Crusading Metal Mercenaries erschien 2015, 2018 folgte eine Split-Veröffentlichung mit der französischen Band Tentation. Danach wurde es lange ruhig um die Gruppe. Metallic Torments ist erst das zweite vollständige Album der Band.

Heute besteht Iron Slaught im Kern aus Iron Jérémy an Gitarre und Gesang sowie Nikrass am Bass. Stéphane Hellkine programmierte das Schlagzeug. Die Band beschreibt ihren Stil als alten Speed und Thrash Metal mit Death- und Black-Metal-Einflüssen, der zugleich tief im traditionellen Heavy Metal verwurzelt bleibt. Entscheidende Elemente sind dabei episches Songwriting, wirkungsvolle Riffs und dunkle Atmosphäre. Diese Selbsteinordnung trifft Metallic Torments tatsächlich auch ziemlich präzise.

Das Album erschien am 10. Juli 2026 über Gates of Hell Records, ein Sublabel von Cruz Del Sur Music. Angeboten wird es digital, auf CD und auf schwarzem Vinyl; der LP liegen ein Insert, ein A2-Poster und ein Downloadcode bei.

🌑 Fazit: Was nach dem letzten Gefecht bleibt

Metallic Torments beginnt wie ein starkes Album für Liebhaber des alten Speed Metals und endet als deutlich umfassenderes Werk. Der entscheidende Unterschied liegt in der Entwicklung. Iron Slaught bleiben nicht bei jener ersten Formel aus schnellen Riffs, rauem Gesang und melodischen Leads stehen. Sie öffnen die Kompositionen, wechseln die Sprache, nehmen Tempo heraus und lassen später auch epische und tragische Elemente zu.

Dadurch besitzt die Platte einen ungewöhnlich guten inneren Verlauf. Ghastly Obsession und The Executioner liefern den unmittelbaren Angriff. Soldier of Fortune verändert die Perspektive. Charme funeste bringt Atmosphäre und emotionale Tiefe, bevor Primal Conquest und Fatal Retaliations die härteren Kräfte wieder sammeln.

Der größte Einwand betrifft hier natürlich das Schlagzeug. Es klingt funktional und meist unauffällig, aber nicht in jedem Moment lebendig. Gerade eine Musik, die so stark vom Wechsel zwischen Galopp, Angriff und dramatischer Verlangsamung lebt, würde von einem echten Schlagzeuger profitieren. Dass die Platte trotzdem derart viel Bewegung entwickelt, spricht für die Qualität der Gitarren und der Kompositionen.

Iron Slaught haben hier keinen neuen Metalstyle erfunden. Das war offensichtlich auch nicht der Plan. Sie behandeln die alten Formen jedoch nicht wie Ausstellungsstücke, sondern wie Werkzeuge, die noch immer scharf genug sind. Metallic Torments besitzt Riffs, Atmosphäre und vor allem eine seltene Fähigkeit: Es wird während seiner Dreiviertelstunde immer besser.

Im Schloss brennt also tatsächlich noch Licht. Man sollte nur nicht erwarten, dass dort jemand die Tür öffnet, der noch lebt.

Albumcover von Iron Slaught – Metallic Torments: Vor einem hohen schwarzen Schloss kämpfen bewaffnete Männer auf einer breiten Treppe gegen leuchtende geisterhafte Krieger und eine weibliche Geistergestalt. Über der Szene liegt ein roter Himmel mit einem großen hellen Vollmond.
Künstler:Iron Slaught
Albumtitel:Metallic Torments
Erscheinungsdatum:10. Juli 2026
Genre:Heavy Metal / Speed Metal / Thrash Metal
Label:Gates of Hell Records
Spielzeit:ca. 44 Minuten

🎬 Offizielles Video

Offizielles Video zu „The Executioner“ – ein besonders scharfkantiger Ausschnitt aus Iron Slaughts Album Metallic Torments, in dem Heavy Metal, Speed und finstere Thrash-Energie unmittelbar aufeinandertreffen. Bereitgestellt vom offiziellen Cruz Del Sur Music-Kanal auf YouTube:

🎼 Trackliste:

Harbinger of Afflictions (Prelude to Torments) – 3:05
Ghastly Obsession – 3:47
The Executioner – 6:07
Soldier of Fortune – 5:46
Condamné pour l’éternité – 3:40
Charme funeste – 7:06
Primal Conquest – 5:54
Fatal Retaliations – 8:31

👥 Besetzung:

Iron Jérémy – Gesang / Gitarre
Nikrass – Bass
Stéphane Hellkine – Schlagzeugprogrammierung

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